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Freitag, der 31. Mai 2002, 18:08 Uhr
Name: Heike J.
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Jürgen Gerdes

Verhindern Religionen den Frieden?
Die Rolle der Weltreligionen in den kriegerischen Konflikten unserer Zeit

Imagine

Imagine, there's no heaven

it's easy if you try

no hell below us

above us only sky

imagine all the people

living for today

Imagine there are no countries

isn’t hard to do

nothing to kill or to die for

and no religion too

imagine all the people

living life in peace

You may say I'm a dreamer

but I' m not the only one

I hope someday you'll join us

and the world will be as one

John Lennon

Der Traum vom Frieden

John Lennon besang in seinem Lied "Imagine" eine Vision - den Traum von einer Zukunft ohne Religionen, in der alle Menschen miteinander in Frieden leben. Er bettete seinen Traum in eine Melodie, die selbst dann etwas Friedliches, Verträumtes ausstrahlt, wenn man den englischen Text nicht versteht. John Lennon ist tot. Er starb im Jahr 1980 durch die Hand eines Mörders.

Was weiterlebt, sind seine Songs. Was weiterlebt, ist sein Traum vom Frieden. Zu John Lennons Traum gehört eine Welt ohne Religion. Ein tiefgläubiger Mensch wird protestieren und solche Gedanken weit von sich weisen. Ein Atheist wird zustimmend nicken. Ein suchender Mensch, der sich gerade intensiv mit der Frage nach der Natur des Menschen beschäftigt, wird vielleicht noch nachdenklicher werden, als er es ohnehin schon ist.

Die Geschichte gibt uns Beispiele, die ein deutliches Licht auf die Friedfertigkeit der unterschiedlichsten Religionen werfen. Schon im Geschichtsunterricht der Schule erfahren wir sehr viel darüber, jedoch meistens in anderem Zusammenhang. So betrachten wir häufig geschichtliche Vorgänge aus der Sicht eines Staates, ohne dass uns bewusst wird, wie eng die Verbindung zwischen Staat und Religion ist.

Eine der Grundlagen einer Gemeinschaft, eines Stammes oder eines Volkes, war in der Regel eine Religion. Sie gründete sich entweder auf prophetische Offenbarungen oder mystische Erfahrungen - die rationale Erfassung der Wirklichkeit spielte nur eine untergeordnete Rolle. Jede Religion hielt ihre eigenen Glaubensvorstellungen für wahr und erzeugte so etwas Trennendes zu den Andersgläubigen, den Fremden. Was jene glaubten, musste falsch sein, denn es stellte ja einen Gegensatz zu dem dar, was man selbst für wahr hielt. Indem man gewisse Glaubenssätze zum Dogma erhob - zur unumstößlichen Wahrheit, die nicht anzuzweifeln war - versperrte man zugleich einen Weg zum anderen, der nicht bereit oder in der Lage war, so einfach zu glauben, was man von ihm verlangte. In dem Moment, als Religionen für sich Einzigartigkeit in Anspruch nahmen, waren Konflikte praktisch unausweichlich.

Toleranz gegenüber Andersgläubigen gab es fast nur bei religiösen Minderheiten, die häufig einer Verfolgung ausgesetzt waren. Wer die gesellschaftliche Achtung oder die politische Macht besaß, war nicht auf Toleranz angewiesen. Dadurch, dass bis in die Neuzeit die Mehrzahl aller Staaten ihre eigene religiöse Tradition besaßen, wurden religiöse Konflikte auf die staatliche Ebene und zwischenstaatliche auf die religiöse Ebene übertragen.

Wechselspiel zwischen Macht und Religion

Die jeweils herrschende politische Kraft eines Staates setzte die Religion für ihre Zwecke ein - sie erfuhr dadurch einen Machtzuwachs. Die religiösen Führer nutzten dies in ihrem Sinne und gewannen auf diesem Wege ebenfalls an Einfluss. Entweder verbesserte sich ihre Stellung im Staat oder durch Kriege konnte das Staatsgebiet vergrößert werden. Dadurch erhöhte sich die Zahl der Gläubigen. Man erkennt ein Wechselspiel zwischen Macht und Religion.

Die Sachsenkriege, die zwischen 772 und 804 durch Karl den Großen gegen das kleine nichtchristliche Volk geführt wurden, beinhalteten erzwungene Massentaufen und das Strafgericht zu Verden an der Weser. Dort wurden rund 4.500 Sachsen hingerichtet. Sie wollten nicht von ihrem angestammten Glauben lassen. Nach dem letzten Sachsenkrieg wurden die Bistümer Münster, Osnabrück, Paderborn, Minden, Bremen und Verden gegründet. Folge eines Zusammenspiels zwischen weltlicher und religiöser Macht.

Die sieben Kreuzzüge, die zwischen 1096 und 1270 durch verschiedene Päpste ins Werk gesetzt wurden, kosteten Hunderttausende das Leben. Vordergründig ging es dabei um heilige Stätten. Tatsächliche Triebfedern dürften jedoch Macht, Ansehen und Einfluss gewesen sein.

Der Einwand, man könnte dafür nur uralte Beispiele finden und in der aufgeklärten Welt des 20. und 21. Jahrhunderts sei alles ganz anders, lässt sich leicht entkräften. Betrachten wir einige kriegerische Konflikte der jüngeren Vergangenheit etwas genauer, bestätigt sich die enge Verzahnung von Religion und Politik.

"Gott mit uns" auf dem Koppelschloss

Während der gesamten Existenz des Deutschen Reiches trug das Koppelschloss der deutschen Soldaten die Aufschrift: "Gott mit uns". Jederzeit fand das Wirken der Soldaten die Zustimmung offizieller kirchlicher Instanzen. Noch am 21. Juli 1944 beispielsweise, nach bereits zig Millionen Kriegstoten, hieß es in einer Anordnung des damaligen evangelischen Landesbischofs in Hannover, das Kirchengebet solle am darauf folgenden Sonntag in etwa folgendes enthalten:

"Heiliger barmherziger Gott!

Sei mit unserem tapferen Heere.

Lass unsere Soldaten im Aufblick zu Dir kämpfen;

im Ansturm der Feinde sei ihr Schild,

im tapferen Vordringen ihr Geleiter.

Erhalte unserem Volke in unbeirrbarer Treue Mut und Opfersinn."

Gut ein Jahr später, am 6. August 1945, startete ein US-amerikanisches Flugzeug mit der ersten, je in einem Krieg eingesetzten Atombombe in Richtung Hiroshima. Zwei Stunden vor dem Start hatte der christliche Standortgeistliche auf dem Flugfeld vor den versammelten Fliegern ein Gebet gesprochen. Der Text ist überliefert:

"Allmächtiger Vater, wir bitten Dich:

Schütze diese Männer,

die den Kampf zu unseren Feinden tragen.

Mögen sie, bewaffnet mit Deiner Macht,

den Krieg zu einem schnellen Ende bringen.

Mögen die Männer, die in dieser Nacht fliegen,

in Deiner Obhut sein und sicher zurückkehren...

Im Namen von Jesus Christus, Amen."

Der Atompilz, der rund acht Stunden später über Hiroshima stand, leitete tatsächlich das schnelle Ende des Krieges ein.

Neue Zeiten nach 1945?

Wer nun annimmt, nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges habe sich etwas wesentlich geändert, sieht sich getäuscht * leider. Es gibt weiterhin Kriege überall auf der Welt und die Religion spielt in den meisten Fällen eine nicht unerhebliche Rolle. Die Statistik zählt allein zwischen 1960 und 1982 weltweit über 65 kriegerische Konflikte mit über 10 Millionen Toten, darunter Soldaten und Zivilisten gleichermaßen.

Der Nordirland-Konflikt ist auch heute noch regelmäßig in den Medien vertreten. Immer wieder kommt es zu religiös verbrämten Auseinandersetzungen. Einmal werden Bomben gelegt, die wahllos Menschen töten, dann töten Heckenschützen aus dem Hinterhalt gezielt führende Vertreter der Gegenseite und dann wiederum werden Kinder der anderen Religionszugehörigkeit bespuckt, die lediglich in ihre Schule gehen wollen.

Das Jahr 1991 brachte uns vor zehn Jahren einen weiteren Krieg, der in besonderer Weise in den Mittelpunkt des Interesses der Medien und der Öffentlichkeit rückte. Er fand unter Beteiligung einer großen Anzahl von Staaten statt und wurde zudem von der UNO sanktioniert. Es war der Krieg "Irak gegen den Rest der Welt". Auch in diesen Krieg wurde sehr schnell die Religion verwoben. Iraks Diktator Saddam Hussein erklärte ihn zum "Heiligen Krieg", als er feststellen musste, dass die Völkergemeinschaft - allen voran die USA - nicht gewillt war, den Überfall auf Kuwait tatenlos hinzunehmen. Den 17. Januar 1991 erklärte Hussein zum "Tag des Propheten Mohammed, an dem der Heilige Krieg gegen die Ungläubigen" begonnen hat.

Der mächtigste politische Führer der Gegenseite - der Amerikaner George Bush, Vater des jetzigen Präsidenten - ließ sich dadurch nicht irritieren. Er bemühte seinen eigenen Gott. "Alles, was die Religion verkörpert", so ließ er wissen, "der Kampf Gut gegen Böse und der menschlichen Würde und Freiheit gegen Tyrannei und Unterdrückung" sei im Konflikt mit dem Irak enthalten. "Wir werden gewinnen, weil die Amerikaner und Amerikanerinnen mit dem Vertrauen in Gott bewaffnet sind", vertraute er der Öffentlichkeit an. Der 3. Februar 1991wurde von Bush zum "nationalen Gebetstag" für den Frieden "und die Sicherheit der US-Truppen am Golf" erklärt. Die eigentliche Angriffsentscheidung war zuvor schon "nach ausführlicher Gewissensausforschung und einem Gebet" mit dem Prediger Billy Graham getroffen worden. Unterstützt wurde Präsident Bush dabei von der britischen Königin Elisabeth II., die als Oberhaupt der Anglikanischen Kirche ebenfalls in einem öffentlichen Fernsehauftritt ihren Gott für die alliierten Soldaten bemühte.

Auf beiden Seiten wurde also die Religion bemüht, um die eigene Bevölkerung moralisch aufzurüsten, um Widerstände gegen einen Krieg in den eigenen Reihen zu verringern. Indem man den Krieg als "gerecht" (so Bush) oder "heilig" (so Hussein) kennzeichnete, wurde er zu einem persönlichen Anliegen der eigenen Gläubigen gemacht. Rationale Gegenargumente wurden so abgeschwächt und Kritik bekam allgemein den Anstrich eines Verstoßes gegen die religiöse Grundhaltung im eigenen Land. Sie konnte damit als moralisch verwerflich abgestempelt werden.

Krieg ist weder gerecht noch heilig

Wer versucht, einen Krieg als gerecht oder heilig zu erklären, ist jedoch derjenige, der eigentlich moralisch verwerflich handelt. Denn er versucht Stimmungen und Gefühle an die Stelle rationaler Beurteilungen zu stellen. Kein Krieg kann gerecht und noch weniger heilig sein! Kriege werden von den gewählten oder selbsternannten politischen Führern dieser Welt geführt, um Ziele zu erreichen, die sonst nicht oder nur sehr schwierig zu erreichen wären. Wie viele Unschuldige dabei ihr Leben lassen müssen, spielt für sie oft nur eine nachrangige Rolle. Kein Volk würde aus freier Entscheidung heraus, ohne manipuliert zu sein, einen Krieg führen. Der Amerikaner Glenn Gray kam, nachdem er als Soldat in Europa den Zweiten Weltkrieg mitgemacht hatte, zu folgender Auffassung: "Den meisten Soldaten fällt Töten und Sterben leichter, wenn sie ein genügend abstoßendes Bild von ihrem Feind haben. Ein Bild, das ihnen Hass und Widerwillen einflößt. In diesem Jahrhundert, in dem militärische Gegner mit erschreckender Schnelligkeit zu Freunden werden und Freunde zu militärischen Gegnern, liegt es an den Institutionen, die die öffentliche Meinung beeinflussen können, Massenemotionen so zu manipulieren, dass sie dem Überleben der Nation dienen. Folglich ist das Bild vom Feind, mit dem ein Soldat heute in den Krieg zieht, ein künstliches Produkt der Massenmedien, das ihm von der Regierung mehr oder weniger eingetrichtert wurde, um ihn zu einem besseren Kämpfer zu machen."

Im Irak wurde das eigene Volk manipuliert und unterdrückt. Die militärische Aufrüstung erfolgte vorrangig durch westliche Unternehmen, die damit riesige Geschäfte machen konnten. Die Entwicklung eines chemischen und eventuell auch biologischen und atomaren Waffenpotentials war nur möglich, weil politisches und wirtschaftliches Taktieren vieler Firmen, Gruppen und Staaten den Irak in die Lage versetzten, zu dem zu werden, was er 1990 darstellte: ein hochverschuldetes, militärisch hochgerüstetes Staatsgebilde in der Hand einer kleinen unberechenbaren Führungselite um Saddam Hussein.

Die aktuellen Vorgänge im Zusammenhang mit Osama bin Laden und der Terrorgruppe „El Qaida“ sind letztlich auch nur ein weiteres Element in der langen Geschichte der Gewalt rund um die Geburtsregion des Islam. Sie sind als Teil des Nahostkonfliktes anzusehen, der seine Ursache in der Einwanderung jüdischer Gläubiger in ein Land hat, das sie aufgrund ihrer religiösen Überzeugung als „heiliges Land“ ansehen. Sie leiten daraus für sich das Recht ab, in diesem Land zu leben. Zum Zeitpunkt ihrer Einwanderung und Staatsgründung lebten dort jedoch in der Mehrzahl islamische Palästinenser, die das Land für sich beanspruchten. Die Stadt Jerusalem, die Heiligtümer beider Religionen beherbergt, ist dabei besonders wichtig.

Keine der an dem nunmehr seit Generationen andauernden Konflikt beteiligten Parteien hat bisher entscheidende Beiträge zu einer Beendigung des Krieges geleistet. Auf beiden Seiten besteht inzwischen eine derartige Durchdringung religiöser und politischer Zielsetzungen, dass eine friedliche Lösung nicht einmal am Horizont erkennbar ist. Gerade die USA haben durch ihre bisher weitgehend kritiklose Unterstützung der israelischen/jüdischen Sicht der Dinge eher zu einer Verhärtung, denn zu einer Lösung der Probleme beigetragen. Auch wenn Amerikaner diese Interpretation der Dinge nur ungern hören.

Das Gefühl der Ohnmacht, Resignation und Hoffnungslosigkeit auf der bislang unterlegenen Seite treibt in der letzten Zeit diejenigen, die ohnehin nichts mehr zu verlieren haben, vermehrt in die Arme fundamentalistischer Scharfmacher, die religiöse Texte aus dem Islam verwenden, um die Leidenschaften ihrer Gefolgsleute zu lenken.

Neue Dimension des Terrors

Die Verblendung geht inzwischen soweit, dass selbst 5.000 von sogenannten “Gotteskriegern“ auf einen Schlag wahllos getroffene Terroropfer in New York nicht reichen, der Spirale der Gewalt Einhalt zu gebieten. Waren es in den vergangenen Jahren die Freitagsgebete rund um Israel, die die Menschen fanatisierten und zur Gewalt anstachelten, sind es jetzt die gleichen Anlässe rund um Afghanistan und Pakistan und in anderen islamischen Ländern.

Osama bin Laden sagt in einem Fernsehauftritt: „Amerika wird nicht von Sicherheit träumen können, solange wir diese in Palästina nicht auch erleben und sich die USA nicht von der heiligen Erde der arabischen Länder zurückziehen. (...) Die Schlacht zwischen dem Glauben und dem Unglauben hat begonnen.“ Zu den Anschlägen in den USA fügt er hinzu: „Allah hat sie Amerika beschert.“

Der Sprecher der islamischen Terrororganisation „El Qaida“, Suleiman Abu Gheith, schließt sich dieser Sichtweise an: „Die Kriegserklärung der Amerikaner gegen Osama bin Laden und die Taliban ist eine Kriegserklärung gegen alle Moslems, und wir haben den heiligen Krieg ausgerufen gegen die Juden und Christen. (...) Wir können den Weg zu Ende gehen, auch wenn alle Ungläubigen gegen uns sind und auch wenn alle Ungläubigen gegen uns sind, werden wir siegen. (...) Das ist der Anfang vom Sturz der USA.“

Nach den Terroranschlägen in New York und Washington war kein deutlicher Aufschrei der führenden religiösen Köpfe des Islam gegen Gewalt zu vernehmen. Und auch die politisch Führenden scheinen sich eher leise zu äußern. Jedenfalls kommt es hier in Europa so an.

Aber - war es denn auf der Gegenseite bisher anders? Wo bleiben die Versammlungen der Rabbiner, die sich für die Rechte der Palästinenser einsetzen? Wo die der christlichen Geistlichen, wenn es darum geht, Menschlichkeit auch für die Angehörigen einer anderen Religion einzufordern? Nicht um ein Almosen geht es oder Barmherzigkeit - sondern um gleiche Rechte für Menschen auf allen Seiten. Um die Anerkennung der eigenen Würde. Um das Recht, auf seinem eigenen Flecken Land so zu leben, wie man selbst es für gut und richtig hält - und dabei den Minderheiten der anderen, die dort auch leben, das gleiche Recht für sich einzuräumen.

Viele haben im Laufe der Jahre daran mitgewirkt, dass es soweit kam, wie es kam. Am wenigsten waren sicherlich die einfachen, normalen Bürger aller Länder daran schuld, die aber immer den höchsten Blutzoll zu entrichten hatten:

- diejenigen, deren Lebensumfeld im Irak ins Mittelalter zurückgebombt wurde

- diejenigen, die in Palästina in Lagern oder auf der Straße starben

- die geschäftigen Amerikaner im World Trade Center

- die Zivilisten in Afghanistan, die jetzt eher zufällig getroffen werden.

Wer will hier aufrechten Hauptes von einem heiligen oder gar gerechten Krieg sprechen? Auf welcher Seite? Ist das militärische Zurückschlagen der westlichen Staaten wirklich gerecht? Dient es einer langfristigen Problemlösung? Es klingt nicht nur makaber, es ist makaber, Begriffe wie „Gerechtigkeit“ auf Kriege anzuwenden.

Leider gibt es auch im Zusammenhang mit den jüngsten kriegerischen Auseinandersetzungen immer wieder maßgebliche Führer im religiösen, wie im politischen Bereich, die das tun. Sie alle scheinen die Wahrheit gepachtet zu haben, auf religiösem oder politischem Gebiet. Ihnen allen muss man mit äußerster Skepsis, ja mit großem Misstrauen begegnet. Es besteht immer die Gefahr, dass sie über Leichen gehen.

Krieg kennt nur Verlierer

In den Augen von Humanisten kann ein Krieg eigentlich nur Verlierer haben, auf beiden Seiten - gleich ob es einen Sieger gibt oder nur ein Unentschieden. Vor dem "Haus Humanitas" in Hannover - dem norddeutschen Zentrum der Humanisten - wehte schon vor zehn Jahren, vom Tag des Kriegsausbruches am Golf bis zur Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens, die Flagge auf halbmast. Im Schaukasten darunter konnte man den Grund lesen:

"Wir trauern -

um die unschuldigen Menschen auf beiden Seiten,

die ihr Leben lassen müssen,

weil die Politik sich unfähig erwies,

den Frieden zu bewahren."

Dem ist eigentlich für die Situation von heute nichts hinzuzufügen. Höchstens, dass die Religion sich auf beiden Seiten als genau so unfähig zum Frieden erwies, wie die Politik.

Sicherlich wird es in absehbarer Zeit auch weiterhin Kriege geben. Immer werden irgendwo auf der Welt Menschen unterdrückt, verführt oder benutzt werden, um für eine Idee, für ein vermeintlich besseres Leben, für mehr Land, Brot oder auch für Gott und die Wahrheit in den Krieg zu ziehen. Wir müssen beständig aufpassen, um den Anfängen zu wehren - selbst in unserem eigenen Land.

Jürgen Gerdes ist Landessprecher der Freien Humanisten Niedersachsen.

Freitag, der 31. Mai 2002, 18:06 Uhr
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Carsten Frerk

Kirche? Mehr als man glaubt

Rückläufige Steuereinnahmen, leere Kassen - so sieht das Fazit der Kirchen aus. Kurz vor Jahresende erschien im Alibri-Verlag eine ganz andere Bilanz, die belegt, dass die beiden Kirchen die reichsten Unternehmer der Bundesrepublik sind.

Als getauftes Kind wächst man in die Kirche hinein und erlebt sie vor Ort als das Kirchengebäude und den Pfarrer während der Gottesdienste und beim Konfirmations- oder Kommunionsunterricht. Wenn man unterwegs ist, sieht man ständig eine der 30.000 Kirchen in Deutschland - der Horizont bleibt aber normalerweise auf diese Gebäude und die Theologen beschränkt.

Nur wer sich aktiv darum kümmert wird merken, dass der alte Satz: „Von der Wiege bis zur Bahre: christliche Talare“ immer noch stimmt.

Man wird in einem konfessionellen Krankenhaus geboren, geht in einen entsprechenden Kindergarten, dann auf eine Bekenntnisschule und kann schließlich seine Lehre bei einem konfessionellen Wirtschaftsunternehmen absolvieren oder studiert an der Katholischen Universität Eichstätt.

Dann wird man einer der 1,35 Millionen konfessionellen hauptamtlichen Mitarbeiter in Deutschland, lässt sich in kirchlichen Einrichtungen weiterbilden, hat sein Gehaltskonto bei einer kirchlichen Bank, baut sein Haus auf einem kirchlichen Erbbaugrundstück oder bewohnt eine der 150.000 Mietwohnungen im kirchlichen Besitz.

Im Fernsehen sieht man eine der zahlreichen Kirchensendungen und trinkt dazu Klosterbräu oder Wein von kirchlichen Weingütern. Als Kaffee, Tee oder Orangensaft darf es dann natürlich nur der von TransFair sein und beim Verreisen wohnt man dann in kirchlichen Familienferienstätten oder christlichen Hotels. Natürlich kann man auch auf die Malediven mit einem kirchlichen Reisebüro verreisen, während die Kinder im christlichen Zeltlager untergebracht werden.

Kulturell ist man im Kirchenchor aktiv oder spielt die Posaume mit christlichem Zungenschlag und für das soziale Engagement wird man einer der 1,3 Millionen Ehrenamtlichen im Dritte-Welt-Laden, bei der Bahnhofsmission oder im Kirchenvorstand.

Gut aufgehoben ist man dann noch in Frauenkreisen und schließlich in der Seniorenakademie oder im konfessionellen Altenheim, bis dann der Pfarrer die letzten Worte spricht.

Die einzigen Wirtschaftsunternehmen, die nicht von der Kirche betrieben werden, sind Beerdigungsunternehmen und Bordelle.

Konzern Kirche ?

Die Existenz aller dieser Einrichtungen, Werke, Unternehmen wird nicht in Frage gestellt. Doch gibt es die Auffassung - da alle diese Einrichtungen selbstständige Rechtsträger sind - es schon allein deshalb nicht eine Kirche als Gesamt-Organisation gibt. Die gegenteilige Auffassung wird allerdings auch von Bischöfen vertreten, die stolz von einem „Konzern Kirche“ sprechen und damit nicht nur die „verfasste Kirche“ meinen - das sind die Landeskirchen/Bistümer, Kirchenkreise/Dekanate und die Kirchengemeinden - sondern auch alles außerhalb dieser Kirche zu einer Gesamtorganisation zusammenfassen.

Wir wollen uns nun nicht auf die juristischen Finessen einlassen, ob man die verschiedenen Rechtsformen einer Körperschaft des öffentlichen Rechts, eines eingetragenen Vereins, einer Genossenschaft, einer GmbH oder einer Stiftung als Gesamtheit zusammenfassen kann, sondern blicken einfach schlicht in das Adressenwerk der evangelischen Kirche und in das Adressbuch für das katholische Deutschland. Da finden wir sie alle wieder: die Banken, Versicherungen, Siedlungsgesellschaften, Reisebüros. Also bleiben wir bei dem Konzern.

Allerdings ist dieser nur von der Anzahl der 1,354 Millionen Mitarbeiter als solcher zu bezeichnen, denn von einem Konzern würde man nicht nur eine Konzernleitung und eine Bilanz erwarten, sondern auch, dass er alle seine Mitarbeiter selber bezahlt. Das tun die Kirchen und ihre Einrichtungen aber nicht. Nur 220.000 (16 Prozent) werden von der verfassten Amtskirche bezahlt, 223.000 (17 Prozent) direkt aus staatlichen Steuermitteln, weitere 802.00 (60 Prozent) aus öffentlichen Gelder der Kranken- und Pflegekassen sowie Sozialversicherungsträger und 109.000 (acht Prozent) finanzieren sich aus Spendengeldern oder eigener Wirtschaftstätigkeit.

Kirche und Staat

Laut Grundgesetz Artikel 140 besteht in Deutschland keine Staatskirche.

17 Milliarden Mark haben die beiden Kirchen an Kirchensteuern eingenommen. Die gleiche Summe noch einmal aus Entgelten, Spenden, Zuschüssen und Zinsen aus Vermögen.

Zu diesen 34 Milliarden legt der deutsche Staat noch zusätzliche 39 Milliarden Mark drauf, indem er mit 19 Milliarden konfessionelle Einrichtungen und Tätigkeiten finanziert oder bezuschusst: konfessionelle Kindertagesstätten, Konfessionsschulen, Militärseelsorge, Ausbildung des theologischen Nachwuchses oder Erteilung des christlichen Religionsunterrichtes.

Weitere 20 Milliarden Mark sind Einnahmen, auf die unser Staat zugunsten der beiden Kirchen verzichtet. Allein die volle steuerliche Absetzbarkeit der gezahlten Kirchensteuer von der Einkommenssteuer bedeutet einen Einnahmeverlust von 6,8 Milliarden Mark Steuereinnahmen. Die Kirchen und ihre Werke und Einrichtungen sind als Körperschaften des öffentlichen Rechts von allen Steuern und Gebühren befreit.

In diesen Summen sind das Diakonische Werk und die Caritas noch nicht berücksichtigt, die vollständig aus öffentlichen Geldern finanziert werden.

Wo Kirche drauf steht, ist immer Kirche drin, aber nicht immer von ihr bezahlt

Nun kann man einwenden, dass ein Teil dieser Kostenübernahmen dadurch begründet ist, dass es gesamtgesellschaftliche Aufgaben sind, die jedem Träger erstattet werden. Dabei wird allerdings übersehen, dass die konfessionellen Einrichtungen ein „Kombiprodukt“ anbieten: Nicht nur die pädagogische oder medizinische Versorgung, sondern gleichzeitig ist immer das religiöse Angebot der christlichen „Nächstenliebe“ integraler Bestandteil, mit anderen Worten, christliche Mission oder „Neuevangelisierung Deutschlands“. Denn was viele nicht wissen, aus der Sicht beider Kirchen gehört Deutschland zu den Missionsgebieten auf dieser Welt.

Doch auch in der internationalen Mission findet dieser Etikettenschwindel statt. So wird das „Bischöfliche Hilfswerk Misereor“, zu 49 Prozent aus Staatsgeldern, zu 42 Prozent aus Spenden der Bürger und nur zu acht Prozent aus diözesanen Mitteln finanziert.

Wo Kirche drin ist, muss nicht immer Kirche drauf stehen

Normalerweise sind konfessionelle Einrichtungen, Werke oder Unternehmen daran zu erkennen, dass sie sich „evangelisch“ oder „katholisch“ nennen.

Daneben, und gerade im Wirtschaftsbereich, wird dieser Zusatz häufig „vergessen“, so dass die konfessionelle Trägerschaft oder die Eigentumsverhältnisse für Außenstehende nicht zu erkennen sind. Aus der Vielzahl dieser Unternehmen ein paar Beispiele.

Die Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft mbH ist die größte der 51 katholischen Siedlungsgesellschaften und hat 75.000 Wohnungen und Häuser gebaut. 52.000 Einheiten wurden verkauft, was nach heutigen Preisen einen Umsatz von Zwölf Milliarden Mark bescherte, und 23.000 befinden sich aktuell im Eigentum der GmbH. Gesellschafter dieser Firma sind die Erzbischöflichen Stühle zu Köln, Paderborn, Münster und Aachen sowie das Bistum Essen. Da diese Institutionen eigene Rechtsträger sind, hat noch nicht einmal der Diözesanrat der Diözesen Einblick in die Finanzen und das Vermögen.

Die Deutsche Fonds für Immobiliensondervermögen GmbH (DEFO) nennt sich selber „ein Spezialkreditinstitut im Konzerverbund der Deutschen Genossenschaftsbank für institutionelle Anleger.“ Tatsächlich ist es die Kapitalanlagegesellschaft für Immobiliensondervermögen der evangelischen Landeskirchen mit einem Fondsvolumen von 2,5 Milliarden Mark und das konfessionelle Pendant zur Aachener Grundvermögen Kapitalanlagegesellschaft mbH, das seine Aufgabe darin sieht, für katholische Vermögensträger eine Anlage von Substanzvermögen in Immobilien zu realisieren. Bei den Ökologischen Investmentfonds muss man schon die Abkürzungen kennen, um zu wissen, dass es sich bei dem KD Fonds Oeko-Invest, dem EKK Global Ethic Zertificat und dem KCD-Union Aktien Nachhaltig DJSG-Index um konfessionelle Fonds handelt. Bei der KD handelt es sich um die Bank für Kirche und Diakonie, EKK ist die Evangelische Kreditgenossenschaft Kassel und KCD ist ein Gemeinschaftsunternehmen aller elf Kirchenbanken mit der Bedeutung Kirche, Caritas und Diakonie.

Auch im Handel bestehen derartige konfessionell-ökumenische Unternehmungen. Die Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt (Gepa) wurde 1975 vom Kirchlichen Entwicklungsdienst der EKD, dem katholischen Hilfswerk Misereor, den Jugendorganisationen beider Kirchen sowie von kirchlichen Basisgruppen gegründet und handelt selber mit Kaffee, Tee, Kakao, Schokolade, Zucker, Honig und Kunsthandwerk.

Als die Gepa Anfang der neunziger Jahre erstmals rote Zahlen schrieb, wurde der Fairtrade-Verein gegründet, der nur noch Handelskontakte vermittelt.

Parallel dazu entstand TransFair (Verein zur Förderung des Fairen Handels mit der „Dritten Welt“ e.V.), der sein kostenpflichtiges Siegel vergibt. Obwohl inzwischen rund 40 Organisationen Vereinsmitglieder sind, sitzen im Vorstand immer ein Vertreter von Brot für die Welt und Misereor. Von der Gestaltung des Siegels bis zur Öffentlichkeitsarbeit wurde immer der Eindruck erweckt, es handele sich um ökologische Produkte. Intern gab es zwar schon seit Mitte der neunziger Jahre heftige Kritik an diesem ‚Etikettenschwindel’, doch TransFair beendete alle internen Diskussionen mit dem Hinweis, diese Forderungen seien eine Form des „Öko-Kolonialismus“. Erst als eine Reportage des ZDF-Magazins Frontal in Ghana über Kakao-Anbau recherchierte und über den Einsatz von Pestiziden sowie falsch geeichte Waagen berichtete und feststellte, dass TransFair mehr an Lizenzgebühren für das Siegel bekam als die Bauern vor Ort, bequemte sich die Organisation zuzugeben - nachdem sie in Gerichtsverfahren gegen das ZDF unterlegen war - dass es sich bei dem Siegel um ein „Sozial-Siegel“ handele.

Das Kirchen-Puzzle-Spiel

Wer Zahlen dieser Art veröffentlicht, muss mit Angriffen rechnen. Die vehementeste Kritik von Seiten der Kirchen begründet sich in der Auffassung, dass zum Beispiel die genannten Wirtschaftsunternehmen gar nicht zur Kirche gehören würden und unzulässigerweise etwas zusammengezählt wird, was nicht zusammen gehört.

Damit bestätigt sich allerdings nur meine Erfahrung, dass von Seiten der Kirchen, je nach Absicht, die Zugehörigkeit von Organisationen zur (verfassten) Kirche mit großer Beliebigkeit gehandhabt wird. Manchmal gehören Diakonisches Werk, der Christliche Verein Junger Männer, die Christoffel Blindenmission, Kirchentag und Siedlungsgesellschaften nicht zur Kirche, dann werden sie wieder - unter dem Motto: „Was wir doch alles für die Gesellschaft, die Kinder, die Jugend, die Notleidenden tun“ - schlicht und umfassend als Dienste und Werke der Kirche aufgelistet.

Diese Aufsplitterung in diverse Rechtsträger hat den großen Vorteil, dass immer dann, wenn es keine Probleme gibt, alle eine große Familie sind. Wenn jedoch etwas schief geht, ist das Zweigunternehmen schuld und muss die Folgen tragen. Ende der Solidarität oder „gelebtes Christentum“ pur, wenn es sich um die Finanzen handelt.

Carsten Frerk ist Politologe und lebt als freier Autor in Hamburg.

Zum Weiterlesen:

Frerk, Carsten: Finanzen und Vermögen der Kirchen in Deutschland. - Aschaffenburg : Alibri Verlag, 2002. - 24, 50 Euro. - Nachdem das Buch im „Spiegel“ Nr. 49/2001 positiv besprochen wurde, freut sich der Verlag über reißenden Absatz.


Freitag, der 31. Mai 2002, 18:00 Uhr
Name: Landfunk
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GS Agri, Schneiderkrug, Gemeinde Emstek, Landkreis Cloppenburg/ Niedersachsen, darf kein Futter mehr ausliefern

Der Futterhersteller GS Agri darf vorerst kein Ökofutter mehr mischen oder ausliefern. Eine entsprechende Verfügung sei dem Unternehmen am Donnerstagabend zugegangen, sagte der Sprecher des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums, Hanns-Dieter Rosinke. GS Agri habe nach Bekanntwerden des Nitrofen-Skandals am 24. Mai weiterhin Ökofutter an Betriebe verkauft. Es habe zuvor keine rechtliche Handhabe gegeben, dies zu verhindern. GS Agri könne gegen die Verfügung Rechtsmittel einlegen. Der Betrieb sei aber nicht stillgelegt oder geschlossen.

Betrieb soll stillgelegt werden
Parallel dazu läuft ein Verfahren zur Stilllegung des gesamten Betriebs, bei dem das Unternehmen bis zum 15. Juni zu dem Verdacht Stellung nehmen kann, verseuchtes Futtermittel verkauft zu haben. Auch wenn es keine Hinweise darauf gebe, dass es im konventionellen Bereich Missstände gebe, könne dem Unternehmen nur die gesamte Betriebserlaubnis entzogen werden.
Task-Force soll Aufklärung bringen
Eine neu gegründete "Task Force" soll jetzt im Auftrag von Bund und Ländern so schnell wie möglich klären, wohin in Deutschland das mit Nitrofen verseuchte Lebens- und Futtermittel geliefert wurde. Verbraucherministerin Renate Künast (Grüne) und Länderagrarminister hatten dies neben weiteren Sicherheitsmaßnahmen bei einem Treffen in Berlin beschlossen.

Menge des ausgelieferten Futters unbekannt
Wie groß die Menge des Futters gewesen sei, die nach dem 24. Mai noch an Öko-Höfe geliefert wurde, könne er nicht sagen, meinte Rosinke. GS Agri habe mehrfach versichert, kein mit Nitrofen verunreinigtes Futter ausgeliefert zu haben. Von den 19 Proben, die die Behörden am 24. und 25 Mai aus lieferfertigen Chargen des Herstellers gezogen hatten, waren sieben als verseucht aufgefallen.

Rosinke: Ursache jenseits unserer Vorstellungskraft
Nach wie vor gebe es keinen stichhaltigen Verdacht, wo und wie das Nitrofen in das Getreide gekommen sei. "Wir kommen da nicht weiter", sagte Rosinke. Möglicherweise liege die Ursache "jenseits unserer Vorstellungskraft". Insgesamt haben die Behörden inzwischen in insgesamt sechs Eiern von Öko-Betrieben zweifelsfrei Nitrofen nachgewiesen. Rosinke betonte, es gebe für die Behörden keine rechtliche Möglichkeit, die Schlachtung der Hühner anzuordnen.

Nitrofen möglichwerweise auch in konventionellen Betrieben
Neue Erkenntnisse erwarte man über die Belastung von Lebensmitteln mit dem Pflanzengift. In Niedersachsen soll eine zweite Probe Gewissheit darüber bringen, ob auch Nicht-Bio-Lebensmittel betroffen sind. Am Donnerstag fanden Behörden dort in einem ersten Test Nitrofen in Eiern eines Nicht-Bio-Hofes. Dieser soll allerdings eine Zulassung als Öko-Landbau-Betrieb beantragt und seit längerem Öko-Weizen verfüttert haben. In Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern war das verbotene Mittel in mehreren Proben von Bio-Eiern und Bio-Geflügel gefunden worden.

Personelle Konsequenzen gefordert
In der SPD wird unterdessen der Ruf nach personellen Konsequenzen aus der Nitrofen-Affäre laut. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Heino Wiese forderte Künast dazu auf, Spitzenbeamte zu entlassen, die Informationen über den Bio-Skandal nicht zügig weitergeleitet hätten.

Deutsche wollen weiterhin Bio-Produkte kaufen
Trotz des Nitrofen-Skandals will die Mehrheit der Deutschen auch künftig Bio-Produkte kaufen. Das hat eine repräsentative Umfrage des Bonner Meinungsforschungsinstituts dimap im Auftrag der Nachrichtensendung MDR aktuell ergeben. Danach wollen bundesweit 52 Prozent der Befragten auch künftig Produkte aus ökologischem Anbau kaufen. 16 Prozent gaben dagegen an, in Zukunft weniger auf Bio-Lebensmittel zurückzugreifen. Lediglich sieben Prozent der Verbraucher sind so stark verunsichert, dass sie künftig ganz auf Bio-Erzeugnisse verzichten wollen. Immerhin 24 Prozent der Befragten erklärten, dass sie bislang keine Bio-Produkte gekauft haben und dies auch weiterhin nicht beabsichtigen.

Freitag, der 31. Mai 2002, 13:42 Uhr
Name: Heike N.
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Deinen Zynismus kannst Du Dir sparen!!!

Eher zustimmendes Grinsen, werter Doktor. Und im Übrigen meine ich, mich dunkel erinnern zu können, dass wir in diesem unserem Land so etwas wie Meinungsfreiheit haben. :-))

Freitag, der 31. Mai 2002, 13:33 Uhr
Name: Atheist
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Solange es Atheisten gibt, solange gibt es auch keinen Gott.

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Copyright © 1999, Der Humanist (Gästebuch entwickelt von Erik Möller) - Copyright © der Einträge bei ihren Autoren