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Dienstag, der 17. Dezember 2002, 19:33 Uhr
Name: Heike J.
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Sicher, aber es beweist, dass selbst in einem atheistischen Staat Hetze auf Menschen gemacht wird

Wer bestreitet denn das?

und dies eben unabhängig von der Ideologie geschiet

Nein, nicht unabhängig von der Ideologie, sondern entsprechend der Ideologie, die der Staat neben dem Atheismus als quasi Ersatzreligion verkörperte und vertrat, einsch. des entsprechenden Personenkultes. Das Verhalten der Atheisten hängt von den Ideologien ab, die sie vertreten: Kommunismus, Stalinismus, Faschismus, Demokratie, Aufklärung. Das alles können Atheisten sein. Der Atheismus für sich sagt ja lediglich aus, dass die entsprechenden Menschen nicht an einen Gott glauben.

Ein Staat selbst muss weltanschaulich neutral sein.

Dienstag, der 17. Dezember 2002, 19:28 Uhr
Name: Heike J.
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wenn man aus seinem Christsein auch praktische Konsequenzen ableitete und dabei mit dem Staat in Konflikt kam . (bspw. Wehrdiensvereigerung, christliche Öko-Bewegungen, Friedensbewegungen usw.), man einfach den Staat hinterfragte (z.B. im Stabü-Unterricht)

Das hat aber eigentlich nichts mit dem christichen Glauben zu tun. Sondern mit dem individuellen Verhalten. Die oben genannten Beispiele betrafen Nicht-Christen genauso. (Ebenfalls gibt es viele Christen, die aus dem Glauben heraus beim Militär Dienst tun.)

Es ist auch schwer zu erklären, wie man persönlich empfunden hat, wie das ist, wenn so eine Atmosphäre der Angst und des Mißtrauens in der Luft lag, wenn plötzlich jemand Bekanntes verhaftet wird (wann taucht er wieder auf ?), wenn plötzlich Gerüchte über gute Freunde im Umlauf sind, die einfach nicht stimmen können aber gezielt gestreut wurden oder wenn sich rausstellt, dass jemand, dem man etwas anvertraut hat, selbst bei der Stasi ist.

So wie ich das mitbekommen habe, betraf das aber doch viele. .

Dienstag, der 17. Dezember 2002, 16:49 Uhr
Name: Ossi
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Huhahaha ich auch.

Dienstag, der 17. Dezember 2002, 16:48 Uhr
Name: Matze
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Ich bin ein blöder sabbernder volidiot.

Dienstag, der 17. Dezember 2002, 16:21 Uhr
Name: Ossi
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@ Heike

Dass die Sasi alle Lebensbereiche durchdrungen hat, ist schon richtig. Trotzdem spielten Religionsgemeinschaften (alle - nicht nur Kirchen) dabei eine besondere Rolle. Ein großer Teil der DDR-Bevölkerung war Mitglied in einer der beiden Kirchen - ich schätze mindestens die Hälfte (genaue Zahlen kenne ich nicht). Die Kirchen verfügten also immer noch über einen großen Rückhalt in der Bevölkerung, was die Kirchen zum einen für den Staat suspekt machte, zum anderen aber aufgrund der Masse der Anhänger ein Problem für die Stasi darstellte. Kleinere Gemeinschaften, wie z.B. die Zeugen Jehovas, waren da wesentlich eher der Willkür ausgesetzt. Religion war ein Feindbild der Ideologie und wurde deshalb bekämpft. Der "offene" Kampf unter Ulbricht war dabei besonders brutal und auch sichtbar. Mitglieder von Jungen Gemeinden wurden als CIA-Agenten bezeichnet und verhaftet, Jugendliche sonntags von der FDJ gehindert, in den Gottesdienst zu gehen uswusf. Später sah man ein, dass dies dem Image der DDR im Ausland schadete und wandte subtilere Methoden an. Das machte es den meisten Christen leichter, sich mit der Situation zu arrangieren. Solange man sich einfach nur als Christ bekannte und ansonsten unauffällig blieb, hatte man eigentlich nichts zu befürchten. Ins Visir der Stasi kam man insbesondere dann, wenn man aus seinem Christsein auch praktische Konsequenzen ableitete und dabei mit dem Staat in Konflikt kam . (bspw. Wehrdiensvereigerung, christliche Öko-Bewegungen, Friedensbewegungen usw.), man einfach den Staat hinterfragte (z.B. im Stabü-Unterricht) oder wenn man offen versuchte für das Christentum zu missionieren.
Ausserdem war der SED alles lieb, was nach aussen hin gut aussah (von wegen Religionsfreiheit) und sich ausserdem gut kontrollieren liess. Es war z.B. wesentlich einfacher, eine Bibelwoche mit Mitgliedern unserer Partnergemeinde aus Niedersachsen zustande zu bringen, als den Auftritt einer christlichen Band bei einem Jugendgottesdienst zu organisieren.
Es ist schwierig, zu differenzieren, was man unter vollkommener Unterdrückung versteht. Es ist auch schwer zu erklären, wie man persönlich empfunden hat, wie das ist, wenn so eine Atmosphäre der Angst und des Mißtrauens in der Luft lag, wenn plötzlich jemand Bekanntes verhaftet wird (wann taucht er wieder auf ?), wenn plötzlich Gerüchte über gute Freunde im Umlauf sind, die einfach nicht stimmen können aber gezielt gestreut wurden oder wenn sich rausstellt, dass jemand, dem man etwas anvertraut hat, selbst bei der Stasi ist. Das ist eine Erfahrung, die den meisten Gott sei Dank fehlt.

Dienstag, der 17. Dezember 2002, 16:13 Uhr
Name: Ossi
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@ Heike

Dass die Sasi alle Lebensbereiche durchdrungen hat, ist schon richtig. Trotzdem spielten Religionsgemeinschaften (alle - nicht nur Kirchen) dabei eine besondere Rolle. Ein großer Teil der DDR-Bevölkerung war Mitglied in einer der beiden Kirchen - ich schätze mindestens die Hälfte (genaue Zahlen kenne ich nicht). Die Kirchen verfügten also immer noch über einen großen Rückhalt in der Bevölkerung, was die Kirchen zum einen für den Staat suspekt machte, zum anderen aber aufgrund der Masse der Anhänger ein Problem für die Stasi darstellte. Kleinere Gemeinschaften, wie z.B. die Zeugen Jehovas, waren da wesentlich eher der Willkür ausgesetzt. Religion war ein Feindbild der Ideologie und wurde deshalb bekämpft. Der "offene" Kampf unter Ulbricht war dabei besonders brutal und auch sichtbar. Mitglieder von Jungen Gemeinden wurden als CIA-Agenten bezeichnet und verhaftet, Jugendliche sonntags von der FDJ gehindert, in den Gottesdienst zu gehen uswusf. Später sah man ein, dass dies dem Image der DDR im Ausland schadete und wandte subtilere Methoden an. Das machte es den meisten Christen leichter, sich mit der Situation zu arrangieren. Solange man sich einfach nur als Christ bekannte und ansonsten unauffällig blieb, hatte man eigentlich nichts zu befürchten. Ins Visir der Stasi kam man insbesondere dann, wenn man aus seinem Christsein auch praktische Konsequenzen ableitete und dabei mit dem Staat in Konflikt kam . (bspw. Wehrdiensvereigerung, christliche Öko-Bewegungen, Friedensbewegungen usw.), man einfach den Staat hinterfragte (z.B. im Stabü-Unterricht) oder wenn man offen versuchte für das Christentum zu missionieren.
Ausserdem war der SED alles lieb, was nach aussen hin gut aussah (von wegen Religionsfreiheit) und sich ausserdem gut kontrollieren liess. Es war z.B. wesentlich einfacher, eine Bibelwoche mit Mitgliedern unserer Partnergemeinde aus Niedersachsen zustande zu bringen, als den Auftritt einer christlichen Band bei einem Jugendgottesdienst zu organisieren.
Es ist schwierig, zu differenzieren, was man unter vollkommener Unterdrückung versteht. Es ist auch schwer zu erklären, wie man persönlich empfunden hat, wie das ist, wenn so eine Atmosphäre der Angst und des Mißtrauens in der Luft lag, wenn plötzlich jemand Bekanntes verhaftet wird (wann taucht er wieder auf ?), wenn plötzlich Gerüchte über gute Freunde im Umlauf sind, die einfach nicht stimmen können aber gezielt gestreut wurden oder wenn sich rausstellt, dass jemand, dem man etwas anvertraut hat, selbst bei der Stasi ist. Das ist eine Erfahrung, die den meisten Gott sei Dank fehlt.

Dienstag, der 17. Dezember 2002, 15:49 Uhr
Name: Matze
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@EMÖ:

TCPA ist ein recht weites Feld. Ross Anderson hat dazu eine gute FAQ geschrieben, die auch ins Deutsche übersetzt wurde:

Kenne ich. Aber wieviele nicht-technik-freaks kommen an dieses Thema ran? Gerade eine Seite mit dem Anspruch "Der Menschheit verpflichtet." sollte über diesen menschenrechtswidrigen Versuch berichten.

Logisch, das Christentum behält ja auch bis heute zahlreiche Instrumente der Zwangsindoktrination. Selbst heute müssen Wissenschaftler, die das Christentum in irgendeiner Weise angreifen damit rechnen, ausgegrenzt zu werden

Nicht vom CHRISTENTUM (das als Einheit sowieso nicht existiert), sondern von Christen - meist sogar nur der Führung der kath. Kirche.

Ein Christ, der bereit ist, unsere Hauptforderungen zu akzeptieren:
- Abschaffung des konfessionellen Religionsunterrichtes

Einverstanden.

- Abschaffung der staatlichen Kirchensteuer

Einverstanden.

- Beendigung der weiteren milliardenschweren Staatsförderungen an die Kirche

Teils einverstanden. Soziale Einrichtungen sind staatlich zu fördern.

- Verbot von Diskriminierungen gegen nichtkirchliche Mitarbeiter in staatlich geförderten Einrichtungen

Einverstanden. Dann müssten umgekehrte Diskriminierungen ebenfalls ausgesaltet werden (wie sie im Fernsehn gegen Christen massiv ausgestreut werden)!

- Verbot von Zensurparagraphen wie dem 166StGB

Begrenzt einverstanden. Eine Menschengruppe (ob Religiös oder Politisch) lächerlich zu machen sollte nach wie vor strafbar sein.

Gruß,

Matze

Dienstag, der 17. Dezember 2002, 15:44 Uhr
Name: Matze
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@Heike J.:

Ossi, gab es denn irgendetwas in der DDR, das nicht von der Stasi bespitzelt und durchdrungen war? Ich denke, das Problem Stasi betraf alle Lebensbereiche.

Sicher, aber es beweist, dass selbst in einem atheistischen Staat Hetze auf Menschen gemacht wird - und dies eben unabhängig von der Ideologie geschiet (wir haben dazu auch eine Diskussion auf www.gegendenstrom.de gehabt...).

Gruß,

Matze

Dienstag, der 17. Dezember 2002, 15:08 Uhr
Name: Heike J.
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Ossi, gab es denn irgendetwas in der DDR, das nicht von der Stasi bespitzelt und durchdrungen war? Ich denke, das Problem Stasi betraf alle Lebensbereiche.

Es ist halt ein Widerspruch, wenn hier einerseits berichtet wird, dass die DDR die Christen vollkommen unterdrückt hätte, Christen nicht studieren dürften (so wurde hier einige Male argumentiert), andererseits es aber Studentengemeinden und kirchliche Kindergärten gab, und gemeinsame Bibelwochen zwischen DDR- und BRD-Christen nicht behindert wurden.

Dienstag, der 17. Dezember 2002, 14:31 Uhr
Name: Seatlle
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http://www.kriegste.de/revolution/text_seattle.htm

Dienstag, der 17. Dezember 2002, 14:19 Uhr
Name: Ossi
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Wie Studentengemeinden in der DDR von der Stasi bespitzelt und zersetzt wurden:

http://www.uni-oldenburg.de/presse/einblicke/24/busch.htm

Wie die Stasi arbeitete, u.a. mit Ausführungen zur Kirchenpolitik, zur Formen der Verfolgung u.a. (Achtung, sehr lang !)

http://www.kas.de/dbfiles/dokumente/zukunftsforumpolitik/7dokumentdokpdf334.pdf

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