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Samstag, der 29. Juni 2002, 18:59 Uhr
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1
THEOLOGISCHE FAKULTÄT
der
Georg-August-Universität
Göttingen
Proseminararbeit
Exegese von Genesis 4,1-16
im Rahmen des alttestamentlichen Proseminars
Einführung in die Exegese des Alten Testaments:
Jeremia- Erzählungen
Sommersemester 2000
PD Dr. Uwe Becker
vorgelegt von
Marvin Lange
Theologisches Stift
Abgabedatum: 20. September 2000
2
I. Inhaltsverzeichnis
II. Abkürzungen und Zitation
Die Zitation erfolgt mit Verfasser und Kurztitel
(gewöhnlich erstes Substantiv im Titel). Die bibliographischen
Abkürzungen richten sich nach Schwertner,
S. M., Internationales Abkürzungsverzeichnis für
Theologie und Grenzgebiete, Berlin/ New York 21992.
Übrige Abkürzungen:
I. Inhaltsverzeichnis 1
II. Abkürzungen und Zitation 1
1. Übersetzung 2
2. Textkritik 3
3. Literarkritik 5
4. Überlieferungs- und Formgeschichte 9
5. Redaktionsgeschichte 10
6. Traditionsgeschichte 13
7. Zusammenfassung 14
8. Literaturverzeichnis 14
8.1. Textausgaben 14
8.2. Hilfsmittel 14
8.3. Sekundärliteratur 15
8.3.1. Kommentare 15
8.3.2. Spezielle Literatur 15
C Fragmente hebräischer Kodizes aus der Geniza in Kairo
G Septuaginta
G Grundbestand der Sage
J Jahwist
M Masoretischer Text
RS Sekundäre Redaktion
S Versio Syriaca
sam Samaritanischer Pentateuch
V Latina Vulgata
3
1. Übersetzung von Gen 4,1-16
1 Und Adam wohnte Eva, seiner Frau, bei. Da wurde sie schwanger
und sie gebar den Kain. Und sie sprach: „Ich erschuf einen
Mann mit Jahwe.“
2 Und sie fuhr fort zu gebären, seinen Bruder Abel. Und Abel
wurde ein Hirte, Kain jedoch wurde ein Bebauer des Feldes.
3 Und es geschah nach einer bestimmten Zeit, dass Kain von den
Früchten des Feldes eine Opfergabe für Jahwe darbrachte.
4 Aber auch Abel brachte dar von den Erstgeborenen seines
Viehs und von ihrem Fett. Und Jahwe sah Abel und sein Opfer an,
5 doch zu Kain und seinem Opfer sah er nicht. Da wurde Kain
sehr zornig und sein Angesicht senkte sich.
6 Und Jahwe sprach zu Kain: „Warum bist du zornig? Und warum
ist dein Angesicht gesenkt?
7 Ist es nicht so? Wenn du gut bist, ist erheben, doch wenn du
nicht gut bist, ist bei der Tür eine Sünde ruhend. Und zu dir
kommt ihr Trieb. Doch du sollst Herr über sie sein.“
8 Und Kain sprach zu Abel, seinem Bruder. Und es geschah, dass
sie auf dem Feld waren; da stand Kain auf wider Abel, seinen
Bruder, und tötete ihn.
9 Da sprach Jahwe zu Kain: „Wo ist Abel, dein Bruder?“ Doch er
antwortete: „Ich gab nicht acht. Bin ich der Hüter meines Bruders?“
10 Da sagte er: „Was hast du getan? Die Stimme des Blutes deines
Bruders schreit zu mir vom Feld her.
11 Und nun: Verflucht seiest du von dem Feld, das den Mund geöffnet
hat, um das Blut deines Bruders von deiner Hand zu empfangen!
12 Wenn du das Feld bearbeitest, wird es nicht mehr fortfahren,
dir seine Stärke zu geben. Ein Umherziehender und Umherirrender
auf der Erde wirst du sein.“
13 Und Kain sprach zu Jahwe: „Meine Strafe ist zu schwer, um
sie zu tragen.
14 Siehe, du vertreibst mich heute vom Feld und vor deinem
Antlitz muss ich mich verbergen und ich werde ein Umherziehen-
4
der und Umherirrender auf der Erde sein. Dann wird jeder, der
mich trifft, mich töten.“
15 Da sprach Jahwe zu ihm: „Aber nein! Jeder, der Kain tötet,
wird siebenmal der Rache verfallen sein.“ Daraufhin setzte
Jahwe an Kain ein Zeichen, damit ihn keiner erschlüge, der ihn
antrifft.
16 Dann ging Kain weg vom Angesicht Jahwes und ließ sich nieder
im Lande Nod, östlich von Eden.
2. Textkritik
In sechs Versen von Gen 4,1-16 der BHS liegen kritische Vermerke
gegenüber des M vor.
1. In V1bβ findet sich eine Anmerkung, dass in omnes vel gravissimi
codices 1 der G anstelle des schwierig zu verstehenden
ηφωη:ψ−τε) δια∴ του= θεου== (durch den Gott) gelesen wird. Falls
die Vorlage der G die bessere Lesart ist, müsste es also
ηφωη:ψ−τ∀)∀µ geheißen haben. Da jedoch zu bedenken ist, dass die
kürzere Lesart meist die wahrscheinlichere ist und die schwieriger
zu verstehende der leichteren den Vorzug gibt, muss man
sich hier für die Lesart des M entscheiden.2
2. Der sam und C3 bieten eine Variante zu }∏εη∀β:λεξ⋅∀µΥ in V4.
Zwischen dem β und dem η ist noch ein ψ eingefügt. In M könnte
es sich demnach um Haplographie handeln. Eine Änderung ist aber
unnötig. Und daher gilt hier: lectio brevior potior. Dem M
ist der Vorzug zu geben.
3. In V7aγ bietet die G einen Gegenvorschlag, welcher den Sinn
zu konkretisieren versucht. G lässt beim Opferfleisch die Sünde
ruhen und bezieht sich damit auf das unmittelbar vorher Geschehene,
klammert also das auf den ersten Blick schwierig
verständliche ξατ∧εΠαλ einfach aus. Nach dem Grundsatz, dass
von zwei unterschiedlichen Lesarten diejenige zu wählen ist,
1 Vgl. BHS Gen 4,1 Anmerkung a-a.
2 Vgl. Levin, Jahwist, 93.
5
die die Entstehung der anderen am ehesten zu erklären vermag,
verdient M den Vorzug.
4. Zu V7b findet sich in BHS ein Vorschlag der Herausgeber über
eine mögliche (unbelegte!) Lesart. Dies wird als Spekulation
vernachlässigt.
5. In V8a bieten neben V und S sowohl der sam wie auch die G
als wichtige Textzeugen in 8a den Zusatz ηεδφ>αη ηφκ:λ∀ν („Lass´
uns aufs Feld gehen!“). Nach dem Sprachgebrauch des Wortes
ρµ) muss eigentlich auf das von Kain eingeleitete
ρεµ)οΨαω wörtliche Rede folgen. Auch inhaltlich scheint dies
hier angemessen zu sein. Die Wissenschaft ist sich an diesem
Punkt immer noch uneins.3
Da aber die Lesart meist sekundär ist, welche sich aus der anderen
erklären lässt, außerdem die lectio brevior potior ist,
wird in diesem Falle wiederum zu Gunsten des M entschieden.
6. Für V15a gilt für die Anmerkung, dass in G, σ´, θ´, S und V
ου)ξ ου)/τωϕ− im Hebräischen hieße es dann }∀κ )ολ - steht, der
Grundsatz: manuscripta ponderantur non numerantur. Würde auch
sam diese Lesart begünstigen, wäre in M Haplographie anzunehmen.
So aber ist dem M der Vorzug zu geben.
3. Literarkritik
Man muss davon ausgehen, dass Gen 4, 1-16 nicht von einer Hand
geschrieben worden sein kann. Es gibt eine Grundschicht und
mindestens eine Überarbeitungsschicht im Text. Folgende literarische
Auffälligkeiten bezeugen dies:
Gen 4, 2-16 wirkt so, als ob es in die Genealogie des ersten
Menschenpaares nach der Vertreibung aus dem Paradies eingearbeitet
worden wäre. V17 könnte man ohne Verlust an V1 anschließen.
Im M selbst liegt in V1 schon ein verderbtes Textstück
vor, was auf mögliche Eingriffe von zweiter bzw. dritter
3 Vgl. z.B. von Rad, Das erste Buch Mose, 85f.: Für von Rad klingt der Nachsatz wie ein nachträgliches Füllsel;
vgl. Westermann, Genesis, 411: „Auch hier muss ein Textfehler... angenommen werden.“.
6
Hand schließen lässt: η⋅φωη≡ψ−τε) lässt sich nur noch mit Hilfe
der G4 für uns sinnvoll übersetzen.5
V2 passt stilistisch besser zur Genealogie ab V17, als Erzählanfang
„eignet sich der Vers nicht recht.“6 Die Wendung in V3a
{ψ∏ιµψ ϕ¬∀Θιµ ψ∧ιη≡ψαω passt ebenfalls nicht an den Anfang einer
Erzählung. Sie setzt normalerweise ein zuvor berichtetes
Geschehen voraus. 7 „Daran verrät sich, dass die Brudermorderzählung
einst eine andere Exposition hatte als die jetzt in
v.1 f. gebotene.“8
Die Jahwerede in den V6.7 ist denkbar unpassend und lässt den
Erzählstrang unvermittelt abbrechen. Stilistisch schließt sich
V5 an V8 an. Um mit von Loewenclau zu argumentieren: In anderen
Erzählungen, die zu dieser analog sind, tritt Jahwe mit
seinem Wort erst nach geschehener Tat auf.9 Das Erscheinen Jahwes
ist für den eigentlichen Erzählablauf bedeutungslos, denn
nichts ändert die weitere Handlung an dieser.10 Außerdem erwidert
Kain ganz gegensätzlich zu den noch folgenden Redestücken
auf Jahwes Anrede nichts. Die Tat Kains genügte dem Redaktor
wohl völlig.11 Sprachlich ist V7 schwierig. Wesentliches Problem
ist das maskuline Prädikat ϕ∏∀βορ zu τ)¬φ=αξ. Von Loewenclau
versucht, den Text zu rekonstruieren. 12 Es sind aber zu viele
Schritte, um den Text gerade zu rücken:
ξατ∧εΠαλ soll bleiben, der aus personaler Sicht fehlende Artikel
für τ)¬φ=αξ wird ergänzt. Vor ϕβρ wird ein τ gestellt, um aus
der unmöglichen Maskulinumform 3.Sg.fem.Impf. zu machen. Das
4 S.o. 2.Textkritik.
5 Vgl. Soggin, Genesis, 99.
6 Dietrich, Bruder, 96.
7 So z.B. in Gen 8,6; 18,3; Ex 12,41; Num 13,25; Dtn 9,11; Ri 11,39; Jes 23,15 u.v.a.m.: vgl. Westermann, Genesis,
401.
8 Dietrich, Bruder, 96.
9 Vgl besonders Gen 3; 11,5. In Gen 12,17 kommt zwar keine Rede Jahwes nach der Tat, aber immerhin sein
Eingreifen.
10 Vgl. Dietrich, Bruder, 98.
11 Vgl. von Loewenclau, Genesis, 182.
12 Vgl. von Loewenclau, Genesis, 186f.
7
maskuline Suffix in ωοτφθ<:Τ müsste durch ein feminines ersetzt
werden.13
Aber selbst ϕβρ als Substantiv aufzufassen, wirkt wie eine
Notlösung.14 Es bleibt dabei: Dieser Vers ist unwiederbringlich
verderbt.
Es ist außerdem bemerkenswert, dass die V6.7 Wendungen wiederholen:
V6 wiederholt als Fragesatz V5b, was „ein einfaches und
geschicktes Mittel zur Anknüpfung“ 15 ist. V7b übernimmt wörtlich
eine Wendung aus Gen 3,16, gibt ihr aber einen anderen
Sinn.16 V7a ist Ausdeutung von V5b.17
V8 schließt sich- wie oben erwähnt- aufs beste an V5 an. Problematisch
ist die Lücke nach V8a, welche mit ηεδφ>αη ηφκ:λ∀ν18 bei
den meisten Exegeten geschlossen wird. Eine Entstehung dieses
Verses in einem Zuge ist unmöglich, da V8 die umständliche
Doppelung ωψ∧ιξφ) λεβ⇔εη−λε) }ψ√αθ vorweist. 19 V9a wirkt wie eine
Parallelstelle zu Gen 3,9: Auf die geschehene Sündentat folgt
das Fragen Gottes „Wo...“.20 V10a scheint durch die „Beschuldigungsformel“
21 τψ∏ι&φ( η¬εµ Parallele zu Gen 3,13a zu sein. V11
und V12 wirken wie Dubletten auf den Leser.22 Warum nur flucht
Jahwe Kain in V11 vom Feld weg, was völlig ausreichen würde,
um ihn zu bestrafen und verflucht anschließend in V12 auch
Kains Möglichkeit, vom Feld zu ernten? „V. 12 schließt sich an
v. 10b an, ohne dass eine sachliche oder stilistische Lücke
bliebe.“ 23 Auch die Parallelen von V11a zu Gen 3,14.17 sind
nicht von der Hand zu weisen, um zu zeigen, dass V11 nicht zur
13 Vgl. von Loewenclau, Genesis, 186f.
14 Vgl. Levin, Jahwist, 100f.
15 Dietrich, Bruder, 99.
16 Vgl. Westermann, Genesis, 407.
17 Vgl. Dietrich, Bruder, 96.
18 S.o. 2.Textkritik.
19 Vgl. Dietrich, Bruder, 10560.
20 Vgl. Levin, Jahwist, 94.
21 Levin, Jahwist, 94.
22 Vgl. Dietrich, Bruder, 9612. Anders Gunkel, Genesis, 45: „Man beachte das feinsinnige Spiel des Erzählers mit
dem Worte ηφµφδΑ) : den Acker hat Qain bebaut, des Ackers Früchte dargebracht, dem Acker Bruderblut zu
trinken gegeben: aber vom Acker her klagt das Blut wider ihn, darum verweigert der Acker ihm seine Frucht, so
wird er vom Acker verbannt.“ Trotz Gunkels Lob, was poetisches Vermögen des Endredaktors von Gen 4 angeht,
darf man dabei nicht außer Acht lassen, dass - ich folge da gänzlich Dietrich- Gunkel schlichtweg an einer
Stelle zu harmonisieren versucht, an welcher es einfach unangebracht ist.
23 Dietrich, Bruder, 99.
8
Grundschicht gehörte. V11b wirkt so, als wäre er aus V10b entwickelt-
ganz ähnlich vollzogen wie in V6f.24 Die V13-15 wirken
ebenfalls wie eine redaktionelle Überarbeitung der Grundschicht,
V16 schließt einfach besser an V12 an: Kains Antwort
auf den Fluch in V13 ist denkbar unangemessen25, obwohl das allein
noch kein stichhaltiger Beleg für eine Fortschreibung
ist. In V14 geschieht etwas Bemerkenswertes: Kain führt in
V14aβ einen weiteren, nicht erwähnten Punkt des Fluches an:
ρ∏∀τφΣε) !ψ∧ενφΠιµΥ muss damit ebenso eine Fortschreibung sein
wie V14aα, der wieder eine Parallele zu Gen 3,24 ist. V14b
ist Dublette von V12b und damit- ähnlich wie V6b zu 5b und 11b
zu 10b- nicht zur Grundschicht gehörig. „V. 15a scheint(...)
aus der letzten Zeile des Lamechliedes [Gen 3,24] abgeleitet
zu sein.“26 V16 gehört der Grundschicht an bis auf den kleinen
Zusatz ;}εδ⋅∀(−ταµ:διθ: Hier nämlich gibt es eine Parallele zu Gen
3,24. Da die Kain- Abel- Sage nicht ursprünglich hinter die
Paradiesgeschichte gehört, ist V16bβ ein Zusatz des Redaktors,
um der Sage einen noch ursprünglicheren, sich der Paradiesgeschichte
direkt anschließenden Charakter zu geben.27
Abschließend lässt sich die Sage auf eine Grundschicht und
mindestens eine Überarbeitungsschicht zurückführen.
4. Überlieferungs- und Formgeschichte
Gen 4, 1-16 ist eine Sage, deren Grundbestand ihren Sitz im
Leben im Kulturland Palästinas hat. Dort stand man der Einöde
ängstlich gegenüber; man konnte sich nicht vorstellen, dass
irgendjemand freiwillig dort leben möchte und bringt es so mit
einem Fluch in Verbindung. Das Land Nod ist keine geographische
Bezeichnung, sondern vielmehr der Ausdruck der Menschen
des Kulturlandes für all die Gegenden, in welchen Menschen un-
24 Vgl. Dietrich, Bruder, 99.
25 Vgl. Levin, Jahwist, 101.
26 Dietrich, Bruder, 100.
27 Vgl. Gunkel, Genesis, 47: Dieser formuliert vorsichtiger. Vgl. auch Witte, Urgeschichte, 169: „Die Angabe
}δ(−τµδθ (4,16bβ) verdeutlicht abschließend, dass die Paradiesgeschichte und die Brudermordgeschichte komplementär
sind (3,23a).“.
9
stet, wie Nomaden leben müssen (δων = als Flüchtling umherirren).
Die Wendung δω∧ον−ϕερ⋅ε):Β β∃⇔∀Ψ〈ω steht damit auch keineswegs
in Kontrast zu den normalen Bedingungen des Nomadenlebens.
Denn δω∧ον−ϕερ⋅ε):Β lässt sich ebenso gut auch als „Land
des Flüchtigseins“ übersetzen. Sich in einem Land des Flüchtigseins
niederzulassen heißt soviel, wie alle Länder seine
Heimat zu nennen und damit wiederum auch keines wirklich als
Heimatort zu betrachten.28 Nach der Keniterhypothese29 ist Kain
der Heros Eponymos des Stammes der Keniter (ψινψ∀θ , manchmal
}ιψαθ)30. Die Keniter waren ein Nomadenstamm, welcher in guten
freundschaftlichen Verhältnissen zu den Judäern gestanden
hat. 31 Die Judäer jedoch wurden im Laufe der Zeit sesshaft,
während die Keniter ihr Nomadenleben beibehielten. Die Brudermord
– Erzählung ist also ein Zeichen für die Ablösung Judas
von den Kenitern.32 Daher kann man sie in die frühe Königszeit
oder jünger datieren.33 Es ist ungewiss, ob die Sage überhaupt
mündliche Vorstufen hatte. Sie könnte durchaus mündliche Vorstufen
gehabt haben, die von den Kenitern ins Kulturland gebracht
wurde. Diese hätte dann die schon städtischen und bäuerlich
lebenden Bewohner Palästinas stark beeindruckt: Kain,
der selbst einmal ein Bauer gewesen ist, muss durch einen
Fluch hinaus aus der frühzivilisatorischen Gesellschaft, wo
als einziges Gesetz die Blutrache herrscht. Nach der Bearbeitung
des Redaktors J34 verschob sich der Sitz im Leben hin zum
Sitz im Buch: Aus der Legende um eine Stammesbildung wurde eine
Sage um einen von Jahwe verfluchten Brudermörder, der trotz
seiner Schlechtigkeit durch das Anbringen des Kainszeichens
durch Jahwe Barmherzigkeit erfuhr.
5. Redaktionsgeschichte
28 Vgl. Stade, Kainszeichen, 282f.
29 Vgl. Stade, Kainszeichen, 285f.; vgl Dietrich, Bruder, 101f.
30 Vgl. Stade, Kainszeichen, 285f.
31 Dies wird deutlich aus Num 24,21-22, Ri 4,11.17, 1.Sam 15,6.
32 Vgl. Dietrich, Bruder, 103.
33 Vgl. unten, 6. Traditionsgeschichte
34 Vgl. unten, 5. Redaktionsgeschichte.
10
Die redaktionellen Eingriffe sind in der Literarkritik deutlich
geworden: Wichtigster Redaktor von Gen 4,1-16 ist J.35 Er
integrierte die im Kulturland gewachsene Sage um die Entstehung
der Keniter in die Urgeschichte und versah sie mit seiner
Theologie. Einzig V6-7 sind Ergänzungen aus jüngerer Zeit. Die
Vorlage von V6-7 geht in Gen 3,16 auf J zurück. J kann sich
jedoch in Gen 4,7 nicht selbst anders zitieren, als er es ursprünglich
gemeint hat.36 Die V6-7 haben belehrenden, weisheitlichen
Charakter.37 Jedoch macht sich dabei eine Kritik an der
Weisheit an sich wie auch am Menschen bemerkbar: Selbst wenn
Jahwe die Lehre der Weisheit einsetzt, kommt er nicht zum Ziel.
Die theologische Intention von J in Gen 4,1-16
ist es, den
Bruch zwischen Gott und Mensch in Gen 3 auf das Verhältnis
zwischen Mensch und Mensch auszuweiten. Die Keniterhypothese
spielt für J damit schon keine Rolle mehr- aus der stammesgeschichtlichen
wird eine individuell- vorgeschichtliche Tradition
(so zuletzt Westermann). Dies wird deutlich durch die
verschiedenen Wendungen und Ausdrücke, welche J aus Gen 3 übernommen
hat. 38 Auffällig dabei ist die Tatsache, dass es
hauptsächlich Redeteile sind, die Parallelismen zu Gen 3 aufweisen.
Einzig Gen 4,16bβ// Gen 3,24 ist erzählende Partie; Gen
4,14 ist eine Veränderung von Gen 3,24 zur wörtlichen Rede hin.
Mit V1-2 hatte J innerhalb der Genealogie der Kainiten ihre
nötige Exposition. V8a ist notwendige Überleitung nach der Erweiterung
von V7. Der Anakoluth nach V8a macht redaktionsgeschichtlich
Schwierigkeiten. Weshalb mag J dort gekürzt haben?
Liegt hier vielleicht noch eine weitere Redaktion zugrunde?
V9 steht in Zusammenhang mit Gen 3,9. Das „Wo des J“ dient als
Überleitung vom Bericht zum Dialog.39 Die sarkastische Antwort
Kains in V9b (vgl. Gen 3,10) lässt J in V10a Jahwe die Beschuldigungsformel
(vgl. Gen 3,13a) aussprechen. V11 wiederum
35 Vgl. Levin, Jahwist, 93ff.
36 Vgl. Wellhausen, Composition, 10; vgl. Levin, Jahwist, 100.
37 Vgl. von Loewenclau, Genesis, 184ff.
38 Eine Auflistung findet sich bei Dietrich, Bruder, 98.
39 Vgl. Levin, Jahwist, 94.
11
ist Ausweitung der Fluchsprüche über Erde und Schlange in Gen
3,14.17 gegenüber Kain. V13-15 bilden Parallelen zu Gen
3,21.24: Die Gnade Jahwes gegenüber dem ersten Menschenpaar
durch Kleidung und damit Schutz gegenüber den Umtrieben der
Natur findet im Kainszeichen seinen logischen Fortgang als
Schutz gegen die Gefahren in der Einsamkeit und Flüchtigkeit
und vor der Blutrache. Gen 4,16bβ hat J (oder ein anderer Redaktor?
Denn weswegen sollte J, der die Paradiesgeschichte unmittelbar
vorangestellt hat, noch einmal explizit darauf hinweisen,
dass Kain in eine Flüchtigkeit ging, welche östlich
von Eden liegt? Und sollte das Kapitel Eden nicht schon abgeschlossen
sein mit der Vertreibung Adams und Evas von dort? An
dieser Stelle kann man nicht vorsichtig genug sein!) hinzugefügt,
um der Sage urgeschichtlichen Charakter zu verleihen.
Nach dieser Analyse haben wir also:
Grundfassung G: V3-5, V8b, V10b, V12, V16abα.
Redaktion J: V1-2, V8a, V9-10a, V11, V13-15, V16bβ.
Nachjahwistische Endredaktion R: V 6-7.
6. Traditionsgeschichte
Gen 4,1-16 reiht sich traditionsgeschichtlich ein in den in
der Urgeschichte J zu findenden Zusammenhang von ‚Tun’ und
‚Ergehen’. Es wird ein richtender Gott vorausgesetzt, der persönlich
am Menschen handelt. Auffällig ist in dieser Tradition,
dass Jahwe den Menschen nicht grausam und übermäßig bestraft,
sondern ihm mit Barmherzigkeit begegnet. Jahwe vernichtet Kain
also nicht, wie es z.B. Dtn 19,4-13, Num 35,16-21 oder Ex
21,23f. vermuten lassen würden. Diese sind Gesetze für Menschen
untereinander. Daher hat Kain Angst vor der Blutrache.
Jahwe jedoch erbarmt sich seiner und versieht ihn mit einem
Zeichen. Eine direkt in dieser Tradition stehende Erzählung
ist Gen 3. Dem ersten Menschenpaar wird der Tod angedroht,
wenn sie vom Baum der Erkenntnis essen. Nach vollzogener Tat
schließt Jahwe sie allerdings nur aus dem Paradies aus und
12
zieht ihnen zum Schutz sogar noch Kleidung an. 40 Größer, die
ganze Menschheit umfassend steht die Erzählung von Noah und
der Sintflut (Gen 6,5-8,22) in dieser Tradition: Jahwe will
die Menschheit vernichten, weil sie in all ihrem Handeln böse
sind (Gen 6,5), Noah allerdings wird verschont. Auf diese Art
bezeugt J die zukünftige Existenz Israels schon in der Urgeschichte:
Es findet in gottgewollten Strafen Gottes Segen
statt. Traditionsgeschichtlich wäre also auch eine sehr junge
Datierung (nachexilisch oder später) möglich.41
7. Interpretation
Der Sinn der Sage wandelt sich von einer reinen Erklärung für
die Entstehung des Stammes der Keniter hin zur theologischen
Darstellung des sich vor seinem Bruder versündigenden Menschen
und Jahwes Handeln mit diesem. Kain steht danach stellvertretend
für alle Menschen, die im Verborgenen an ihrem Mitmenschen
gesündigt haben und deren Anlass für ihr Verhalten
scheinbare Missstände sind (hier Jahwes angebliche Ungerechtigkeit,
Kains Opfer nicht anzunehmen). Der Mensch muß vor
Jahwe mit Härte, nicht aber mit Grausamkeit rechnen: Kain wendet
sich in tiefer Verzweiflung an Jahwe. Ohne einen Moment zu
zögern, zeigt Jahwe sich Kain gegenüber barmherzig. Es wirkt
sogar durch das }∀κφλ in V15
so, als ob Jahwe von Anfang an diese Barmherzigkeit im Auge
gehabt habe.
8. Literaturverzeichnis
8.1. Textausgaben:
- Ellinger, K./ Rudolph, W. (Hgg.): Biblia Hebraica Stuttgartensia:
Stuttgart, 51998.
40 M.E. wird auch die Todesstrafe vollzogen, denn außerhalb des Paradieses ist der Mensch eindeutig sterblich
(vgl. Gen 3,19); innerhalb des Paradieses bleibt die Frage der Sterblichkeit offen.
41 Vgl. oben 4. Überlieferungs- und Formgeschichte
13
- Rahlfs, A. (Hg.): Septuaginta, Id est Vetus Testamentum
graece iuxta LXX interpretes, Stuttgart 1930 (ND 1982).
8.2. Hilfsmittel:
- Fohrer, G. u.a.: Exegese des Alten Testaments. Einführung
in die Methodik, UTB 267, Heidelberg/Wiesbaden 61993.
- Gesenius, W.: Hebräisches und aramäisches Handwörterbuch,
Berlin/ Göttingen/ Heidelberg 171915 (ND 1962).
- Lettinga, J. P.: Grammatik des Biblischen Hebräisch, Riehen/
Basel-Stadt 1992.
- Schwertner, S.M.: IATG, Berlin/New York 21992.
- Silver Mountain Software: Bible Windows 4.50 (9/5/96).
8.3. Sekundärliteratur:
8.3.1. Kommentare:
- Gunkel, H.; Genesis, Göttingen 91977.
- Rad, G. von: Das erste Buch Mose, ATD 2, Göttingen 1949.
- Soggin, A.: Das Buch Genesis, Darmstadt 1997.
- Wellhausen, J.: Die Composition des Hexateuchs und der
historischen Bücher des Alten Testaments, Berlin 41963.
- Westermann, Claus: Genesis 1-11, BK I/1, Neukirchen-
Vluyn 31983.
8.3.2. Spezielle Literatur
- Dietrich, W.: „Wo ist dein Bruder?“ Zu Tradition und Intention
von Genesis 4, in: Beiträge zur alttestamentlichen
Theologie: FS für Walther Zimmerli zum 70. Geburtstag,
hg. v. Donner, H., Hanhart, R., Smend, R.,
Göttingen 1977, S. 94-111.
- Levin, C.: Der Jahwist, FRLANT 157, Göttingen 1993.
- Loewenclau, I. von: Genesis 4, 6-7- Eine Jahwistische Erweiterung?,
VTS 29, 1978, S. 177-188.
- Stade, B.: Beiträge zur Pentateuchkritik. 1) Das Kainszeichen.
Zur Entstehungsgeschichte der jahwistischen Pen-
14
tateuchquelle und zur israelitischen Sagenkunde, ZAW 14,
1894, 250- 318.
- Witte, M.: Die biblische Urgeschichte. Redaktions- und
theologiegeschichtliche Überlegungen zu Genesis 1,1-
11,26, BZAW 265, Berlin/New York 1998.

Samstag, der 29. Juni 2002, 16:07 Uhr
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Dennoch sind nachträgliche Enteignungen gegen Menschenrechte.
Du sagst also dem Milliardär: Du hast zwar dein Vermögen durch die Ausbeutung von tausenden Arbeitern gemacht, trotzdem geb ich dir lieber das Recht es zu verprassen als daß ich es den Leuten zurückgebe??

Berufsverbote gab es auch in der BRD.
Bei welcher Sorte von Berufen? Schriftsteller? Automechaniker? Wohl kaum...

Noch nie vom Radikalenerlass gehört? Wer einer kommunistischen Partei angehörte durfte nicht in den Staatsdienst, also nichtmal Lokführer werden...

Nenne mir einen kommunistischen Staat, der erfolgreich die Ziele von Marx&Co durchgesetzt hat?
Na die meisten (wie die Pariser Commune) wurde ja auch schon vom eigenen Bürgertum niedergemetzelt bevor sie richtigen loslegen konnten.

Ma: Jeder Mensch hat das Recht auf Eigentum und ich sehe keinen (wirtschaftlichen/politischen) Grund, Menschen dieses Menschenrecht zu entziehen.
Selbst in einer Wirtschaft, die gerecht entlohnt (so wie ich sie mir vorstelle) ist Privatbesitz der beste Schutz vor politischer Macht und zudem Menschenrecht.

Jaa, ich will ja auch nicht das Recht auf Eigentum abschaffen. Nur müssen Produktionsmittel (Flüsse, Wälder, Rohstoffe usw.) Gemeinschaftsgut sein damit sie jeder selbstständig zur Produktion nutzen kann. Sind alle schon in privater Hand musst du dich nämlich an einen der sie besitzt verkaufen (dich von ihm ausbeuten lassen) um überleben zu können.

Wenn etwas verstaatlicht wird, ist der Staat der Besitzer - wozu das führt, haben alle kommunistischen Staaten bewiesen.

Das hat im Westen auch die Deutsche Bundespost/Telekom bewiesen :)
Vielleicht hätte ich besser "vergesellschaftet" geschrieben. Der Staat bestimmt ja dann in diesem Betrieb nicht, er stellt nur sicher daß jeder darin frei arbeiten kann.

Art 15. GG regelt die Sache mit den Produktionsmitteln.
Dann eben Art 15, ist ja egal. Jedenfalls erlaubt dieser Staat (theoretisch), was du mir hier verbietet willst.
Die Menschrechte sagen ja auch nur "Niemand darf willkürlich seines Eigentums beraubt werden." siehe http://www.amnesty.ch/d/edosd/edos51d.html
Die Anhäufung von Millionenvermögen durch Ausbeutung ist aber kein Menschenrecht. Eher sollte der freie Zugriff auf die Produktionsmittel eins sein, damit jeder auf eigene Rechnung arbeiten kann.

Mo: Aber zurück zum Beispiel UDSSR: Wie hätte man denn bitteschön Demokratie&Freiheit einführen sollen ohne Umsturz? Die Verfassung sagte doch nichts anderes als "Alle Macht geht vom Zaren aus".
Ma:Es gab in der UdSSR danach aber weder Demokratie und Freiheit.

Du schlängelst dich immer geschickt an meinen Fragen vorbei. Also andersrum formuliert: Wie hättest du dein Traumsystem ohne Sturz des Zaren eingeführt? Durch gutes Zureden?

Unter den zaren waren die Menschen freier als unter Lenin und Stalin.
Unter dem Zaren gab es 0,0 Freiheit.

Mo: Selbst wenn sie in der NVA nicht genug Soldaten gefunden hätten die auf das eigene Volk (die eigenene Verwandten) schiessen, die Rote Armee hätte es (wie 1953) gekonnt.
Ma: Ja, aber sie haben es nicht, weil die Bürger friedlich waren und die DDR zudem Pleite war.

Der Roten Armee wäre das egal gewesen.

Die Kinder der Armen haben, wenn sie gerecht entlohnt weden, alle Wege offen genauso reich zu werden. Natürlich wird es eine gewisse ungerechtigkeit geben und es wird sicher ein halbes Jahrhundert dauern, bis wirkliche Gerechtigkeit da ist - allerdings wäre ein solcher Wirtschaftlicher Umsturtz ohne Einschränkung des GG und der Menschenrechte geschehen.

Du unterschätzt das Ausmaß der Ungleichheit. AFAIK gibt es in der BRD immerhin 48 Milliardäre. Nur bei 100% Erbschaftssteuer kannst du das innerhalb 50 Jahre leistungsgerecht angleichen. Rechne doch mal: Wieviel braucht man für ein Leben voller Luxus? 5 Millionen? Das hieße bei immer nur einem Erben, kann der Milliardär den nächsten 200 Generationen seiner Nachkommen ein Leben im Saus und Braus bescheren. Das Vermögen ist vielleicht erst in 5000 Jahren aufgebraucht. Ist dir das nicht ein bißchen zu lang?

Zudem würde mein wirtschaftsmodell nur einiger weniger Gesetze erfordern und keinen Totalumsturtz - mehr nicht.
Die Reichen (die bei deinem System Privilegien verlieren würden) haben diesen Staat aber in der Hand. Selbst wenn du 90% der Bevölkerung auf deiner Seite hättest, sie würden sämtliche Mittel der Repression einzusetzen um euch an der Durchführung zu hindern.

Im (DDR)Sozialismus gab es ja noch kaum Motivation: Du rackerst dich ab und bekommst trotzdem nur das gleiche...
Im Kapitalismus wirst du auch nicht leistungsbezogen bezahlt. Da streicht den Mehrwert eben der Unternehmer ein statt dem Staat.

Mo: Formal gesehen hat der Kapitalismus auch keinen Arbeitszwang nötig, aber da du keinen direkten Zugriff auf die Produktionsmittel hast, ergibt sich (spätestens wenn dein Magen anfängt zu knurren) der Zwang zur Lohnarbeit.
Ma: Und das ist das gute am Kapitalismus.

Nein, das ist das perfide daran.
Natürlich wäre: Ich hab Hunger –> Ich gehe auf den Acker (der allen gehört) ernten&säen (Arbeiten) –> Ich esse was ich produziert habe.
Im Kapitalismus: Ich hab Hunger –> Ich finde keinen Acker auf dem ich für mich selber ernten&säen kann –> Ich muss meine Arbeitskraft jemandem verkaufen der einen Acker (Produktionsmittel) besitzt –> Ich bekomme nicht das ganze Produkt meiner Arbeit sondern werde um einen Teil beschissen (ausgebeutet)

Wo würde es denn hinführen wenn jeder ein Unternehmen gründen würde?
Jeder arbeitet selbständig, keiner muss sich herrumkomandieren und ausbeuten lassen...

Mo: Wo liegt da deiner Meinung nach die Freiheit?
Ma: Die wirtschaftliche Freiheit ist dann erreicht, wenn jeder die Chance hat mit Fleiß aus sich das Beste zu machen.

Stimmt. Und das ist im Kapitalismus nicht gegeben...

Mo: Was unterscheidet die Bismarcksche von der unseren??
Ma: dass unsere soziale Marktwirtschaft nicht zur beruhigung von politisch Andersdenkenden (Sozialisten / Sozialdemokraten), sondern zum Selbstzweck da ist.

Kannst du das beweisen?

Kohl hat damals versagt, weil er hinsichtlich der DDR-Wirtschaft viel zu optimistisch war. Zudem schrumpft unsere Bevölkerung - wir haben zu viele alte und zuwenig junge...
Solange die Produktivität wächst ist das egal. Heute kann ein Junger(/Arbeitender) schon deutlich mehr Alte(/Arbeitslose) materiell versorgen als zu Adenauers Zeiten.

Mo: Sondern du selbst gibst dem Produzenten vor was du haben willst.
Ma: Woher weiß ich denn, was gut für die Allgemeinheit ist? Woher weiß ich denn, wieviel Schrauben, Bolzen, Hämmer, Nägel, Kühe produziert werden müssen, damit es allen gut geht?

Jeder gibt nur seinen eigenen Bedarf an.

Hör mal, ich bin auf die Idee vor zwei Wochen gekommen und hab noch nicht wirklich viel drüber nachgedacht. Es gibt sicher viele viele viele Probleme in diesem System, die erst alle gefunden und gelöst werden müssen. Voreiligkeit in der Politik hat bisher immer geschadet (siehe 1848).

Seit diesen 150 Jahren haben aber auch genug intelligente Menschen darüber nachgedacht, auf der en Erfahrung kannst du aufbauen.

Mo: Auch in der Basisdemokratie mach ich die Gesetze nicht selber, sondern stimme nur darüber ab.
Ma: Ja aber woher weißt du denn, dass das über was du abstimmst das richtige ist?

Woher weißt du daß die Partei die du wählst die richtige ist?
In beiden Fällen muss ich mich entscheiden welchen Experten ich vertraue...

Ma: ich sehe nur keinen grund, die fernsehgottesdienste abzuschaffen.
Mo: Nicht abschaffen, nur die Sendezeit gleichmäßig verteilen.
Ma: Dann bräuchtest du über 600 Stunden...

Müssen sie sich halt alle ein bißchen kürzer fassen. Jeder einen Satz fänd ich ok :-)

Ich rede von Gerichtsprozessen...
Daran ist ja wohl die Bayerische Staatsregierung schuld, da sie ein Gesetz erlassen hat das gegen die Verfassung verstößt.

Samstag, der 29. Juni 2002, 15:48 Uhr
Name: Heike N.
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

Hallo Herbert,

Samstag, um 7:36 Uhr, im Wasser
3210 Gramm
alles o.k.!

Happy birthday der kleinen Ferstline! :-)))

Samstag, der 29. Juni 2002, 12:46 Uhr
Name: Herbert Ferstl
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage


Alle Menschen sind vor dem Gesetze gleich!

Aber einige sind gleicher...
Die Fragen sind naemlich:

- wer macht die Gesetze?
- fuer wen macht er sie (Interessensanspruch)?
- und mit welchen Mitteln setzt er sie gegenueber "Delinquenten" durch.
- wie universell sind diese Gesetze?

Samstag, der 29. Juni 2002, 12:42 Uhr
Name: Herbert Ferstl
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

@ Matze:

1. Es ist rethorisch Fatal ausgedrückt

1. Wieso?
2. Ist das ein Aphorimus!

2. Kannst du diesen Satz auch auf nicht-Unternehmer übertragen

Wieso sollte ich? Es ging doch im konkreten Zusammenhang um Sozialismus und Verstaatlichung von Unternehmen...
Du kannst das Wort Unternehmer aber auch gerne mit dem Begriff eines Angestellten substituieren. Wie waers`s mit VORSTANDSVORSITZENDER oder AUFSICHTSRAT?

Samstag, der 29. Juni 2002, 12:38 Uhr
Name: Herbert Ferstl
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

Samstag, um 7:36 Uhr, im Wasser
3210 Gramm
alles o.k.!

:-))))))

PS: Zu meiner ernuechternden Gaudi las ich einige Seiten in einem Buch, das in der Klinik-Kirche ausliegt und in dem die persoenlichen Leidensgeschichten und jaemmerlichen Bitten und flehenden Anrufe zum christlichen Gott von Patienten eingetragen werden.
- Ein "lieber" Gott ist das, muss ich schon sagen. All dieses Leid... und man GLAUBT und hofft und hofft und GLAUBT weiterhin an dieses Hirngespinst. Der Mensch will beschissen werden!

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Copyright © 1999, Der Humanist (Gästebuch entwickelt von Erik Möller) - Copyright © der Einträge bei ihren Autoren