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Montag, der 11. Maerz 2002, 14:09 Uhr
Name: Heike N.
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@Willi Wichtig,

Jemanden in den Tot mit Angst zu drängen ist natürlich falsch.

Die Bibel zeigt klipp und klar auf, wie man sich zu verhalten hat als Christ bzw. wie man zu leben hat... Unter anderem steht da auch, dass Homosexualität Sünde ist.

mein motto, aus allem das beste machen.

Darin stimme ich dir überein. Und je mehr Möglichkeiten du zur Verfügung hast, um so individueller für dich kannst du die Situationen gestalten.

Wie auch immer, auf alle Fälle ist es aus meiner christlichen Sicht wichtig, dass man als Christ Menschen in Angst hilft. Das ist nicht nur Thema bezogen.

Abgesehen davon, dass ich die Begriffe "christlich" und "Christ" durch "menschlich" und "Mensch" ersetzen würde, stimme ich dir zu.

Wie mans nimmt. Wie gesagt, nicht alle Möglichkeiten sind die besten Möglichkeiten.

Ich maße mir nicht an, für einen anderen Menschen zu entscheiden, welche Möglichkeit er wählen soll. Für ein Kleinkind werde ich natürlich entscheiden müssen und zwar in sehr vielen Situationen. Je älter ein Kind aber wird, um so mehr muss es die Gelegenheit haben, Verantwortung für sich zu übernehmen. Ein Jugendlicher ist alt genug, um die Konsequenzen zu überblicken und auch alt genug, um eigene Erfahrungen machen zu können. Er sollte nicht dazu gezwungen werden, unreflektiert die anderer Menschen zu übernehmen.

Ich habe die Möglichkeit Drogen zu nehmen oder mich in die Luft zu sprengen, dennoch bin ich froh, dass meine Eltern mich davor bewahrt haben, diese Möglichkeiten auszuschöpfen.

Zum Glück hat meine Tochter keine Ambitionen, sich in die Luft zu sprengen. Hätte sie die, würde ich einen Psychologen zu Rate ziehen. Eine solche Lebenskrise deutet sich allerdings wesentlich eher an. In diesem Fall würde ich ihr meine Hilfe und Unterstützung anbieten, so wie sie sie benötigt.

Satanisten lt. ihrer eigenen Aussage: die sind bekloppt. Das sagt sie übrigens über alle Glaubensrichtungen.

Nun gut, war auch zu erwarten.

Nach dem von mir geschilderten war das eigentlich gar nicht so klar... Ich dachte, ich hätte mich über die Tatsache, dass ich ihr alle Möglichkeiten anbiete, verständlich ausgedrückt.

Aber ich will trotzdem die Antwort, was würdest du machen, wenn deine Tochter einer okkultistischen Sekte beitreten würde und du wüsstest, dass diese Sekte (nehmen wir z.B. Scientology) bewusst und gezielt Gehirnwäsche betreibt.

Es gibt Untersuchungen bzgl. der rekrutierten Mitglieder bei Sekten. Besonders gefährdet sind diejenigen, denen innerhalb der Familie verwehrt wurde, sich eigenverantwortlich und selbstbewusst zu entwickeln. Ich will damit jetzt NICHT auf eine christliche Erziehung anspielen. Ich meinte allgemein "totalitäre" Erziehungsmethoden. Am wenigsten sind diejenigen, die sich in ihrer Persönlichkeit stabil entwickeln konnten. Insofern halte ich meine Tochter (sie hat eine stabile und starke Persönlichkeit) für nicht gefährdet.

Aber ich habe das Gefühl, du gehst davon aus, dass mir alles, was mein Kind ausmacht, am Arsch vorbei geht. Das ist natürlich nicht so. Seinem Kind Hilfestellung beim Selbstständig werden zu geben heißt doch nicht, es einfach laufen zu lassen. Natürlich musst du Grenzen setzen, die dann aber auch bedeuten, dass man die Konsequenzen für sein Tun selber tragen muss.

Würde sie sich irgendeiner totalitären Organisation anschließen: die kann religiös, esoterisch oder politisch sein, würde ich versuchen, sie davon zu überzeugen, dass sie mit Menschen zusammen ist, die ihr auf Dauer nicht gut tun können. Was sollte ich sonst machen? Sie mit Gewalt davon abhalten das Haus zu verlassen? Erscheint mir nicht als geeignete Lösung.
Ich weiß nun allerdings nicht, worauf du hinaus willst, wüsste nun aber nicht, was eine christliche Erziehung da abwenden sollte.

Vermutlich habe ich dir die Frage nicht erschöpfend genug beantwortet, aber da ich noch niemals in so einer Situation war, kann ich dir beim besten Willen keine weitere Auskunft geben.
Ich halte Prävention für die bessere Lösung: seine Kinder dahin zu bringen, dass sie selbst-bewusst genug sind und es infolge dessen nicht nötig haben, sich in Abhängigkeit zu begeben.

Ich Urteile über die pauschal, die pauschal über andere urteilen. Solange das Christentum von Atheisten pauschal beurteilt wird, beurteile ich Atheisten auch pauschal.

Du vergleichst hier Äpfel mit Birnen: Das eine (Christentum) ist eine Religion, das andere (Atheisten) sind Menschen. Ich mache aber den Unterschied zwischen Christentum und Christen. Die Religion lehne ich als für mich nicht passend ab, bei den Menschen differenziere ich aber. Einige Christen sind für mein Empfinden als Menschen absolut spinnert, wie ich einige Atheisten als Menschen auch nicht leiden mag.

Und wenn diese Hilfestellung eine Religion ist?

Und wenn es Atheismus ist?

Fakt ist, ihr könnt mir nicht beweisen, dass die Angehörigkeit am Christentum schlecht für mich ist (mal abgesehen von der Kirche).

Mir liegt fern, dir etwas beweisen zu wollen. Wenn du zufrieden mit deinem Glauben bist, freut mich das (für dich). Lass du mir meine Weltanschauung und die Sache ist in Ordnung.

"Gott steckt im Detail". Es sind die vielen kleinen Dinge die zu einem großen ganzen Zusammenwachsen, die mich überzeugt haben...

Die Sache mit dem Kreuz erinnert mich an eine Begebenheit im Büro: ein Kollege sitzt in meinem Büro, sagt: "Der Chef ist ein altes Arschloch.", steht im selben Moment auf und knallt mit dem Kopf gegen die Kante meines Regals. Shit happens!

Weißt du, wenn ich Christen frage: nun nenn mir doch mal ein konkretes Beispiel dafür, dass z. B. Jesus Wunder bewirkt hat, wie es so nun mal in der Bibel steht. Als Antwort erhalte ich in 80% der Fällen: Na ja, das muss man in Gleichnissen oder symbolisch sehen. Aber so ein profanes Kreuz-von-Wand-fallen-weil-Nagel-rostig, wird im wahrsten Sinne des Wortes als Ohrlasche des Allmächtigen gedeutet.

Gruß
Heike N.

Montag, der 11. Maerz 2002, 13:43 Uhr
Name: Antichrist
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O was ist der "Ossi" frustriert. So wie der Mensch
so ist dein Gott. Herzliche Grüße an das Furunkel!

Montag, der 11. Maerz 2002, 12:46 Uhr
Name: Heike J.
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Ausserdem profitiert die PDS von den Protest-Wählern

Nichts anderes ist es wohl hier im Westen. Man ist von den anderen Parteien zu Recht enttäuscht, sucht eine Alternative, hört den geschickt (und meiner Meinung nach opportunistisch) redenden Gysi und fragt nicht groß nach der Vergangenheit. Bei Wahlen entscheidet man sich schon nur noch danach, was nun das kleinere Übel ist - irgendwie ganz schön frustrierend.

Montag, der 11. Maerz 2002, 12:29 Uhr
Name: Ossi
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Was mich wundert ist, warum die PDS gerade im Osten so viel gewählt wird, da doch gerade dort diese Vergangenheit bekannt sein müsste. Wie kommt das?

Schwierige Frage. Zum einen denke ich, dass die das ganz geschickt geschafft haben, sich als "Stimme des Ostens" zu etablieren und ausserdem sind viele Leute im Osten enttäuscht, dass die Lebensverhältnisse immer noch anders sind, als im Westen (höhere Arbeitslosigkeit, weniger Geld für gleiche Arbeit usw.). Die großen Parteien vermitteln auch nicht gerade den Eindruck, als würden die sich ernsthaft für die Probleme im Osten wirklich interessieren (mal vom Wahlkampf und der einen oder anderen "Sommerreise" und der Titulierung als "Chefsache" abgesehen).
Ausserdem wird immer versucht, den Leuten zu vermitteln, dass in der DDR alles schlecht war und damit versucht man ihnen ihre Identität zu nehmen. Bei vielen entwickelt sich dann so eine Trotzhaltung: "Früher war ja vieles besser !" Die meisten Wähler hat die PDS unter den Jungwählern - die die DDR einfach nicht mehr kennen - und unter älteren Leuten, die entweder selbst in der SED waren und die vor allem mit ihrer Arbeit nach dem Krieg die DDR aufgebaut haben und es nicht verstehen, dass da so vieles daran schlecht gewesen sein soll. Die PDS versteht es meiner Meinung nach, diese Stimmungen ganz gut auszunutzen. Ausserdem profitiert die PDS von den Protest-Wählern und vor allem von den vielen Nichtwählern, sonst sähen die Zahlen wahrscheinlich ganz anders aus. Das ist natürlich alles ein Ergebnis meiner persönlichen Beobachtungen, es wäre ganz interessant, dieses Phänomen mal wissenschaftlich zu untersuchen.
Man darf auch nicht vergessen, dass diejenigen, die in der DDR Opfer des Regimes waren, ja nur eine Minderheit darstellen, die meisten hatten sich mit der Situation arrangiert und angepasst - da will ich auch mich nicht ausnehmen. Auch das halte ich für ein interessantes Phänomen: nach dem Krieg haben z.B. viele Deutsche auch behauptet von KZs nichts gewusst zu haben.

Montag, der 11. Maerz 2002, 11:56 Uhr
Name: Heike J.
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Und wenn Du Dich mal mit der Vergangenheit dieser Partei und den Verbrechern aus deren Reihen beschäftigst, würdest Du mit Erstaunen feststellen, dass es den meisten Tätern auch heute besser geht den Opfern,

Was mich wundert ist, warum die PDS gerade im Osten so viel gewählt wird, da doch gerade dort diese Vergangenheit bekannt sein müsste. Wie kommt das?

Montag, der 11. Maerz 2002, 11:20 Uhr
Name: Ossi
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noch ein kurzer Nachtrag:

Ich akzeptiere Deine Meinung zu diesem Thema. Meine ist und bleibt eine andere. Sie hat sich aus meinen langjaehrigen ehemaligen politischen Aktivitaeten ergeben.

Meine Meinung hat sich halt aus persönlichen Erfahrungen und aus persönlichen Erfahrungen von Freunden mit dieser Partei ergeben. Und wenn Du Dich mal mit der Vergangenheit dieser Partei und den Verbrechern aus deren Reihen beschäftigst, würdest Du mit Erstaunen feststellen, dass es den meisten Tätern auch heute besser geht den Opfern, deren Existens bereits vor der Wende zerstört wurde und die auch heute keine Chance auf einen angemessenen Job haben, weil sie mal im Knast gesessen haben und weil ihnen die Möglichkeit geraubt wurde, Bildung zu geniessen. Viele sind heute Sozialhilfeempfänger und müssen psychologisch betreut werden.

Montag, der 11. Maerz 2002, 10:59 Uhr
Name: Ossi
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@ Herbert (nur ganz kurz, hab zu tun)

Praegung/Konditionierung ist sicherlich nie zu verhindern und auch keinesfalls verwerflich. Die Frage ist nur WIE?

Eben - und das entscheiden die jeweiligen Eltern.

Das ist ein evidenter Unterschied zur religioesen Indoktrination ...

Das sehe ich im Prinzip halt nicht so, aber das habe ich ja schon geschrieben.

Das ist voellig inkonsequent und die Kirchen sind es aus macht- und finanzpolitischen Gruenden auch, sonst wuerden sie sich von solchen "Pharisaeern" trennen.

Ich denke, so konsequent ist wohl kaum eine Vereinigung, weil Vereinigungen - auch die Kirche - keine abstrakten Gebilde sind, sondern aus Menschen (mit allen menschlichen Fehlern) bestehen. Ausserdem halte ich es eher für inkonsequent, halbherzige Gläubige rauszuschmeissen - wie will man deren Glauben dann festigen ?

sorry, ein allgemein gueltiger Gottesbweis ist das aber nicht

... deshalb habe ich das "für mich" vor das Wort "Beweis" eingefügt.

Ich habe in jahrelanger und muehseliger Kleinarbeit selbst (ohne Hilfe von aussen) gelernt, Verantwortung nicht mehr abzugeben

Das tun Christen auch nicht, aber vielleicht hast Du in Deinem dreissigjährigen Dasein als gläubiger Christ das ganze auch anders verstanden, als ich.
Als Christ gebe ich Verantwortung für mein Tun nicht ab, im Gegenteil: ich muss mich nicht mehr nur vor mir selbst verantworten, sondern auch noch vor einer "höheren Instanz" und vor meinem nächsten.

Stellt sich ein GLAEUBIGER jemals die Frage, warum er - nur weil er in der BRD (oder Europa) lebt - an einen Christengott GLAUB ...

Natürlich stellt man sich die Frage und man stellt sich auch die Frage, warum sich ausgerechnet der "Christengott" mir persönlich offenbart. - Ich kann nicht beurteilen, wie sich Gott anderen Menschen offenbart.

Wenn man davon ausgeht, dass das Universum per se gottlos ist und als Atheist (oder von mir aus als hochintelligenter Ausserirdischer; was nun keine Wertung darstellen soll :-)) ) die bewusstseinsveraendernde Indoktrination, Konditionierung und Autosuggestion der gesamten Menschheit mit den jeweiligen religioesen Ideologien betrachtet...

Wie Du schon sagst, "Du gehst davon aus" - das ist eine Annahme, die weder Du beweisen noch ich widerlegen kann - da halte ich die agnostische Herangehensweise für seriöser.

... kommt der Beobachter (insbesondere jener der zweiter Ordnung; siehe Kybernetik) nicht umhin, dies als epidemieartige und staatlich sanktionierte psychische Erkrankung des Gehirns zu bezeichnen.

Wie gesagt, Du kennst mein Gehirn nicht und kannst nicht sehen, ob es krank ist.

Waere Dir dieser Ausdruck angenehmer als der Terminus "Wahnkrankheit"?

Nö.

Montag, der 11. Maerz 2002, 10:33 Uhr
Name: Ossi
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Wovor haben die Christen eigentlich so entsetzliche Angst?
Vor dem Tode, vor den Atheisten, vor den Antichristen? Oder sogar vor sich selbst?

Keine Ahnung, verrätst Dus mir ? Hab noch gar nicht bemerkt, dass ich entsetzliche Angst habe.

Der Antichrist mag keine fanatischen Christen und
mag auch keine Lügen.

Na da bist Du Dir doch mit dem größten Teil der Menschheit einig - kaum jemand mag fanatische Menschen und Lügen ! - Auch keine fanatischen Antichristen !

Ich plädiere für
ein Leben ohne Gott! Es ist leichter!

Plädiere doch, wofür Du willst, es ist Dein Leben. Dafür, dass es ohne Gott leichter sein soll, tust Du Dich jedenfalls ganz schön schwer mit ARGUMENTEN ! Irgendwas behaupten kann jeder ! (Ich plädiere für ein Leben mit Furunkel am Arsch! Es ist leichter!)

Montag, der 11. Maerz 2002, 07:33 Uhr
Name: M.
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@ Willi

... PDS hat ....(damals unter dem Decknamen SED).....

Alles richtig, Willy, nur das eine nicht: SED ist der richtige Name, der Deckname ist PDS!

Montag, der 11. Maerz 2002, 07:32 Uhr
Name: Antichrist
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Wovor haben die Christen eigentlich so entsetzliche Angst?
Vor dem Tode, vor den Atheisten, vor den Antichristen? Oder sogar vor sich selbst?
Der Antichrist mag keine fanatischen Christen und
mag auch keine Lügen. Der Antichrist verachtet das Christentum. Er mag auch keine Hirngespinste
aus einer erdachten Götterwelt. Ich plädiere für
ein Leben ohne Gott! Es ist leichter! Amen.

Montag, der 11. Maerz 2002, 01:09 Uhr
Name: Herbert Ferstl
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Spendenaffären usw. sind sicher schlimm, sollten geahndet und die verantwortlichen bestraft werden. Ich sehe trotzdem noch einen Unterschied zu den SED/PDS-Vermögen [...] Ist vielleicht für einen "Wessi" schwer nachvollziehbar, meine Abneigung, aber es lohnt sich, zu hinterfragen !

Ich akzeptiere Deine Meinung zu diesem Thema. Meine ist und bleibt eine andere. Sie hat sich aus meinen langjaehrigen ehemaligen politischen Aktivitaeten ergeben.

Ich denke, alle Kinder werden indoktriniert - ob nun christlich geprägt, moslemisch geprägt, atheistisch geprägt, antichristlich geprägt, nazistisch geprägt, kommunistisch geprägt, pazifistisch geprägt, tolerant, intolerant, ökologisch .....

Praegung/Konditionierung ist sicherlich nie zu verhindern und auch keinesfalls verwerflich. Die Frage ist nur WIE?

Kein Kind hat eine Wahl, wie seine Erziehung aussieht, aber ich unterstelle einfach mal, dass alle Eltern das beste für ihre Kinder wollen - und wenn viele Eltern der Meinung sind, es ist das beste, ihre Kinder christlich zu erziehen, dann lasst ihnen doch bitte dieses Recht...

Wie schon gesagt: Jeder darf und soll nach seiner Fason gluecklich werden. Ob als Scientologe oder als Moslem, ob als Christ oder Janjist, etc.
Wogegen ich mich verwehre, ist die einseitige religioese Indoktrination der Kids in staatlichen Einrichtungen (siehe z.B. bayer. Verfassung, Art. 131: Oberste Bildungsziele sind Ehrfurcht vor Gott...".

...und behauptet nicht immer, christliche Eltern würden ihre Kinder vergewaltigen. Und wenn Ihr das als Vergewaltigung seht, dann sagt wenigstens dazu, dass das alle Eltern (ihr eingeschlossen) machen - nur halt mit unterschiedlicher Ausprägung !

Das sehe ich anders. Ich stelle den von uns gezeugten Kindern vom ersten Lebenstag an frei, sich jederzeit einer Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaft ihrer Wahl anzuschliessen (oder auch nicht). Damit eines Tages eine moeglichst objektivierte Entscheidung moeglich ist, wird von den Eltern weitgehendst vermieden, eine einzige religioese Weltanschauung waehrend der Erziehung zu bevorzugen. Das ist ein evidenter Unterschied zur religioesen Indoktrination (inkl. Beten, das nachweislich autosuggestive Wirkungen auf das Bewusstsein hat. neuronales Stichwort: mindmapping) aller GLAEUBIGEN Eltern, die ihre Kinder (natuerlich stets im guten Willen) in diesem Sinne erziehen (oder in staatl. Einrichtungen "erziehen lassen").

zum Thema RU abschaffen, damit erledigen sich auch die Religionen:

Verstehe mich bitte nicht falsch. Ich setze mich nicht fuer die Zwangsabschaffung des RU`s ein. Ich faende jedoch einen religionskundlichen, fuer alle Konfessionen zugaenglichen Unterricht sinnvoller, als die bisherige, trennende Praxis.
Von mir aus findet der RU auch auf freiwilliger Basis statt, so wie in den meisten anderen Laendern westlicher Praegung eben auch (siehe z.B. USA).
Zudem sehe ich mich immer mehr mit der Einstellung von so genannten Taufscheinchristen konfrontiert, die angeblich zuhause gar keine Zeit mehr haetten, ihre Kinder religioes zu unterweisen oder mit ihnen zu beten (schon komisch: Zeit fuer drei Urlaubsreisen per anno findet man aber auch). GLAUBE ist aber eine so immens wichtige Angelegenheit, dass zuvorderst die Erziehungsberechtigten in der Verantwortung der religioesen Unterweisung stehen. Ja sogar als so genannte christlich gepraegte Familie den GLAUBEN in der Familie praktisch (vor-)leben sollten. Stattdessen wird hier faktisch auf den Kindergaerten und auf den RU in den staatl. Schulen verwiesen. Eltern geben somit Verantwortung in wichtigen Dingen ab. Das ist voellig inkonsequent und die Kirchen sind es aus macht- und finanzpolitischen Gruenden auch, sonst wuerden sie sich von solchen "Pharisaeern" trennen.

Herbert, wie erklärst Du Dir dann, dass es in Russland, Rumänien, Ungarn usw. immer noch Christen gibt...

Weil die vermeintlich sozialistischen und kommunistischen Staaten nie den basalen GLAUBEN im Volke vernichtet haben. Das Volk war stets religioes. Mit Gewalt und Zwang wird sowas nie moeglich sein. Selbsterkenntnis ist der einzig legitime Weg dazu.

aber das ist z.B. für mich ein Beweis für Gott. Was sollte die Leute sonst so stark gemacht haben ?

Ich habe nie bezweifelt, dass GLAUBE den Menschen grossen Halt geben kann und die Wegnahme dieses GLAUBENS diese Menschen zusammenbrechen liesse (sorry, ein allgemein gueltiger Gottesbweis ist das aber nicht).

Vielleicht unterschätzt Du die Leute und ihren GLAUBEN und überschätzt die Macht Deines DENKENS -

Das denke ich nicht. Ich habe in jahrelanger und muehseliger Kleinarbeit selbst (ohne Hilfe von aussen) gelernt, Verantwortung nicht mehr abzugeben, habe gelernt auf mich selbst zu bauen, Dinge nicht anderen zu ueberlassen. Daraus ergeben sich meine derzeitigen Positionen, die ich selbst als fundamentiert bezeichne. Manchem scheint dies Ueberheblichkeit zu sein...

...nicht jeder wird die selben Erfahrungen machen, wie Du und nicht jeder wird beim DENKEN auf die selben Ergebnisse kommen, wie Du.

Davon bin ich weder ausgegangen, noch habe ich es so dargestellt.

Deshalb halte ich es für ganz schön eingebildet, allen anderen gegenüber so zu tun, als hättest Du den Stein der Weisen gefunden.

Sorry - ich habe den Stein der Weisen zwar nicht gefunden, aber die Moeglichkeit der realen Existenz ohne fiktiven Gott oder Goetter. Und das ist fuer mich persoenlich unendlich mehr wert.

Das mag für Dich stimmen, aber wie gesagt, jeder kommt zu einen anderen Ergebnis.

Das ist voellig legitim. Doch hat man nicht letztlich als Erwachsener jenen GLAUBEN, der einem in der Kindheit aufgeschwatzt wurde? Stellt sich ein GLAEUBIGER jemals die Frage, warum er - nur weil er in der BRD (oder Europa) lebt - an einen Christengott GLAUBT und nicht an einen Allah, Manitou oder ans buddhistische Nirwana?
Nicht weil der Christengott plausibler waere, wie uns so mancher GLAEUBIGER suggerieren will, sondern weil Religion meist nur eine Frage der Geographie und des Datums ist.

Und jeden, der zu einem anderen Ergebnis, als Du kommt, als wahnkrank zu bezeichnen, das wiederum ist wirklich wahnkrank.

Sorry - In dieser Art habe ich das nie formuliert, auch wenn ich des oefteren diesen Terminus verwendete.
Ich betrachte aus meiner heutigen Perspektive diese Bezeichnung als legitim, auch wenn mir klar ist, dass sie als Beleidigung aufgefasst werden kann. Wenn man davon ausgeht, dass das Universum per se gottlos ist und als Atheist (oder von mir aus als hochintelligenter Ausserirdischer; was nun keine Wertung darstellen soll :-)) ) die bewusstseinsveraendernde Indoktrination, Konditionierung und Autosuggestion der gesamten Menschheit mit den jeweiligen religioesen Ideologien betrachtet, kommt der Beobachter (insbesondere jener der zweiter Ordnung; siehe Kybernetik) nicht umhin, dies als epidemieartige und staatlich sanktionierte psychische Erkrankung des Gehirns zu bezeichnen. Waere Dir dieser Ausdruck angenehmer als der Terminus "Wahnkrankheit"?
Ich akzeptiere aber Deinen Wunsch und werde versuchen, zukuenftig auf diesen Sprachgebrauch zu verzichten.

Kämpfe für die Trennung von Staat und Kirche,...

Ich kaempfe nicht. Ich setze lediglich mein Engagement dafuer ein, insbesondere im Sinne der von uns gezeugten Kids.

...die Abschaffung des RU, die Veränderung des Kirchensteuersystems usw. wenn Dich das glücklich macht.

Was haette dies mit gluecklichmachen zu tun?

Aber bitte beleidige nicht ständig den Rest der Welt. Wenn Du religiöse Menschen als WAHNKRANK bezeichnest, dann tust Du das auch mit mir [...] Also bleib bitte fair...

s.o.

Montag, der 11. Maerz 2002, 00:04 Uhr
Name: Herbert Ferstl
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

@ Heike,

Ganz klar: nein. "Den rechten Weg" gibt es nicht. Den muss jeder für sich selbst finden. Man kann als Eltern nur Hilfestellung bieten.

Sehe ich ebenso. Wir Eltern sind nur temporaere Begleiter. Die Kinder entfernen sich mit jedem Tag ein kleines Stueckchen weiter aus dem Kreis und der trauten Umgebung des elterlichen Schutzes.
Primaer sehe ich die Aufgabe der Eltern darin, den Kids verantwortliches und selbstverantwortliches Handeln (im jeweiligen Konsens) zu vermitteln. Dies alles eingebettet in das Motto: Handle stets so, dass sie Anzahl der Moeglichkeiten waechst. Vermeide, Dich auf Ideologien einzulassen.
Es gibt nicht irgendeine absolute Wahrheit, die einen zwingt, die Dinge so und nicht anders zu sehen, so und nicht anders zu handeln. So wie Du oder ich gerade das Leben "verleben", stellt es nur eine von unzaehligen Moeglichkeiten dar.

Mir ist klar, dass dies fuer Menschen, die stets einen fuehrenden geistigen Halt benoetigen, eine (vermeintlich) chaotische Einstellung ist. Sie haben Angst um ihre (sie selbst beengenden) Wahrheiten, die sie als die scheinbar einzig richtigen leben.

Herbert

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