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Montag, der 24. Juni 2002, 00:15 Uhr
Name: Herbert Ferstl
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

@ Matze:

Daher ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auch zu erwarten, dass deine Kinder Atheisten werden.

Das mag sein und ist mir nicht gerade unangenehm :-)))
Wichtig erscheint mir jedoch, ihnen (fast?) alle Moeglichkeiten offen zu halten.

Ich verwehre ihnen aber nicht die Moeglichkeit, GLAEUBIG(E) zu werden. Wenn es allerdings einen allmaechtigen Gott gaebe, der in seinem eigenen Interesse handelt, so koennte er doch Einfluss nehmen auf diese Entwicklung. So aber bleibt es relativ davon abhaengig, ob die Eltern Atheisten sind oder ob Eltern bereit sind, ihre Kinder rechtzeitig religioes zu konditionieren. Ein weiteres Indiz gegen eine Gottesexistenz.

In welchem Jahrhundert lebst du? Meinst du die Masse der Gläubigen Eltern schickt ihre Kinder Sonntags in die Kirche?

Das nicht - aber die ueberwiegende Mehrheit der Eltern ist daran interessiert, dass ihre Kinder im RU - zudem unter einem Kruzifix - religioes indoktriniert werden ("...sonst haben sie ja keine Werte[vermittlung]"). Das Gleiche gilt mutatis muntandis fuer Kindergaerten in kirchlicher Traegerschaft, wo Kinder spaetesten hier das Beten und den Gottesdienstbesuch kennen lernen.

Ich habe es [Kind] auch nicht getauft.

Du wartest damit also bis zur Kommunion/Firmung/Konfirmation?

Verstaendis fuer andere GLAEUBIGE ist meist nicht schwierig. Mann hat ja Verstaendnis dafuer, dass der "aerme Moslem/Hindu, etc." leider nicht an den richtigen Gott GLAUBT.

Darum geht es in diesen Gruppenstunden nicht.

Das mag sein - der eine oder andere wird es aber so auffassen oder GLAUBEN. Er kann ja per definitionem einer religiosen Ideologie - und in der Praxis - nur an die einzige Wahrheit (s)eines einzigen Gottes GLAUBEN.

Hauptsache aber, er GLAUBT. Gott wird das schon irgendwie verzeihen und positiv fuer den Eintritt ins Paradies bewerten. Der Moslem hat das ja nicht absichtlich gemacht...

Das ist eine ziemlich haltlose Behauptung.

Die sich leider in der Praxis bestaetigt.

Matze:
Auch über den Atheismus haben wir uns unterhalten.

Herbert:
Das sind ja jene, die (absichtlich?) andere vom Himmelreich abhalten koenn(t)en...

Ist ja auch so :-)

Also doch! Der persoenliche-egozentrische Wunsch nach dem Paradies als primaerer Antrieb zu GLAUBEN? Und jene, die NichtGLAUBEN sind die "Boesen", weil sie den so genannten "letzten Dingen" im Wege stehen?

Herbert:
Warum aber wird den Kindern in Jugendgruppen/ Schulen, etc. der Weg des NichtGLAUBENS als gleichwertig erstrebenswerte Alternative vorenthalten oder negativ bewertet?

Er wird überhaupt nicht bewertet - genauso wie auch nicht Religionen als gut oder schlecht bewertet werden.

Das kann ich mir nicht vorstellen. Scientologie wird nicht bewertet?

Das Ziel ist nicht zu helfen, sondern "das Richtige" zu Glauben.

Da GLAUBEN (im Sinne von Annahme) aber eben nur GLAUBEN (im Sinne von nicht wissen) sein kann, wird man stets das falsche GLAUBEN. :-)))
Ob dies dann eine Minderheit ist (gegen den Strom) oder eine ueberwaeltigende Mehrheit, hat mit inhaltlicher Substanz gar nichts am Hut.

Herbert:
Ich moechte aber keinen verbindlichen einseitig weltanschaulich-indoktrinierenden RU fuer die von uns gezeugten Kids, der von Lehrern gehalten wird, die nur mit missio/vocatio unterrichten duerfen.

Ein Religionsunterricht für Christliche Religionskunde kann doch sehr schwer ein Atheist oder Moslem leiten.

Anders herum ist`s aber o.k. - gelle?
Bei uns in Bayern ist es Usus, dass der Ethik-Unterricht von Religionslehrern gehalten wird. Ein eigenes Studienfach Ethik ist fuer Lehramtsstudierende nicht vorgesehen (das ist natuerlich nur reiner Zufall).
Zudem geht es primaer nicht um den GLAUBEN des Unterrichtenden - es geht um dessen Pflicht zur Mission und darum, dass ein (kirchlicher) Verein seine Mitarbeiter auf Staatskosten ausbildet und dann in staatl. bezahlten Unterrichtsraeumen den Kindern seinen GLAUBEN aufschwatzt. Diese Regelung ist fast einmalig auf der Welt. Siehe Alternative: Von Kirchen selbst bezahlte Sonntagsschule in den USA.

LER, Philosophie, Werte & Normen, Lebenskund o.k. - aber kein Unterricht, hinter dem letztlich die Kirchen und ihre Lehrplaene stecken.

Das wäre der atheistische Versuch zu Schüler zu missionieren.

Falsch. Dies waere eine (neutrale) Praxis, die Kinder nicht einseitig zu konditionieren/missionieren, sondern ihnen von allen Moeglichkeiten die sich ergeben, die fuer sie individuell beste herauszufiltern. In Parenthese: Religionskunde ist keine atheistische Mission.

Die meisten Menschen, die sich vom Mainstream lösten sind gegen Wände gerannt...

Sehe ich nicht ganz so. Es geht nicht darum, moeglichst viele zu ueberzeugen von der eigenen Art zu leben. Es geht darum, dass man vor sich selbst bestehen kann. Bestenfalls kann der eingschlagene Weg ein Beispiel sein fuer andere (Kinder, Bekannte, etc.) oder auch nicht...

Mal im Ernst: Hast Du Spiele der Fussball-WM geguckt?

Nein. Ich habe zwar die Ergebnisse im Internet nachgeschaut, um informiert zu sein. Aber "Profi"-Fussball interessiert mich herzlich wenig. Genauso wie mich Pop-Musik und Massen-Kino nicht interessiert.

Da haben wir einige Dinge gemeinsam. Der Fernsehapparat steht bei uns im Keller... :-)))

He:
Sehe ich z.T. auch so - und deshab beweist die angebliche Auferstehung eines Jesus genauso viel. Naemlich nichts (ausser vielleicht, dass fuer die Evangelien aus den vorchristlichen Schriften viel abgekupfert wurde. Siehe "Abermals kraehte der Hahn", K. Deschner oder U. Ranke-Heinemann).

Doch, denn wenn jemand nach zwei Tagen von den Toten auferstanden ist, dann ist es ein Wunder, das nicht von selbst kommen kann - denn nach zwei Tagen ohne Leben ist ein Körper schon zu schwer beschädigt.

Jungfrauengeburt, goettliche Auferstehung, Himmelfahrt, Fischwunder, Prophezeihung, Krankenheilung, Totenerweckung, Taufe, Beichte, goettliche Praeexistenz, Verwandlung von Wasser in Wein, etc. gab es bereits seit Jahrtausenden in vorchristlicher Zeit. Exemplarisch genannt seien hier der Attis-, Asklepios-, Isis-, Dionysos-, Herakles-, Sonnengott-, Mithraskult, die Mysten in Eleusis, die Orphiker, Pythagoraeer, der Buddhismus und Jainismus. Interessant sind in diesem Zusammenhang die teilweise daraus woertlich uebernommenen Passagen, respektive die Uebereinstimmung deren Heilsgeschichten (z.B. Gott Attis, der am dritten Tag wieder auferstand - wie danach auch Jesus) mit den spaeter kanonisierten (oder apokryphen) Schriften der christlichen Religion.
Noch interessanter erscheint jedoch, dass auch die (zu jeder Epoche) Verantwortlichen (z.B. Kirchenlehrer, -vaeter) der christlichen Religion erfasst haben, dass es der Verbreitung ihres Glaubens immens dienlich ist, die ehedem z.T. in der Fruehzeit und Antike formulierten ethischen Vorstellungen als goettlich inspiriert darzustellen. Doch alle ethischen Systeme sind aus den Materialien menschlichen Verlangens und menschlicher Zwecke geknuepft. Es gibt keinen Beweis dafuer, dass Moses die zehn Gebote von oben erhielt.

Es gibt ja auch noch die gelebte Realitaet - und da existiert kein goettliches Eesen (ausser man erGLAUBT sich eines).

Oder aber man glaubt sich keins (also man glaubt dass es keins gibt).

Da verwechselst Du etwas ganz fundamentales. Atheisten GLAUBEN nicht, dass es keinen Gott gibt - Atheisten GLAUBEN per se nicht(s). Sie denken :-)))

Weltanschauung selektiert allgemein. Auch Atheismus.

Wahrnehmung ist immer selektiv - darauf koennten wir uns einigen. Atheisten benutzen aber kein theistisches Maerchenbuch, dass eben inhaltlich auf selektive Wahrnehmung zurueckzufuehren ist.

Stammt von dir oder Frank. Also beweisen die Wenn-Auslegungen gar nichts.

Sie beweisen sehr viel - eigentlich fast alles. Der Rest ist GLAUBE an ein (goettliches?) Wesen, dass stets fuer Ausreden zu haben ist, weil seine Wege angeblich unergreundlich sind...

Vielleicht hat er - nach goettlicher Eingebung - absichtlich so gehandelt, um zwar die Kirchen leerer zu machen aber Jugendliche naeher an die biblischen Schriften heranzufuehren?

Vielleicht. Drüber zu Urteilen ist unsinn, mir fehlt der Überblick.

Aber eben darauf will ich hinaus. Nichts, aber auch gar nichts laesst sich gegen das Unfehlbarkeitsdogma des Papstes erbringen, solange man nur fest daran GLAUBT. Das gilt fuer alle angeblich goettlich verfassten Gebote ebenso.

Herbert:
670 Religionen (von einigen tausend) alleine im "Knaurs Grosser Religionsfuehrer" (Muenchen 1992). Viele existieren heute noch (z.B. afrikanische Stammesreligionen). Alle gottgewollt?

Wieviele mehr sind bereits untergegangen. Wo waren deren Götter?

Aber das ist doch keine Argumentaion fuer Gott/Goetter, da muesste es doch nur so wimmeln von diesen Kreaturen.

...und Millionen weiteren Menschen werden dafuer ins (heilige?) Gras beissen...

das bezweifle ich. mit der aufklärung und der tatsache, dass christen endlich selbst die bibel lesen können, ist das Christentum wieder zu seinen Inhalten zurückgekehrt.

Die Bibel lesen? Dass ich nicht lache. Bei Diskussionen kennen die meisten so genannten Christen nicht mal die vier Evangelisten, gerschweige denn in der historisch richtigen Reigenfolge. Sie wissen kaum was von den synoptischen Evangelien und deren Unterschied zum Johannes-Evangelium. Von inhaltlicher Le(e/h)re ganz zu schweigen. Geht man auf Kirchenthemen ein, z.B. Namen und Anzahl der Paepste der letzten 100 Jahre, deren relevanten Enzykliken, Regierungszeit, etc. dann wirds zappenduster - ja, man weiss meist nicht mal, wo dieses Wissen nachzuschlagen waere. Dann kommt meist die Antwort, das waere nicht wichtig, um zu GLAUBEN.
Da frage ich mich dann schon, was diese Menschen GLAUBEN oder in der (kath.) Kirche haelt.

da hast du recht und unrecht. das problem an der religion/atheismus ist, dass sie die philosophie über das sein umfasst. es kann nur eine (die eigene) aus sicht der mitglieder recht haben. das gilt auch für atheisten!

Das sehe ich anders. Atheismus ist eine Philosophie. Philosophen gelten seit der Antike sozusagen als Spezialisten fuer heikle (Lebens-)Fragen. Sie vermitteln aber keine Heilsgeschichten/-botschaften. Im Gegensatz zu den Theologen, die stets die passende Atwort/Ausrede parat haben.

wie wäre es denn, wenn dieser wunsch nach ewigen leben von gott gewollt wäre...

Mal angenommen, es gibt (nichtGLAEUBIGE ?? )Menschen, die einfach - aus welchen (rationalen?) Gruenden auch immer - kein so genanntes "ewiges Leben" haben wollen.

oh, willst du auf atheisten hinaus, die sich das einreden...

Nein - es gibt welche, die ihr Leben eben so leben. Danach ist einfach Schluss aus. Sie wuenschen nicht mehr. Ich sehe dies als voellig legitim und vor allem unegoistisch.

Sie waren zu Lebzeiten gute und hilfsbereite Menschen, haben sich nie etwas zu schulden kommen lassen und wollen nach dem Tod einfach nur Tod sein - und sonst nichts.

wenn dies ihr paradies ist...

Was sollten sie davon noch spueren?
Sie erhoffen nichts mehr, sie ertraeumen nichts mehr, sie bereuen nichts mehr, sie fuerchten nichts mehr... Sie sind frei!

... vielleicht willst du, wenn du dieses ewige leben erreicht hast gar nicht mehr tod sein, weil es so wundervoll ist.

Nein danke - auf einen Moedergott verzichte ich freiwillig und gleich im voraus - dann schon lieber in die Hoelle, zu den suendigen Maedels :-))))
Mein Engagement liegt zudem im verifizierbaren Diesseits.

Kennst Du die Geschichte vom verlorenen Sohn?
Was will er dann ueberhaupt, ausser Nichtwollen?
(und evtl. ausser, dass sich die Menschen selbst [gegenseitig] helfen...)

was er will oder nicht will oder warum er was will - was wissen wir schon darüber oder können wir überhaupt wissen/verstehen?

Wir wissen aber die goettlichen Attribute: Allwissend, guetig, allmaechtig, all...
Daraus laesst sich im Zusammenhang mit den Kernsaetzen der Bibel durchaus einiges Ableiten, was eben in der Realitaet nicht zutrifft.(Naechstenliebe/Leidreduzierung/taeglich 100.000 Verreckende, etc.)

Zudem sehe ich es als weiteres Indiz fuer seine Nichtexistenz. Gerade die verlorenen Schafe (wie ich) sind lt. Bibel sein grosses Anliegen.

wer weiß, vielleicht holt er die schafe erst am letzten tag.

Mich sicher nicht (und auch nicht "einige" Tage vorher).

ich bin vegetarier,...

Dito.

gottes schöpfung ist mir wichtig.

Mir die evolutionaere Natur, die es als Lebensraum intakt zu halten gilt.

ob etwas eingetroffen wäre, auch wenn niemand gebetet hätte ist schon rein philosophisch nicht nachweisbar.

Bei mir schon - weil ich nie bete und dennoch trifft meist das ein, wofuer ich mich einsetze, engagiere oder arbeite. Ehedem als glaeubiger Christ war das kaum anders. Die Trefferquote war nicht signifikant besser - eher schlechter :-)))

Es gibt keine (absolute) Wahrheit...

doch, die wahrheit, dass 2+2=4 ist, dass die erde sich um die sonne dreht.

Das sind keine Wahrheiten, sondern Fakten, Realitateen oder richtige/falsche (mathematische?) Aussagen.

und gott die welt erschaffen hat.

Lach - no comment! :-)))

Mir ist (bisher) nicht bekannt, das eine dezidiert atheistische Organisation - nicht eine, die u.v.a. den Atheismus probagierte - mit einer drohenden Botschaft zig-Millionen Menschen sterben haette lassen.

stasi, kgb, sed, kpdsu...

Das waren aber keine Organisationen, die sich aufgrund einer atheistischen Philosophie gegruendet hatten. Ich verweise explizit auf E. Baegers Ausfuehrungen hierzu und zitiere - aus dem Zusammenhang gerissen:

Ist der Atheismus nun eine weltanschauliche Ideologie?

Man könnte nun die Probe aufs Exempel machen. Wenn der Atheismus eine Ideologie wäre, geeignet zur Begründung politischer Verbrechen, dann müssten folgende Kriterien erfüllt sein:

Es müsste eine organisierte atheistische Weltanschauungsgemeinschaft bestehen, mit einer Führungskaste die von dieser und für diese Ideologie lebt.
Es müsste eine kanonisierte Fassung einer atheistischen Lehre geben, deren Inhalte für die Mitglieder der Organisation verpflichtender Glaube wäre.
Die Mitglieder der Organisation müssten zur Weitergabe und zur Ausbreitung des Atheismus ver pflichtet sein.
Keines dieser Merkmale war je gegeben. Mit der Kritik theistischer Lehren und den gesellschaftlichen Auswirkungen theistischer Religionen im Laufe der Geschichte haben sich stets nur einzelne Individuen beschäftigt:
Schriftsteller, Dichter, Philosophen, Historiker, Naturwissenschaftler. Mit anderen Worten, Atheismus hat gerade nicht zu Weltanschauungsorganisationen mit politischer Macht geführt, sondern kennzeichnet eine Stellungnahme unabhängig denkender Menschen zum Phänomen der theistischen Religionen. Aus eben diesem Grund haben es die Verbände, die sich für eine Interessenvertretung nichtreligiöser Menschen (d.h. immer für einen weltanschaulich neutralen, niemals für einen atheistischen, Staat!) einsetzen, so ungeheuer schwer, auch nur einen bescheidenen Organisationsgrad zu erreichen.
Der Umstand, dass politische Schwerverbrecher, die durch Verfolgung und Vernichtung der religiösen Konkurrenz die Alleinherrschaft ihrer totalitären Partei und deren Ideologie zu sichern suchten, sich als Atheisten bezeichneten, diskreditiert den Atheismus ebensowenig wie der katholische Glaube eines Mafiabosses den Katholizismus diskreditiert. Erst wenn das organisierte Christentum (die Kirchen) mit ihren religiösen Führern Verbrechen gegen die Menschlichkeit als handelnde Organisation zu verantworten haben, kann eine "Kriminalgeschichte des Christentums" geschrieben werden.

sondern einfach gut sein ohne wenn und aber.

Dazu bedarf es aber zwingend keiner Bibel. Dazu genuegt eine ethische Erziehung zu selbstverantwortlichem und verantwortlichem Handeln anderen gegenueber.

Nein - die Tageszeitung! (Regionalteil)

da stehn [...] sachlich-nüchtern: "es konnten 20000 menschen geholfen werden, dank der vielen spenden. spenden sie uns, damit mehr hilfe möglich ist!"

Die werden sich hueten zu schreiben: "...nebenbei konnten noch 20 Ureinwohner auf der Insel Papua-Neuguinea zum christlichen GLAUBEN bekehrt und getauft werden...".

Sorry. Das sind fuer mich nur Ausreden. Nach dem Prinzip: Gottes Wege sind unergruendbar...
Wenn die jesuanische Lehre der Naechstenliebe goettlichen Urspungs waere, dann impliziert sie u.a. das Prinzip der Leidreduzierung. Denn wieso sonst sollte ich meinen Naechten lieben, mit ihm mein Hab und Gut teilen? Doch nicht deswegen, dass es ihm hinterher (physisch und psychisch) schlechter erginge.

nein, sondern das es ihm hinterher besser ginge. aber wie gott handelt ist von diesem gebot entkoppelt, denn er aht das gebot gegeben - und wie gesagt, er hat den überblick - vielleicht handelt er ja mit enormer liebe, nur wir verstehen das nicht.

Aso - aus enormer Liebe laesst er vielleicht taeglich 100.000 Menschen verrecken (komisch nur, warum nicht bei uns?) und wir verstehen dies evtl. nur nicht? Bei aller Guete, wer an sowas GLAUBT ist zu allem faehig.
Mit dieser Begruendung koennte ich die mir angetraute Gattin totschlagen (wie in Nuernberg geschehen. Siehe NEWS im HUMANIST) und mich auf Gott berufen und auf die Unwissenheit der irdischen Richter, etcpp.

Jedoch verstehst DU diese Idee nicht...

Da gibt`s nichts misszuverstehen. Wenn es einen Gott gaebe und er hielte sich (aus welcher Entscheidung heraus auch immer), nicht an seine fundamentalsten Gebote - die er anderen auferlegt - dann soll das verstehen wer will (ergo GLAUBEN wer will); ich nicht.

Vielleicht hällt er sich ja dran, nur kapierst du nicht warum.

Wenn ich`s nicht kapier, brauch ich erst recht nicht an ihn oder sein Nichthandeln zu GLAUBEN.

Es steht doch drinnen, dass die seelig sind, die Leiden - vielleicht geht es denen schlecht, damit es ihnen im ewigen leben besser geht. (das sind nur mutmaßungen und sollen nur zum beweis dienen, damit du verstehst, worauf ich hinauswill.)

Diese Argumentation ist mir von anderen bekannt. Doch ist es wie mit dem GLAUBEN: Er ist abhaengig von Ort und Datum - das taegliche Massensterben auch. Dass Dir da nicht ein Licht aufgeht?

Das Prinzip der Naechstenhilfe habe ich fuer mich selbst ethisch erarbeitet und ebenso begruendet - zumindest fuer den mich umgebenden ethischen Raum.

Habe ich auch, da die bibel mich dazu zwingt. ich helfe, weil es mein gewissen nicht anders zulässt.

Mein Gewissen zwingt mich zu gar nichts - aber mein Wissen.

Indizien versagen vor einem prozess. besonders wenn aus ihnen ein umkehrschluss gefolgert werden kann, wie ich es hier ständig mache.

Sehe ich nicht so. Indizien belegen durchaus etwas. Da kann der Beschuldigte noch so oft seine Missetaten leugnen. :-)))

(dummerweise werden die umkehrschlüsse aufgrund selektiver wahrnehmung ignoriert oder als generell falsch erachtet ohne darüber zu diskutieren).

Zur selektiven Wahrnehmung sage ich: Dito!
Zur Diskussion sage ich: Sie findet statt!

Fuer was GLAUBEN diese Menschen dann, wenn die Mehrheit dieser Christen im Falle einer GLAUBENSpruefung - und die Nazizeit war dies sicherlich - jaemmerlich versagen?

sie versagten - aber nicht alle.

Dann bedarf es auch keinerlei GLAUBEN! (wenn fast alle versagen).

Man haette kein Heiliger (im Vatikan) sein muessen, um GLAEUBIGE Menschen (Soldaten), die andere toeten, mit dem definitiven Ausschluss aus der Kirche und mit der Exkommunikation zu drohen.

ich bezweifle, dass die kirche damals die macht hatte und heute dies noch für wichtig erachtet...

Heute gaebe es andere Beispiele, z.B. Bomben auf Serbien. Diese Piloten waeren aus der Urkirche ausgeschlossen worden. Dazu haette die Kirche heute sehr wohl die Macht. Aus Opportunitaetsgruenden (siehe auch mein gestriges Posting zu Faulhaber) und aus Machtgruenden wird das nicht gemacht.

hätten sie hitler exkommuniziert hätte keine kirche mehr gestanden oder es wäre zu einer NSDAP-Kirche gekommen...

Vielleicht haette dies den meisten die Augen geoeffnet - und nicht nur wenigen, darunter vielen Kommunisten und atheistischen Sozialdemokraten. Ein wesentlich frueheres Kriegsende waere doch gewiss gewesen, wenn viele Christen durch den Papst erklaertermassen vor die Gewissensfrage gestellt worden waeren:
Mein Seelenheil, durch moegliche Exkommunikation in Frage gestellt, oder die Hitlergefolgschaft.

...und fuehrten u.a. die (kriegerische?) Wiederbewaffnung und die Stationierung von Atomwaffen ein. Ja - Kleriker fanden damals heraus, dass ein Atomkrieg gar nicht so schlimm sei, waere er doch dann von Gott gewollt. Menschliche Fehler? (oder ein Indiz mehr?)

es gab auch genug pfarrer gegen eine wiederbewaffnung.

Die holt man dann beizeiten wieder hervor - als Widerstandskaempfer...

Montag, der 24. Juni 2002, 00:01 Uhr
Name: Matze
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@herbert:

Thema Anarchie
vielleicht würde es auch nur reichen, wenn man versucht ein gerechtes wirtschaftssystem zu errichten, bei dem jeder nach seinen leistungen bezahlt wird. auch politiker...

grundsätzlich bin ich aber gegen alle radikalen politiken, da sie bisher nur geschadet haben.

Sonntag, der 23. Juni 2002, 23:57 Uhr
Name: Matze
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

Thema: Jenaplan

naja, scheint mir nicht ganz der weisheit letzter schluss. schulexperimente nein danke.

insbesondere halte ich nichts von wochen mit ein und dem selben fach. das ist für kinder langweilig und bringt sie dazu schneller das gelernte zu vergessen (siehe steiner-schule).

ich bin eher für eine ausbildung, die an schülerfähigkeiten ausgerichtet ist (insbesondere förderung talentierter, begabter und hochbegabter schüler) und ich bin dafür, dass werdende lehrer an den unis ein fach namens 'didaktik' bekommen. das würde schon vieles verbessern.

Sonntag, der 23. Juni 2002, 23:53 Uhr
Name: Matze
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

@Tom:

Bitte ruf mich an! Ich brauche wieder mehr Tiere zum durchficken! bitte meldet euch! bei mir! ich kann euch auch ein paar pornos schicken! (selbst gedreht)! BYE BYE und vergest nich !TOM FICKT ALLES!

Lass es.

@Heike N.:

Ma:Nein nicht ersetzt, sondern integriert in die sozialistische Staatsreligion. Die nicht zum Staats-Atheismus passenden Kirchen wurden dann schnell gesprengt...

HN: Du selber hast nun den Begriff "Religion" im Hinblick auf die Parteigläubigkeit benutzt.

richtig.

Einem Menschen ein Dogma überzustülpen und die freie Entscheidung zu verhindern bedeutet doch immer Fundamentalismus. Ich verwehre mich dagegen, dass meine Weltanschauung in diese Schublade gepresst wird.

ich verwehre mich auch, dass meine Weltanschaung in diese Schublade gepresst wird. ich habe auch deine weltanschauung nicht in die schublade des fundamentalismus gepresst, sondern wollte dir was anderes zeigen:

der fundamentalismus nutzt religion. weder christentum noch ateismus sind zur machtdurchsetzung da - sondern die machtgeile haben diese weltanschauungen genutzt und adaptiert.

Ich habe noch niemandem vorgeschrieben, was er zu denken oder zu glauben hat.

ich auch nicht.

Ma: Am Beispiel DDR: Mit der Instrumentalisierung des Atheismus wollte die SED die Kirchen (da sie einen Wiederstand gegen die Staatsmacht darstellten) niedermachen.

HN: Der Weg von der kleinen Glaubensgemeinschaft der Christen bis hin zur Erhebung zur römischen Staatsreligion ist ein anderes Beispiel dafür.

genau.

damit du sicher sein kannst: ich will nicht missionieren, sondern einfach nur argumentieren

Ich habe dabei auch gar nicht dich gemeint. Obwohl das Argumentieren bei dir erst relativ spät einsetzte.

zugegeben - am anfang wollte ich nur stunk machen :-)

Ursprünglich warst du hier, um zu stören und hast diese Page als kompletten Unfug abgetan, richtig?

ja.

Nicht sehr tolerant, wenn du mich fragst.

ja.

Deshalb auch der Vergleich mit einigen anderen sich genauso verhaltenden Nicks, die alle zu ein und derselben Person gehörten.

mit was für nicks? scheints check ich das immer noch nicht ganz. erst hast du erwähnt, dass wir uns irgendwoher kennen und dann hat frank mich einmal mit "ralph" angeredet?

Heike: Wenn man manche Vertreter in diesem GB bzw. in anderen religionskritischen Foren (da meine ich sowohl Gläubige als Nicht-Gläubige) so betrachtet und möglicherweise diesen Querschnitt auf die Gesellschaft überträgt, habe ich da auch so meine Bedenken.

Matze: In wie fern?

Hältst du es für verständigungsfördernd, seitenlange Predigten oder Kopien aus dem GB zu posten, oder pauschal abzuwerten: "Ihr redet alle nur Unfug" bis hin zu "Gott wird euch strafen, weil ihr nicht glaubt"? Oder denkst du, dass das, was Antichrist hier postet bringt auch nur einen Christen dazu, die Institution Kirche mal kritisch zu betrachten, oder auch nur einmal über die Widersprüche im Christentum nachzudenken?

du hast recht. natürlich brinkt billige sprechblasenpolemik rein gar nichts.

Wie soll es dann global klappen?

akzeptanz und diskussion. polemik muss grundsätzlich abgelehnt werden. das kann man den kirchen genauso wie atheisten, juden oder sonstwem vorwerfen...

Ich denke für beide Seiten, Atheisten wie Christen, ist es sogar sehr nützlich über diese Themen sich auszutauschen. Einerseits scheint dies bei beiden seiten den eindruck zu vermitteln, man habe die eigene position gestärkt - andererseits kann jeder eine gewisse lehre draus ziehen...

Was meinst du, warum es Pages dieser Art gibt? Um zu provozieren oder um aufzuklären und zum Dialog anzuregen?

naja, einwenig provozierend ist die seite schon (okay, ich hab sie mir nicht allzugründlich angesehen). als diskussionsplattform scheint sie auf alle fälle effizient.

@Herbert:
Ma: Meiner Meinung unterstützt nicht Religion/Weltanschauung ein totalitäres System/machtgeile Menschen, sondern totalitäre Systeme/machtgeile Menschen wissen Religion/Weltanschauung zu instrumentalisieren.

He: Gut erkannt. Muss man nur noch erkennen, dass wir in einer totalitaeren Demokratie mit absolut machtgeilen Politikern leben. Sozusagen in der Diktatur der Demokratie. :-)))

ja. ich hab mich mittlerweile entschlossen zwischen cdu/spd/fdp pro legislaturperiode zu wechseln. nicht-wählen halte ich für gefährlich, da radikale parteien alla npd, pds und dvu dadurch gefördert werden.

http://www.anarchismus.de

Es lebe der herrschaftslose, gewaltfreie Anarchismus!

leider funktioniert Anarchismus nicht. die menschen sind zu dumm dazu. meiner meinung sollte man eher die grundprobleme unserer demokratie überdenken (niedrige wahlbereitschaft; politik von obenherab). denn wenn sich hier innerhalb der nächsten 10-20 jahre nichts ändert, dann kann ganz schnell jemand radikales hochkommen...

Sonntag, der 23. Juni 2002, 23:37 Uhr
Name: Matze
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Die waren auch nicht alle blöd früher.

Das nicht - aber wesentlich religioeser.

Das bezweifle ich. Selbst wenn die Kirche je "untergehen" sollte (was ich wiederum bezweifle) wird es nie zu Atheismus kommen. Meinste die Leute folgen irgendwelchen Philosophen? Die masse, die aus der kirche raus ist (oder nur noch kirchensteuer zahlt) glaubt von feng-shui bis sonstwas. wenn ihr die kirche kaputt macht, dann kommen halt die nächsten. die menschen sind so religiös wie eh und je, geben es vielleicht weniger zu. was sie weniger sind, als die menschen früher, das ist patetisch (e.g. "gott schütze amerika") - aber das is auch nur in der brd so...

Sonntag, der 23. Juni 2002, 22:18 Uhr
Name: Peter Petersen, Flensburg
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Ich bin ein "Abkömmling" des Prof. Peter Petersen, der den Jena - Plan entwickelt hat.

Ich werde in den nächsten hier einige Informationen über den "Jena - Plan" einstellen.

Sonntag, der 23. Juni 2002, 21:27 Uhr
Name: Herbert Ferstl
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@ Frank:

Die waren auch nicht alle blöd früher.

Das nicht - aber wesentlich religioeser.

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Copyright © 1999, Der Humanist (Gästebuch entwickelt von Erik Möller) - Copyright © der Einträge bei ihren Autoren