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Sonntag, der 16. Dezember 2001, 23:51 Uhr
Name: Atheistenfrontsau
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Homepage: keine Homepage

"Denn die Bibel mag keine Ideologen"
...und ich mag die Bibel nicht.

Sonntag, der 16. Dezember 2001, 09:29 Uhr
Name: PR
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: Zum 3. Advent!

3. Advent 2001 (Sonntag. D. 16. Dez. 2001) Offenbarung des Johannes 3, 1-6 Liebe Christen, ich mag keine Ideologen. Menschen, die alles in sehr engen Grenzen sehen und die immer wieder, entweder offen oder verdeckt, versuchen, andere in ihren Bann zu ziehen, ihre Sicht der Dinge anderen aufzuzwängen. Doch, mit solchen Menschen hab ich Probleme. Ideologen wie zum Beispiel dieser Fremde, der eines abends in einem Dorfpfarramt an die Tür klopft. Der Pfarrer öffnet und der Unbekannte stellt sich ihm vor: “Lieber Herr Pfarrer, ich bin ein Kollege von Ihnen, ein Amtsbruder. Ich komme aus der Stadt und habe hier im Dorf eine Panne mit meinem Auto gehabt. Da eine Reparatur heute nicht mehr möglich ist, bitte ich, vielleicht im Pfarrhaus übernachten zu können.” – “Aber selbstverständlich!”, sagt der Dorfpfarrer, “kommen Sie nur herein!” Der Gast beginnt gleich in seinen Taschen zu kramen und sagt: “Hier bitte, mein Dienstausweis, damit Sie sehen, dass ich die Wahrheit sage. Es gibt ja heutzutage leider genügend Gauner, die sich als Mönche oder Geistliche ausgeben, um sich mit falschen Angaben ein billiges Quartier und ein kostenloses Essen zu ergattern. Wenn sie nicht gar stehlen ...!” Doch der Gastgeber winkt ab und sagt: “Aber lieber Bruder, lassen Sie das, ich glaube Ihnen auch so. Kommen Sie endlich in das geheizte Wohnzimmer herein. Wie wäre es mit einem guten Glas Wein?” “Sie trinken Wein als Geistlicher? Danke – Ich trinke nicht!”, weist der späte Gast den Vorschlag des Pfarrers entrüstet zurück. “Aber eine Zigarre werden Sie doch gewiss nicht ablehnen?”, fragt der Hausherr. “Ich rauche nicht und habe nie geraucht. Im Übrigen finde ich, dass sich kein Geistlicher diesem schlimmen Laster hingeben sollte!”, meint der andere streng. “Nun ja, es soll ja Menschen geben, die nicht rauchen wollen. Find ich in Ordnung. Ich rauche gerne mal eine Zigarre. Besser als wenn ich eine Zigarre verpasst bekomme ...”, lacht der Pfarrer. Als der Fremde jedoch nicht auf diesen kleinen Witz eingeht, geht das Lachen des Hausherrn in beschämtes Hüsteln über. Er versucht ein anderes Thema zu finden. “Ähm, in einer Viertelstunde kommen übrigens der Bürgermeister und der Lehrer zum Kartenspielen. Endlich sind wir wieder einmal zu viert und können eine Partie Tarock spielen – Sie machen doch mit?” “Bedaure – ich spiele auch nicht Karten – und das aus Prinzip!” Jetzt ist der Gastgeber ernstlich befremdet und er sagt: “Ich glaube, Sie sollten mir doch ihren Dienstausweis zeigen, bei solch besonders “frommen” Christen besteht Grund zum Misstrauen”. Liebe Christen, Grund zum Misstrauen besteht immer dann, wenn Gottes frohe Botschaft, die Menschen echtes Leben ermöglichen will, in den Bann von Ideologien gerät. Wenn die Religion instrumentalisiert wird, wenn das, was Menschen ursprünglich frei machen sollte, in ein Korsett von Vorschriften und Regeln gezwängt wird. Eigentlich mag das die Bibel nicht. Ein Wust von religiösen Vorschriften wurde durch die 10 Gebote auf das Wesentliche reduziert. Jesus Christus hat immer wieder, auch ideologisch-religiöse Grenzen überschritten, um dem Leben zu dienen. Und manchmal hab ich das Gefühl, dass auch in unserer Kirche eine Unmenge solcher Ideologen sitzen. Vor allem in den Reihen derer, die die Predigttexte für den jeweiligen Sonntag heraussuchen. Für heute, den dritten Advent, wurde ein Text aus der Offenbarung ausgewählt, mit dem ich so meine Probleme habe, den ich so überhaupt nicht mit Advent und Weihnachten zusammenbringen kann. Offenbarung des Johannes 3, 1-6: 31 Und dem Engel der Gemeinde in Sardes schreibe: Das sagt, der a die sieben Geister Gottes hat und die sieben Sterne: Ich kenne deine Werke: Du hast den Namen, daß du lebst, und bist tot. 2 Werde wach und a stärke das andre, das sterben will, denn ich habe deine Werke nicht als vollkommen befunden vor meinem Gott. 3 So denke nun daran, wie du empfangen und gehört hast, und halte es fest und tue Buße! Wenn du aber nicht wachen wirst, werde ich kommen a wie ein Dieb, und du wirst nicht wissen, zu welcher Stunde ich über dich kommen werde. 4 Aber du hast einige in Sardes, die a ihre Kleider nicht besudelt haben; die werden mit mir einhergehen in weißen Kleidern, denn sie sind's wert. 5 Wer überwindet, der soll a mit weißen Kleidern angetan werden, und ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem b Buch des Lebens, und c ich will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln. 6 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! ...tot, nicht vollkommen, Buße, Dieb, besudelt, – wahrlich adventlich-weihnachtliche Worte. Ein Festschmaus für jeden Prediger, der mal wieder vom Leder ziehen will über unsere Gesellschaft, die mit Advent und Weihnachten nichts als Oberflächlichkeit und Kommerz im Sinn hat. Eine Freude für jeden theologischen Ideologen, der es liebt, seine Zuhörer klein zu machen, und der – natürlich als einziger – weiß, wie man Advent und Weihnachten richtig zu begehen hat. All die vielen Aktivitäten und guten Werke können nämlich natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Christen letztlich tot sind, dass es sich lediglich um Namenschristen aber keine Wesenschristen handelt. Der Text aus der Offenbarung: Wirklich eine wahre Fundgrube für alle diejenigen, die das kirchliche Kontrastprogramm genüsslich Menschen überbraten wollen. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Ich weiß sehr wohl, dass Advent ursprünglich natürlich eine Bußzeit war, innerhalb derer man sich auf Weihnachten vorbereitete. Und genau wie viele andere, leide ich auch an dieser Veroberflächlichung dieser Zeit und des Weihnachtsfestes. Aber Advent und Weihnachten hat für mich andererseits sehr wohl auch zu tun mit Lichterketten, leuchtenden Kinderaugen, mit Weihnachtsmärkten, mit Gefühl, mit Geschenken, dem Duft von Plätzchen und Spekulatius, mit dem Verdrücken von Dominosteinen, mit Gemeinschaft in der Familie – und auch mit schönen Orgelkonzerten und Gottesdiensten. Und wenn ich Menschen gerade in dieser Zeit über die Hetze stöhnen höre, dann erkenne ich darin durchaus auch eine tiefere Sehnsucht nach Sinn, nach mehr menschlicher Nähe, nach Innehalten, nach dem Besinnen darauf, was Leben wirklich ausmacht. Wenn ich dann als Christ in den Gottesdienst komme, habe ich keine Lust per Predigttext gesagt zu bekommen, wie schlimm und schlecht doch alles ist, sondern ich möchte Hinweise bekommen, wie ich Advent und Weihnachten im Rahmen des Geschilderten trotzdem bewusster feiern kann. Keiner möge doch die Menschen für dumm verkaufen: Ich glaube, dass gerade in diesem Jahr mehr als sonst neben dem Licht der Kerzen das Aufzucken der Bombenblitze, neben den Bildern von Weihnachtsfreude in ihren Köpfen auch die Bilder von verhungernden, schreienden und verletzten Kindern, Männern und Frauen auftauchen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sensible Menschen nicht gerade in diesem Jahr nicht besonders fühlen, wie das Wort der Engel vom Frieden auf Erden sich in extremer Weise reibt mit den anderen Worten, Worten wie “Heiliger Krieg” oder “grenzenlose Vergeltung”. Dazu brauchen sie keinen polternden Theologen. Nein, ich bin der festen Überzeugung, dass Menschen sich dieser Spannung nicht nur bewusst sind, sondern darunter leiden, dass sie fragen, ob man überhaupt noch feiern kann, dass sie spüren, wie leer gerade in diesen Zeiten Advent und Weihnachten bleiben, wenn sich das Feiern dieser Tage nur auf Materielles beschränkt. Und dass sie nicht mit feuchter Aussprache abgekanzelt werden wollen von wegen, wie schlecht doch alle sind. Und das wissen wir doch auch: Keine Adventszeit und kein Weihnachtsfest in 2000 Jahren hat die endgültige und vollständige Veränderung der Welt mit sich gebracht. Zu keiner uns bekannten Zeit haben Kriege, Hunger, Unterdrückung und Gewalt durch Weihnachten ein Ende gefunden. Aber Menschen haben sich immer wieder gesehnt nach Frieden und Gerechtigkeit. Danach wahres Menschsein vor Gott zu leben. Und wollten Antworten wie das denn geschehen kann. Einen kleinen zarten Hinweis entdecke ich dann doch im Predigttext, einen kleinen Hinweis, der leicht überlesen werden kann in dieser Kleinmachorgie: Stärke das andere, das sterben will. Das ist womöglich ein Weg zum bewussten Advent, zum bewussten Weihnachten: Dem Anderen, der nicht mehr weiter weiß – und der oft genug auch in uns selbst drinsteckt – zu helfen. Ihn stark zu machen. Ihm zum Engel zu werden. Ihm zur Veränderung zu verhelfen. Wie? Auf jeden Fall nicht durch Kleinmacherei, durch Ideologisieren, sondern ... sondern durch ... Im Frühjahr dieses Jahres lief ein sehenswerter Film in den Kinos: Chocolat. Er spielt in den späten 50er Jahren in einem verschlafenen Örtchen Frankreichs, in dem die Welt noch in Ordnung ist. Allem Anschein nach: Die Menschen sind gut und gläubig. Der Alltag ist vom Besuch der Sonntagsmesse geprägt. Kirchliche Feiertage werden strikt eingehalten. Dafür sorgt der strenge Bürgermeister und selbsternannte Sittenwächter Comte de Reynaud. Seine Adleraugen dulden keine Missachtung der traditionellen Werte. Dass auch in diesem Ort der Schein mehr verbirgt als offenbart, kommt ans Licht, als die Mittvierzigerin Vianne mit ihrer elfjährigen Tochter Anouk ins Örtchen einzieht. Vianne mietet ein kleines Geschäft gegenüber der Kirche und kurze Zeit später eröffnet sie hier ihre kleine Schokoladenhandlung. Und das ausgerechnet während der Fastenzeit. Bald schon hat sie die Zuneigung der Dorfbewohner erworben. Ihr Geschäft wird zu einem Ort, an dem sich eine Großmutter, der es von ihrer Tochter verboten wird, den 11-jährigen Enkel zu sehen, sich dennoch mit dem Kind treffen kann. Auch die Außenseiterin Josephine, die von ihrem Mann geschlagen wird, findet dort wieder Kraft zum Leben und zieht schließlich zu Vianne in den Laden. Auch anderen aus dem Ort schenkt Vianne Beachtung. Sie hört ihnen zu, spricht mit ihnen, tröstet, nimmt die Menschen in den Arm, weint mit ihnen und verzichtet auf Belehrungen von oben herab. Doch mit der Zuneigung wächst die Abwehr. Allen voran intrigiert der Comte gegen Vianne. Er scheint alles im Griff zu haben. Selbst der junge Geistliche lässt sich Sonntag für Sonntag die Predigten von ihm diktieren. Der Comte weiß, wo es lang geht. Solange jedenfalls bis er völlig betrunken im Schaufenster von Viannes Laden liegt. Nun gibt es kein Halten mehr. Die Bevölkerung des kleinen Örtchens ist erleichtert. Der Geistliche predigt nun mit seinen eigenen Worten, “weniger wortgewaltig” zwar, dafür aber für alle befreiend von der menschlichen Seite Gottes. Er redet davon wie Jesus die Menschen achtete, sie liebte, ihnen Zutrauen schenkte – was in der Folge ihr Leben veränderte. Auch im Leben des kleinen französischen Örtchens hat die Selbstgerechtigkeit eine Niederlage erlitten – und die Menschen feiern auf dem großen Platz vor der Kirche ein großes Fest. Stärke das andere, das sterben will. Glaubt man dem Film, dann findet Stärkung statt dort, wo Menschen aufhören verbissen zu sein. Wo Menschen aufhören das Fremde, auch nicht im Namen Gottes, lediglich als Bedrohung anzusehen. Stärkung findet dort statt, wo Menschen aus ihrer Lethargie erwachen, wo sie einander ernst und annehmen und sich auch beschenken lassen. Auch und vor allem mit dem, was Gott für sie bereithält: Das volle Leben nämlich – und kein ideologisch kastriertes. Denn die Bibel mag keine Ideologen. Und ich auch nicht ... Ihnen einen schönen, stärkenden dritten Advent Amen.
PR

Samstag, der 15. Dezember 2001, 20:19 Uhr
Name: Heike
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

>Im Christlichen Glauben bewahrt die Kirche eine Wahrheit,

Das muss aber nicht die Wahrheit der Anderen sein.

>In der Kirche wird die menschliche Sehnsucht nach Segen gehört und beantwortet.

Deswegen treten so viele aus...

>Die Kirche begleitet Menschen von der Geburt bis zum Tod,

Ob sie wollen oder nicht...

>In der Kirche können Menschen an einer Hoffnung auf Gott teilhaben, die über den Tod hinausreicht.

Und schürt gleichzeitig die Angst in der Bibel, dass nur einige den Ansprüchen genügen.

>Die Kirche ist ein Ort der Ruhe und Besinnung. Unsere Gesellschaft ist gut beraten, wenn sie solche Orte pflegt.

Aber müssen es denn so viele sein? Wo sie doch leer stehen.

>In der Kirche treten Menschen mit Gebeten und Gottesdiensten für andere ein. Sie tun das auch stellvertretend für die Gesellschaft.

"Gott" hört aber diese Bitten nicht? Oder warum hilft's nicht?

>Die kirchlichen Sonn- und Feiertage mit ihren Themen, ihrer Musik und ihrer Atmosphäre prägen das Jahr. Die Kirche setzt sich dafür ein, diese Tage zu erhalten.

Kultur besteht nicht nur aus Kirche...

>In Seelsorge und Beratung der Kirche wird der ganze Mensch ernst und angenommen.

Wenn ich da an die Beichtpraxis der Kath. Kirche denke...

>In Krankenhäusern und anderen sozialen Einrichtungen der Kirche schaffen viele haupt- und ehrenamtlich Engagierte ein besonders, menschliches Klima.

In den öffentlich finanzierten kirchlichen Krankenhäusern arbeiten die gleichen Menschen wie in anderen Betrieben - nur müssen sie auf gesicherte Tarifverträge verzichten und werden schneller vor die Tür gesetzt. Ein besonderes Klima habe ich nicht feststellen können - nur eine allgemeine Pflegemisere.

>Wer die Kirche unterstützt, übt Solidarität mit den Schwachen.

Wer die Kirche mit Kirchensteuern unterstützt, übt vor allem Solidarität mit den Pfarrern. An die Schwachen geht da nicht so arg viel. siehe kirchensteuer.de

>Kirchliche Musik und Kunst sind bis heute prägende Kräfte unserer Kultur.

Ja, man kann ihnen nicht entkommen.

>Wo immer Menschen hinkommen oder hinziehen, treffen sie auch die weltweite christliche Gemeinschaft. Dazu kann jede und jeder beitragen

Hier in Deutschland kommen die Menschen in leere Kirchen. Die Kirche als Gemeinschaft hat ausgedient. Es bedarf neuer Gemeinschaften.

(Dein Text stammt von irgendeiner kirchlichen Homepage, gell. Hab ihn doch schon mal gelesen...)

Samstag, der 15. Dezember 2001, 17:18 Uhr
Name: A. Tas
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

Nein, nicht die Wurzelrassen.

Die Lerninhalte beziehen sich sehr stark auf den Musikuntericht, Technikunterricht und Matheuntericht. Einige sind momentan noch in der Planung. Und natürlich solche Inhalte wie zum Beispiel Individum, Gruppe usw.

Samstag, der 15. Dezember 2001, 17:16 Uhr
Name: PR
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

3. Advent 2001 (Sonntag. D. 16. Dez. 2001)
Offenbarung des Johannes 3, 1-6

Liebe Christen,
ich mag keine Ideologen. Menschen, die alles in sehr engen Grenzen sehen und die immer wieder, entweder offen oder verdeckt, versuchen, andere in ihren Bann zu ziehen, ihre Sicht der Dinge anderen aufzuzwängen. Doch, mit solchen Menschen hab ich Probleme.

Ideologen wie zum Beispiel dieser Fremde, der eines abends in einem Dorfpfarramt an die Tür klopft. Der Pfarrer öffnet und der Unbekannte stellt sich ihm vor: “Lieber Herr Pfarrer, ich bin ein Kollege von Ihnen, ein Amtsbruder. Ich komme aus der Stadt und habe hier im Dorf eine Panne mit meinem Auto gehabt. Da eine Reparatur heute nicht mehr möglich ist, bitte ich, vielleicht im Pfarrhaus übernachten zu können.” – “Aber selbstverständlich!”, sagt der Dorfpfarrer, “kommen Sie nur herein!”
Der Gast beginnt gleich in seinen Taschen zu kramen und sagt: “Hier bitte, mein Dienstausweis, damit Sie sehen, dass ich die Wahrheit sage. Es gibt ja heutzutage leider genügend Gauner, die sich als Mönche oder Geistliche ausgeben, um sich mit falschen Angaben ein billiges Quartier und ein kostenloses Essen zu ergattern. Wenn sie nicht gar stehlen ...!”
Doch der Gastgeber winkt ab und sagt: “Aber lieber Bruder, lassen Sie das, ich glaube Ihnen auch so. Kommen Sie endlich in das geheizte Wohnzimmer herein. Wie wäre es mit einem guten Glas Wein?”
“Sie trinken Wein als Geistlicher? Danke – Ich trinke nicht!”, weist der späte Gast den Vorschlag des Pfarrers entrüstet zurück.
“Aber eine Zigarre werden Sie doch gewiss nicht ablehnen?”, fragt der Hausherr. “Ich rauche nicht und habe nie geraucht. Im Übrigen finde ich, dass sich kein Geistlicher diesem schlimmen Laster hingeben sollte!”, meint der andere streng.
“Nun ja, es soll ja Menschen geben, die nicht rauchen wollen. Find ich in Ordnung. Ich rauche gerne mal eine Zigarre. Besser als wenn ich eine Zigarre verpasst bekomme ...”, lacht der Pfarrer.
Als der Fremde jedoch nicht auf diesen kleinen Witz eingeht, geht das Lachen des Hausherrn in beschämtes Hüsteln über. Er versucht ein anderes Thema zu finden. “Ähm, in einer Viertelstunde kommen übrigens der Bürgermeister und der Lehrer zum Kartenspielen. Endlich sind wir wieder einmal zu viert und können eine Partie Tarock spielen – Sie machen doch mit?”
“Bedaure – ich spiele auch nicht Karten – und das aus Prinzip!”
Jetzt ist der Gastgeber ernstlich befremdet und er sagt: “Ich glaube, Sie sollten mir doch ihren Dienstausweis zeigen, bei solch besonders “frommen” Christen besteht Grund zum Misstrauen”.

Liebe Christen,
Grund zum Misstrauen besteht immer dann, wenn Gottes frohe Botschaft, die Menschen echtes Leben ermöglichen will, in den Bann von Ideologien gerät. Wenn die Religion instrumentalisiert wird, wenn das, was Menschen ursprünglich frei machen sollte, in ein Korsett von Vorschriften und Regeln gezwängt wird. Eigentlich mag das die Bibel nicht. Ein Wust von religiösen Vorschriften wurde durch die 10 Gebote auf das Wesentliche reduziert. Jesus Christus hat immer wieder, auch ideologisch-religiöse Grenzen überschritten, um dem Leben zu dienen.
Und manchmal hab ich das Gefühl, dass auch in unserer Kirche eine Unmenge solcher Ideologen sitzen. Vor allem in den Reihen derer, die die Predigttexte für den jeweiligen Sonntag heraussuchen. Für heute, den dritten Advent, wurde ein Text aus der Offenbarung ausgewählt, mit dem ich so meine Probleme habe, den ich so überhaupt nicht mit Advent und Weihnachten zusammenbringen kann.

Offenbarung des Johannes 3, 1-6:

31 Und dem Engel der Gemeinde in Sardes schreibe: Das sagt, der a die sieben Geister Gottes hat und die sieben Sterne: Ich kenne deine Werke: Du hast den Namen, daß du lebst, und bist tot.
2 Werde wach und a stärke das andre, das sterben will, denn ich habe deine Werke nicht als vollkommen befunden vor meinem Gott.
3 So denke nun daran, wie du empfangen und gehört hast, und halte es fest und tue Buße! Wenn du aber nicht wachen wirst, werde ich kommen a wie ein Dieb, und du wirst nicht wissen, zu welcher Stunde ich über dich kommen werde.
4 Aber du hast einige in Sardes, die a ihre Kleider nicht besudelt haben; die werden mit mir einhergehen in weißen Kleidern, denn sie sind's wert.
5 Wer überwindet, der soll a mit weißen Kleidern angetan werden, und ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem b Buch des Lebens, und c ich will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.
6 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!

...tot, nicht vollkommen, Buße, Dieb, besudelt, – wahrlich adventlich-weihnachtliche Worte. Ein Festschmaus für jeden Prediger, der mal wieder vom Leder ziehen will über unsere Gesellschaft, die mit Advent und Weihnachten nichts als Oberflächlichkeit und Kommerz im Sinn hat. Eine Freude für jeden theologischen Ideologen, der es liebt, seine Zuhörer klein zu machen, und der – natürlich als einziger – weiß, wie man Advent und Weihnachten richtig zu begehen hat. All die vielen Aktivitäten und guten Werke können nämlich natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Christen letztlich tot sind, dass es sich lediglich um Namenschristen aber keine Wesenschristen handelt. Der Text aus der Offenbarung: Wirklich eine wahre Fundgrube für alle diejenigen, die das kirchliche Kontrastprogramm genüsslich Menschen überbraten wollen.

Nicht, dass wir uns falsch verstehen:
Ich weiß sehr wohl, dass Advent ursprünglich natürlich eine Bußzeit war, innerhalb derer man sich auf Weihnachten vorbereitete. Und genau wie viele andere, leide ich auch an dieser Veroberflächlichung dieser Zeit und des Weihnachtsfestes.
Aber Advent und Weihnachten hat für mich andererseits sehr wohl auch zu tun mit Lichterketten, leuchtenden Kinderaugen, mit Weihnachtsmärkten, mit Gefühl, mit Geschenken, dem Duft von Plätzchen und Spekulatius, mit dem Verdrücken von Dominosteinen, mit Gemeinschaft in der Familie – und auch mit schönen Orgelkonzerten und Gottesdiensten. Und wenn ich Menschen gerade in dieser Zeit über die Hetze stöhnen höre, dann erkenne ich darin durchaus auch eine tiefere Sehnsucht nach Sinn, nach mehr menschlicher Nähe, nach Innehalten, nach dem Besinnen darauf, was Leben wirklich ausmacht.
Wenn ich dann als Christ in den Gottesdienst komme, habe ich keine Lust per Predigttext gesagt zu bekommen, wie schlimm und schlecht doch alles ist, sondern ich möchte Hinweise bekommen, wie ich Advent und Weihnachten im Rahmen des Geschilderten trotzdem bewusster feiern kann.
Keiner möge doch die Menschen für dumm verkaufen: Ich glaube, dass gerade in diesem Jahr mehr als sonst neben dem Licht der Kerzen das Aufzucken der Bombenblitze, neben den Bildern von Weihnachtsfreude in ihren Köpfen auch die Bilder von verhungernden, schreienden und verletzten Kindern, Männern und Frauen auftauchen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sensible Menschen nicht gerade in diesem Jahr nicht besonders fühlen, wie das Wort der Engel vom Frieden auf Erden sich in extremer Weise reibt mit den anderen Worten, Worten wie “Heiliger Krieg” oder “grenzenlose Vergeltung”.
Dazu brauchen sie keinen polternden Theologen.
Nein, ich bin der festen Überzeugung, dass Menschen sich dieser Spannung nicht nur bewusst sind, sondern darunter leiden, dass sie fragen, ob man überhaupt noch feiern kann, dass sie spüren, wie leer gerade in diesen Zeiten Advent und Weihnachten bleiben, wenn sich das Feiern dieser Tage nur auf Materielles beschränkt. Und dass sie nicht mit feuchter Aussprache abgekanzelt werden wollen von wegen, wie schlecht doch alle sind.
Und das wissen wir doch auch: Keine Adventszeit und kein Weihnachtsfest in 2000 Jahren hat die endgültige und vollständige Veränderung der Welt mit sich gebracht. Zu keiner uns bekannten Zeit haben Kriege, Hunger, Unterdrückung und Gewalt durch Weihnachten ein Ende gefunden. Aber Menschen haben sich immer wieder gesehnt nach Frieden und Gerechtigkeit. Danach wahres Menschsein vor Gott zu leben. Und wollten Antworten wie das denn geschehen kann. Einen kleinen zarten Hinweis entdecke ich dann doch im Predigttext, einen kleinen Hinweis, der leicht überlesen werden kann in dieser Kleinmachorgie: Stärke das andere, das sterben will.
Das ist womöglich ein Weg zum bewussten Advent, zum bewussten Weihnachten: Dem Anderen, der nicht mehr weiter weiß – und der oft genug auch in uns selbst drinsteckt – zu helfen. Ihn stark zu machen. Ihm zum Engel zu werden. Ihm zur Veränderung zu verhelfen. Wie? Auf jeden Fall nicht durch Kleinmacherei, durch Ideologisieren, sondern ... sondern durch ...
Im Frühjahr dieses Jahres lief ein sehenswerter Film in den Kinos: Chocolat. Er spielt in den späten 50er Jahren in einem verschlafenen Örtchen Frankreichs, in dem die Welt noch in Ordnung ist. Allem Anschein nach: Die Menschen sind gut und gläubig. Der Alltag ist vom Besuch der Sonntagsmesse geprägt. Kirchliche Feiertage werden strikt eingehalten. Dafür sorgt der strenge Bürgermeister und selbsternannte Sittenwächter Comte de Reynaud. Seine Adleraugen dulden keine Missachtung der traditionellen Werte.
Dass auch in diesem Ort der Schein mehr verbirgt als offenbart, kommt ans Licht, als die Mittvierzigerin Vianne mit ihrer elfjährigen Tochter Anouk ins Örtchen einzieht. Vianne mietet ein kleines Geschäft gegenüber der Kirche und kurze Zeit später eröffnet sie hier ihre kleine Schokoladenhandlung. Und das ausgerechnet während der Fastenzeit. Bald schon hat sie die Zuneigung der Dorfbewohner erworben. Ihr Geschäft wird zu einem Ort, an dem sich eine Großmutter, der es von ihrer Tochter verboten wird, den 11-jährigen Enkel zu sehen, sich dennoch mit dem Kind treffen kann. Auch die Außenseiterin Josephine, die von ihrem Mann geschlagen wird, findet dort wieder Kraft zum Leben und zieht schließlich zu Vianne in den Laden. Auch anderen aus dem Ort schenkt Vianne Beachtung. Sie hört ihnen zu, spricht mit ihnen, tröstet, nimmt die Menschen in den Arm, weint mit ihnen und verzichtet auf Belehrungen von oben herab.
Doch mit der Zuneigung wächst die Abwehr. Allen voran intrigiert der Comte gegen Vianne. Er scheint alles im Griff zu haben. Selbst der junge Geistliche lässt sich Sonntag für Sonntag die Predigten von ihm diktieren. Der Comte weiß, wo es lang geht. Solange jedenfalls bis er völlig betrunken im Schaufenster von Viannes Laden liegt. Nun gibt es kein Halten mehr. Die Bevölkerung des kleinen Örtchens ist erleichtert. Der Geistliche predigt nun mit seinen eigenen Worten, “weniger wortgewaltig” zwar, dafür aber für alle befreiend von der menschlichen Seite Gottes. Er redet davon wie Jesus die Menschen achtete, sie liebte, ihnen Zutrauen schenkte – was in der Folge ihr Leben veränderte. Auch im Leben des kleinen französischen Örtchens hat die Selbstgerechtigkeit eine Niederlage erlitten – und die Menschen feiern auf dem großen Platz vor der Kirche ein großes Fest.
Stärke das andere, das sterben will.
Glaubt man dem Film, dann findet Stärkung statt dort, wo Menschen aufhören verbissen zu sein. Wo Menschen aufhören das Fremde, auch nicht im Namen Gottes, lediglich als Bedrohung anzusehen. Stärkung findet dort statt, wo Menschen aus ihrer Lethargie erwachen, wo sie einander ernst und annehmen und sich auch beschenken lassen. Auch und vor allem mit dem, was Gott für sie bereithält: Das volle Leben nämlich – und kein ideologisch kastriertes. Denn die Bibel mag keine Ideologen. Und ich auch nicht ...

Ihnen einen schönen, stärkenden dritten Advent

Amen.

Samstag, der 15. Dezember 2001, 17:14 Uhr
Name: A.Tas
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

Nein, die Lehren von der Wurzelrasse nicht. Der Musikunterricht und der Technikunterreicht. Dann gewisse Lernmethodiken (z.B. Gruppe, Individiu usw.)

Samstag, der 15. Dezember 2001, 17:09 Uhr
Name: PR
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Zwölf gute Gründe, in der Kirche zu sein

Im Christlichen Glauben bewahrt die Kirche eine Wahrheit, die Menschen sich nicht selber sagen können. Daraus ergeben sich Maßstäbe für verantwortungsbewußtes Leben.

In der Kirche wird die menschliche Sehnsucht nach Segen gehört und beantwortet.
Die Kirche begleitet Menschen von der Geburt bis zum Tod, Das stärkt auf geheimnisvolle Weise.

In der Kirche können Menschen an einer Hoffnung auf Gott teilhaben, die über den Tod hinausreicht.

Die Kirche ist ein Ort der Ruhe und Besinnung. Unsere Gesellschaft ist gut beraten, wenn sie solche Orte pflegt.

In der Kirche treten Menschen mit Gebeten und Gottesdiensten für andere ein. Sie tun das auch stellvertretend für die Gesellschaft.

Die kirchlichen Sonn- und Feiertage mit ihren Themen, ihrer Musik und ihrer Atmosphäre prägen das Jahr. Die Kirche setzt sich dafür ein, diese Tage zu erhalten.

In Seelsorge und Beratung der Kirche wird der ganze Mensch ernst und angenommen.

In Krankenhäusern und anderen sozialen Einrichtungen der Kirche schaffen viele haupt- und ehrenamtlich Engagierte ein besonders, menschliches Klima.

Wer die Kirche unterstützt, übt Solidarität mit den Schwachen.

Kirchliche Musik und Kunst sind bis heute prägende Kräfte unserer Kultur.

Wo immer Menschen hinkommen oder hinziehen, treffen sie auch die weltweite christliche Gemeinschaft. Dazu kann jede und jeder beitragen

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