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Sonntag, der 24. Maerz 2002, 00:38 Uhr
Name: WilliWichtig
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=> Heike J.

Gespinst

Woher willst du wissen, dass das leugnen von Gottes Existenz nicht ein Gehirngespinnst deiner Person ist?

=> Herbert
Thema "Art. 137, Abs 2 der Bayerischen Landesverfassung":
Ich verstehe hier nicht ganz, was dagegen auszurichten ist.

Ganz einfach - die implizierende Abwertung ethischer Praemissen von Nichtchristen.

Es steht doch nur dort, dass die gängige Sittlichkeit 'beigebracht' werden. Ich sehe darin keine Abwertung - höchstens in der Formulierung.

Nun gut, dass ist ein organisatorisches Detail.

Sehe ich anders. Die Ausarbeitung des Lehrplans zum RU - fuer staatliche Schulen, in staatl. Raeumen und staatl. ausgebildeten Lehrkraeften, die nur dann im RU unterrichten duerfen, wenn sie die kirchliche Lehrlaubniss (missio/vocatio) haben - wird beispielsweise voll und ganz den klerikalen Stellen ueberlassen. Wuerde man hier von offizieller Seite beim Islamunterricht aequivaelent verfahren?

Sollte man, wenn man es den Lehrern zutraut. Der Islamunterricht sollte kein Fundamentalistenunterricht sein, sondern dem christl. Religionsunterricht / EU Inhaltlich ähneln.

Ausserdem sehe ich als Atheist keinen Sinn drin, mich von einem freiwilligen Unterrichtsfach auch noch abmelden zu muessen.

Ähm, moment. Z.B. jmd. wählt, dass seine Kinder auf ein naturwissenschaftliches Gymnasium gehen. Aber sie wollen auf ein musisches - aber er erlaubt es ihnen nicht, da er das naturwissenschaftliche für besser hält. Die Kinder können sich auch nicht einfach abmelden.

Natuerlich kann man auch den RU nicht mitten waehrend eines Schuljahres verlassen. Man muss entgegen seiner "freien" Weltanschauung den RU bis zum Schuljahresende durchziehen.

Das ist auch rein organisatorisch.

In meiner Schulzeit waren Kinder von Christen im Ethikuntericht und Kinder von Atheisten im RU.

Das sind doch eher die beruehmten Ausnahmen.

Eigentlich nicht. Ich habe heute in der Kneipe mit dem örtlichen Religionslehrer genau über dieses Thema gesprochen (die Themen aus dem Gästebuch haben eine ziemlich Tragweite :-) ) und der hat mir bestätigt, dass dies gar nicht mal so ein Ausnahmefall ist. Die Kinder sind Kreuz und Quer durch die RUs und EUs gemischt. Katholiken im Evangelischen, Atheisten im Evangelischen, Evangelische in EU. Viele tendieren zum evangelischen RU, nicht zum katholischen RU.

Allerdings ist 'Religionsunterricht ordentliches Lehrfach'.

Kann es ja von mir aus bleiben. Aus diesem Artikel im GG jedoch einen alternativen Pflichtunterricht fuer Nichtreligioese ableiten zu wollen, grenzt schon an Verfassungswidrigkeit.

Wie willst du dann den Kindern ethische Grundsätze beibringen. Die steigenden Zahlen an jungendlichen Gewalttätetern beweist i.ü. dass dies nötig ist.

Und außerdem noch etwas anderes: Nehmen wir mal an, Eltern leben nach dem Motto 'Sport-Ist-Mord', sie können das Kind auch nicht einfach so aus dem Sportunterricht herausnehmen.

Gut, es gibt Kindergottesdienste auch in Deutschland. Der Religionsunterricht ist aber meiner Meinung mittlerweile so unreligiös, wie Ethik. Er basiert zwar auf den ethischen Ansichten des Christentums und es wird etwas 'Bibel-Navigation' beigebracht und gelegentlich auch eine Bibelgeschichte betrachtet - aber sonst ist kein inhaltlicher Unterschied zum EU.

Man lasse sich die jeweiligen (klerikalen) Lehr- und Pruefungsplaene zusenden. Dann wird der Unterschied evident. Fuer den aussenstehenden Betrachter mag der Unterschied marginal sein, fuer die Involvierten kaum.

Die Lehrpläne etc. sind aber nicht identisch mit dem, was die Lehrer oft unterrichten.

Nun, der Atheismus trat in Osteuropa auch als Doktrin auf...

Mit den "Sitten" gewisser Laender wollte ich nur ungern das bundesrepublikanische GG vergleichen.

??

Was gewiss ist, ist gewiss. Wie auch immer, wenn du den Kindern sagst, du glaubst an keinen Gott, so werden sie dir sicher nacheifern. Wenn sie nie von Gott hören, werden sie ihn nicht verstehen können.

Was waere das dann fuer ein laecherlicher Gott, an den Menschen nur dann in Massen GLAUBEN, wenn sie bereits in ihrer fruehesten Kindheit mit dessen Geschichten indoktriniert werden?

Das sagt überhaupt keiner. Was ich sage ist, dass die Eltern die richtige Entscheidung für das Wohl ihres Kindes treffen müssen.

Waere GLAUBE nicht "wahrhaftiger", ueberzeugter und tatsaechlich selbstgefunden, wenn sich muendige Menschen erst nach einer Phase "religioeser und weltanschaulicher Neutralitaet", respeketive nach einem allgemeinen religionskundlichen und philosophischen Schulunterricht, fuer oder gegen einen GottesGLAUBEN (egal welcher Konfession) entscheiden wuerden?

Gut, da ist etwas dran.

Oder geht es nur um Machtspielchen und darum, moeglichst viele Leute auf "seine eigene Seite" zu ziehen?

Nein, sehe ich nicht so.

Diese Konditionierung im Kindergarten / Schule / Religions-, Konfirmanten-, Kommunions-Unterricht wirkt evident bis ins hohe Alter.

Ich sehe da keine Konditionierung sondern eine reine Informierung über die Religion.

Waere es tatsaechlich so, haetten die Kirchen sicherlich keinerlei Einwaende, den RU durch LER oder WERTE & NORMEN oder PHILOSOPHIE oder durch einen Unterricht zu ersetzen, der nicht von Lehrkraeften gehalten wird, die die klerikale Lehrerlaubniss benoetigen.

Wieso, es ist ein Unterricht, der über die Religion informieren soll. Ein Atheist kann Schülern nicht vernünftig über das Christentum erzählen, genausowenig, wie ein Christ vernünftig über den Atheismus erzählen kann.

Wenn die Eltern wollen, dass die Kinder darüber informiert werden sollen, dann ist es ihr Recht.

Information und Indoktrination sind zwei paar Stiefel. Religioes neutrale Information soll niemandem vorenthalten werden.

Wird aber im EU in Bayern aber der Fall ist.

Wenn jemand anders denkt, kann er in den EU.

Nein, er muss, will er den "freiwilligen" RU nicht besuchen.

Irgendeine ethische Ausbildung ist notwendig, das beweist unsere Gesellschaft.

Man lasse den GLAUBEN Privatsache der Schueler/Menschen sein und unterweise die Kinder in der Schule lediglich in den religioesen und philosophischen Weltanschauungsmoeglichkeiten. Niemand waere dann gezwungen, seinen persoenlichen GLAUBEN zu offenbaren, wenn er nicht will, oder meint, dadurch persoenliche Nachteile zu erleiden.

Einverstanden.

1. sind Atheisten keine Mitglieder irgendwelcher Naturreligionen und

Aber die Eltern der von dir genannten 'prähistorischen' Kulturen.

2. waeren die so genannten christlichen Werte dann ebenso historisch zu bezweifeln.

Woher weißt du das sicher. Hast du jemanden gefragt, der vor Moses Zeit gelebt hat?

Je geringer der Bildungsgrad, desto mehr herrscht bei Religioesen ein personales Gottesbild vor;

Stimmt auch nicht - so meine Erfahrung. Eher Dinge wie Esoterik und Astrologie brechen durch.

Sorry - das waren von mir keine "Erfahrungswerte" sondern zitierte Untersuchungsergebnisse.

Jaja, die Statistik. Glaube ist persönlich, nicht mit Statistiken feststellbar. Zudem sagt, wie gesagt, die Bildung nicht aus, wie einsichtig und verständig jemand ist. In meiner Klasse kamen die meisten ins Abitur, weil sie einfach ohne verstehen gelernt haben.

Unterstellt man mit dieser Annahme nichtreligioesen Eltern und nichtreligioesen Kindern, dass sie nicht faehig seien, humanistische Prinzipien und soziale Werte innerhalb einer ethischen Gemeinschaft zu vermitteln?

Allerdings, unterstelle ich das vielen Eltern.

Dann waere im bisherigen christlichen Wertevermittlungssytem was falsch gelaufen.

Das stimmt auch. Die Kirchen haben ziemlich viel Mist gebaut, was das betrifft.

Wenn ich an die vielen Drogensüchtigen Jugendlichen und die steigende Gewalt- und Kirminalitätsbereitschaft denke, bezweifle ich dass viele Eltern ihre Kinder korrekt erziehen.

Auch elterliche Erziehung zu selbstverantwortlichem Handeln muss man erlernen, erkennen und davon ueberzeugt sein.

Ja, nur dass nicht jeder Mensch so belesen und verständig ist, wie du und die Majorität hier im GB. Die meisten Menschen kennen die Bundesliga auswenig, aber haben weder einen Blick in die Bibel, noch in irgendeine humanistische Doktrin geworfen.

Jeder Gabelstaplerfahrer benoetigt heute einen Fuehrerschein - Fuer das Zeugen von Kindern bedarf es lediglich das offizille gesetzliche Mindestalter eines maennlichen Zeugers...

Nun, wir wollen hier nicht die Verhältnisse wie in China, wo man zum Kinderkriegen fast schon eine Erlaubniss braucht (übertrieben).

Das Indoktrinieren und Auswendiglernen von normativen ethischen Geboten (z.B. "Du sollst nicht toeten") und Gebeten im Kindesalter (z.T. unter Gruppenzwang) ist eben kein Garant fuer selbstverantwortliches Handeln, respektive fuer das Erkennen von ethischer Verantwortung fuer andere Menschen.

Natürlich nicht. Darin unterscheide ich auch zwischen 'echten' und 'falschen' Christen. Der RU und die Kirchen an sich haben sich eben teilweise stark vom Christentum entfernt.

Falschaussagen? Waere ein Gott definitiv beweisbar, waeren hierzu auch keine "Falschaussagen" moeglich.

Ich rede nicht über Gott, sondern schon allein über biblische Texte und Erzählungen die dank des Fernsehns im Inhalt und im Schema komplett in den Köpfen der Menschen verdreht wurden.

Bis es aber soweit ist, muss sich die christliche Religion, wie jede andere religioese Weltanschauung/Philosophie eben auch, jeder moeglichen Kritik stellen.

Ich sehe in einer Kritik oft eine Stärkung, wenn man drüber genauer Nachdenkt. Das Problem ist nur, dass die Kirchenleitung das nicht ausreichend tut.

Nicht zuletzt konstatierte Marx, als er sich mit der Hegelschen Rechtsphilosophie auseinander setzte: "[...] die Kritik der Religion ist die Voraussetzung aller Kritik."

Sorry, Marx hat auch sonst viel Schrott geschrieben. Dass man Religion kritisiert, ist ja OK, aber wenn, dann mit echten Argumenten, und nicht mit Wortverdrehereien und Sinnentfremdungen.

Gegen einen Koranunterricht hätte ich nichts, wenn er gleichwertig mit der Bibel oder anderen Philosophien behandelt wird. Die Schüler sollten die Religionen gut kennen, ohne Einfluss durch die eigene Meinung des Lehrers.

Mit dem Erwerb der kirchlichen Lehrerlaubnis, der missio/vocatio gehen diese Lehrkraefte eine weltanschauliche Verpflichtung ein - und zwar eine recht einseitige. Wie schon gesagt. Den Staat sehe ich erst mal in der Pflicht, ein eigenes Studienfach fuer Lehrkraefte einzurichten, die Ethik unterrichten. Noch was zur staatlichen Neutralitaet: Von allen - etwa 1.100 - Schulrektoren in Bayern, ist keiner ohne christliche Konfession. Lehrer, die sich als Atheisten "outen" warten i.d.R. wesentlich laenger auf ihre Befoerederung als andere. Ist natuerlich alles legitim - aber eben auch kritikwuerdig.

Okay, das mit den Rektoren ist kritikwürdig.

Ebenfalls sollten in unserer Gesellschaft relevante ethische Regeln untersucht werden.

Vielleicht zum Beispiel folgende: Warum gibt es neuerdings deutsche "Friedens-Soldaten"? Gibt es demnach auch "Kriegs-Soldaten"? Sind KSK-Truppen nun "Friedens-Soldaten" oder "Soldaten" oder was denn nun? Gibt es "friedliche Landminen" oder auch "kriegerische"? Wieviele Getaufte arbeiten in Nuernberg bei dem Ruestungs... aehh Friedensprofi DIEHL und wieviel davon sind wirkliche Christen? Warum werden von Priestern noch Waffen gesegnet? Damit es "Friedenswaffen" werden? etcpp.

Natürlich, das mit den Waffen und Kriegen und Christen, bzw. dem Staat und den Kriegen ist ein noch komplexeres Thema, das sicher interessant ist. Aber um 0:34 fällt mir keine gute Antwort ein :-))

Solange Religionsunterricht via Hintertuerchen zur Pflicht gemacht wird, erkenne ich zumindest den Versuch dazu.

Ja, aber du kannst - bzw. deine Eltern können dich daraus entfernen.

Nur unter der Bedingung des Ersatz-Zwangsunterrichtes. Das sind alles Konstrukte, um die freie Willensentscheidung des Betroffenen einzuschraenken.

Ich sehe keinen Grund, warum es keinen 'Ersatz-Zwangsunterricht' gibt.

Sorry - ich kann nur fuer Bayern sprechen. Da ist dies garantiert nicht der Fall. Gemeinschaftliche Gottesdienste, Schulgebete, etc. sind alltaeglich. Atheisten werden wie Marsbewohner bestaunt, bemitleidet, begutachtet und ausgegrenzt.

Das ist nur äußerlich. (Ich bin selsbt Bayer) Innerlich sind die Schüler sehr sehr 'kritisch' gegenüber Christen.

Warum laesst man diese (vernachlaessigbaren?) Aeuserlichkeiten, diese christliche Symbolik dann nicht weg? Warum werden Nichtchristen mit gemeinsam gesprochenen, christlichen Schulgebeten und Schulgottesdiensten unter Gruppenzwang gebracht?

Die Schulgottesdienste sind kaum mehr besucht - so siehts aus :-). Nurnoch von 5,6,7 Klässlern und 11,12,13 Klässlern und ein paar vernünftigen anderen.

Wie schon gesagt. Wuerde man den RU anders gestalten und Religion als Privatsache behandeln, dann stuenden nicht staendig trennende "Wahrheiten" zwischen den Menschen.

Dann würden sich noch andere 'Wahrheiten' entwickeln und bald haben wir ein Chaos aus Sekten, die Eifrig Gehirne waschen.

Eben, das meinte ich. Echte Christen sind gewissermaßen oft Outsider.

"Echte" Atheisten auch... :-)

Eben nich mehr.

Das mit dem Glockengeläut ist mir um die Uhrzeit auch zu komplex. Vielleicht morgen :-)

Samstag, der 23. Maerz 2002, 22:45 Uhr
Name: Herbert Ferstl
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Thema "Art. 137, Abs 2 der Bayerischen Landesverfassung":

Ich verstehe hier nicht ganz, was dagegen auszurichten ist.

Ganz einfach - die implizierende Abwertung ethischer Praemissen von Nichtchristen.

Die Jugendlichen sollen verpflichtend lernen, welche Werte unsere Gesellschaft hat (haben sollte).

Dann aber in einem Unterrichtsfach, dass fuer alle verbindlich und neutral gestaltet ist. Wer obendrein noch den RU besuchen will - bitte sehr...

Nun gut, dass ist ein organisatorisches Detail.

Sehe ich anders. Die Ausarbeitung des Lehrplans zum RU - fuer staatliche Schulen, in staatl. Raeumen und staatl. ausgebildeten Lehrkraeften, die nur dann im RU unterrichten duerfen, wenn sie die kirchliche Lehrlaubniss (missio/vocatio) haben - wird beispielsweise voll und ganz den klerikalen Stellen ueberlassen. Wuerde man hier von offizieller Seite beim Islamunterricht aequivaelent verfahren?
Ausserdem sehe ich als Atheist keinen Sinn drin, mich von einem freiwilligen Unterrichtsfach auch noch abmelden zu muessen. Aber das funktioniert nach dem Motto - einige schluepfen halt doch durch dieses System und besuchen aus diversen Gruenden (bessere Note im RU als Ethik, keine unpassende Freistunde [siehe auch Aufsichtspflicht der Schule], keinen EU am Nachmittag, etc.) den "freiwilligen" RU. Natuerlich kann man auch den RU nicht mitten waehrend eines Schuljahres verlassen. Man muss entgegen seiner "freien" Weltanschauung den RU bis zum Schuljahresende durchziehen.

In meiner Schulzeit waren Kinder von Christen im Ethikuntericht und Kinder von Atheisten im RU.

Das sind doch eher die beruehmten Ausnahmen.

Allerdings ist 'Religionsunterricht ordentliches Lehrfach'.

Kann es ja von mir aus bleiben. Aus diesem Artikel im GG jedoch einen alternativen Pflichtunterricht fuer Nichtreligioese ableiten zu wollen, grenzt schon an Verfassungswidrigkeit.

Gut, es gibt Kindergottesdienste auch in Deutschland. Der Religionsunterricht ist aber meiner Meinung mittlerweile so unreligiös, wie Ethik. Er basiert zwar auf den ethischen Ansichten des Christentums und es wird etwas 'Bibel-Navigation' beigebracht und gelegentlich auch eine Bibelgeschichte betrachtet - aber sonst ist kein inhaltlicher Unterschied zum EU.

Man lasse sich die jeweiligen (klerikalen) Lehr- und Pruefungsplaene zusenden. Dann wird der Unterschied evident. Fuer den aussenstehenden Betrachter mag der Unterschied marginal sein, fuer die Involvierten kaum.

Nun, der Atheismus trat in Osteuropa auch als Doktrin auf...

Mit den "Sitten" gewisser Laender wollte ich nur ungern das bundesrepublikanische GG vergleichen.

Was gewiss ist, ist gewiss. Wie auch immer, wenn du den Kindern sagst, du glaubst an keinen Gott, so werden sie dir sicher nacheifern. Wenn sie nie von Gott hören, werden sie ihn nicht verstehen können.

Was waere das dann fuer ein laecherlicher Gott, an den Menschen nur dann in Massen GLAUBEN, wenn sie bereits in ihrer fruehesten Kindheit mit dessen Geschichten indoktriniert werden?
Waere GLAUBE nicht "wahrhaftiger", ueberzeugter und tatsaechlich selbstgefunden, wenn sich muendige Menschen erst nach einer Phase "religioeser und weltanschaulicher Neutralitaet", respeketive nach einem allgemeinen religionskundlichen und philosophischen Schulunterricht, fuer oder gegen einen GottesGLAUBEN (egal welcher Konfession) entscheiden wuerden?
Oder geht es nur um Machtspielchen und darum, moeglichst viele Leute auf "seine eigene Seite" zu ziehen?

Diese Konditionierung im Kindergarten / Schule / Religions-, Konfirmanten-, Kommunions-Unterricht wirkt evident bis ins hohe Alter.

Ich sehe da keine Konditionierung sondern eine reine Informierung über die Religion.

Waere es tatsaechlich so, haetten die Kirchen sicherlich keinerlei Einwaende, den RU durch LER oder WERTE & NORMEN oder PHILOSOPHIE oder durch einen Unterricht zu ersetzen, der nicht von Lehrkraeften gehalten wird, die die klerikale Lehrerlaubniss benoetigen.

Wenn die Eltern wollen, dass die Kinder darüber informiert werden sollen, dann ist es ihr Recht.

Information und Indoktrination sind zwei paar Stiefel. Religioes neutrale Information soll niemandem vorenthalten werden.

...Selbst im Religionsunterricht wurden - zumindest in meiner Generation - auch Atheisten akzeptiert.

Bestreite ich gar nicht.

Wenn jemand anders denkt, kann er in den EU.

Nein, er muss, will er den "freiwilligen" RU nicht besuchen.

Mittlerweile wird es aber kritischer. Christen haben nur eine Chance in den RU zu gehen, da die Mehrheit der Schüler in den RU geht. Würden die Schüler alle in den EU gehen würden vermutlich die christl. Schüler aus Gruppenzwang ebenfalls in den EU gehen. Der Gruppenzwang ist nicht zu unterschätzen. Wie gesagt ich habe von Religionslehrern vermehrt gehört, dass christliche Schüler auch keine Glaubensfreiheit mehr durch atheistische Schüler haben. Die Sache ist ziemlich verzwickt.

Man lasse den GLAUBEN Privatsache der Schueler/Menschen sein und unterweise die Kinder in der Schule lediglich in den religioesen und philosophischen Weltanschauungsmoeglichkeiten. Niemand waere dann gezwungen, seinen persoenlichen GLAUBEN zu offenbaren, wenn er nicht will, oder meint, dadurch persoenliche Nachteile zu erleiden.

Es geht darum Gottes Wort zu verkünden...

Na ja - dann...

...und die Ethik, wie sie Gott wünscht, den Kindern aufzuzeigen.

..eruebrigt sich eigentlich ein alternativer weltanschaulicher Unterricht. :-((

Das ist wieder ein Problem, schließlich kannst du mir nicht beweisen, ob es Gott gibt oder nicht gibt. Gibt es Gott (wovon ich überzeugt bin), so hat es sehr wohl etwas in der Schule zu suchen.

Religion im bisherigen, unterweisenden und praegenden Sinne hat in der Schule nichts zu suchen. Allgemeine Religionskunde, abgehalten von Lehrern ohne klerikale Lehrerlaubnis, zudem ausgebildet in einem eigenen Studienfach (z.B. Ethik), dass es bisher in Bayern noch gar nicht gibt (oft unterrichten [subtil missionsierende] Religionslehrer den EU) und in Baden-Wuerthemberg erst nach einem fast fuenfjaehrigem Rechtsstreit eingefuehrt werden musste, ist die einzige Alternative an staatlichen Schulen zur bisherigen Praxis.

Humanistische Werte werden seit jeher von Eltern an ihre Kinder weitergeben – auch ohne Religion.

Wirklich? Wenn ich an Menschenopfer versch. Naturreligionen denke, dann bezweifle ich das.

1. sind Atheisten keine Mitglieder irgendwelcher Naturreligionen und
2. waeren die so genannten christlichen Werte dann ebenso historisch zu bezweifeln.

Je geringer der Bildungsgrad, desto mehr herrscht bei Religioesen ein personales Gottesbild vor;

Stimmt auch nicht - so meine Erfahrung. Eher Dinge wie Esoterik und Astrologie brechen durch.

Sorry - das waren von mir keine "Erfahrungswerte" sondern zitierte Untersuchungsergebnisse.

Unterstellt man mit dieser Annahme nichtreligioesen Eltern und nichtreligioesen Kindern, dass sie nicht faehig seien, humanistische Prinzipien und soziale Werte innerhalb einer ethischen Gemeinschaft zu vermitteln?

Allerdings, unterstelle ich das vielen Eltern.

Dann waere im bisherigen christlichen Wertevermittlungssytem was falsch gelaufen.

Wenn ich an die vielen Drogensüchtigen Jugendlichen und die steigende Gewalt- und Kirminalitätsbereitschaft denke, bezweifle ich dass viele Eltern ihre Kinder korrekt erziehen.

Auch elterliche Erziehung zu selbstverantwortlichem Handeln muss man erlernen, erkennen und davon ueberzeugt sein. Jeder Gabelstaplerfahrer benoetigt heute einen Fuehrerschein - Fuer das Zeugen von Kindern bedarf es lediglich das offizille gesetzliche Mindestalter eines maennlichen Zeugers...

Das Indoktrinieren und Auswendiglernen von normativen ethischen Geboten (z.B. "Du sollst nicht toeten") und Gebeten im Kindesalter (z.T. unter Gruppenzwang) ist eben kein Garant fuer selbstverantwortliches Handeln, respektive fuer das Erkennen von ethischer Verantwortung fuer andere Menschen.

Meiner Meinung wäre ein gemeinschaftlicher Unterricht am Besten, indem alle großen Religionen und (moralisch vertretbaren) Weltanschauungen näher betrachtet werden,...

Siehe meine Vorschlaege hierzu (bereits im letzten Posting).

...so dass die gängigen Vorurteile und Falschaussagen über Religionen / Weltanschauungen untergehen.

Falschaussagen? Waere ein Gott definitiv beweisbar, waeren hierzu auch keine "Falschaussagen" moeglich. Bis es aber soweit ist, muss sich die christliche Religion, wie jede andere religioese Weltanschauung/Philosophie eben auch, jeder moeglichen Kritik stellen. Nicht zuletzt konstatierte Marx, als er sich mit der Hegelschen Rechtsphilosophie auseinander setzte: "[...] die Kritik der Religion ist die Voraussetzung aller Kritik."

Gegen einen Koranunterricht hätte ich nichts, wenn er gleichwertig mit der Bibel oder anderen Philosophien behandelt wird. Die Schüler sollten die Religionen gut kennen, ohne Einfluss durch die eigene Meinung des Lehrers.

Mit dem Erwerb der kirchlichen Lehrerlaubnis, der missio/vocatio gehen diese Lehrkraefte eine weltanschauliche Verpflichtung ein - und zwar eine recht einseitige. Wie schon gesagt. Den Staat sehe ich erst mal in der Pflicht, ein eigenes Studienfach fuer Lehrkraefte einzurichten, die Ethik unterrichten. Noch was zur staatlichen Neutralitaet: Von allen - etwa 1.100 - Schulrektoren in Bayern, ist keiner ohne christliche Konfession. Lehrer, die sich als Atheisten "outen" warten i.d.R. wesentlich laenger auf ihre Befoerederung als andere. Ist natuerlich alles legitim - aber eben auch kritikwuerdig.

Ebenfalls sollten in unserer Gesellschaft relevante ethische Regeln untersucht werden.

Vielleicht zum Beispiel folgende: Warum gibt es neuerdings deutsche "Friedens-Soldaten"? Gibt es demnach auch "Kriegs-Soldaten"? Sind KSK-Truppen nun "Friedens-Soldaten" oder "Soldaten" oder was denn nun? Gibt es "friedliche Landminen" oder auch "kriegerische"? Wieviele Getaufte arbeiten in Nuernberg bei dem Ruestungs... aehh Friedensprofi DIEHL und wieviel davon sind wirkliche Christen? Warum werden von Priestern noch Waffen gesegnet? Damit es "Friedenswaffen" werden? etcpp.

Solange Religionsunterricht via Hintertuerchen zur Pflicht gemacht wird, erkenne ich zumindest den Versuch dazu.

Ja, aber du kannst - bzw. deine Eltern können dich daraus entfernen.

Nur unter der Bedingung des Ersatz-Zwangsunterrichtes. Das sind alles Konstrukte, um die freie Willensentscheidung des Betroffenen einzuschraenken.

Sorry - ich kann nur fuer Bayern sprechen. Da ist dies garantiert nicht der Fall. Gemeinschaftliche Gottesdienste, Schulgebete, etc. sind alltaeglich. Atheisten werden wie Marsbewohner bestaunt, bemitleidet, begutachtet und ausgegrenzt.

Das ist nur äußerlich. (Ich bin selsbt Bayer) Innerlich sind die Schüler sehr sehr 'kritisch' gegenüber Christen.

Warum laesst man diese (vernachlaessigbaren?) Aeuserlichkeiten, diese christliche Symbolik dann nicht weg? Warum werden Nichtchristen mit gemeinsam gesprochenen, christlichen Schulgebeten und Schulgottesdiensten unter Gruppenzwang gebracht?
Wie schon gesagt. Wuerde man den RU anders gestalten und Religion als Privatsache behandeln, dann stuenden nicht staendig trennende "Wahrheiten" zwischen den Menschen.

Eben, das meinte ich. Echte Christen sind gewissermaßen oft Outsider.

"Echte" Atheisten auch... :-)

Das Glockengeläut von Kirchen und Rathäusern gehört zu unserem Kulturkreis irgendwie dazu.

Irgendwie? Irgendwie empfinde ich das Gegenteil.

Gut, niemand braucht das Läuten mehr, selbst Christen nicht. Allerdings, Dinge wie eben der Stundenschlag etc, gehören einfach zu Deutschland.

Eben das einfach oder irgendwie gilt es zu hinterfragen. Was gehoert denn noch alles einfach zu Deutschland? - Vielleicht Kriege?

Samstag, der 23. Maerz 2002, 20:34 Uhr
Name: Stechfliege
E-Mail: franzgnom2@aol.com
Homepage: Keine

Ich habe im Gästebuch geblättert,dabei festgestellt,daß das ja schon mehr ein Forum ist.
Im Gegensatz zu anderen Foren ist hier allerdings
der Ton,welcher vorherrscht,ein recht ordentlicher.Leider ist das Gästebuch nicht beson-ders übersichtlich.Sicher ist das so gewollt.Na gut.Auf jedem Fall kreisen die Themen um das Hauptthema des Humanismus.Da werde ich mich sicher
wieder einklinken.Bis bald.
Stechfliege.

Samstag, der 23. Maerz 2002, 18:11 Uhr
Name: Heike J.
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

In Willys Hirn hat er sich eingenistet, das Gespinst.

Samstag, der 23. Maerz 2002, 17:06 Uhr
Name: WilliWichtig
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

Gott ist da.
WO?

HIER!

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