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Freitag, der 14. Juni 2002, 23:07 Uhr
Name: Herbert Ferstl
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Aber Du bist GLAEUBIG im Sinne von Theismus?

ja. ich weiß, du hast ein problem damit.

Nein - wieso sollte ich? Die Erfahrungen, die unsere Familie in den vergangenen Jahren sammeln konnte, zeigten, dass primaer GLAEUBIGE Probleme mit Menschen haben, die frei von Religion und GottesGLAUBEN leben und in der Oeffentlichkeit dazu stehen. Ich zum Beispiel habe noch nie einem GLAEUBIGEN, nur weil mir seine Weltanschauung nicht passte, ein anonymes Schreiben zugestellt.

so würde ich das nicht sehen. 1. immerhin ist ökumene schon mal ein anfang!

Die oekumenische Bewegung "Kirche von unten" wird massiv von der Inquisition der Katholischen Kirche beaeugt. Die Kirche laesst diesem Treiben nur soviel Luft, wie die Aktiven dieser Bewegung zum Atmen benoetigen und die Kirche dabei nicht an Ansehen verliert. Darueber hinaus hat die kath. Kirche sich noch kein Jota von ihrer dogmatisierten Lehre verabschiedet und wird dies auch nicht tun. Sie haben eines - und die Historie zeigt dies - was die oekumenischen Bewegungen nicht haben: ZEIT!

2. der "moderne" religionsunterricht in den schulen, der unter anderem von der kirche unterstützt wird,

Der religionskundliche Unterricht wird m.E. nicht von der Kirche ideel unterstuetzt - bestenfalls toleriert. Der Religionsunterricht (RU) wird zunehmend von engagierten GLAEUBIGEN (ausgebildete Lehrkraefte, die die kirchliche Lehrerlaubniss - missio/vocatio - benoetigen, um ueberhaupt an die Schueler herantreten zu duerfen) gehalten. Das teils vorhandene "Wertevakuum" oder die "Beliebigkeit der Werte" in den Schulen sollen am christlichen Weltbild ausgerichtet werden (siehe entsprechende Artikel in den Landesverfassungen zum Schulunterricht). Wenn es denn den Kirchen sooooo egal waere, warum klagen sie dann ganz erpicht darauf, dass der RU ein verbindliches - und dennoch zugleich nach Konfession trennendes - Pflichtfach fuer die Kinder der GLAEUBIGEN bleibt? (siehe LER, Brandenburg).
Alle Modernitaet ist eben nur Farce, geht es um profane Dinge wie "Kruzifixe im Klassenzimmer", die ja angeblich fuer einen tiefen und wahren GottesGLAUBEN nur nebensaechlich sind.

befasst sich keineswegs nur mit dem christentum.

Die Zeiten, als ich den RU besuchte (in den 60/70ern) sind natuerlich nicht mehr die gleichen wie heute. Sie waren aber auch zu jener Zeit nicht mehr so, wie im Dritten Reich und in 30 Jahren werden die Konzepte fuer einen RU wieder anders aussehen. Ich nenne es opportunistische Anpassung an den Zeitgeist. Im Gegensatz zu wissenschaftlichen Faechern wo sich aufgrund von Forschungsergebnissen neue Unterrichtsinhalte entwickeln koennen (was eben Teils eine Aenderung des Lehrplanes nach sich zieht) aendert sich ja inhaltlich an der jesuanischen Lehre nichts.

...im gegenteil. und das weiß die kirche auch.

Sie weiss es nur zu gut - sie wuerde aber jederzeit anders handeln, koennte sie es. Wer genau in seinen Kirchengemeinden die Ohren spitzt, stoesst immer wieder - besonders bei aelteren Priestern - auf vehementen Widerspruch zu diesem Trend (z.B. Erzieherinnen im kath. KiGa, die eben nicht in einer Lebensgemeinschaft mit ihrem Partner leben duerfen).

3. es gibt auch andere versuche, eine einheit zu bilden, wie das RSW. hier noch einmal: Religions Syndicate of the World = eine vereinigung verschiedener religionen, die zusammen (wie es schon der name sagt) "arbeiten" und versuchen, brücken zwischen ihnen zu bauen. atheisten sind dort übrigens auch vertreten.

Bruecken bauen und gegenseitiger Respekt sind sicher wichtig. Religionen als Medium hierzu zu verwenden halte ich persoenlich fuer nicht geeignet. Per definitionen ist es den meisten GLAEUBIGEN nahegelegt oft zu missionieren. Wie schon gesagt: man sollte wenige humanistische Gemeinsamkeiten ausserhalb der Religionen finden, die von einer ueberwaeltigenden Mehrheit der Menscheit akzeptiert werden (koennen). Dazu gehoert z.B. ein absolutes Toetungsverbot. Wuerde nur dieses eine humanistische Gebot strikt von allen Menschen eingehalten, waere dies ein enormer Fortschritt; mehr zumindest, als die meisten Religionen in den letzten 2.000 Jahren geschafft haben.

ich bin zur zeit eigentlich recht zufrieden, mit dem was ich mache. es gibt zwar auch immer welche, die einem das gegenteil beweisen wollen oder nicht mit mir zufrieden sind, aber solche leute gibt es es zu jeder zeit und überall.

Das ist eben wie in jedem Verein...

gibt es in dieser welt überhaupt jemanden, der nicht eigennützig ist?

Sicherlich...

jeder macht doch alles, um sich selbst und anderen etwas zu beweisen, sich vorteile zu schaffen...

Welche ideellen Vorteile verschafft sich ein in einem atheistischen Verein aktiver Atheist? Oder wenn er etwas "Gutes" tut? Und welche (paradiesischen) Vorteile erhofft sich (evtl. insgeheim?) ein GLAEUBIGER?

Muezzinruf/Glockengelaeut:
ich weiß nicht, wie es andere sehen, aber meiner meinung nach nicht. ich kenne auch christen, die nicht in die kirche gehen und auch sonst mit der kirche zu tun haben. trotzdem glauben sie an gott und jesus christus.

Diese Christen kenne ich auch.

anscheinend hast du dir während deiner zeit als christ ein bild vom christentum gemacht,...

Das denke ich (natuerlich subjektiv) nicht ausschliesslich. Durch verschiedene Aktivitaeten in und mit der genormten Kirche, Interesse an Freikirchen, Jugendgruppen, Anthroposophie, etc. innerhalb und ausserhalb der Familie fand ich Zugang zu verschiedenen Sichtweisen waehrend meiner Zeit als Christ. Selbst nach dem Austritt aus der institutionellen Kirche war ich noch viele Jahre tief GLAEUBIGER Christ.

was ziemlich weit neben der "realität" liegt.

GLAUBE liegt m.E. immer neben der Realitaet. Der GLAEUBIGE sieht dies natuerlich anders: Fuer ihn ist der GLAUBE gelebte Realitaet.

sicher, es gibt einige, die missionieren, und sie sollen es auch, aber wer ein so überzeugter atheist ist, wie du es bist, wird sich davon wohl kaum beeindrucken lassen.

Der geistige Weg bis hierher war ja auch kein Zuckerschlecken :-)))
Klar - ich stehe heute mitten im saftigen Leben und fest mit beiden Beinen auf dem Boden. So genannte Schicksalsschlaege treffen auch mich, werden aber erstens in einem voellig metaphysisch-freien Kontext gesehen und haben ihre groessten Schrecken fuer mich verloren.

Thema: Selbstlose Naechstenhilfe?
woher willst du wissen, dass die gläubigen nur deshalb so handeln?

Sie handeln natuerlich nicht nur so und oft sind ihnen diese unbewussten Mechanismen nicht bekannt.

woher willst du wissen, dass es den christen nur um einen möglichst einfachen, hindernislosen und ohne vom fegefeuer getrübten einzug ins himmelsreich geht?

GLAUBE wird dadurch erst tragfaehig, indem man ein Leben nach dem Tod voraussetzt. Der christl. GLAUBE baut zwar ebenso auf ethische Praemissen auf (z.B. 10 Gebote), der Hauptgrund zu GLAUBEN ist der (konditionierte, teil unbewusste) Wunsch, nach dem Tode weiter existieren zu wollen. Dieser WunschGLAUBE wird meist von Kindheit an konditioniert und fliesst so ins alltaegliche Leben ein. Er wird nicht mehr als Moeglichkeit gesehen, sondern als kaum hinterfragtes Faktum.

woher willst du wissen, dass sie es nicht aus vollkommen anderen gründen tun?

Dann koennten sie es auch tun, ohne zu GLAUBEN ("Das Geringste, das ihr einen meiner Brueder getan habt, habt ihr mir getan...")

kannst du gedanken lesen?

Nein - aber ich weiss aus eigener Erfahrung (und natuerlich der von anderen Theisten und Atheisten), wie GLAUBENSmechanismen wirken.

mal ganz davon abgesehen: auch die prominenten spenden oder unterstützen projekte, weil es zum "guten ton" gehört. und es gibt durchaus viele atheisten unter ihnen.

Die jesuanische Lehre der Naechstenliebe ist eindeutig und unmissverstaendlich formuliert:
"Liebe Deinen Naechsten, wie Dich selbst."(Mt. 22,39)
Hilf Jedem/Deinem Naechsten, wenn es ihm schlechter geht als dir. Kirchenlehrer Basilius lehrt: "Wer den Naechsten liebt wie sich selbst, hat nicht mehr als der Naechste". Der Autor Ditlef Nielsen in einem Werk von 1928:
"Jesu Gesellschaftslehre wuerde gleich einer Dynamitbombe in alle bestehenden Staaten dreinfahren muessen, sobald dort einmal das Christentum ernsthaft eingefuehrt werden wuerde".
Jesus fordert evident den Verzicht auf allen Besitz. "Verkauft euren Besitz und gebt ihn den Armen". "Keiner von euch kann mein Juenger sein, der nicht auf alles verzichtet, was er besitzt". Einen Narren nennt er den, der sich seiner Schaetze ruehmt, und er lehrt, ein Kamel gehe leichter durch ein Nadeloehr, als ein Reicher ins Reich Gottes (Lk. 12,33 und 14,33 sowie Mk. 10,25). Wiederholt spricht Jesus vom "ungerechten Mammon", vom "Betrug des Reichtums". Er prophezeit, dass Gott "die Machthaber von den Thronen stuerzt und die Armen erhoeht, die Hungrigen mit Guetern saettigt und die Reichen leer ausgehen laesst" (Lk. 16,9 und 16,11 und 6,24 ff. und 16,19 ff und 1,52 f.). Das religioese Element ist fuer Jesus untrennbar mit dem ethischen verbunden. Dies sind reelle Forderungen des christl. Glaubensbekenntnisses.

Wenn also nur jeder Zehnte, der sich auf diesem Planeten dem Christentum zugehoerig sieht, so handeln wuerde, haetten wir morgen nur noch halb so viel Leid auf der Erde.

ein halber punkt für dich.

Ich will hier nicht punkten oder ueberzeugen - ich versuche lediglich meinen derzeitigen Standpunkt darzustellen.

Thema Seele:
ich glaube daran.

Ich weiss, dass das viel zitierte LILA EINHORN eigentlich ein provozierender Vergleich ist. Aber auch daran koennte man GLAUBEN.

hmm. nein. nur weil man glaubt, erhält man nicht automatisch eine eintrittskarte ins paradies. da muss man schon etwas mehr machen und etwas mehr unterlassen.

Ich erinnere hier nur an die (angeblich) links und rechts neben Jesus Gekreuzigten...

Dein GLAUBE an Gott ist sicher legitim. Entspringt er doch aus Deinem "Streben" nach Hoffnung. Hoffnung, dass mit dem Tod nicht alles aus ist und aus dem Wunsch ewig existent sein zu wollen.

das nach dem tod nicht alles aus ist, ja. das ich mir wünsche, ewig existent zu sein, nein.

Darin sehe ich keinen relevanten Unterschied. Ich meine mit "ewiger Existenz" ja auch keine bestimmte physische Form.

aber man (die gläubigen) hat die wahl. entweder ewige qual oder ewiges leben. insofern ist mir ewiges leben lieber.

Warum nur laesst sich der menschliche Gehirn stets in diesen Dualismus (gut/boese, Wahrheit/Luege, Himme/Hoelle) pressen?

Da faellt mir ein Witz ein (auf dieser Seite):
"Ein überzeugter Atheist, der gerade gestorben ist, findet sich selbst auf einmal in einem dunklen Gang wieder. Er entdeckt ein Schild: "Zur Hölle". Er hat keine andere Wahl als den Gang zur Hölle zu folgen. Er trifft nach geraumer Zeit an eine Türe, die nicht verschlossen ist. Der Atheist betritt die Hölle und traute seinen Augen nicht. Heller Sonnenschein, angenehme Temperaturen, Palmen, Meeresstrand, [nackte Maedchen] alle 100 Meter eine Strandbar, fröhliche Menschen tummeln sich, kurzum paradiesische Verhältnisse. Der gerade verstorbene Atheist geht am Strand entlang, bis er plötzlich eine Gestalt mit einem Pferdefuß und einem Schwanz in einem Strandkorb sitzen sieht. Er geht auf die Gestalt zu und fragte diese, ob er denn der Teufel sei. Dieser bejaht dies und begrüßt den Neuankömmlingen der Hölle äußerst herzlich. Er schickt den Atheisten nach dem Geplauder an eine der Strandbars, um sich dort einen Drink zu besorgen. Der Atheist holte sich einen Drink und schlendert am Strand entlang um die Hölle weiter zu erkunden. Zwischen Dünen entdeckt er ein großes, tiefes Loch. Neugierig blickte er in die Tiefe und erschrickt sich fürchterlich. Er sieht am tiefen Grund von diesem Loch wimmernde, unbekleidete Menschen. Es lodert ein heißes Feuer und wilde Bestien schlagen auf die Körper der Menschen ein. Sogleich rennt der Atheist verwirrt zum Teufel und fragte aufgelöst, was denn das für ein Loch sei? Der Teufel versteht die Frage nicht und so fragte der Atheist nochmals nach dem tiefen Loch mit dem Feuer, den Bestien und den Menschen dort hinten bei den Dünen. Ach, meint der Teufel, „Das ist für die Christen, die wollen das so..."

meiner meinung nach bin ich recht kritikfähig und kann zynismus und satire ertragen.

Habe nichts anderes damit gemeint. Ich versuche, mich mit meinen zynischen Aeusserungen moeglichst auf den GLAUBEN zu beschraenken; aber auch das wirkt bei vielen GLAEUBIGEN persoenlich. Vielleicht gibt es deshalb heute noch den so genannten Gotteslaesterungsparagraphen STGB §166, der den weltlichen Arm der Kirche darstellt (erinnert mich stark ans Mittelalter).

woher soll ich wissen, was für entscheidungen allah trifft?

Ich treffe meine Entscheidungen selbst :-)))

Um ethisch moeglichst einwandfrei zu leben, bedarf es keiner Goetter.

ist das deine lieblingswortgruppe?

Ich will damit nur aufzeigen, dass das Gebot der Naechstenliebe ("Das Geringste, das ihr einen meiner Brueder..."), also das Gebot, ethisch und moralisch positiv zu handeln nicht zwingend irgendwelcher (fiktiven) Goetter bedarf. Die meisten Religionen lassen sich eben auf zwei Praemissen reduzieren:

1. Anleitung zu einer irdischen Ethik.
2. Das Versprechen, nach dem Tode nicht tot zu sein.

Um diese beiden Vorgaben ist fast alles drumherum aufgebaut.

die bewohner der trobriand-insel im südpazifik glaubten, dass frauen beim baden vom im meer treibendem seegras schwanger werden. sie wussten es nicht besser. wenn man das mit uns heute vergleicht, sind wir doch schon ziemlich weit, was die aufklärung angeht.

Und warum GLAUBTEN sie das? Weil es den Frauen irgendwann im Leben, irgendjemand aufgeschwatzt hatte und die eine oder andere Frau vielleicht auch noch persoenliche Erfahrungen damit gesammelt hatte und den anderen Frauen darueber berichtete...

Herbert

Freitag, der 14. Juni 2002, 22:14 Uhr
Name: Jzero
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und diese menge an ausrufezeichen /g/...

Freitag, der 14. Juni 2002, 22:03 Uhr
Name: Jzero
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currywurst is lecker, aber trägt das hier erheblich zum thema bei???

Freitag, der 14. Juni 2002, 21:56 Uhr
Name: Alberts
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RETTET die CURRY - Wurst!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Freitag, der 14. Juni 2002, 21:56 Uhr
Name: Jacob Alberts, Westerhever
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Hier ist nur noch Schwachsinn!!!!

Freitag, der 14. Juni 2002, 20:15 Uhr
Name: Herbert Ferstl
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Nein, ich habe Gott noch kein Bier trinken sehen, aber er ist zumindest dabei, wenn ich eins trinke ;-)

...GLAUBST Du!

Freitag, der 14. Juni 2002, 19:40 Uhr
Name: Jzero
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Es ist nur eine Bitte danach - es heißt nicht "Wir nehmen nur Brot von dir" - sondern "Bitte schau, dass wir Brot bekommen". Damit gibst du aber nicht deine Selbstverantwortung aus der Hand: Das Brot musst du nämlich selbst essen.

besser hätte ichs auch nich erklären können...

Freitag, der 14. Juni 2002, 18:51 Uhr
Name: Matze
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@Jzero:

matze: BILD kauf Lieschen Müller. Spiegel kauft Dr. Lieschen Müller.

Jzero: willst du damit sagen, dass intelligenz etwas mit dem namen zu tun hat???

Nein, das nicht - der Witz soll zeigen, dass die BILD von Otto-Normalverbraucher gelesen wird und der Spiegel wird vom gleichen Typ Mensch gelesen gleiche Sensationsgier etc. - bloß hat der Spiegel leser das höhere BILDungsniveau.

@ Heike J.

>> "Unser täglich Brot gib uns heute"

Na, dann bin ich ja dafür auch nicht mehr verantwortlich. Gott sorgt dafür. <<

Es ist nur eine Bitte danach - es heißt nicht "Wir nehmen nur Brot von dir" - sondern "Bitte schau, dass wir Brot bekommen". Damit gibst du aber nicht deine Selbstverantwortung aus der Hand: Das Brot musst du nämlich selbst essen.

Freitag, der 14. Juni 2002, 18:46 Uhr
Name: Heike J.
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unser tägliches brot solln wir uns sicherlich selbst besorgen.

"Deshalb sage ich euch: Seid nicht besorgt für euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch für euren Leib, was ihr anziehen sollt. Ist nicht das Leben mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung?
26 Seht hin auf die Vögel des Himmels, daß sie nicht säen noch ernten, noch in Scheunen sammeln, und euer himmlischer Vater ernährt sie [doch]."

Freitag, der 14. Juni 2002, 18:21 Uhr
Name: Jzero
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ooo... nu habsch doch echt Bertolt Brecht falsch geschrieben... sorry, Berty /g/

Freitag, der 14. Juni 2002, 18:20 Uhr
Name: Jzero
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Die Frage, ob es einen Gott gibt

Einer fragte Herrn K., ob es einen Gott gäbe. Herr K. sagte: "Ich rate dir nachzudenken, ob dein Verhalten je nach Antwort der Frage sich ändern würde. Würde es sich nicht ändern, dann können wir die Frage fallen lassen. Würde es sich ändern, dann kann ich dir wenigstens noch so weit behilflich sein, dass ich dir sage, du hast dich schon entschieden: Du brauchst einen Gott." (Bertold Brecht)

Freitag, der 14. Juni 2002, 18:08 Uhr
Name: Jzero
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I wish, I wish (Realaudio zum Anhören) Ich wünsch, ich wünsch
. .
I wish I knew, I wish I knew Ich wünsch ich wüsste, ich wünsch ich wüsste,

what makes me me, and what makes you you. was mich zu mir macht, was dich zu dir macht.
It's just another point of view, ooo. Es ist einfach ein anderer Blickpunkt.
A state of mind I'm going through, yes. Ein Gedankendurcheinander, durch das ich gehe.
So what I see is never true, ahhh. und was ich sehe, ist niemals wahr.
. .
I wish I could tell, I wish I could tell Ich wünsch ich könnt erzählen, ich wünsch...
what makes a heaven what makes a hell. was macht den Himmel, was macht die Hölle.
And do I get to ring my bell, ooo. Und ob ich auch mein Ziel erreichen werde,
Or land up in some dusty cell, no. oder enden muss in einer staubigen Zelle,
While others reach the big hotel, yeah. während andere das große Hotel erreichen ?
. .
I wish I had, I wish I had Ich wünsch ich hätte, ich wünsch ich hätte
the secret of good, and the secret of bad. das Geheimnis des Guten und des Bösen.
Why does this question drive me mad? ahhh. Warum macht diese Frage mich verrückt ?
'Cause I was taught when but a lad, yes, Weil mir schon als Bursche helehrt wurde,
That bad was good and good was bad, ahhh. das böse war gut und gut war böse.
. .
I wish I knew the mystery of Ich wünsch ich wüsste das Mysteriöse von
that thing called hate, and that thing called love. dem Ding Hass genannt dem Dinge Liebe genannt
What makes the in-between so rough? ahhh. Was das Dazwischen so rau macht.
Why is it always push and shove? ahhh Warum ist es immer ein Antreiben und Stoßen ?
I guess I just don't know enough, yes. Ich schätze, ich weiß einfach nicht genug.

.
.
Diesen Song habe ich direkt resultierend aus meiner Einlieferung ins Hospital geschrieben, die während meiner Tuberkulose im Jahre 1968 folgte. Er reflektierte die Fragen , deren Antworten ich ersehnte („ich wünschte, ich könnte erklären, was den Himmel und was die Hölle bildet.....“).

Viele (Fragen) waren die Widersprüche, die wir zum Ende des 20. Jahrhunderts erfuhren.

Obwohl die römisch-katholischen Klosterschwestern, die uns in der Primärschule unterrichteten, sicher waren, in Himmel und Hölle vieles zu erkennen, hagelten sie aus einer in beträchtlichem Ausmaß anderen Welt als die neuen Science Fiction-Kinder wie ich, die im Moment heranwuchsen. Pop Stars stürzten seit geraumer Zeit auf uns hernieder, so als kämen sie von ganz oben vom glitzernden Himmel. Mit ungekämmten Haaren, gekleidet in Samt und funkelnden, seidenen Gewändern sangen sie zu uns über unseren Individualismus.

Die Freiheit des Ausdrucks war jetzt ein unabdingbares Recht, das aus allen menschlichen Sympathien der Beatles und Stones geboren wurde.

Während des Religionsunterrichtes sind wir alle über die heilige Dreifaltigkeit aufgeklärt worden – drei ist das gleiche wie eins. Aber wehe dem, der solch eine Äußerung im Matheunterricht von sich gegeben hätte..... sie wäre wohl als Blasphemy abgetan worden.....

Das waren nur einige von Paradoxen, mit denen wir Kinder zu leben hatten.(Mir als junger Mann aber wurde gelehrt, dass das Schlechte gut war und das Gute schlecht).

Ebenso rätselhaft war die Geschichte, die sie andauernd in der Schule über Adam und Eva wiederholten, insbesondere erschien es, dass unsere wahren Vorfahren haarige Affen waren im richtigen Leben ? Gott mag wissen, was es bedeutete – ich zweifellos nicht.

Wie die meisten Kinder hatte ich ein neugieriges Gemüt und liebte die Offenheit, die die Wissenschaft zum Leben erweckte. Moderne Entdeckungen und der starke Einfluss der modernen liberalen Philosophie veränderten jetzt religiöse Normen. Es war ein Kampf für die Seele. Die alten, traditionellen Wege, vertreten hauptsächlich durch die Kirche, waren verloren. Moral an und für sich bekam jetzt ein fragwürdiges Ausmaß.

Obwohl vorehelicher Sex im Allgemeinen noch als Tabu angesehen wurde, machte es die Erfindung der Verhütungsmittel einfacher, verantwortungslosen Geschlechtsverkehr zu haben und die Kirche war machtlos, die Entwicklung zu stoppen.

Ein neuer, mächtiger Held der Menschheit ging hervor: Einstein (kein Zweifel. Sein neogalaxie-Haarstil war Vorbild für viele Rockstars, einschließlich meiner zeitgenössischen Helden Bob Dylan und Jimi Hendrix). Er lehrte uns, dass alles, einschließlich der Begrenzung von richtigem und falschem, relativ sei (es ist etwas anderes, ein anderer Geisteszustand, den ich gerade durchmache, dass alles, was ich sehe, nie zutreffend ist). Es gab keine festen Realitäten jenseits des Universums, keine religiösen Einschränkungen oder Gebote, an die man sich halten konnte, so erschien es zumindest. Die allgegenwärtige Philosophie dieser ganzen neuen Generations-Vision basierte auf dem Konzept: Wenn es dich glücklich macht, steh dazu.

Gut. Überall dazustehen ließ mich meine Jugend verabscheuen, die ich dann, ganz oben angekommen, schnell beendete. Durch die lebensbedrohliche Plage Tuberkulose, und nach einem übernatürlichen Wiedererwachen zurück in eine neue Karriere (komplett mit einem Messias-ähnlichen Bart als Beweis). Es wurde höchste Zeit für mich, ein Gegengift zu finden.

Ich erreichte die richtige Reife dazu im Alter von 29. Das Universum benötigte noch eine ausgeglichenere Erklärung, und ich war „On the road to find out“. Meine Seele war noch gierig nach Antworten. Egal, wie stark ich es probierte, ich konnte einfach nicht die Stimme meines Gewissens unterdrücken („I wish I could, I wish I had, the secret of good and the secret of bad“).

Wunderbar passend fiel ein Buch in meine Hände, das plötzlich einen neuen geistigen Horizont, den Koran, öffnete. Meine Augen begannen, sich einer neuen Welt zu öffnen, in der Wunder jeden Tag geschahen.

UND SIEHE, IN DER KREATION DES HIMMELS UND DER ERDE, UND DEM WECHSELSPIEL VON TAG UND NACHT SIND TATSÄCHLICH ZEICHEN FÜR MÄNNER MIT VERSTÄNDNIS. MÄNNER, WELCHE DEN LOB ZU GOTT ZELEBRIEREN, STEHEN, SITZEN UND LIEGEN UNTEN AUF IHRER SEITE UND BETRACHTEN DIE WUNDER IM HIMMEL UND AUF ERDEN MIT EINEM GEDANKEN: OH GOTT, NICHT UMSONST HAST DU ALL DAS GESCHAFFEN ! RUHM FÜR DICH ! GIB UNS DIE ERLÖSUNG VOR DER STRAFE DES FEUERS.

Endlich war mein Wunsch nach Verständnis durch das Geschenk eines Buches der göttlichen Wissenschaften gekrönt worden. Abgesehen von der kraftvollen Botschaft des Einsseins, des Gottes und der Vereinigung aller Propheten, wie Moses, Jesus, Abraham und Noah zusammen mit Mohammed, war der Koran auch aufschreckend genau, insofern Fachinformation.

Ich hatte ein frommes Schriftstück gefunden, in welchem die Wissenschaft nicht fremd war, in dem die Moral dennoch fest war und kompromisslos. Jetzt endlich fing ich an, mich zu Hause zu fühlen.

Beide allgemein gültigen Theorien des „großen Knalls“ sowie die Anerkennung des Wassers, die eine Vorbestimmung für das Bestehen anderer Lebensformen im Universum sind, waren in den ersten Versen des Koran zu finden. Ein kraftvolles Paradigma der Gott-basierenden Argumentation und der Vernunft hatte meine Welt erreicht.

WOLLEN DIE UNGLÄUBIGEN NICHT SEHEN, DASS DER HIMMEL UND DIE ERDE ZUSAMMEN VERBUNDEN WAREN, BEVOR WIR SIE AUSEINANDER GESPALTET HABEN UND DASS ALLES LEBEWESEN VOM WASSER GESTALTET WURDE ?

GLAUBEN SIE ES DENN IMMER NOCH NICHT ?

Der Koran wird manchmal „Al Furgan“ – „das Kriterium“ oder das Maß von Gutem und von Falschem bezeichnet. Jetzt konnte ich verstehen, was den Himmel und was die Hölle bildet (....what makes the heaven, what makes the hell...). Jeder hat ein angeborenes Gewissen, das seine Gedanken und Tätigkeiten überwacht und Gutes vom Bösen trennt, er wird nur blind durch hartnäckigen Ungehorsam. Am Ende wird das Urteil jeder Seele durch die relative Nähe zu Gottes Anweisungen gefällt, die Enthüllung durch irgend jemandes anderes Gewissen wieder belebt werden kann. Diese Anweisungen sind offensichtlich der Schritt ins „große Hotel“ (.....while others reached the big hotel...).

Yusuf Islam, 1999

ich teile seine meinung nicht ganz. ich dachte nur, dass es an der zeit ist, auch einmal etwas anderes zu hören. ich denke, dieser text gefällt beiden nicht, weder christen noch atheisten. mir auch nicht. obwohl teile davon durchaus der realität (ja, der realität!) entsprechen.

Jzero

Freitag, der 14. Juni 2002, 18:00 Uhr
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hm...

Freitag, der 14. Juni 2002, 17:53 Uhr
Name: Jzero
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"Unser täglich Brot gib uns heute"

unser tägliches brot solln wir uns sicherlich selbst besorgen. aber man möchte, dass gott einem dabei hilft.

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Copyright © 1999, Der Humanist (Gästebuch entwickelt von Erik Möller) - Copyright © der Einträge bei ihren Autoren