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Freitag, der 1. Februar 2002, 18:23 Uhr
Name: Dr. Dieter Schmidt, Bremen
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

DIE NETIQUETTE
Dieser Artikel soll Ihnen helfen, die Sitten und Gebräuche, die sich mit der Zeit in den "de."-Newsgruppen eingebürgert haben, kennenzulernen, und Ihnen über die wichtigsten Stolpersteine hinwegzuhelfen.
Es folgen einige Tips, wie man das Netz effizient und auch höflich zu aller Zufriedenheit benutzen kann (und sollte):

01. Vergiß niemals, daß auf der anderen Seite ein Mensch sitzt
02. Erst lesen, dann denken, dann erst posten
03. Fasse Dich kurz!
04. Deine Artikel sprechen für Dich. Sei stolz auf sie!
05. Nimm Dir Zeit, wenn Du einen Artikel schreibst!
06. Vernachlässige nicht die Aufmachung Deines Artikels
07. Achte auf die "Subject:"-Zeile!
08. Denke an die Leserschaft!
09. Vorsicht mit Humor und Sarkasmus!
10. Kürze den Text, auf den Du Dich beziehst
11. Benutze Mail, wo immer es geht!
12. Gib eine Sammlung deiner Erkenntnisse ans Netz weiter
13. Achte auf die gesetzlichen Regelungen!
14. Benutze Deinen wirklichen Namen, kein Pseudonym
15. Kommerzielles?
16. Keine "human gateways" - das Netz ist keine Mailbox
17. "Du" oder "Sie"?
VERGISS NIEMALS, DASS AUF DER SEITE EIN MENSCH SITZT!
Die meisten Leute denken in dem Augenblick, wo sie ihre Artikel und Mails verfassen, leider nicht daran, daß die Nachrichten nicht ausschließlich von Computern gelesen werden, sondern auch von (anderen?) Lebewesen, in erster Linie von Menschen.
Je nach Distribution kann Ihre Nachricht von Leuten z. B. in ganz Deutschland und der Schweiz gelesen werden. Denken Sie stets daran und lassen Sie sich nicht zu verbalen Ausbrüchen hinreißen. Bedenken Sie: Je ausfallender und unhöflicher Sie sich gebärden, desto weniger Leute sind bereit, Ihnen zu helfen, wenn Sie einmal etwas brauchen.

Eine einfache Faustregel: Schreibe nie etwas, was Du dem Adressaten nicht auch vor anderen Leuten ins Gesicht sagen würdest.

2. Erst lesen, dann denken, dann nochmal lesen, dann nochmal denken und dann erst posten!
Die Gefahr von Mißverständnissen ist bei einem geschriebenen, computerisierten Medium besonders hoch. Vergewissern Sie sich mehrmals, daß der Autor des Artikels, auf den Sie antworten wollen, auch das gemeint hat, was Sie denken. Insbesondere sollten Sie darauf achten, ob nicht vielleicht Sarkasmus oder eine ähnliche Abart des Humors :-) benutzt wurde, ohne ihn mit dem Smiley-Symbol ":-)" zu kennzeichnen.
3. Fasse Dich kurz!
Niemand liest gerne Artikel, die mehr als 50 Zeilen lang sind. Denken Sie daran, wenn Sie Artikel verfassen. Nebenbei: Es empfiehlt sich, die Länge der eigenen Zeilen unter etwa 70 Zeichen zu halten.
4. Deine Artikel sprechen für Dich. Sei stolz auf sie!
Die meisten Leute auf dem Netz kennen und beurteilen Sie nur über das, was Sie in Artikeln oder Mails schreiben. Versuchen Sie daher, Ihre Artikel leicht verständlich und möglichst ohne Rechtschreibfehler zu verfassen.
Ein Duden neben dem Rechner mag manchem als Übertreibung erscheinen; in Anbetracht der Tatsache, daß viele Leser den Autor eines vor Fehlern beinahe unleserlichen Artikels für einen (um es ganz deutlich zu sagen) Vollidioten halten, ist diese Investition vielleicht nicht ganz verfehlt.

Bedenken Sie, daß ihr Anliegen nicht rüberkommt, wenn es nicht einmal den elementaren Anforderungen an Stil, Form und Niveau genügt.

Bedenken Sie bitte auch: Vielleicht lesen Ihre zukünftigen Kollegen oder Ihr zukünftiger Chef mit. Vorurteile bilden sich leicht.

5. Nimm Dir Zeit, wenn Du einen Artikel schreibst!
Einige Leute denken, es würde ausreichen, einen Artikel in zwei Minuten in den Rechner zu hacken. Besonders im Hinblick auf die vorangegangenen Punkte ist das aber kaum möglich. Sie sollten sich Zeit nehmen, um einen Artikel zu verfassen, der auch Ihren Ansprüchen genügt.
6. Vernachlässige nicht die Aufmachung Deines Artikels!
Es ist natürlich nicht zwingend, einen Schreibmaschinenkurs mitgemacht zu haben, jedoch ist es ratsam, sich mit den wichtigsten der "Regeln für Maschinenschreiben" (z. B. DIN 5008) vertraut zu machen.
Darüberhinaus sollten Punkte und Kommas selbstverständlich sein; durch Groß- und Kleinschreibung wird der Text leserlicher. Absätze lockern den Text auf, wenn sie alle paar Zeilen eingeschoben werden.

7. Achte auf die "Subject:"-Zeile!
Wenn Sie einen Artikel verfassen, achten Sie bitte besonders auf den Inhalt der "Subject:"-Zeile. Hier sollte in kurzen Worten (möglichst unter 40 Zeichen) der Inhalt des Artikels beschrieben werden, so daß ein Leser entscheiden kann, ob er von Interesse für ihn ist oder nicht.
In länger dauernden Diskussionen kann es passieren, daß das Thema, über das debattiert wird, vom ursprünglichen "Subject" abweicht. Bitte ändern Sie die "Subject:"-Zeile entsprechend ab. Eine gute Angewohnheit ist es, wenn Sie den alten Titel zusätzlich noch angeben; bei Followups auf solche Artikel sollte der alte Titel aber entfernt werden. Ein Beispiel:

Nach dem Drücken von "F" im Newsreader (meist "nn" oder "rn") werden Sie mit

Subject: Re: Kohlrabi im Vorgarten
konfrontiert. Die Diskussion ist aber längst auf das Thema "Erbsen im Treibhaus" abgeschweift. Also ändern Sie wie folgt:
Subject: Erbsen im Treibhaus (was: Re: Kohlrabi im Vorgarten)
Sollte die "Subject:"-Zeile nun länger als 80 Zeichen werden, so ist es sicher nicht schlecht, den alten Titel abzukürzen. Followups auf Ihren neuen Artikel sollten nur noch den Titel
Subject: Re: Erbsen im Treibhaus
erhalten.
8. Denke an die Leserschaft!
Überlegen Sie sich vor dem Posten eines Artikels oder Followups, welche Leute Sie mit Ihrer Nachricht erreichen wollen. Ein Artikel mit dem Titel "Fernseher Bj. 1972 an Selbstabholer" ist in einer regionalen Newsgruppe sicher wesentlich besser aufgehoben als in einer weltweit lesbaren "de.
"-Gruppe.
Wählen Sie die Gruppe (oder Gruppen), in die Sie schreiben, sorgfältig aus. Posten Sie, wenn irgend möglich, nur in eine Gruppe. Ein Crossposting eines Artikels in mehrere, womöglich inhaltlich verwandte Gruppen ist nicht empfehlenswert. Wenn Sie dennoch ein Crossposting (durch Angabe mehrerer Gruppennamen in der "Newsgroups:"-Zeile) in die Welt setzen, lenken Sie bitte darauffolgende Postings mit Hilfe der "Followup-To:"-Zeile in eine Gruppe.

9. Vorsicht mit Humor und Sarkasmus!
Achten Sie darauf, daß Sie Ihre sarkastisch gemeinten Bemerkungen so kennzeichnen, daß keine Mißverständnisse provoziert werden. Bedenken Sie: In einem schriftlichen Medium kommt nur sehr wenig von Ihrer Mimik und Gestik rüber, die Sie bei persönlichen Gesprächen benützen würden.
Im Netz gibt es für diesen Zweck eine ganze Reihe von Symbolen; die gebräuchlichsten sind ":-)" und ":-(". Wenn Ihnen nicht sofort auffällt, was diese Symbole bedeuten sollen, drehen Sie den Kopf doch mal um 90 Grad nach links und schauen Sie nochmal... :-)

10. Kürze den Text, auf den Du Dich beziehst, auf das notwendige Minimum!
> Es ist eine gute Angewohnheit, Texte, auf die man sich be-
> zieht, wörtlich zu zitieren. Wenn Sie einen Followup-Ar-
> tikel schreiben, wird Ihnen der gesamte Text, auf den Sie
> sich beziehen, von Ihrem Newsreader-Programm zum Bearbei-
> ten angeboten. Der Originaltext wird dabei im Allgemeinen
> durch das Zeichen '>' eingerückt (ähnlich wie dieser Ab-
> satz), um klar ersichtlich zu machen, daß es sich dabei
> um zitierten Text handelt.

Machen Sie es sich zur Angewohnheit, nur gerade so viel Originaltext stehen zu lassen, daß dem Leser der Zusammenhang nicht verlorengeht. Das ist a) wesentlich leichter zu lesen und zu verstehen und b) keine Verschwendung von Resourcen.

Lassen Sie den Originaltext aber auch nicht ganz weg! Der Leser Ihres Artikels hat den Artikel, auf den Sie sich beziehen, mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr exakt in Erinnerung und hat ohne weitere Anhaltspunkte große Mühe, den Sinn Ihrer Ausführungen zu erkennen.

Achtung: Auch die Unterschrift oder die Signature der Originalnachricht sollte nur dann zitiert werden, wenn darauf auch inhaltlich Bezug genommen wird. Wie die ebenso lästige Doppelsignature ist dies ein Fehler, den der Betreffende selbst oft nicht bemerkt. Ein persönlicher Hinweis (bitte nur als Mail!) kann in beiden Fällen nicht schaden.

11. Benutze Mail, wo immer es geht!
Wenn Sie dem Autor eines Artikels etwas mitteilen wollen, überlegen Sie sich bitte genau, ob dafür nicht eine simple Mail ausreicht.
Ein Beispiel: Spätestens dann, wenn hitzige Diskussionen schliesslich in wüste Beschimpfungsorgien ausarten, ist der Zeitpunkt gekommen, an dem die Diskussion niemanden außer den Streithähnen interessiert.

Generell gilt: Wenn Sie etwas mitteilen wollen, das auch viele andere Leute interessieren könnte, benutzen Sie die News. Anderenfalls ist eine Mail sicherlich ausreichend.

12. Gib eine Sammlung Deiner Erkenntnisse ans Netz weiter!
Wenn Sie eine Frage an die Netzgemeinde gestellt haben, und darauf Antworten per Mail empfangen haben, welche evtl. auch andere Leute interessieren könnten, fassen Sie Ihre Ergebnisse (natürlich gekürzt) zusammen und lassen Sie damit auch das Netz von Ihrer Frage profitieren.
13. Achte auf die gesetzlichen Regelungen!
Es ist völlig legal, kurze Auszüge aus urheberrechtlich geschützten Werken zu informationellen Zwecken zu posten. Was darüber hinaus geht, ist illegal. Zu den urheberrechtlich geschützten Werken gehören unter anderem Zeitungsartikel, Liedtexte, Programme, Bilder etc. Ebenfalls illegal ist es, mit Wort und/oder Bild zu Straftaten aufzurufen oder zumindest Anleitungen dafür zu liefern.
Achten Sie darauf, daß Sie mit Ihrem Artikel keine Gesetze brechen und bedenken Sie, daß sich evtl. jeder strafbar macht, der solche Informationen auf dem eigenen Rechner hält und anderen zugänglich macht.

14. Benutze Deinen wirklichen Namen, kein Pseudonym!
In der Mailboxszene ist es ab und zu üblich, seine wahre Identität hinter einem Pseudonym zu verbergen. Pseudonyme ermöglichen es auch, Dinge zu sagen und zu tun, die man sich sonst nicht erlauben würde. Aufgrund der negativen Erfahrungen, die sehr viele Leute auf dem Netz mit den Trägern solcher Pseudonyme gemacht haben, und auch aus presserechtlichen Gründen sollten Sie Ihre Artikel mit Ihrem wirklichen Namen versehen. Wenn Sie nicht vorhaben, Ihren Namen preiszugeben, vergessen Sie das Usenet (oder zumindest das Schreiben von Artikeln und Mails) bitte schnell wieder.
Die Betreiber von Systemen, die schreibenden Zugriff auf das Netz anbieten, sind angehalten, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen (z. B. Eintragung des "Fullnames" ins GECOS-Feld der Passwortdatei o. ä.).

15. Kommerzielles?
Ein gewisses Maß an kommerziellen Informationen wird auf dem Netz gerne toleriert, z.B. Adressen von Firmen, die ein bestimmtes Produkt anbieten, nachdem jemand danach gefragt hat. Als unverschämt wird dagegen die Verbreitung von reinen Werbeinformationen angesehen, insbesondere, wenn sie ein gewisses Volumen überschreiten.
Bedenken Sie: Dies ist ein nichtkommerzielles Netz, und nicht jeder will Übertragungskosten für Werbung bezahlen.

16. Keine "human gateways" - das Netz ist keine Mailbox!
Ebenfalls wird davon abgeraten, seine Aufgabe darin zu sehen, Artikel aus verschiedenen anderen, für jedermann zugänglichen Netzen (um Namen zu nennen: Fido, Zerberus, BTX, etc. pp.) ins Netz zu pumpen.
Das gilt insbesondere dann, wenn es den Informationen am allgemein üblichen Niveau mangelt, die darin angesprochenen Tatsachen jedem durchschnittlich intelligenten Menschen bereits bekannt sind oder abzusehen ist, daß sich nur ein verschwindend geringer Bruchteil der Netz-User dafür interessiert.

Bedenken Sie: Das Netz ist keine Daten-Mülltonne.

17. "Du" oder "Sie"?
Aus der Deutschsprachigkeit der "de."-Hierarchie erwächst die Frage, ob man andere Netzteilnehmer in Artikeln und Mails "duzen" oder "siezen" sollte. Dafür gibt es keine allgemeingültige Regel; es hat sich jedoch eingebürgert, den Anderen mit "Du" anzureden. 99,9 % der Teilnehmer in der "de."-Hierarchie finden das auch völlig in Ordnung und würden es als eher absonderlich ansehen, wenn sie auf einmal gesiezt werden würden. Vielleicht ist diese Netiquette also der letzte Artikel im Netz, in dem Sie geSIEzt werden...
18. Zusammenfassung der Dinge, die Sie bedenken sollten...
- Vergiß niemals, daß auf der anderen Seite ein Mensch sitzt
- Erst lesen, dann denken, dann nochmal lesen, dann nochmal denken, und dann erst posten
- Fasse Dich kurz!
- Deine Artikel sprechen für Dich. Sei stolz auf sie!
- Nimm Dir Zeit, wenn Du einen Artikel schreibst!
- Vernachlässige nicht die Aufmachung Deines Artikels
- Achte auf die "Subject:"-Zeile!
- Denke an die Leserschaft!
- Vorsicht mit Humor und Sarkasmus!
- Kürze den Text, auf den Du Dich beziehst, auf das notwendige Minimum!
- Benutze Mail, wo immer es geht!
- Gib eine Sammlung deiner Erkenntnisse ans Netz weiter
- Achte auf die gesetzlichen Regelungen!
- Benutze Deinen wirklichen Namen, kein Pseudonym
- Kommerzielles?
- Keine "human gateways" - das Netz ist keine Mailbox
- "Du" oder "Sie"?
Autoren:

Christian Kaiser <cmk@chi.sub.org>
Ulrich Dessauer <ud@nitmar.muc.de>
Patrick Gülat <patg@imp.ch>
Joachim Astel <achim@astel.de>

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Freitag, der 1. Februar 2002, 17:21 Uhr
Name: heike
E-Mail: goofy999@gmx.de
Homepage: www.kinderhilfsprojekt.is-online.net

hallo, ihr in den weiten des www!

....wir suchen dringend hilfe, um 5000 kindergesichter zum lächeln zu bringen....

wir, daß sind 7 autoren und autorinnen, die in einer internet-community eine kindergeschichte geschrieben haben, die wir nun kindern in krankenhäusern kostenlos zur verfügung stellen wollen....

was uns fehlt ist die publicity, und vor allem das kleingeld....wir haben zwar einen verlag, aber der ist so klein, daß er nicht mal eben 5000 bücher umsonst drucken kann....wir haben ausgerechnet, daß wir ca. 35 000 euro brauchen, um das projekt zu realisieren....zudem sind weitere projekte geplant...

mehr dazu erfahrt ihr unter

www.kinderhilfsprojekt.is-online.net

ab spätestens sonntag steht auch eine leseprobe auf der homepage, bis jetzt ist erst das wichtigste drauf....

es wäre schön, wenn ihr die homepage möglichst bekannt machen könntet, und vielleicht hat der ein oder andere einen euro übrig....

ich wünsch euch licht und liebe

heike

Freitag, der 1. Februar 2002, 16:38 Uhr
Name: Dieter Schmidt
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage


Januar 1999: Dreist!


HVD täuscht weiter über Nazi-Verwicklungen


Die Reaktion des Humanistischen Verbandes Deutschlands auf unsere Veröffentlichung über die Nazi-Propaganda in der HVD-Ausstellung des Prenzlauer-Berg-Museums macht alles noch schlimmer –-
Konfusion mit Namen soll die Öffentlichkeit täuschen –-
Wer "Freireligiöse" und "Humanisten" eigentlich sind, was sie in Wahrheit wollen, auf welches Gedankengut sie sich intern beziehen - das ist in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt –-
Der Berliner HVD-Vorsitzende Christian John beschimpft Abgeordnetenhaus-Parteien, Bürgermeister, christliche und jüdische Würdenträger –-
Man ist einiges gewohnt von Rechtsaußen. Verleumdung, Lüge und Fälschung gehören dazu. Kaum mehr als ein paar Verleumdungen konnte der HVD antworten auf unsere detallierte Darstellung seiner Nazi- und Neonazi-Verwicklungen. Insbesondere kann er in keinem einzigen konkreten Fall aus unserer 6-seitigen Stellungnahme, die wir über die Nazi-Propaganda im Prenzlauer-Berg-Museum veröffentlichten, widerlegen. Der HVD kann politisch nur dann überleben, wenn es ihm gelingt, die Abgeordnetenhaus-Parteien zu täuschen. Seine Methoden sind plump, und die Abgeordneten werden sich die Augen reiben, wenn sie lesen, wie der Berliner HVD-Vorsitzende John sie intern in dem HVD-Blättchen "Diesseits" beschimpft: Die vier Abgeordnetenhausfraktionen, die Bezirksbürgermeister von Mitte, Tiergarten und Friedrichshain, christliche Geistliche "sowie der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde" seien allesamt nur "Geldsäcke und Pfaffen" und "schonungslose Volksschinder", schreibt John hier 1998; den Präsidenten des Abgeordnetenhauses Prof. Dr. Herwig Hasse (CDU) nennt er dabei sogar namentlich. John bezeichnet seine Tiraden als "freigeistig", allerdings sind sie aus dem Nazi-Milieu schon seit vielen Jahrzehnten bekannt.

Der Prenzlauer-Berg-Museumsdirektor Bernt Roder möchte nach unserer Veröffentlichung nun plötzlich die Bücher aus der HVD-Ausstellung herausnehmen, in denen bekannte Nazi-Ideologen und Auschwitz-Leugner für die "Freireligiösen" und "Humanisten" schreiben. Aus den Augen, aus dem Sinn. Vernichtung der Erinnerung an die Vernichter, so einfach geht das. Vom Ausstellungskatalog, der diese Bücher ebenfalls als Quelle "freigeistigen" Gedankengutes anpreist, ist keine Rede. Wird er eingestampft, nachdem Tausende Exemplare gedruckt wurden? Wer hat sie bezahlt? Der Katalog der Ausstellung preist das Buch "Freigeistige Bibliographie" des Nazi Karl Becker als einzige "echte freigeistige Bibliographie" an (Seite 64); Becker präsentiert in dem Buch jedoch zum Beispiel den NSDAP-Chefideologen Alfred Rosenberg als Vordenker der "Humanisten"- und Freireligiösen-Szene (Becker, Seite 110) und listet über lange fünf Seiten den Kern der NS-Literatur und auch Neonazi-Literatur auf, als angeblich seriöse kritische Literatur über das Christentum und das Judentum! Auschwitz als "humanistische" Tat. Der Museumsdirektor ist offenbar reif für Disziplinarmaßnahmen, denn sein Haus propagiert auf diese Weise weiterhin Nazi-Schriften, getarnt als "echte freigeistige" Literatur, auch für den "freigeistigen Religionskundeunterricht", wie ein Kapitel bei Becker heißt. Vielleicht wacht die CDU ja noch auf.

Alfred oder Arthur?

Mit einem plumpen Trick der Namensverwirrung versucht der HVD in einer offiziellen Stellungnahme, sich aus dem braunen Sumpf zu ziehen. Doch Lügen haben kurze Beine. Für den HVD behauptet jetzt sein Vorstandsmitglied Horst Groschopp, wir hätten Alfred Rosenberg mit dem kommunistischen, dann sozialdemokratischen Historiker Arthur Rosenberg verwechselt, der durch seine Geschichte der Weimarer Republik bekannt geworden war. Groschopp ist der eigentliche Hintermann der braun getränkten Ausstellung vom Prenzlauer Berg und machte sich mit seinem Buch "Dissidenten" (über diese Freireligiösen- und "Humanisten"-Szene) einen Namen als Geschichtsfälscher. Er weiß, daß er mit dem Trick der angeblichen Namensverwechslung lügt, denn er ist verantwortlich für "Konzeption und Redaktion" des Ausstellungskatalogs, der Beckers Nazi-Bibliographie und andere Nazi-Bücher als freigeistige, humanistische und religionskritische Literatur anpreist.

Der HVD täuscht also bewußt die Öffentlichkeit.

Nazis raus aus den Schulen!

Dazu Peter Kratz, Leiter des BIFFF... e. V.: "Wir haben nichts zurückzunehmen. Der HVD und der Direktor des Prenzlauer-Berg-Museums werden sich hüten, uns zu verklagen, denn sie wissen genau, daß wir die Nazi-Verwicklungen richtig dargestellt haben. Wir bleiben dabei: Die Ausstellung vom Prenzlauer Berg und der Ausstellungskatalog zeigen, daß führende Personen des HVD tatsächlich bis heute auch nationalsozialistisch orientiert sind, denn anders sind ihre versteckten Bezüge auf Ideologen der Nazis nicht zu erklären. Damit ist der HVD ein Fall für den Verfassungsschutz. Für den Lebenskundeunterricht des HVD an Berliner Schulen gilt: Solange die offensichtlichen Nazi-Verwicklungen bestritten statt aufgearbeitet werden, ist zu befürchten, daß auch die nazi-orientierten HVD-Leute Schüler indoktrinieren werden. Das muß aufhören." Januar 1999

...Bezug: HVD-Ausstellung über Freireligiöse Gemeinde Berlin

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Freitag, der 1. Februar 2002, 16:36 Uhr
Name: Dieter Schmidt
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Januar 1999: Skandal um Prenzlauer-Berg-Museum ausgeweitet:

"Humanismus" in Nazi-Tradition

Rassistischer Chefideologe des HVD hält Andersdenkende für "Irrläufer der Evolution" und sieht seine Anhänger auf der Evolutionsleiter schon eine Stufe über den Normalmenschen –-
Direkter Bezug auf den Nazi-Agitator Wilhelm Hauer –-
Herrenmenschen-Indoktrination auch im HVD-"Lebenskunde-Unterricht" an Berlins Schulen?

Juden raus!-Parolen bei den Stars der Freireligiösen-Ausstellung des Prenzlauer-Berg-Museums –-
Alfred Rosenberg als Freireligiösen-Vordenker aufgeführt
Der Skandal um die Freireligiösen-Ausstellung des Prenzlauer-Berg-Museums weitet sich immer mehr aus. Jetzt fanden wir in öffentlichen Bibliotheken erneut Texte von Personen, die in der Ausstellung als progressive Identifikationsfiguren vorgestellt werden, obwohl sie in den 30er Jahren forderten, die "Judenbibel" müsse aus dem Schulunterricht verschwinden: "Nicht zu Juden, nicht zu Bibelchristen sollen deutsche Kinder erzogen werden, sondern zu lebensfrohen, sittenstarken Menschen, die ihrem Volk und deutschen Idealen ihr Leben weihen", schrieb Georg Kramer 1937 in der Freireligiösen-Zeitschrift "Deutsches Werden". "Der größte Teil der Lehrerschaft will befreit werden von den alten Judengeschichten im Schulunterricht", schrieb Kramer, "diesem Krebsschaden im deutschen Schulwesen"; man dürfe nicht länger "von christlichen Priestern hypnotisiert" werden. 1998/99 stellt das Prenzlauer-Berg-Museum scheinbar unverfängliche Kramer-Texte als Fotokopien zum Nachlesen kommentarlos aus; daß derselbe Kramer ein Vordenker der Judenverfolgung war, verschweigt das Museum.

Der im Ausstellungskatalog des Kulturamtes Prenzlauer Berg auf Seite 64 als "aktivster Streiter" der Freireligiösen positiv gewürdigte Carl Peter - in Wahrheit ein radikaler Nationalsozialist und Verleger von "Deutsches Werden", was die Ausstellung jedoch verschweigt - brachte Ende 1933 die Schrift "Der Bund freireligiöser Gemeinden Deutschlands. Eine Gemeinschaft der Deutschgläubigen" heraus, auf deren Rückseite er den "Beauftragten des Führers für die gesamte geistige und weltanschauliche Schulung und Erziehung der NSDAP" Alfred Rosenberg zu den "namhaften Schriftstellern und Vertretern eines deutschen Glaubens" zählt, neben den Nazi-Agitatoren Ernst Bergmann (später Chef der Freireligiösen), Arthur Drews, Ludwig Fahrenkrog, Wilhelm Hauer, Graf Ernst zu Reventlow, Hermann Wirth und anderen, die hier wie Alfred Rosenberg namentlich aufgeführt sind. Diese Schrift fanden wir jetzt in der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz in Berlin (als "Volkstümliche Reden und Schriften" unter der Bibliotheks-Signatur Cq 10658). Als die Schrift 1933 erschien, war die Berliner Freireligiöse Gemeinde Mitglied des Bundes freireligiöser Gemeinden unter Peter. Es ist also erneut aus dem Bestand der Staatsbibliothek beweisbar, daß die Berliner Freireligiöse Gemeinde tatsächlich zum radikalsten Teil des Nazismus zählte, der sich auf Alfred Rosenbergs Buch "Der Mythus des 20. Jahrhunderts" berief, den Nazismus als Religion und schließlich sogar Adolf Hitler als Gott ausgab. Die Ausstellung des Kulturamtes Prenzlauer Berg, der Freireligiösen Gemeinde und des Humanistischen Verbandes, die zur Zeit im Prenzlauer-Berg-Museum zu sehen ist, will jedoch darüber hinwegtäuschen.

Der Humanistische Verband Deutschlands (HVD), Mitveranstalter der Ausstellung und mit seinem "Lebenskunde-Unterricht" angeblich zweitgrößter Anbieter des Religions- und Ethik-Unterrichts an den staatlichen Berliner Schulen (nach der Evangelischen und noch vor der Katholischen Kirche), ist selbst in rassistische und nazistische Agitation verstrickt. Wie eine Auswertung der HVD-Zeitschrift "Diesseits" jetzt ergab, ist der Autor Hubertus Mynarek - der sich selbst positiv auf den Führer der nazistischen "Deutschen Glaubensbewegung" der 30er Jahre, Wilhelm Hauer, bezieht und persönlich in den 70er und 80er Jahren als Agitator bei den nazistischen "Deutschen Unitariern" und bei den "Nationalrevolutionären" mitmischte - heute offenbar der Chefideologe des HVD: Er ist inzwischen nicht nur Mitglied des HVD, sondern gehört auch zu den Hauptautoren von "Diesseits"; seine unsäglichen sozialdarwinistischen Bücher werden in "Diesseits" immer wieder angepriesen. Gleich zwei der nur vier "diesseits"-Hefte aus 1998 preisen sein Buch "Ökologische Religion" von 1986 als eine Grundlage des "Humanismus" des HVD an. In dem Buch vergöttlicht Mynarek die Evolution und den biologischen Kampf ums Dasein; die Anhänger des "Judaochristentums" und der angeblich darauf fußenden "Naturvernutzung" erklärt er kurzerhand zu "Irrläufern der Evolution" (S. 159), die im Kampf ums Dasein der Vernichtung anheimfallen werden, und von den Anhängern seiner selbst erfundenen "Ökologischen Religion" behauptet er hier, sie seien "der Sinn der Erde, der Evolution" (S. 159), die Herrenmenschen des kommenden ökologischen Zeitalters: "Der nächste Schritt der Evolution dürfte darin bestehen, uns dieser Verbundenheit (mit dem Mythus Natur) in leuchtend und eindringlich klarer Weise bewußt zu werden. ... Ökologische Religiösität greift diesem Evolutionsprozeß zunehmender Bewußtwerdung der Einheit des Menschen mit der Natur schon voraus" (S. 115/116). "So ist der öko-religiöse Mensch ... der eigentliche Vollender der Sinngestalt der Natur" (S. 171), ohne Mynareks verquaste "Öko-Religion" dagegen "erreicht der Mensch nicht seine eigentliche Bestimmung, seinen eigentlichen Wert" (S. 171), alle Andersdenkenden sind wertlose biologische "Irrläufer". Religiösität - so meint Mynarek 1986 wie Rosenberg 1930 - liege im Mythus Blut, "etwas, das in den genetisch-biologischen Anlagen des Menschen verankert ist" (Mynarek S. 157), areligiöse Menschen sind demnach wohl Erbkranke. Mynarek schwärmt hier auch vom "sozialhierarchischen Aufbau der Natur" (S. 60), führt "die bekannten Ameisen- und Bienenstaaten" (S. 61) als vorbildlich an und schließt politisch: "Dann ist die Annahme nicht abwegig, der Natur liege es auch an der Herbeiführung der richtigen oder besten Staatsverfassung ... In dieser Hinsicht ist die Natur auch politisch" (S. 212).

Welche Politik gemeint ist, konnte man sich schon nach Mynareks Buch "Orientierung im Dasein" denken, das er 1979 für die "Jugendarbeit" der nazistischen "Deutschen Unitarier" schrieb. Hier erklärte er den Nazi-Agitator und SS-Mitglied Wilhelm Hauer, der in den 30er Jahren das Judentum und das Christentum als "rassefremd" aus Deutschland vertreiben wollte und sowohl die "Deutsche Glaubensbewegung" als auch kurzzeitig den "Bund freireligiöser Gemeinden" zum Aufbau einer "arischen" Religion führte, zu "einer der bedeutendsten Größen der Religionswissenschaft des 20. Jahrhunderts" (S. 83). Schon 1977 hatte Mynarek sich in dem Buch "Religion - Möglichkeiten oder Grenzen der Freiheit?" auf Hauer und auf die neonazistische "Religionswissenschaftlerin" Sigrid Hunke gestützt - es ist tatsächlich immer dieselbe Nazi-Szene, die man bei Freireligiösen und "Humanisten" antrifft. Für die Sekte "Universelles Leben/Heimholungswerk" empfand Mynarek schon 1985 "Sympathie", das evangelische "Deutsche Allgemeine Sonntagsblatt" porträtierte ihn 1986 unter der Überschrift "In der Tradition von Blut und Boden", bei den "Christen bei den Grünen" versuchte er vergeblich zu landen und blitzte ab - aber 1998 ist er endlich Chefideologe des HVD. In "diesseits" vom Dezember 1998 erklärt Mynarek, daß "schwerkranke Menschen" in seiner biologisch-religiösen Hierarchie unterhalb der "gesunden Pflanze" stünden; und Gita Neumann, die beim HVD "den Bereich Patientenbegleitung verantwortet", forderte schon 1993 in "diesseits", den Begriff "lebensunwertes Leben" endlich wieder aus der Tabuzone zu holen, bezogen auf Menschen, nicht auf Pflanzen.

Die Frage drängt sich auf: Verbreitet der HVD die Herrenmenschen-Agitation seines Chefideologen auch an den staatlichen Schulen Berlins? Was findet eigentlich tatsächlich im "Lebenskunde-Unterricht" des HVD statt? Wird die HVD-Tätigkeit an den Schulen von unabhängigen Stellen kontrolliert oder kann hier jeder drauflos agitieren? Mynareks Ideen einer neuen "öko-religiösen" Herrenrasse und der Geschichtsrevisionismus der Ausstellung im Prenzlauer-Berg-Museum lassen das Schlimmste vermuten.

Dazu meint Peter Kratz, Leiter des BIFFF... e.V.: "Wer eigene Nazi-Traditionen verschweigt und gleichzeitig Andersdenkende als 'Irrläufer der Evolution' bezeichnet, macht klar, daß er nichts gelernt hat und wohl auch nichts lernen will. Hier werden die Grundlagen für neue Vernichtungsaktionen gelegt. Die Rede von Menschen als 'Irrläufern der Evolution', nur weil sie nicht in die eigene Weltanschauung passen, disqualifiziert den HVD, weiterhin Kinder und Jugendliche an Berliner Schulen zu unterrichten." Januar 1999

...Bezug: HVD-Ausstellung über Freireligiöse Gemeinde Berlin

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