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Samstag, der 23. Maerz 2002, 17:05 Uhr
Name: WilliWichtig
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=>Herbert

Werde daraus einen neuen Gesamttext fuer weitere skeptische Veroeffentlichungen anfertigen.

Dann viel Glück.

Thema "Ablehnung des derzeit praktizierten Ethik-Unrerrichtes":

Welche Gründe? Würde mich interessieren, bevor ich vorschnell antworte.

Zum Beispiel der Art. 137, Abs 2 der Bayerischen Landesverfassung: "Fuer Jugendliche, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen, ist ein Unterricht ueber die allgemein anerkannten Grundsaetze der Sittlichkeit einzurichten". Aehnlich abenteuerlich lauten die Formulierungen in der Landesverfassung von Rheinland-Pfalz und in den Schulgesetzen einiger Bundeslaender.

Ich verstehe hier nicht ganz, was dagegen auszurichten ist. Die Formulierung ist etwas abenteuerlich, aber der Inhalt ist meiner Meinung nach ziemlich wichtig. Die Jugendlichen sollen verpflichtend lernen, welche Werte unsere Gesellschaft hat (haben sollte).

Zitat "In der Praxis freilich ist aus dem Recht der Eltern, über die Teilnahme ihres Kindes am Religionsunterricht zu bestimmen, für alle Schülerinnen und Schüler, die einer der beiden christlichen Großkirchen angehören, die Pflicht zur Teilnahme geworden."

Alle zur Zeit gueltigen Gesetzeskonstruktionen, die in diesem Zusammenhang von christlichen Parteien und Politikern ausgedacht wurden, sind naemlich ohne Ausnahme Ersatzfachkonstruktionen. Das bedeutet, wer keinen (freiwilligen) RU besucht, wird ersatzweise zum Besuch dieses so genannten EU verpflichtet. Ein Unterricht, der fuer die privilegierte Gruppe der Christen eingerichtet wurde, kann grundsaetzlich nicht fuer Schueler anderer Bekenntnisse, Weltanschauungen oder Philosophien verpflichtend sein, und zwar derart, dass sie sich hiervon auch noch abmelden muessen.

Nun gut, dass ist ein organisatorisches Detail. In meiner Schulzeit waren Kinder von Christen im Ethikuntericht und Kinder von Atheisten im RU.

Aus diesen Erkenntnissen resultierend darf die Schule keinesfalls zur staatlich privilegierten Missionsstation der Kirchen werden. Ganz im Gegenteil. Kruzifixe haben in Schulen so wenig zu suchen wie der klerikal favorisierte Religionsunterricht.

Allerdings ist 'Religionsunterricht ordentliches Lehrfach'.

In anderen (Bundes-)Laendern ist man da schon weiter (siehe LER oder Lebenskunde). Die so genannte Sonntagsschule in den USA zeigt, wie man praktikabel religioese Weltanschauung vermitteln kann.

Gut, es gibt Kindergottesdienste auch in Deutschland. Der Religionsunterricht ist aber meiner Meinung mittlerweile so unreligiös, wie Ethik. Er basiert zwar auf den ethischen Ansichten des Christentums und es wird etwas 'Bibel-Navigation' beigebracht und gelegentlich auch eine Bibelgeschichte betrachtet - aber sonst ist kein inhaltlicher Unterschied zum EU.

Jeder eben wie er will – ohne staatlich verordneten Zwang. Den Staat jedoch hierzu durch die Grosskirchen in Anspruch und in die Pflicht zu nehmen, ist nicht recht und nicht billig und entspricht z.T. nicht den Vorgaben des saekularen Grundgesetzes.

s.o.

Dies fuehrt dazu, dass der christliche Glaube im abendlaendischen Europa mehr als Doktrin, denn als Glaube auftritt.

Nun, der Atheismus trat in Osteuropa auch als Doktrin auf. Andre Länder - andre Sitten.

Bereits meist im Kindergarten (oft kirchliche Traegerschaft) startet das mentale, metaphysische Gehirntraining - die christliche Sozialisation - von der man sagt, dass anschliessend die Jugendlichen - mit Vollendung des 14.Lebensjahres (Religionsmuendigkeit) - selbst entscheiden koennten, welcher individuellen Religion sie zukuenftig angehoeren wollen (oder auch nicht).
Aber wehe dem, der dies wagt! Ihm droht die Intoleranz derder Verlust des so genanten "ewigen Lebens" und der dauerhafte Aufenthalt im ewigen Feuer mit ewigen Qualen ist ihm gewiss.

Was gewiss ist, ist gewiss. Wie auch immer, wenn du den Kindern sagst, du glaubst an keinen Gott, so werden sie dir sicher nacheifern. Wenn sie nie von Gott hören, werden sie ihn nicht verstehen können.

Diese Konditionierung im Kindergarten / Schule / Religions-, Konfirmanten-, Kommunions-Unterricht wirkt evident bis ins hohe Alter.

Ich sehe da keine Konditionierung sondern eine reine Informierung über die Religion. Wenn die Eltern wollen, dass die Kinder darüber informiert werden sollen, dann ist es ihr Recht.

Eine lebendige Schule braucht selbstverstaendlich intensiven, kontinuierlichen Kontakt zu den Eltern.

Das hat nichts mit Religion zu tun.

Eine liberale, tolerante und kritikfaehige Schule hat aber auch die Weltanschauung der Schuelereltern zu akzeptieren, ja zu respektieren.

Wird i.d.R. getan. Selbst im Religionsunterricht wurden - zumindest in meiner Generation - auch Atheisten akzeptiert.

Dieses Verhaeltnis hat jedoch absolut nichts mit christlichem Werteerhalt zu tun, der "nicht preisgegeben werden darf". Wo ist bei dieser Geisteshaltung die christliche Toleranz gegenueber Andersdenkenden?

Wieso? Wenn jemand anders denkt, kann er in den EU. Mittlerweile wird es aber kritischer. Christen haben nur eine Chance in den RU zu gehen, da die Mehrheit der Schüler in den RU geht. Würden die Schüler alle in den EU gehen würden vermutlich die christl. Schüler aus Gruppenzwang ebenfalls in den EU gehen. Der Gruppenzwang ist nicht zu unterschätzen. Wie gesagt ich habe von Religionslehrern vermehrt gehört, dass christliche Schüler auch keine Glaubensfreiheit mehr durch atheistische Schüler haben. Die Sache ist ziemlich verzwickt.

Oder geht es letztlich um verdecktes Missionieren und um klerikalen Machterhalt?

Es geht darum Gottes Wort zu verkünden und die Ethik, wie sie Gott wünscht, den Kindern aufzuzeigen.

Schulische Bildung steht in keinerlei Zusammenhang mit Religion und Christentum.

Das ist wieder ein Problem, schließlich kannst du mir nicht beweisen, ob es Gott gibt oder nicht gibt. Gibt es Gott (wovon ich überzeugt bin), so hat es sehr wohl etwas in der Schule zu suchen.

Humanistische Werte werden seit jeher von Eltern an ihre Kinder weitergeben – auch ohne Religion.

Wirklich? Wenn ich an Menschenopfer versch. Naturreligionen denke, dann bezweifle ich das.

Weitere Untersuchungen weisen auf den direkt proportionalen Zusammenhang von hoher Bildung / Schulabschluesse und daraus resultierender "Gottlosigkeit" hin. Der Anteil der Religioesen sinkt mit dem Grad der Ausbildung.

Das mag zwar stimmen, jedoch weißt die Schulbildung nie auf Wissen hin. Wenn ich z.B. an die Abiturfeier meines Patenkindes denke, dort haben die Schüler mit den besten Abiturnoten den den ABI-Abschlußgottesdienst geplant und durchgeführt.

Je geringer der Bildungsgrad, desto mehr herrscht bei Religioesen ein personales Gottesbild vor;

Stimmt auch nicht - so meine Erfahrung. Eher Dinge wie Esoterik und Astrologie brechen durch.

Unterstellt man mit dieser Annahme nichtreligioesen Eltern und nichtreligioesen Kindern, dass sie nicht faehig seien, humanistische Prinzipien und soziale Werte innerhalb einer ethischen Gemeinschaft zu vermitteln?

Allerdings, unterstelle ich das vielen Eltern. Wenn ich an die vielen Drogensüchtigen Jugendlichen und die steigende Gewalt- und Kirminalitätsbereitschaft denke, bezweifle ich dass viele Eltern ihre Kinder korrekt erziehen.

Dagegen ist auch nichts einzuwenden - in einem missions- und religionsfreien (aber religionskundlichen) Unterrichtsfach, das ich bereits naeher grob beschrieben habe.
Auf die gesellschaftlich relevanten Werte hat aber weder eine einzige Religionsgemeinschaft zwingenden Alleinanspruch noch sind in diesem Fall diese Werte originaer christlich.

Meiner Meinung wäre ein gemeinschaftlicher Unterricht am Besten, indem alle großen Religionen und (moralisch vertretbaren) Weltanschauungen näher betrachtet werden, so dass die gängigen Vorurteile und Falschaussagen über Religionen / Weltanschauungen untergehen. Gegen einen Koranunterricht hätte ich nichts, wenn er gleichwertig mit der Bibel oder anderen Philosophien behandelt wird. Die Schüler sollten die Religionen gut kennen, ohne Einfluss durch die eigene Meinung des Lehrers. Ebenfalls sollten in unserer Gesellschaft relevante ethische Regeln untersucht werden.

Auch aus der Sicht von "Trennung von Staat und Kirche" ist dagegen gar nichts einzuwenden, solange die staatliche Neutralitaetspflicht gewahrt bleibt.

Wieso ist sie hier nicht gewahrt?

Zwingt jemand dich dazu Christ zu sein?

Solange Religionsunterricht via Hintertuerchen zur Pflicht gemacht wird, erkenne ich zumindest den Versuch dazu.

Ja, aber du kannst - bzw. deine Eltern können dich daraus entfernen.

Das ist der Grund warum ich antworte: In den meisten deutschen Schulen (habe ich vermehrt von Lehrern und Religionslehrern (ich differenziere!) erfahren) ist es für einen Jugendlichen sehr gefährlich Christ zu sein.

Sorry - ich kann nur fuer Bayern sprechen. Da ist dies garantiert nicht der Fall. Gemeinschaftliche Gottesdienste, Schulgebete, etc. sind alltaeglich. Atheisten werden wie Marsbewohner bestaunt, bemitleidet, begutachtet und ausgegrenzt.

Das ist nur äußerlich. (Ich bin selsbt Bayer) Innerlich sind die Schüler sehr sehr 'kritisch' gegenüber Christen.

Sie werden nicht nur ausgestossen, sondern sogar von Atheistischen und Pseudo-Atheisten (Kein Gott aber Astrologie :-)) verfolgt.

Waere ein weiterer Grund, RU aus den Schulen zu "verbannen": Religion/Gottlosigkeit ist Privatsache.

Einverstanden, wenn meine obrigen Bedingungen akzeptiert werden würden.

Man sollte aber nicht alles ueberbewerten - beiderseits. Kinder reagieren schon bei einem (vermeintlichem) Klassenprimus oder weiteren "Strebern" nicht unaehnlich.

Eben, das meinte ich. Echte Christen sind gewissermaßen oft Outsider.

Ich kann mich hier im Forum gegen euch ausdrücken - ein christlicher Jugendlicher vielleicht nicht.

Wir beissen nicht! Ein bischen Wissen und Standhaftigkeit sollte man allerdings schon mitbringen :-)))

Nein, ich meinte der Jugendliche könnte sich nicht gegen eine Klasse ausdrücken - zumal beiden Seiten echte Argumente und Hintergrundwissen fehlen. Wenn du mal einen Schüler fragst, der vorgibt Atheist zu sein, dann frag ihn auch, wie intensiv er sich mit der Bibel auseinandergesetzt hat.

Ich erinnere mich an einen Klassenkameraden, der schon damals von atheistischen Klassenkamerden fertig gemacht wurde, da er sich offen zu Gott bekannte.

Ich kann mich erinnern, wie der einzige Moslem (Tuerke) in der 3. Klasse (im Jahr 1969) von Christen fertig gemacht wurde.

im Jahre 1969...

Bevor ich Christ wurde habe ich - trotz Kirchennähe - das Glockenläuten ertragen. Aber mir erschien es schon damals unerträglich, dass jemand mit lautem getöse über unsere Stadt hinwegplerrt. Das Glockengeläut von Kirchen und Rathäusern gehört zu unserem Kulturkreis irgendwie dazu.

Wie schon gesagt. Ich stelle alle Konventionen und Traditionen erst mal in Frage, pruefe sie und stehe ihnen skeptisch gegenueber. Kulturkreis hin oder her - Religion sollte Privatsache sein und das Laeuten der Glocken wird seinem urspruenglichem Sinn (Aufruf zum Gottesdienst respektive Zeitanzeige) schon lange nicht mehr gerecht.

Gut, niemand braucht das Läuten mehr, selbst Christen nicht. Allerdings, Dinge wie eben der Stundenschlag etc, gehören einfach zu Deutschland.

Nicht, dass ich den Muezzinruf begruesste... doch entweder sind alle Weltanschuungen gleich zu behandeln oder man schafft deren kritisierte "Oeffentlichkeit" generell ab.

Das mit der 'nicht vorhandenen Öffentlichkeit' ist aber in den meisten Religionen eben ein Widerspruch zur Religion.

Ich sehe zwei Vorteile darin:

1. Den Vorteil fuer die wissenschaftliche Medizin
2. Um den Geldhyaenen der Bestattungsindustrie (aus purer "Naechstenliebe") ein Schnippchen zu schlagen. :-))

Das nicht, aber was hab ich davon, wenn ich irgendwo in einem Kasten verrotte, wenn jemand die 'Reste' brauchen kann?


Samstag, der 23. Maerz 2002, 16:35 Uhr
Name: WilliWichtig
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STeht in der Bibel was von Amtskirchen, Kirchensteuern, Pfarrern, die gutes Geld verdienen, die Rücklagen anhäufen, die Kirchen bauen (du sollst nicht in der Synagoge beten, heißt es so schön in der Bibel), Militärpfarrern?

Steht da was konkreten zum Gegenteil? Natürlich, das mit dem Beten im geschloßenen Kämmerchen etc. ist wahr, insofern schon. Man müsste sagen, Pfarrer sind Christen, die sehr gut mit der Bibel bewandert sind und christliche Gemeindearbeit ermöglichen sollen.

Samstag, der 23. Maerz 2002, 15:49 Uhr
Name: Herbert Ferstl
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Gott ist da.

WO?

Samstag, der 23. Maerz 2002, 15:48 Uhr
Name: Herbert Ferstl
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Obwohl mir die Impf-Diskussion sehr großen Spaß bereitet hat,...

Dito!
Werde daraus einen neuen Gesamttext fuer weitere skeptische Veroeffentlichungen anfertigen.

...muss ich hier doch auch antworten.

Dachte ich mir. :-)))

Thema "Ablehnung des derzeit praktizierten Ethik-Unrerrichtes":
Welche Gründe? Würde mich interessieren, bevor ich vorschnell antworte.

Zum Beispiel der Art. 137, Abs 2 der Bayerischen Landesverfassung: "Fuer Jugendliche, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen, ist ein Unterricht ueber die allgemein anerkannten Grundsaetze der Sittlichkeit einzurichten". Aehnlich abenteuerlich lauten die Formulierungen in der Landesverfassung von Rheinland-Pfalz und in den Schulgesetzen einiger Bundeslaender.

Zitat "In der Praxis freilich ist aus dem Recht der Eltern, über die Teilnahme ihres Kindes am Religionsunterricht zu bestimmen, für alle Schülerinnen und Schüler, die einer der beiden christlichen Großkirchen angehören, die Pflicht zur Teilnahme geworden."

Alle zur Zeit gueltigen Gesetzeskonstruktionen, die in diesem Zusammenhang von christlichen Parteien und Politikern ausgedacht wurden, sind naemlich ohne Ausnahme Ersatzfachkonstruktionen. Das bedeutet, wer keinen (freiwilligen) RU besucht, wird ersatzweise zum Besuch dieses so genannten EU verpflichtet. Ein Unterricht, der fuer die privilegierte Gruppe der Christen eingerichtet wurde, kann grundsaetzlich nicht fuer Schueler anderer Bekenntnisse, Weltanschauungen oder Philosophien verpflichtend sein, und zwar derart, dass sie sich hiervon auch noch abmelden muessen.

Unter anderem findet man weitere Details zu meiner Begruendung unter:

http://www.ibka.org/artikel/miz97/ethik.html
http://www.ibka.org/artikel/rundbriefe01/religionsunterricht.html

...oder die sehr interessanten Ausfuehrungen des - mir persoenlich bekannten - Verwaltungsrichters G. Czermak (Augsburg).

http://www.ibka.org/artikel/miz98/ethik.html

Aus diesen Erkenntnissen resultierend darf die Schule keinesfalls zur staatlich privilegierten Missionsstation der Kirchen werden. Ganz im Gegenteil. Kruzifixe haben in Schulen so wenig zu suchen wie der klerikal favorisierte Religionsunterricht. In anderen (Bundes-)Laendern ist man da schon weiter (siehe LER oder Lebenskunde). Die so genannte Sonntagsschule in den USA zeigt, wie man praktikabel religioese Weltanschauung vermitteln kann. Jeder eben wie er will – ohne staatlich verordneten Zwang. Den Staat jedoch hierzu durch die Grosskirchen in Anspruch und in die Pflicht zu nehmen, ist nicht recht und nicht billig und entspricht z.T. nicht den Vorgaben des saekularen Grundgesetzes. Dies fuehrt dazu, dass der christliche Glaube im abendlaendischen Europa mehr als Doktrin, denn als Glaube auftritt. Bereits meist im Kindergarten (oft kirchliche Traegerschaft) startet das mentale, metaphysische Gehirntraining - die christliche Sozialisation - von der man sagt, dass anschliessend die Jugendlichen - mit Vollendung des 14.Lebensjahres (Religionsmuendigkeit) - selbst entscheiden koennten, welcher individuellen Religion sie zukuenftig angehoeren wollen (oder auch nicht).
Aber wehe dem, der dies wagt! Ihm droht die Intoleranz derder Verlust des so genanten "ewigen Lebens" und der dauerhafte Aufenthalt im ewigen Feuer mit ewigen Qualen ist ihm gewiss.
Diese Konditionierung im Kindergarten / Schule / Religions-, Konfirmanten-, Kommunions-Unterricht wirkt evident bis ins hohe Alter.
Eine lebendige Schule braucht selbstverstaendlich intensiven, kontinuierlichen Kontakt zu den Eltern. Eine liberale, tolerante und kritikfaehige Schule hat aber auch die Weltanschauung der Schuelereltern zu akzeptieren, ja zu respektieren. Dieses Verhaeltnis hat jedoch absolut nichts mit christlichem Werteerhalt zu tun, der "nicht preisgegeben werden darf". Wo ist bei dieser Geisteshaltung die christliche Toleranz gegenueber Andersdenkenden? Oder geht es letztlich um verdecktes Missionieren und um klerikalen Machterhalt?
Schulische Bildung steht in keinerlei Zusammenhang mit Religion und Christentum. Humanistische Werte werden seit jeher von Eltern an ihre Kinder weitergeben – auch ohne Religion. "Du sollst nicht toeten" wurde von den Glaeubigen nicht evidenter umgesetzt als von Religionslosen.
Weitere Untersuchungen weisen auf den direkt proportionalen Zusammenhang von hoher Bildung / Schulabschluesse und daraus resultierender "Gottlosigkeit" hin. Der Anteil der Religioesen sinkt mit dem Grad der Ausbildung. Je geringer der Bildungsgrad, desto mehr herrscht bei Religioesen ein personales Gottesbild vor; (Magazin: bild der wissenschaft, Ausgabe 12/1999, American Atheists News vom 15.12.1999).

Die Pflicht zum Ersatzunterricht ist eine zweifelhafte "Ersatzpflicht", da eine "Originaerpflicht"...

Ich sehe das anders. Was soll mit den Kindern geschehen, wenn sie nicht religiös sind?

Unterstellt man mit dieser Annahme nichtreligioesen Eltern und nichtreligioesen Kindern, dass sie nicht faehig seien, humanistische Prinzipien und soziale Werte innerhalb einer ethischen Gemeinschaft zu vermitteln?

Auch denke ich sollten die wichtigen Werte unserer Gesellschaft vermittelt werden.

Dagegen ist auch nichts einzuwenden - in einem missions- und religionsfreien (aber religionskundlichen) Unterrichtsfach, das ich bereits naeher grob beschrieben habe.
Auf die gesellschaftlich relevanten Werte hat aber weder eine einzige Religionsgemeinschaft zwingenden Alleinanspruch noch sind in diesem Fall diese Werte originaer christlich.

Auch aus der Sicht von "Trennung von Staat und Kirche" ist dagegen gar nichts einzuwenden, solange die staatliche Neutralitaetspflicht gewahrt bleibt.

Zwingt jemand dich dazu Christ zu sein?

Solange Religionsunterricht via Hintertuerchen zur Pflicht gemacht wird, erkenne ich zumindest den Versuch dazu.

Also der IBKA wuerde sich von solchen Mitgliedern trennen...

Ernsthaft: Würde er das wirklich?

Rigoros! - darauf kannst Du wetten. Komm doch mal als Gast zur Mitgliederversammlung (im Herbst in Speyer) :-))

Das ist der Grund warum ich antworte: In den meisten deutschen Schulen (habe ich vermehrt von Lehrern und Religionslehrern (ich differenziere!) erfahren) ist es für einen Jugendlichen sehr gefährlich Christ zu sein.

Sorry - ich kann nur fuer Bayern sprechen. Da ist dies garantiert nicht der Fall. Gemeinschaftliche Gottesdienste, Schulgebete, etc. sind alltaeglich. Atheisten werden wie Marsbewohner bestaunt, bemitleidet, begutachtet und ausgegrenzt.

Sie werden nicht nur ausgestossen, sondern sogar von Atheistischen und Pseudo-Atheisten (Kein Gott aber Astrologie :-)) verfolgt.

Waere ein weiterer Grund, RU aus den Schulen zu "verbannen": Religion/Gottlosigkeit ist Privatsache. Wer dagegen handelt, muss mit den entsprechenden Konsequenzen leben - so auch ich als dezidierter Atheist. Man sollte aber nicht alles ueberbewerten - beiderseits. Kinder reagieren schon bei einem (vermeintlichem) Klassenprimus oder weiteren "Strebern" nicht unaehnlich.

Ich kann mich hier im Forum gegen euch ausdrücken - ein christlicher Jugendlicher vielleicht nicht.

Wir beissen nicht! Ein bischen Wissen und Standhaftigkeit sollte man allerdings schon mitbringen :-)))

Ich erinnere mich an einen Klassenkameraden, der schon damals von atheistischen Klassenkamerden fertig gemacht wurde, da er sich offen zu Gott bekannte.

Ich kann mich erinnern, wie der einzige Moslem (Tuerke) in der 3. Klasse (im Jahr 1969) von Christen fertig gemacht wurde.

Sein Problem war, durch die christliche Erziehung der Eltern schien er einen enormen Respekt vor jedem Menschen anerzogen bekommen zu haben. Als ich mit ihm sprach, warum er sich denn nicht wehrt, sagte er, dass es sich in ihm alles sträube gegen jemanden gewaltsamm vorzugehen.

Ein aehnliche Problem hatten wir mit dem nunmehr Fuenfjaehrigen, den wir (versucht haben) zur absoluten Gewaltfreiheit zu erziehen. Als Neuling im KiGa (vor 20 Monaten) bekam er regelmaessig etwa fuenf Wochen lang von einem aelteren Jungen fast taeglich einen Boxschlag in den Magen, ohne sich dagegen zu wehren (die Mutter des Aelteren ist Lehrerin, der Vater Polizist) :-((

Bevor ich Christ wurde habe ich - trotz Kirchennähe - das Glockenläuten ertragen. Aber mir erschien es schon damals unerträglich, dass jemand mit lautem getöse über unsere Stadt hinwegplerrt. Das Glockengeläut von Kirchen und Rathäusern gehört zu unserem Kulturkreis irgendwie dazu.

Wie schon gesagt. Ich stelle alle Konventionen und Traditionen erst mal in Frage, pruefe sie und stehe ihnen skeptisch gegenueber. Kulturkreis hin oder her - Religion sollte Privatsache sein und das Laeuten der Glocken wird seinem urspruenglichem Sinn (Aufruf zum Gottesdienst respektive Zeitanzeige) schon lange nicht mehr gerecht. Nicht, dass ich den Muezzinruf begruesste... doch entweder sind alle Weltanschuungen gleich zu behandeln oder man schafft deren kritisierte "Oeffentlichkeit" generell ab.

Ich werd meine sterblichen überreste der medizin Spenden, habe auch einen Organspendeausweis. Dies sehe ich als Pflicht im Bezug auf die Nächstenliebe.

Ich sehe zwei Vorteile darin:

1. Den Vorteil fuer die wissenschaftliche Medizin
2. Um den Geldhyaenen der Bestattungsindustrie (aus purer "Naechstenliebe") ein Schnippchen zu schlagen. :-))

Samstag, der 23. Maerz 2002, 15:42 Uhr
Name: Heike J.
E-Mail: keine E-Mail
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STeht in der Bibel was von Amtskirchen, Kirchensteuern, Pfarrern, die gutes Geld verdienen, die Rücklagen anhäufen, die Kirchen bauen (du sollst nicht in der Synagoge beten, heißt es so schön in der Bibel), Militärpfarrern?

Samstag, der 23. Maerz 2002, 15:21 Uhr
Name: WilliWichtig
E-Mail: keine E-Mail
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So wie heute die beiden Amtskirchen mit ihren quasi Beamtenpfarrern?

Um vorschnelle Antworten von mir zu vermeiden: Worauf beziehst du dich jetzt?

Samstag, der 23. Maerz 2002, 14:53 Uhr
Name: Heike J.
E-Mail: keine E-Mail
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Es gibt viele Menschen, die sich für Christen hielten, aber keinen Strich der Bibel befolgten.

So wie heute die beiden Amtskirchen mit ihren quasi Beamtenpfarrern?

Samstag, der 23. Maerz 2002, 14:48 Uhr
Name: Sophie
E-Mail: SuL.Lib@t-online.de
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hallöchen,
das is nur mal so eine fixe idee, aber falls das hier ein Andreas lesen sollte, der Burg Rothenfels kennt, wäre es schön, er würde mailen.
wie gesagt, nur ein versuch.

Samstag, der 23. Maerz 2002, 13:52 Uhr
Name: WilliWichtig
E-Mail: keine E-Mail
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Ah, hier wird wieder zwischen echten und unechten Christen unterschieden. Wie konnte ich das vergessen

Hm, das ist wieder die Geschichte: Die DDR-Regierung nannte sich auch humanistisch. Waren sie deshalb Humanisten?

Viele Bundesbürger nennen sich atheistisch und benutzen Homöopathie und Astrologie. Sind sie deshalb immer noch reine Atheisten?

Gleiches gilt und galt für das Christentum. Es gibt viele Menschen, die sich für Christen hielten, aber keinen Strich der Bibel befolgten.

Samstag, der 23. Maerz 2002, 13:33 Uhr
Name: Heike J.
E-Mail: keine E-Mail
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Kennst du die elterliche Erziehung und den Lebenslauf von 'Christen' die Verbrecher waren?

Ah, hier wird wieder zwischen echten und unechten Christen unterschieden. Wie konnte ich das vergessen *sfg*

Samstag, der 23. Maerz 2002, 12:32 Uhr
Name: Antichrist
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Ich fragte mich früher manchmal, ob Gott wirklich da ist. Jetzt habe ich gebetet und bin davon überzeugt: Gott ist da.

Samstag, der 23. Maerz 2002, 10:40 Uhr
Name: WilliWichtig
E-Mail: keine E-Mail
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Ob diese Gewaltlosigkeit unbedingt auf die christlichliche Erziehung zurückzuführen ist, ist nicht unbedingt gesagt.

Allerdings kannst du das Gegenteil ebensowenig beweisen.

Da würde ich eher neutral Erziehung oder durch andere Faktoren bedingt sagen.

Das kann sein, muss aber nicht.

Denn dass christliche (nicht nur die christliche, aber eben auch) Erziehung oft genug nicht zur Gewaltlosigkeit geführt hat, hat die Geschichte bewiesen.

Kennst du die elterliche Erziehung und den Lebenslauf von 'Christen' die Verbrecher waren?

Samstag, der 23. Maerz 2002, 09:52 Uhr
Name: Heike J.
E-Mail: keine E-Mail
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durch die christliche Erziehung der Eltern schien er einen enormen Respekt vor jedem Menschen anerzogen bekommen zu haben. Als ich mit ihm sprach, warum er sich denn nicht wehrt, sagte er, dass es sich in ihm alles sträube gegen jemanden gewaltsamm vorzugehen.

Ob diese Gewaltlosigkeit unbedingt auf die christlichliche Erziehung zurückzuführen ist, ist nicht unbedingt gesagt. Da würde ich eher neutral Erziehung oder durch andere Faktoren bedingt sagen. Denn dass christliche (nicht nur die christliche, aber eben auch) Erziehung oft genug nicht zur Gewaltlosigkeit geführt hat, hat die Geschichte bewiesen.

Freitag, der 22. Maerz 2002, 23:36 Uhr
Name: Ich
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