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Donnerstag, der 6. Maerz 2003, 17:57 Uhr
Name: Matze
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Weil Luther einen fürstlichen Beschützer hatte, der ihn für seine eigenen politischen Interessen gut gebrauchen konnte.

Gut. Und was ist z.B. mit Melanchthon?

Ansonsten wäre er wohl nicht mehr am Leben.

Ich bezweifle, dass Luther noch am Leben ist :-))).

Aber Luther ein Atheist?

Müssen Querdenker zwingend Atheisten sein?

Gruß,

Matze

Donnerstag, der 6. Maerz 2003, 17:56 Uhr
Name: Matze
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@David:

widerrief jedoch angeblich mit "Eppur si muove" ["Und sie (die Erde) bewegt sich doch"] und blieb bis zu seinem Tod Gefangener der Inquisition.

Diesen Satz hat Galileo definitiv nie gesagt. Meine Informationen habe ich aus historischen Werken bezogen. Zu empfehlen ist da, wie gesagt, "Niemand hat Kolumbus ausgelacht" von Gerhardt Prause. Dort werden weitere Legenden der modernen Zeit , wie der Thesenanschlag Luthers oder der Sturm auf die Bastille oder eben so manche Sage um Kolumbus aufgedeckt.

Quelle: www.wissen.de

Da verlasse ich mich lieber auf Quellen, bei denen wissenschaftliche Quellenangaben beigefügt sind und welche die ganze Geschichte im Detail erzählen.

Gruß,

Matze

Donnerstag, der 6. Maerz 2003, 17:27 Uhr
Name: Heike Jackler
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Es dürfte wohl unbestritten sein, dass die Chance als bekennender Nichtchrist oder Atheist verbrannt, niedergemetzelt, erdolcht, gefoltert oder erschlagen zu werden fast gegen 100% tendierte in der Zeit als deine viel zitierten angeblich christlichen Wissenschaftler lebten.

Warum wurde dann z.B. weder Luther, noch Melanchthon (der auch manches gegen die damals umherkreisenden Gedanken der katholischen Authorität sagte) verbrannt, gefoltert und erschlagen?

Weil Luther einen fürstlichen Beschützer hatte, der ihn für seine eigenen politischen Interessen gut gebrauchen konnte. Deshalb konnte sich Luther verstecken, als der Bann über ihn verhängt wurde. Ansonsten wäre er wohl nicht mehr am Leben. Aber Luther ein Atheist? Hm. Nö. Du hast das wohl mit Antisemit verwechselt...

Donnerstag, der 6. Maerz 2003, 17:04 Uhr
Name: günther
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anti-christ schreibt:
"Wer sich über das Christentum nicht empört, kennt es nicht."

wer sich über das christentum, so wie jesus es gelebt hat und wie es in der bibel steht, empört, der kennt es nicht.
frau/man sollte immer nach den URFORMEN forschen und nicht nach dem gehen, was die menschen draus gemacht haben.
doch das geht natürlich auch DEIN ganz persönliches leben was an, werter mitmensch, und das ist den meisten menschen zu unbequem. es ist ja sooooooo viel leicher "anti" zu sein.....:-)
gott segne dich in jesu namen!
www.roots-roy.de

Donnerstag, der 6. Maerz 2003, 16:50 Uhr
Name: David
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Galilei

Galileo, italienischer Mathematiker und Physiker, * 15. 2. 1564 Pisa, 8. 1. 1642 Arcetri bei Florenz; begründete die moderne, auf Erfahrung und Experiment beruhende Physik; beobachtete schon als Student die Gesetzmäßigkeit der Pendelschwingungen, erfand die hydrostatische Waage zur Bestimmung spezifischer Gewichte und untersuchte 1589 in Pisa die Fallgesetze; 1592 Professor in Padua; konstruierte 1609 ein Fernrohr und entdeckte Mondberge, Jupitermonde, Sonnenflecken, Phasengestalten der Venus u. a.; 1610 nach Florenz berufen; geriet dort 1615 wegen seines Bekenntnisses zum heliozentrischen Weltsystem des Kopernikus mit der Kirche in Konflikt und wurde 1616 zum Schweigen verurteilt. 1626-1630 schrieb er sein erstes Hauptwerk, "Dialog über die beiden großen Weltsysteme", in dem er wiederum versuchte, die Richtigkeit des heliozentrischen Weltbilds zu beweisen. Wegen Ungehorsams und Ketzerei angeklagt, schwor er 1633 in Rom vor dem Inquisitionsgericht ab, widerrief jedoch angeblich mit "Eppur si muove" ["Und sie (die Erde) bewegt sich doch"] und blieb bis zu seinem Tod Gefangener der Inquisition. Galilei wurde 1992 von Papst Johannes Paul II. öffentlich rehabilitiert.

Quelle: www.wissen.de

Donnerstag, der 6. Maerz 2003, 15:36 Uhr
Name: Matze
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Nachträgliche Anmerkung: die Geschichte ist noch etwas komplizierter, als ich sie dargestellt habe. Es lohnt sich hier, selbst nachzuforschen.

Donnerstag, der 6. Maerz 2003, 15:36 Uhr
Name: Matze
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Nachträgliche Anmerkung, die Geschichte ist noch etwas komplizierter, als ich sie dargestellt habe. Es lohnt sich hier, selbst nachzuforschen.

Donnerstag, der 6. Maerz 2003, 15:36 Uhr
Name: Matze
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@David:

"werde ich aber prüfen"

Und habe ich geprüft:

So wie es aussieht, ist die Geschichte um Galileo sehr kompliziert. Galileo hatte seine ursprünglichen Probleme gar nicht mit der Kirche, sondern mit den übrigen Gelehrten seiner Zeit. Er hatte schlichtweg Angst von anderen Gelehrten ausgelacht zu werden.

Es gab durchaus in den hohen Ämtern der Kirche eine Unterstützung für das kopernikanische Weltbild, sofern es nur als Hypothese bezeichnet wurde. Damals war vielen Leuten, auch in der Kirche (!), klar, dass das ptolemäische, geozentrische Weltbild nicht mit den Naturbeobachtungen übereinstimmt. Kopernikus, der "einige" Jahre zuvor das ptolemäische Weltbild zu korrigieren Versuchte brachte ein heliozentrisches Weltbild heraus, das allerdings auch nicht alle Beobachtungen erklären konnte.

Das kopernikanische Weltbild ist nicht völlig korrekt und lehnte an das alte ptolemäische Weltbild stark an, was gerne vergessen wird - erst nach Kepler und später durch die Relativitätstheorie konnte man weitgehend die wissenschaftlichen Vorstellungen mit den Naturbeobachtungen synchronisieren!

Galileo, der schon von jungen Jahren an dem kopernikanischen Weltbild folgte, stellte das kopernikanische Weltbild - vereinfacht ausgedrückt - als Wahrheit hin, während die Kirche es weiterhin als Hypothese darstelle.

Die Werke von Kopernikus wurden kurzzeitig verboten, bis die Stellen geändert wurden, an denen das kopernikanisch-heliozentrische Weltbild als Wahrheit und die Erde als Stern bezeichnet wurde. Nachdem diese Korrekturen vorgenommen worden waren, wurde das Buch wieder freigegeben, allerdings wurde es von keinem Verleger gedruckt.

Galileo geriet in die Inquisition dadurch, dass er sein Weltbild als Wahrheit darstellte, während die Kirche das kopernikanische Weltbild zur damalgien Zeit nur als Hypothese betrachtete, zumal es einerseits nicht zu gemachten Beobachtungen und andererseits nicht zum alten Testament passte (es gibt eine Stelle, an der Gott einen Tag lang die Sonne angehalten haben sollte).

Galileo, der darauf beharrte, beschimpfte Kardinäle und den Papst als Dummköpfe, weil diese das Weltbild nicht als Wahrheit, sondern höchstens nur als Hypothese betrachten wollten.

Galileo wurde schließlich vor die Inquisition gebracht - wobei er theoretisch auch der Sache hätte entgehen können, wenn er in Venedig (oder wars Florenz?) geblieben wäre. Er wurde nie in einen Kerker gesperrt, sondern hatte Hausarrest in einer Villa mit Diener! In einer der letzten Verhandlung, als längst ein anderer Papst und andere Kardinäle herrschten, wurde ihm dann, wie es Formalien verlangten, die Tortur angedroht.

Verboten, wurde das Buch "Dialog von Galileo Galilei", in dem er das kopernikanische Weltbild (wie wir heute wissen irrtümlicherweise!) als Wahrheit darstellte. Ebenfalls wurde er formal zu einer Kerkerstrafe verurteilt, die er jedoch nie antreten musste und er musste drei Jahre lang wöchentlich sieben Bußpsalmen sprächen. Schließlich musste er vom kopernikanischen Weltbild abschwören. Den Satz "und sie bewegt sich doch" hat er nie gesagt.

Schließlich verlebte er den Rest seines Lebens als Gast beim Großherzog der Toskana und beim Erzbischof von Sienna. Die letzten Zehnjahre in einem Kleinen Dorf Arcetri bei Florenz.

Seine wirklichen Meisteleistungen fanden in dieser letzten Zeit statt, als er wesentliche Gesetze der Mechanik formulierte. Dort lag der wirkliche Verdienst Galileo gegenüber der Wissenschaft.

Die Legende, um Galileo, die das Fernsehn, ja sogar die Schulen verbreiten, sind anders entstanden: Sie wurden Größtenteils durch die evangelischen Kirchen geschürt, welche die katholische Kirche schlecht machen wollte (ich bin übrigens kein katholik :-)). Bereits Napoleon wollte diesen Fall neu aufrollen kam aber nicht mehr dazu.

Wenn du willst kann ich dir noch die Fehler des kopernikanisch-heliozentrischen Weltbildes, das Galileo unterstützte, gegenüber dem heutigen Weltbild aufzeigen.

Gruß,

Matze

Donnerstag, der 6. Maerz 2003, 14:58 Uhr
Name: Matze
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@David / Kurt:

Zum Thema Galileo kann ich übrigens das Buch "Niemand hat Columbus ausgelacht" empfehlen. In diesem Wert auch andere Legenden, wie der Thesenanschlag Luthers usw. widerlegt. Lesenswert ist es auf alle Fälle.

Gruß,

Matze

Donnerstag, der 6. Maerz 2003, 14:43 Uhr
Name: Matze
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dass Galileo in einen Kerker wurde

Sollte natürlich heißen:

"dass Galileo in einen Kerker geworfen wurde "

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