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Freitag, der 14. Juni 2002, 17:49 Uhr
Name: Jzero
E-Mail: Jzero@funonline.de
Homepage: nich nich fertig...

Heike N.: Wie wird man Muslim, wenn die Eltern andere Religionen haben? Du musst dich doch selbst entschieden haben, oder?

meine eltern sind aufgeschlossen anderen religionen (und auch dem atheismus) gegenüber. sie haben mir viel gezeigt, sind in verschiedene ausstellungen gegangen, haben mir mehrere unterschiedliche glaubensbücher zum lesen gegeben... sie wollten, dass ich meinen eigenen weg finde. das habe ich.

matze: BILD kauf Lieschen Müller. Spiegel kauft Dr. Lieschen Müller.

willst du damit sagen, dass intelligenz etwas mit dem namen zu tun hat??? toller witz, wirklich...

@herbert
Aber Du bist GLAEUBIG im Sinne von Theismus?

ja. ich weiß, du hast ein problem damit.

Dann sollte Mensch versuchen einen kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden. Der liegt sicherlich ausserhalb der Religionen, wenn dieser Nenner auch fuer Nichtglaeubige gelten sollte.
Die Bewegungen innerhalb der Kirche (z.B. Oekumene) greifen diese Idee durchaus auf. Nach dem Motto: Egal was Mensch GLAUBT - Hauptsache er GLAUBT!

so würde ich das nicht sehen. 1. immerhin ist ökumene schon mal ein anfang!
2. der "moderne" religionsunterricht in den schulen, der unter anderem von der kirche unterstützt wird, befasst sich keineswegs nur mit dem christentum. im gegenteil. und das weiß die kirche auch.
3. es gibt auch andere versuche, eine einheit zu bilden, wie das RSW. hier noch einmal: Religions Syndicate of the World = eine vereinigung verschiedener religionen, die zusammen (wie es schon der name sagt) "arbeiten" und versuchen, brücken zwischen ihnen zu bauen. atheisten sind dort übrigens auch vertreten.

Aber entsteht nicht gerade aus dieser Praemisse das, was die Menschen unzufrieden macht,...

ich bin zur zeit eigentlich recht zufrieden, mit dem was ich mache. es gibt zwar auch immer welche, die einem das gegenteil beweisen wollen oder nicht mit mir zufrieden sind, aber solche leute gibt es es zu jeder zeit und überall.

...weil sie rational wissen, dass sie dieses "etwas anderes" nie direkt und beweisbar finden koennen?

ich hab es mir selbst bewiesen. es euch zu beweisen, das ist mir zu anstrengend.

Wieso versucht Mensch nicht, seinen persoenlichen GLAUBEN in den Hintergrund zu stellen und uneigennuetzig und gemeinsam zu agieren?

gibt es in dieser welt überhaupt jemanden, der nicht eigennützig ist? jeder macht doch alles, um sich selbst und anderen etwas zu beweisen, sich vorteile zu schaffen...

Ist fuer einen tiefen persoenlichen GottesGLAUBEN der Ruf des Muezzins oder das Glockengelaeut wichtig?

ich weiß nicht, wie es andere sehen, aber meiner meinung nach nicht. ich kenne auch christen, die nicht in die kirche gehen und auch sonst mit der kirche zu tun haben. trotzdem glauben sie an gott und jesus christus.

Warum fuehlen sich GLAEUBIGE in der BRD geradezu verpflichtet ihren GLAUBEN in den Schulen an die naechste Generation weiterzugeben und ist dies zwingend notwendig fuer einen tiefen GottesGLAUBEN?

anscheinend hast du dir während deiner zeit als christ ein bild vom christentum gemacht, was ziemlich weit neben der "realität" liegt. sicher, es gibt einige, die missionieren, und sie sollen es auch, aber wer ein so überzeugter atheist ist, wie du es bist, wird sich davon wohl kaum beeindrucken lassen. eigentlich könnte ich meine worte von vorgestern wiederholen, aber sie bringen nichts und ständige wiederholungen nerven nur und machen sie weder glaub- noch unglaubwürdiger.

Warum kommt die Hilfe von GLAEUBIGEN fuer die "Dritte Welt" nicht absolut selbstlos daher, sondern immer mit dem Hintergedanken der Mission oder gar des Aufrechnens dieser angeblich guten Taten mit begangenen "Suenden"?

woher willst du wissen, dass die gläubigen nur deshalb so handeln? woher willst du wissen, dass es den christen nur um einen möglichst einfachen, hindernislosen und ohne vom fegefeuer getrübten einzug ins himmelsreich geht? woher willst du wissen, dass sie es nicht aus vollkommen anderen gründen tun? kannst du gedanken lesen? schön, so eine fähigkeit kann sicher hilfreich sein.
und selbst wenn es so wäre: siehe oben. mal ganz davon abgesehen: auch die prominenten spenden oder unterstützen projekte, weil es zum "guten ton" gehört. und es gibt durchaus viele atheisten unter ihnen.

Das Faktum des entgueltigen Todes ist zugegebenermassen eines der groessten "GLAUBENS-Widerstaende" gewesen, die ich auf meinem persoenlichen "Weg der Erkenntnis" ueberwinden musste.
Den Tod selbst stelle ich mir nicht schlimm vor. Ich denke, ich werde mich nach meinem Tode etwa so fuehlen, wie vor meiner Geburt - naemlich gar nicht. Wenn ich sage, in 300 Jahren werde ich laengst tod sein, dann generiert der Inhalt dieses Satzes kaum Emotionen. Sage ich aber, dass ich nicht weiss, ob ich in 30 Jahren noch lebe und die Enkelkinder "hueten" kann, kommen persoenliche Erfahrungen ins Spiel.
Diese Gehirnvorgaenge sind wohl kaum bewusst steuerbar. Man kann sie aber konditioneren. Religionen und Ideologien machen nichts anderes.

ich bin sprachlos. meiner meinung nach machen religionen da etwas anders. mehr kann ich dazu nicht sagen. ein halber punkt für dich.

Dazu bedarf es erst mal den GLAUBEN an eine Seele - oder irgendetwas anderes - das nach dem Tod die Moeglichkeit hat in irgendeiner Form weiter zu existieren.

ich glaube daran.

Wenn ich aber keinen Zugang zu dieser Nachwelt habe, dann kann ich auch keine Aussage - in welcher Form auch immer - darueber treffen.

wir alle haben vorerst keinen zutritt dazu.

Jesus sagte ueber den Zugang zum Paradies "Nur wer an mich GLAUBT, wird leben...".

interessant. darüber werde ich nachher noch nachdenken. allerdings denke ich nicht, dass das so einfach ist.

Dejenige also, der ein ethisch einwandfreies Leben gefuehrt hat, erhaelt nicht die goettlichen Weihen.

schon wieder dieses ethisch einwandfreie. meine güte.

Andererseits wird der reuige Suender - selbst nach dem x-ten Wiederholungsfalle einer Untat - Eingang ins versprochene Paradies finden, solange er GLAUBT.

hmm. nein. nur weil man glaubt, erhält man nicht automatisch eine eintrittskarte ins paradies. da muss man schon etwas mehr machen und etwas mehr unterlassen.

Weisst Du was? Auf so einen Gott wuerde ich - vorausgesetzt es gaebe ihn - freiwillig verzichten

machst du das nicht sowieso schon?

Genau darin liegt u.a. ein Sinn. Nur aus Leben/Tod kann wieder neues Leben entstehen. Pflanzen, Tiere, Menschen, etc. sterben (ab) und verfaulen oder werden als Nahrung fuer neues Leben verzehrt.

habe ich das infrage gestellt?

Dein GLAUBE an Gott ist sicher legitim. Entspringt er doch aus Deinem "Streben" nach Hoffnung. Hoffnung, dass mit dem Tod nicht alles aus ist und aus dem Wunsch ewig existent sein zu wollen.

das nach dem tod nicht alles aus ist, ja. das ich mir wünsche, ewig existent zu sein, nein. aber man (die gläubigen) hat die wahl. entweder ewige qual oder ewiges leben. insofern ist mir ewiges leben lieber.

Die Ergebnisse der modernen Hirnforschung, die gelebte Realitaet sowie die Tatsache, dass mich jeder Gott jeden Tag am A... lecken kann - und es mir persoenlich besser ergeht, als 95 Prozent der Weltbevoelkerung.

kennst du nicht den unterschied zwischen indizien und beweisen?

Da halte ich es wie mit allen anderen Dingen (im realen Leben) die kirtikfaehig sein muessen, die Zynismus und Satire vetragen koennen.

meiner meinung nach bin ich recht kritikfähig und kann zynismus und satire ertragen. gegenteilige meinungen bitte äußern. (ich wette, jetzt kommt eine flut an gegenteiligen meinungen...)

Alleine der Wunsch nach, oder Gedanke an etwas reicht nicht aus, eine Fiktion zur Realitaet werden zu lassen. Man denke dabei nur an die eigene Kindheit und die damals "reale" Existenz eines Christkindes, das die Geschenke brachte, nur weil man wollte, dass es so ist.

für mich war dieser gedanke ziemlich real. vielleicht ist es so, und ich werde mich eines tages selbst über die religionen lustig machen, aber bisher habe ich das in meine zukunftspläne noch nicht eingebaut.

Da bin ich entgegengesetzter Ansicht. Es geht bei religioeser Erziehung eben auch darum, letztlich nicht unbedingt einen bestimmten Gott als Realitaet darzustellen. Vielmehr werden emotionale Bindungen in Form von religioesen Gefuehlen erzeugt (siehe auch Magazin fuer Hirnforschung "Gehirn & Geist", Nr. 2/2002). Diese fruehkindliche Indoktrination wirkt oft ein Leben lang. Das hat - wie Du zu recht schreibst - wenig damit zu tun, ob man wirklich im Sinne einer bestimmten Religion GLAUBT.

bei mir hätte eine christliche erziehung wenig gebracht. zumindest sehe ich es von meinem heutigen standpunkt aus so. aber das ist nur eine theorie. genauso wie es andere theorien gibt. bewiesene tatsachen gibt es wenige.

Du unterscheidest also zwischen so genannten "wahren" GLAEUBIGEN und normalen GLAEUBIGEN? Denkst Du, ein (fiktiver) Gott macht da aehnliche Unterscheidungen?

wer weiß. woher soll ich wissen, was für entscheidungen allah trifft?
allerdings gibt es wirklich viele parallelen. aber gerade das betont die unterschiede zu sehr. des halb kommt es, dass sich christen und hinduisten manchmal näher stehen (mutsch und paps /g/) als juden und muslime (ich verzichte auf weitere erläuterungen...).

Um ethisch moeglichst einwandfrei zu leben, bedarf es keiner Goetter.

ist das deine lieblingswortgruppe?

Es ist bewiesen, dass Ort (z.B. DDR) und Zeit (z.B. Mittelalter) sehr eng im Zusammenhang mit einem persoenlichen GottesGLAUBEN zu sehen sind.

aha. zum teil richtig. aber persönlich wird der glaube darum nicht.

Nein - ich sehe jedoch keine Schuld auf mir, die es gerechtfertigt haette, dass ein religioeser Eiferer vor 2.000 Jahren sein Leben freiwillig an einem Kreuz geopfert haette. Solche irren Selbstmoerder - die ein Volk oder die Menschheit retten wollen - gibt es aber auch heute noch.

jesus ist für dich also ein irrer selbstmörder... der zweite teil stimmt leider...

Das kannst Du von mir aus auf alle so genannten "Heilige Schriften" beziehen.

die betonung liegt auf so genannten.

WILLST DU DAMIT SAGEN, DASS MEIN LEBEN ETHISCH NICHT EINWANDFREI IST?!

Du missverstehst mich aber gewaltig.

wie sollte ich es denn verstehen?

man muss das es eben trennen können.

Jeder fuer sich? Jeder nach seiner Fasson?

so in etwa.

was die aufklärung angeht... gut, da gibt es nachholbedarf, anscheinend besonders bei katholiken und nach neuesten erkenntnissen auch bei den zeugen jehovas, aber du kannst das doch nicht auf alle christen beziehen!

Wieso nicht? Selbst mich beziehe ich mit ein.*

die bewohner der trobriand-insel im südpazifik glaubten, dass frauen beim baden vom im meer treibendem seegras schwanger werden. sie wussten es nicht besser. wenn man das mit uns heute vergleicht, sind wir doch schon ziemlich weit, was die aufklärung angeht.

Jzero (im namen des ReligionsSyndicateOfTheWorld)

Freitag, der 14. Juni 2002, 16:33 Uhr
Name: Heike J.
E-Mail: keine E-Mail
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>> dass nur ich für mein Leben verantwortlich bin und sonst niemand. <<
Was bitte is da der Wiederspruch zu einem glauben an gott?

"Dein Wille geschehe... so auch auf Erden".

Wenn nur ich verantwortlich bin, geschieht mein Wille.

"Unser täglich Brot gib uns heute"

Na, dann bin ich ja dafür auch nicht mehr verantwortlich. Gott sorgt dafür.

Freitag, der 14. Juni 2002, 16:04 Uhr
Name: Matze
E-Mail: keine E-Mail
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>> dass nur ich für mein Leben verantwortlich bin und sonst niemand. <<

Was bitte is da der Wiederspruch zu einem glauben an gott?

Freitag, der 14. Juni 2002, 13:43 Uhr
Name: Maud
E-Mail: keine E-Mail
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@ Ossi

Ich kann das,was Du sagst durchaus, gedanklich nachvollziehen. Das was verboten ist, macht natürlich neugierig.
In Bezug auf die Natur kann ich mir nicht vorstellen, dass da irgendjemand die Finger im Spiel hat. Meine Lebenserfahrung hat mich zu der Erkenntnis gebracht, dass nur ich für mein Leben verantwortlich bin und sonst niemand. Das schließt einen Glauben an einen Gott für mich aus.
Das in Kürze.
Ich habe im Moment auch nur in der Arbeit die Möglichkeit zum gedanklichen Austausch hier im GB.

Ich wünsche allen ein schönes Wochenende
Maud

Freitag, der 14. Juni 2002, 13:35 Uhr
Name: Matze
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

anerkannte sache

sorry, meinte bewiesene sache.

Freitag, der 14. Juni 2002, 13:20 Uhr
Name: Matze
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

wie der aktuelle wissenschaftliche Stand ist (auch der ändert sich dauernd)

BTW: Die Sache mit dem Urknall ist übrigens eine Theorie - keine anerkannte sache. Und soweit ich weiß ändern sich die Gedanken zu dem Thema mit jeder neuen Erkentniss.

Freitag, der 14. Juni 2002, 13:18 Uhr
Name: Matze
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

@ Herbert

>> >> Natürlich weil sie gegen die Politik waren, eben weil sie Christentum nicht mit dem damaligen Regime in Einklang bringen konnten. <<

Es gab aber immerhin noch einige Millionen deutscher Soldaten (Christen?), die sich das Koppelschloss mit der Aufschrift "Gott mit uns" umbanden und sich zuhauf die so genannten "Kriegspredigten" (sind sehr lesenswert und aufschlussreich. Aber davon wollen die Kirchen heute nichts mehr wissen) der Feldpfaffen reinzogen. Diese Predigten riefen die GLAEUBIGEN eben NICHT dazu auf, ihre Feinde zu lieben, etc., sondern waren Durchhalteparolen (ja teils Kriegshetze), die vom hoeheren Klerus ausgegeben und gedeckt wurden. So nebenbei segnete man Soldaten und Waffen... uebrigens auf beiden Seiten der Front, von klerikalen Vertretern der ein und derselben Religion. <<

Du wirst auch Atheisten finden, die ähnliches gemacht haben. Z.B. in der DDR. Der Atheismus hat nur den Vorteil, dass seine Mitglieder sich nicht auf einen Gott berufen können - hätten sie etwas, auf dass sie sich berufen könnten, dann würden sie es auch.

>> >> Das ist zwar kein zwingender Grund, aber auf meinen Großvater, der als politischer Gefangener gehalten wurde, trifft es z.B. zu. <<

Ich kenne/kannte freigeistige/atheistische Menschen, die sind wegen Verteilung weniger SPD-Flugblaetter damals ins KZ geschickt worden und sind als gebrochene Menschen rausgekommen. <<

Ich sagte ja, es war nicht zwingend, dass man aus christlicher Überzeugung gegen das Regime arbeitete - aber es gab viele Menschen (z.B. mein Großvater), die das so taten.

@Eric
>> Wo war Dein Opa denn politischer Gefangener ? <<

Da bin ich etwas überfragt.

>> Die Kirche hat auf Hitler gesetzt, weil sie im aufkommenden Kommunismus keine Überlebenschance sah. <<

Die Kirche hatte überhaupt keine Chance auf irgendwen anderes zu setzen.

Du darfst nicht vergessen, dass die Kirche sich damals aus den Menschen zusammensetzte, die von Hitler regiert wurden. Hitler wagte es nicht die Kirche zu zerstören - er war viel schlauer: Er nutzte die Kirche für seine Zwecke. Du darfst auch nicht vernachlässigen, dass "DIE KIRCHE" aus den Menschen der damaligen Zeit bestand - aus den gleichen Menschen die auch außerhalb der Kirche entweder Hitler folgten, oder sich unterdrücken ließen. Wie auch in der restlichen Bevölkerung gab es in der Kirche natürlich Oppositionelle.

>> Hitler war das Bollwerk gegen den Kommunismus und der willkommene Vollstrecker gegen das Weltjudentum. <<

Willkommen war das vernichten des Judentums nicht aus dem Christentum oder aus der Kirche heraus - sondern wenn aus den damaligen Menschen heraus. (Mal davon abgesehen, dass die meisten Menschen nicht mal was davon wussten).

BTW: Hast du eigentlich je in deinem Leben mitbekommen, was es heißt in einer Diktatur mit politischer Unterdrückung zu leben? Vielleicht verstehst du dann, worauf ich raus will.

>> Die politischen Ziele von Nationalsozialismus und den beiden Kirchen deckten sich also. <<

Eben nicht. Die Kirche wurde zu diesen Zielen gezwungen und verbogen.

>> Damals war man christlich. <<

Das bezweifle ich sehr. Damals war man politisch zum Nationalsozialismus gezwungen.

Vielleicht gibt es hier einen Ex-DDRler, der dir mehr über Diktatur und politischer Unterdrückung erzählen kann.

Freitag, der 14. Juni 2002, 13:16 Uhr
Name: Ossi
E-Mail: keine E-Mail
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@ Maud

Deine Sichtweise ist interessant, da im Osten Religion verpöhnt war. Erklär mir mal, wie man aus einem gesunden Menschenverstand heraus religiös werden kann.

Ist nicht so einfach in der Kürze der Zeit zu erklären (sitze noch im Büro und werde am Wochenende selten am PC sein). Zuerst mal: wenn irgendwas von offizieller Seite total verpöhnt ist, dann macht das neugierig - mir geht das jedenfalls so. Und wenn man dann noch immer hört, dass Christen einen Gott brauchen, weil sie zu dumm oder zu faul zum denken sind und dann in den Kirchen Menschen trifft, die allemal intelligenter sind, als Parteifunktionäre, dann ist erstmal der Zweifel an deren gesunden Menschenverstand gering.
Mit gesunden Menschenverstand auf die Existenz Gottes zu schliessen, passiert mir ständig bei ganz kleinen Dingen. Sicher kann man sich zu allen Phänomenen auch "logische" Erklärungen aus den Fingern saugen, aber die sind für mich nicht logischer, als die Erklärung, dass Gott seine Finger mit im Spiel hat. Vielleicht ein kleines Beispiel: wenn ich mir eine Blume, irgend ein Insekt oder was auch immer für ein Lebewesen ansehe, dann komme ich nicht umhin, zu bezweifeln, dass die schöpferische Kraft dahinter allein der Zufall sein soll, sondern ich sehe da Gott als Schöpfer. Das muss nicht so passiert sein, wie es als Schöpfungsgeschichte in der Bibel steht, es muss auch nicht so passiert sein, wie der aktuelle wissenschaftliche Stand ist (auch der ändert sich dauernd) - es war einfach niemand dabei. Das ist aber nur ein kleines Beispiel, wie man auch mit gesunden Menschenverstand auf die Idee kommen könnte, dass es Gott geben könnte. Der Schritt in die Kirche ist da eigentlich auch nur eine logische Konsequenz - wer sollte sonst was über Gott erzählen können. Sicher - ich muss zugeben, dass ich in einer anderen Gegend unserer Erde vielleicht in eine Moschee oder eine Synagoge gegangen wäre - aber so unterschiedlich sind diese Religionen nun auch wieder nicht.
Bei mir hat sich allerdings eine persönliche Beziehung zu Gott entwickelt, die sich mit den Aussagen des Christentums deckt und deshalb bin ich Christ. Weil Du gefragt hast: Nein, ich habe Gott noch kein Bier trinken sehen, aber er ist zumindest dabei, wenn ich eins trinke ;-)

Freitag, der 14. Juni 2002, 13:04 Uhr
Name: Maud
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@ Atheist

Ich habe auch meine ganz persönliche positive Einstellung zum Leben, aber ich würde das nicht Religion nennen. Da sträubt sich in mir alles. Ich assoziere Religion mit Glauben an Gott.
Ansonsten äh, Kreuz. Und wenn nun Jesus ertränkt worden wäre? Juchu, der Witz mit dem Aquarium! Oder gehängt. Würden die Christen dann mit einem kleinen Galgen um den Hals rumlaufen? Die Griechen tummelten sich doch auch nackt im Gymnasium, ab welchem Jahrhundert gab es eigentlich die Darstellung des Kruzifixes und war er vorher nackt? (die Frage geht an Heike)
Wenn ich da an die Gottheiten in Afrika denke.... Sapperlott!

Freitag, der 14. Juni 2002, 12:29 Uhr
Name: Atheist
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Religionsleere - richtig gelesen! - ja!
Religiosität bei Atheisten - ja!
Religion setzt keinen Gott voraus, es ist eine eigene, positive ,ganz persönliche Einstellung zum Leben und der Natur.
Christentum ist keine Religion. Wo sind positive
Akzente?
Wenn es einen Jesus gegeben haben sollte, dann wäre er mit Sicherheit ein Farbiger! Warum baumelt immer eine weisse Figur am Kreuz und das
Tüchlein immer um seinen Penis herum, wahrscheinlich mit Büroklammern am Hint- äh hinten
befestigt.

Freitag, der 14. Juni 2002, 12:03 Uhr
Name: Heike J.
E-Mail: keine E-Mail
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Er ist zwar offiziell wegen Landesverrates angeklagt und letztendlich zum Tode verurteilt worden, die wahren Gründen liegen aber in seiner christlichen Glaubensüberzeugung.

Nicht in seiner christlichen Überzeugung, sondern in seinem Handeln. Und da stand er ja durchaus in einer Kontroverse zu anderen Christen. Bonhoeffer war überzeugt, dass man im Diesseits handeln muss. Das offizielle Christentum, die christliche Lehre, aber verwies auf das Jensseits. Und deshalb hat Bonhoeffer ja in seinen letzten Briefen auch durchaus an dieser Version des Christentums stark gezweifelt.

Freitag, der 14. Juni 2002, 11:47 Uhr
Name: Maud
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@ Ossi

Deine Sichtweise ist interessant, da im Osten Religion verpöhnt war. Erklär mir mal, wie man aus einem gesunden Menschenverstand heraus religiös werden kann.
Ist für mich nicht nachvollziehbar, da ich primär zuerst an einen Gott glauben muß, um den Schritt in die Kirche oder einen christlichen Glauben tun zu können.
Und der Glaube an einen Gott ist doch unabhängig von jeder Religion oder Ideologie.
Ich frage mich, ob nicht viele "Gläubige" dadurch, dass sie glauben was ihnen vorgesetzt wird, stehenbleiben?

Freitag, der 14. Juni 2002, 11:20 Uhr
Name: Ossi
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@ Maud

Vielleicht ist für einen gesunden Menschenverstand keine Religion nötig, aber es schliesst sich auf jeden Fall nicht gegenseitig aus. Und es gibt viele Leute, die wegen gesundem Menschenverstand religiös geworden sind. Es hat jeder die Möglichkeit, die gleichen Dinge zu sehen, sie werden halt von den einzelnen Menschen unterschiedlich interpretiert - und das ist auch wichtig, sonst würden wir irgendwann stehenbleiben.

Freitag, der 14. Juni 2002, 11:03 Uhr
Name: Maaud
E-Mail: keine E-Mail
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@ Ossi

Für einen "gesunden Menschenverstand" brauche ich keine Religion.
Ich weiß nicht, ob die Antwort für mich klar wäre, ich würde sicher nachhaken.
Er würde wahrscheinlich sagen, aus christlicher Überzeugung heraus. Das meinst Du wahrscheinlich auch, wenn ich Dich richtig verstehe.

Freitag, der 14. Juni 2002, 10:55 Uhr
Name: Ossi
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

@ Maud

Hat Bonhhoeffer, wie viele andere auch, wirklich aus "christlicher Überzeugung" heraus Widerstand geleistet, oder ganz einfach aus "gesunden Menschenverstand"?

Ich sehe da keinen Widerspruch ;-))

Aber wenn Du ihn noch fragen könntest, wäre die Antwort wahrscheinlich schon ziemlich klar, oder ?

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