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Samstag, der 8. Juni 2002, 22:44 Uhr
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Kreuze in der Schule ?

Autor und Sprecher: Gerhard Rampp

Liebe Hörerinnen und Hörer !

Zwei höchstrichterliche Urteile haben kürzlich für erhebliche öffentliche Diskussion gesorgt. Von der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zum islamischen Schächten wird an dieser Stelle noch die Rede sein. In Bayern hat eine Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs die Gemüter bewegt. Das höchste bayerische Verwaltungsgericht gab zu Jahresbeginn einem Lehrer Recht, der die Anbringung eines Kreuzes in seinen Unterrichtsräumen ablehnt.

Bei nüchterner Betrachtung und der Kenntnis der bisherigen Rechtsprechung konnte die Kammer zu gar keinem anderen Urteil gelangen. Das Bundesverfassungsgericht hatte bekanntlich 1995 entschieden, dass eine Anbringung religiöser Symbole in staatlichen Räumen die Grundrechte von Nichtgläubigen oder Andersdenkenden verletzt. Daraufhin hatte der bayerische Landtag gesetzlich Kreuze in den Klassenzimmern von Volksschulen vorgeschrieben, gleichzeitig aber betroffenen Eltern ein Widerspruchsrecht eingeräumt. Im April 1999 hatte das Bundesverwaltungsgericht ergänzt, dass ein solcher Widerspruch nicht detailliert begründet werden muss. Bereits der Hinweis, dass Eltern oder ein betroffener Schüler keiner Kirche angehört, reicht aus.

Jetzt ging es nur noch um die Frage, ob auch Lehrer als Staatsbeamte ein solches Widerspruchsrecht haben. Die bayerische Regierung sowie die CSU-Landtagsmehrheit vertraten bisher die Auffassung, die Dienstpflicht der Beamten schließe die volle Wahrnehmung der Grundrechte aus. Die Schulbehörde hatte ebenso wie das Kultusministerium vorgebracht, wer in den bayerischen Schuldienst trete, wisse genau, worauf er sich einlasse, und müsse dessen "christliche Prägung" angesichts seiner Treuepflicht als Beamter akzeptieren.

Diese Meinung erschien schon bisher recht befremdlich. Der sonst eher konservative Beamtenbund wie auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft meinten, die Grundsätze des preußischen Berufsbeamtentums aus der wilhelminischen Kaiserzeit könnten nicht ohne weiteres in die vom Grundgesetz geprägte Demokratie übertragen werden. Dort seien Beamte keine willenlosen und rechtlosen Untertanen mehr. Selbst das Kultusministerium hatte sich 1988 dieser Auffassung angeschlossen.
Damals wollte das Schulamt im Bezirk Schwaben die Volksschullehrer verpflichten, Schüler in den Schulgottesdienst als Aufsicht zu begleiten. Das Ministerium kassierte diese Anweisung aber mit dem Hinweis, die Religionsfreiheit des Lehrers habe Vorrang vor der Dienstpflicht als Aufsichtsperson. In den übrigen Bundesländern und im Bund war dies schon lange unstrittig.

Nun stellte das Gericht klar, dass dies auch für Bayern gilt. Allein das ist ein großer Erfolg, mit dem der Kläger einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Bürgerrechte geleistet hat.

Umso unverständlicher erscheinen daher einzelne polemische Reaktionen aus der Politik. So forderte der CSU-Generalsekretär den klagenden Lehrer auf, aus dem Schuldienst auszuscheiden, weil er das in der Bayerischen Verfassung genannte Bildungsziel "Ehrfurcht vor Gott" nicht zu beachten gewillt sei. Dabei verschwieg der Parteifunktionär allerdings, dass das Bundesverfassungsgericht schon 1975 diese Passage für "unbeachtlich" erklärt hatte. Das oberste deutsche Gericht hatte damals für Recht befunden, dass christliche Bezüge in Länderverfassungen nicht schlechthin verboten seien, dass sie sich aber nur auf das Christentum als prägenden Kultur- und Bildungsfaktor beziehen, nicht aber auf Glaubensinhalte. Daher entschied auch der bayerische Verfassungsgerichtshof 1988, das Bildungsziel "Ehrfurcht vor Gott" gelte nicht für alle. Der Bund für Geistesfreiheit stellt die Frage, was ein solches Bildungsziel überhaupt zu suchen hat in der Verfassung eines säkularen Staates - der Bayern ja zweifellos ist. Der Gläubige braucht ein solches Bildungsziel nicht, denn ihm ist die Ehrfurcht vor Gott selbstverständlich. Vom Ungläubigen hingegen kann man eine solche Ehrfurcht nicht erzwingen, denn wer Gott für ein Phantom hält, kann dafür begreiflicherweise nichts empfinden. Richtig und wichtig ist allerdings das unmittelbar folgende Bildungsziel "Achtung vor der religiösen Überzeugung Aller", das nach unbestrittener Rechtsauffassung auch die rein diesseitigen humanistischen Überzeugungen mit einschließt.

Erfreulicherweise haben die meisten Kirchenvertreter bei der Kommentierung des Urteils weit mehr Respekt erkennen lassen für die säkulare Position des Bundes für Geistesfreiheit als die offiziellen Vertreter der CSU, denen der Vorwurf einer gewissen Heuchelei nicht erspart werden kann. Immerhin war es ja gerade diese Partei, die in ihrem Gesetzentwurf ein Widerspruchsrecht gegen die Anbringung von Kreuzen in staatlichen Klassenzimmern eingeräumt hat und die sich nun aufregt, wenn jetzt immer mehr Eltern, Schüler und Lehrer von diesem Recht auch Gebrauch machen. Außerdem hat die Landtagsmehrheit von Anfang an diese "Kreuz-Pflicht" auf die Volksschulen beschränkt. An Realschulen, Gymnasien oder Berufsschulen gibt es keinerlei Rechtsgrundlage für die Anbringung von Kreuzen. Theoretisch dürfte dort jeder Lehrer zu Beginn seines Unterrichts religiöse Symbole entfernen, die die vom Grundgesetz und der bayerischen Verfassung gebotene weltanschauliche Neutralität des Staates verletzen. Der Bund für Geistesfreiheit hält es allerdings für besser, wenn auch dort das Gespräch mit der Schulleitung gesucht wird. Das hat den Nebeneffekt, dass dort die Rechtslage erst einmal bewusst gemacht wird. Der Schulleiter des Gymnasiums Schrobenhausen berief sich zum Beispiel kürzlich bei dem Antrag eines Schülervaters auf eben jenes Gesetz, verschwieg aber, dass es nur für Volksschulen gilt. Ob in diesem Fall Unkenntnis oder bewusste Täuschung das Motiv ist, wird noch zu klären sein.

Von Heuchelei in der CSU spreche ich auch deshalb, weil es im Bundestag seit jeher für Abgeordnete die Möglichkeit zur Teilnahme an einer Morgenandacht gibt. Obwohl dieser Raum in unmittelbarer Nähe zum Plenarsaal des Bundestags liegt und die Andachten in der Viertelstunde vor Beginn der Sitzungen stattfinden - also zu extrem günstigen Zeiten - nehmen daran täglich zwischen einem und drei Abgeordneten teil, und keineswegs alle sind von der CSU. Pfarrer Wolfgang Ullmann, der jahrelang für die Grünen im Bundestag saß und der aus Gründen der Gerechtigkeit vehement für die konsequente Trennung von Staat und Kirche eintritt, hielt diese Andachten oft selbst und berichtete, dass vielfach der Teilnehmerkreis nur aus Bediensteten oder Besuchern bestand, aber außer ihm kein einziger Parlamentarier anwesend war. Wenn sich also die CSU so sehr als christliche Partei darstellen will, dann möge doch die Landesgruppe erst einmal ihre eigenen Mitglieder zur religiösen Praxis verpflichten, bevor sie das bei anderen tut.

Angesichts der klaren Rechtslage stellt sich die Frage, warum sich dann in wochenlangen Leserbriefschlachten neben Zustimmung auch so viel Unmut entladen hat. Sind sie der Gruppe der unverbesserlichen Fanatiker zuzuordnen, die schon die Verfassungsgerichts-Entscheidung von 1995 nicht akzeptieren wollten und nun ausrasten, wenn sich ein Lehrer darauf beruft? Sicher gibt es solche Fälle. Aber auch die sehr persönliche Begründung des Klägers gab Anlass zu Missverständnissen.

Dr. Konrad Riggenmann aus Pfaffenhofen bei Neu-Ulm hatte nämlich ausführlich begründet, warum er das Kreuz als Symbol der Grausamkeit und als "Pfahlwurzel des Holocaust" versteht. Angesichts der geschichtlichen Bedeutung des Kreuzes als Gewalt-Symbol sei ihm der Unterricht unter einem Kruzifix unerträglich. Seine ausführliche Begründung hat Dr. Riggenmann in seinem Buch "Kruzifix und Holocaust" dargestellt, das im Berliner Espresso-Verlag erschienen ist.

Viele gläubige Menschen haben wohl aus der in der Presse verkürzten Begründung geschlossen, der Kläger halte seine Auffassung für die allgemein gültige. Das Gegenteil ist der Fall. Obwohl er Mitglied im Bund für Geistesfreiheit ist, weiß er sehr wohl, dass es auch dort unterschiedliche Auffassungen zu seiner Sicht des Kreuzes gibt. Die Mehrheit stört sich wohl weniger am Kreuz als an der Missachtung der weltanschaulichen Neutralität durch den Staat. Dieser hat sich unparteiisch zu verhalten und jede Werbung für ein bestimmtes Bekenntnis zu unterlassen. In kirchlichen Räumen hingegen halten wir das Kreuz für absolut in Ordnung.

Wer die subjektive Auffassung von Dr. Riggenmann allerdings als "abstrus" abqualifiziert, tut ihm unrecht. Der erfolgreiche Kläger gilt in seinem Heimatort als hervorragender Pädagoge, der sich weit über seine Pflicht hinaus in außerschulischen Veranstaltungen engagiert, zum Beispiel in Theatergruppen. Als ehemaliger katholischer Priesterkandidat kennt er sich auch weit besser in der Materie aus als die allermeisten seiner Kritiker.

Das Kreuz wurde in der Geschichte immer sehr unterschiedlich wahrgenommen. Bis zum 8. Jahrhundert galt es bei Christen als Symbol der Schmach, und auch später meldeten sich immer wieder Stimmen, die das Kreuz als Hinrichtungsinstrument sahen. Kürzlich riet die Unternehmensberatungsfirma Mc Kinsey der Münchner evangelischen Kirche, sie solle das Kreuz nicht zu sehr in den Vordergrund stellen, denn es werde als Symbol für Tod und Düsternis gesehen und sei kein werbewirksames Logo.

Selbstverständlich kann das Kreuz, auch nach Auffassung des Bundes für Geistesfreiheit, völlig anders interpretiert werden, und wir hoffen, dass diese Klarstellung manche Fehldeutungen bei beunruhigten Gläubigen wieder korrigiert.

Nicht akzeptieren kann der bfg allerdings die immer wieder vorgebrachte Behauptung, hier setze sich die Minderheit über die Mehrheit hinweg.
Der Vorsitzende der Deutschen Katholischen Bischofskonferenz, Kardinal Lehmann, sagte in einem Interview mit der Katholischen Nachrichten Agentur 1995 - wenige Tage nach dem Schulkreuz-Beschluss des Bundesverfassungsgerichts - auf die Frage nach "Demokratie in der Kirche": "Die Kirche ist keine Demokratie und kann sich überhaupt nicht an eine Verfassung oder ein einziges Regierungssystem binden. ...

Freilich kann auch in einer Demokratie nicht über alles durch bloßen Mehrheitsbeschluss abgestimmt werden, zum Beispiel über die Grundrechte." Hier offenbart sich der Theologe als guter Kenner des Wesens der Demokratie, die sich eben nicht immer nach dem Mehrheitsprinzip richtet.

Aber selbst wenn es darauf ankäme: Woher wollen wir eigentlich wissen, was die Mehrheit wirklich denkt?

Die formale Kirchenzugehörigkeit kann kein Maßstab sein, solange die große Mehrzahl nur deshalb Mitglied ist, weil sie im Säuglingsalter ohne eigenes Zutun in die Kirche hineingetauft worden ist. Wie viele würden noch Kirchenmitglied, wenn dafür neben der Taufe auch eine eigenhändige Beitrittserklärung im Erwachsenenalter Voraussetzung wäre?

Wir können das nur vermuten anhand aussagekräftiger Tatsachen. Religionssoziologen ziehen dafür den Besuch der Sonntagsgottesdienste heran. Bei den bayerischen Katholiken ist diese Quote seit 1990 von 26 auf 19 Prozent gesunken, bei den Protestanten von 8 auf 7. Insgesamt gehen 13 Prozent aller Bayern sonntags in die Kirche - nicht gerade eine eindrucksvolle Mehrheit!

Nicht besser steht es mit der Gläubigkeit. Dazu gibt es verschiedene kirchliche Umfragen. Die genaueste und umfangreichste wurde 1997 im Auftrag einer evangelischen Wochenzeitung durchgeführt. Demnach glaubten nur noch 31 Prozent der Bayern an einen persönlichen Gott gemäß dem biblisch-christlichen Weltbild, also weniger als ein Drittel, und günstiger sind die Daten für die Kirchen in den letzten fünf Jahren gewiss nicht geworden.

Bestenfalls ein Drittel der Bayern ist als "christlich" zu bezeichnen, wenn wir diesen Begriff und die damit verbundene Lehre auch nur einigermaßen ernst nehmen. Ein weiteres Drittel ist noch in einem sehr äußerlichen Sinne religiös, bastelt sich aber oft den persönlichen Glauben aus Restbeständen diverser Religionen zusammen, nicht zuletzt aus Elementen des Buddhismus und esoterischer Strömungen. Und das letzte Drittel ist schlicht ungläubig, gehört teilweise aber noch der Kirche an.

Religionssoziologen und auch sehr gläubige Kirchenvertreter sprachen bereits von einer nachchristlichen Gesellschaft. So gesehen kann der Hinweis auf das Mehrheitsprinzip schnell zum Eigentor werden. Der Bund für Geistesfreiheit wird aber die Rechte religiöser Minderheiten immer achten. Auch deshalb tritt er für die Unparteilichkeit des Staates ein.


Samstag, der 8. Juni 2002, 22:42 Uhr
Name: Dr. Dieter Schmidt, Bremen
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Daß Sie, Herr Ferstl, als "Ungläubiger" mit dem Kreuz Jesu Christ nicht anfangen können, verwundert mich in keiner Weise. Schon der Apostel Paulus spricht angesichts des Kreuzes vom "skandalon". Entschuldigen Sie bitte - es klingt ein wenig hochnäsig, aber so ist es nicht gemeint! - , Sie erscheinen mir als ein armer "Gefangener" Ihrer begrenzten antireligiösen Haltung - nein:Ideologie. Denken Sie nicht, daß Sie als Atheist befreit sind - nein, Sie sind im wahrsten Sinn des Wortes Gefangener Ihrer nahezu schon fast neurotischen Glaubensablehnung. Sie sind nicht mehr dialogfähig, sondern können Ihre antikirchlichen Überzeugungen nur noch dogmenhaft hier niederschreiben. - Ich weiß, die "Retourkutsche" wird umgehend folgen - Sie werden mir - wie immer - das Wort im Munde herumdrehen und dann mit irgendwelchen Greuelgeschichten "zuschlagen".

Samstag, der 8. Juni 2002, 22:29 Uhr
Name: Herbert Fehringer, Böblingen
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Hallo Herbert Ferstl,

dass Sie ein Atheist sind, wissen wir. Und ich erwarte auch nicht, dass Sie glauben. Respektieren Sie aber bitte den Glauben anderer Menschen.

Als Atheist können Sie mit christlichen Glaubensüberzeugungen nichts anfangen. Stänkern Sie nicht gegen den christlichen Glauben! Anerkennen Sie, dass Sie eine andere Glaubensüberzeugung haben als ich z. B.. Geben Sie das zu - und dann ist Ruh´!!!

Samstag, der 8. Juni 2002, 21:58 Uhr
Name: Herbert Ferstl
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Worin liegt die Weisheit des Kreuzes?

Vielleicht im durch seinen Namen vergossenen Blut!

Die Antwort in der Sprache der Tradition heißt: Christi Tod hat uns das Heil gebracht.

Da bestaetigt sich mal wieder meine Abneigung gegen unreflektierte Traditionen :-))
Zum Bringen des (angeblichen) Heils gehoeren immer zwei: Der Bringer und der Empfaenger. Wenn vor Jahrtausenden ein religioeser Narr - und derer gab es viele - fuer eine vermeintlich hoehere Weisheit sein Leben vergeudete, ist das sein Problem. Daraus lassen sich fuer meine Existenz keinerlei Bedingungen, weder Rechte noch Pflichten ableiten. Fuer die entscheidende Relevanz eines ethischen Imperativs bedarf es weder eines Papstes noch einen Jesus`, weder eines Zentralrats der Juden noch irgendeinen anderen, selbsternannten Heilsbringer oder angebliche Gewissensinstanz.

Oder anders gesagt: Mit dem Schicksal des einen Menschen Jesus Christus ist das Schicksal der Menschheit entschieden.

Fuerwahr, dieses Schicksal bestand primaer aus brutaler und subtiler Mission, aus einer sich Jahrtausend und Jahrtausend fortgesetzten Litanei des Hauens, Stechens, Spiessens, Hackens, aus einer Monotonie des Schlachtens und Schaedelspaltens.

Christus ist für uns gestorben.

Nein - er ist allein fuer seine persoenlichen Ueberzeugungen getoetet worden. Er ist dafuer selbst schuld - er alleine trug die Verantwortung fuer sein Handeln.

Das ist die zentrale Aussage des christlichen Glaubensbekenntnisses und zugleich ist sie eine der schwierigsten.

Eben - selbst die GLAUBENDEN Schaefchen haben da ihre Probleme.

Samstag, der 8. Juni 2002, 17:15 Uhr
Name: Herbert Ferstl
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Kreuz/Hakenkreuz - sozusagen als Deklination...

Was wollen Sie damit sagen?????

"Holocaust und Kruzifix" sind gewissermassen Synonyme (siehe Riggenmann).

Samstag, der 8. Juni 2002, 17:13 Uhr
Name: Herbert Ferstl
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Dummheit, Herr Ferstl, ist unverzeihlich!!!!!

Dito!

Man nennt solche Aeusserungen wie die Ihrigen auch "christliche Nächstenliebe" :-))

Samstag, der 8. Juni 2002, 15:41 Uhr
Name: Heike J.
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Auch aus der Bibel ist diese problematische "theologische Denkfigur" zu entnehmen:

Römer 3: "Den hat Gott für den Glauben hingestellt als Sühne in seinem Blut zum Erweis seiner Gerechtigkeit, indem er die Sünden vergibt, die früher 26begangen wurden "

Römer 4: "wenn wir glauben an den, der unsern Herrn Jesus auferweckt hat von den Toten, 25fwelcher ist um unsrer Sünden willen dahingegeben und um unsrer Rechtfertigung willen auferweckt."

Also nicht aus Solidarität für alle Leidenden, sondern zur Rechtfertigung, zur Sühne für unsere Sünden. Nicht die theologische Denkfigur des Sühneopfers ist unbiblisch, sondern die moderne Deutung als Leiden aus Solidarität.

Samstag, der 8. Juni 2002, 15:32 Uhr
Name: Heike J.
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Aus Schmidts Text, entnommen dem evgl. Presseverband:

Problematisch wird es, wenn sich theologische Denkfiguren anlagern, die Jesu Tod deuten als Sühneopfer für unsere Schuld und als stellvertretenden Opfertod, um uns mit Gott zu versöhnen. Das sind theologische Vorstellungen, die schon immer Fragen aufgeworfen haben. Ist Gott ein unangreifbarer Herrscher, der unerbittlich auf Recht und Ehrerbietung pocht und da, wo sie ausbleiben, sich ein Opfer sucht, das ihm Genugtuung verschafft? Welch eine grausame Vorstellung, daß Gott einen Tod braucht, um gnädig gestimmt zu werden.
Der christliche Glaube lebt davon, daß Gott das nicht getan hat.

Dem Augsburger Bekenntnis entnommen (www.ekd.de:
"Dieses Bekenntnis aus dem Jahre 1530 gehört zu den maßgeblichen theologischen Bekenntnisschriften der Reformation"):

"Ebenso wird gelehrt, daß Gott, der Sohn, Mensch geworden ist, geboren aus der reinen Jungfrau Maria, und daß die zwei Naturen, die göttliche und die menschliche, also in einer Person untrennbar vereinigt, ein Christus sind, der wahrer Gott und wahrer Mensch ist, wahrhaftig geboren, gelitten, gekreuzigt, gestorben und begraben, daß er ein Opfer nicht allein für die Erbsünde, sondern auch für alle anderen Sünden war und Gottes Zorn versöhnte, ebenso daß dieser Christus hinabgestiegen ist zur Hölle (Unterwelt), am dritten Tage wahrhaftig auferstanden ist von den Toten und aufgefahren ist in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, daß er ewig über alle Geschöpfe herrsche und regiere; daß er alle, die an ihn glauben, durch den Heiligen Geist heilige, reinige, stärke und tröste, ihnen auch Leben und allerlei Gaben und Güter austeile und sie schütze und beschimme gegen den Teufel und die Sünde; daß dieser Herr Christus am Ende öffentlich kommen wird, zu richten die Lebenden und die Toten usw. laut dem Apostolischen Glaubensbekenntnis."

Ich liebe es, wenn die Kirche sich selbst widerspricht...

Samstag, der 8. Juni 2002, 15:31 Uhr
Name: Heike J.
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Aus Schmidts Text, entnommen dem evgl. Presseverband:

Problematisch wird es, wenn sich theologische Denkfiguren anlagern, die Jesu Tod deuten als Sühneopfer für unsere Schuld und als stellvertretenden Opfertod, um uns mit Gott zu versöhnen. Das sind theologische Vorstellungen, die schon immer Fragen aufgeworfen haben. Ist Gott ein unangreifbarer Herrscher, der unerbittlich auf Recht und Ehrerbietung pocht und da, wo sie ausbleiben, sich ein Opfer sucht, das ihm Genugtuung verschafft? Welch eine grausame Vorstellung, daß Gott einen Tod braucht, um gnädig gestimmt zu werden.
Der christliche Glaube lebt davon, daß Gott das nicht getan hatÄ.

Dem Augsburger Bekenntnis entnommen (www.ekd.de:
"Dieses Bekenntnis aus dem Jahre 1530 gehört zu den maßgeblichen theologischen Bekenntnisschriften der Reformation"):

"Ebenso wird gelehrt, daß Gott, der Sohn, Mensch geworden ist, geboren aus der reinen Jungfrau Maria, und daß die zwei Naturen, die göttliche und die menschliche, also in einer Person untrennbar vereinigt, ein Christus sind, der wahrer Gott und wahrer Mensch ist, wahrhaftig geboren, gelitten, gekreuzigt, gestorben und begraben, daß er ein Opfer nicht allein für die Erbsünde, sondern auch für alle anderen Sünden war und Gottes Zorn versöhnte_, ebenso daß dieser Christus hinabgestiegen ist zur Hölle (Unterwelt), am dritten Tage wahrhaftig auferstanden ist von den Toten und aufgefahren ist in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, daß er ewig über alle Geschöpfe herrsche und regiere; daß er alle, die an ihn glauben, durch den Heiligen Geist heilige, reinige, stärke und tröste, ihnen auch Leben und allerlei Gaben und Güter austeile und sie schütze und beschimme gegen den Teufel und die Sünde; daß dieser Herr Christus am Ende öffentlich kommen wird, zu richten die Lebenden und die Toten usw. laut dem Apostolischen Glaubensbekenntnis."

Ich liebe es, wenn die Kirche sich selbst widerspricht...

Samstag, der 8. Juni 2002, 14:50 Uhr
Name: Heike J.
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Schmidt am 7. Juni, 21.29: "Symbol des christlichen Glaubens ist nicht das Kreuz,..."

Einen Tag später postet Schmidt einen Text über das Kreuz, den er der Seite credo.de entnommen hat. Den ersten Absatz lässt er weg. Dort heißt es: "...Nichtchristlichen Kindern sei der Anblick des Kreuzes nicht zumutbar. Das christliche Symbol im Klassenzimmer..."

Christliches Symbol oder nicht Symbol, Herr Schmidt, das ist hier die Frage?

Samstag, der 8. Juni 2002, 13:55 Uhr
Name: Heike N.
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Ich sehe bei solchen Diskussion immer die ähnlich geartete Entwicklung, die da abläuft.

Was haben wir denn hier? Ein Forum, gemacht von Menschen, die (aus welchen Gründen auch immer) für sich festgestellt haben, keine Religion zu benötigen bzw. keinen Glauben an welchen Gott auch immer. So weit so gut: schließlich bleibt es jedem selber überlassen, wie er sein Leben gestalten möchte.

Dieses Forum wird also von religiösen Menschen besucht, warum auch nicht, es ist eine freie Page. Und es wird freiwillig besucht, keiner hält sich ja hier zwangsweise auf.

Diese religiösen Menschen verkünden ihren Glauben und ihre Wahrheit und stellen fest, dass man ihr Angebot dankend ablehnt. Und dann geschieht Folgendes: diejenigen, deren Religion aus Nächstenliebe (das geht bis zur Feindesliebe) bestehen soll, aus Vergebung und Toleranz Andersdenkenden gegenüber, beginnen mit einem Mal, eine absolute Aggression an den Tag zu legen. Da ist keine Spur mehr von Nächstenliebe, Achtung, "Wenn dir einer auf die linke Wange schlägt..." etc., das nämlich, was vor 2000 Jahren ein Mann verkündet haben soll (ach was: hat... ich habe kein Problem damit hinzunehmen, dass es diesen Jesus von Nazareth wirklich gegeben hat, wenn auch nicht so wie er letztendlich glorifiziert wird). Da wird statt dessen beleidigt und verlangt, dass man sich für seine Lebensweise rechtfertigt.

Natürlich ist mir schon klar, dass das Christentum per Definition missionieren muss. Was ich aber hier nur sehe ist eine Bestätigung der alten Vorwürfe, die Christen so gerne weit von sich weisen. Früher hat man mit dem Schwert missioniert (und wer sich noch schnell überzeugen ließ, hatte ja seine "Seele" gerettet), heute versucht man es eben mit modernen Medien und verbal (zumindest hier, anderswo hat das gute alte Schwert noch nicht ausgedient).

Samstag, der 8. Juni 2002, 13:48 Uhr
Name: Heike J.
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Voneinander unabhängige außerbiblische Quellen berichten, daß ein Mann namens Jesus durch die Römer zur Zeit des Präfekten Pilatus (26-36) gekreuzigt wurde.

In den 10 Jahren hat es Pilatus nach antiken Quellen immerhin auf 6000 (!) Kreuzigungen gebracht. Anzunehmen, dass da auch mehrere Männer namens Jesus dabei waren.

Samstag, der 8. Juni 2002, 13:06 Uhr
Name: Heike J.
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Gott ist solidarisch mit den Leidenden und den Verachteten, mit denen, die am Leben leiden, oder denen das Leben zur Qual gemacht wird.

Na, dann könnte er ihnen doch helfen. Tut er aber nicht. Wie äußert sich heute die Solidarität? Das Sterben am Kreuz ist ja nun schon 2000 Jahre her.

Samstag, der 8. Juni 2002, 13:04 Uhr
Name: Heike J.
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Was wissen wir zuverlässig darüber? Wir kennen das Urteil: Tod durch Kreuzigung. So makaber das klingt, die Kreuzigung ist das historisch sicherste Faktum, das wir über das Leben Jesu haben.

Und selbst das sicherste Faktum ist alles andere als sicher...

Albert Schweitzer: "Es gibt nichts Negativeres als das Ergebnis der Leben-Jesu-Forschung. Der Jesus von Nazareth, der als Messias auftrat, das Gottesreich verkündete und starb, um seinem Werk die Weihe zu geben, hat nie existiert."

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