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Samstag, der 2. Februar 2002, 13:46 Uhr
Name: Dr. Dieter Schmidt, Bremen
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Historisches Seminar der Universität Bonn
Prof. Dr. Ingrid Heidrich

Vorlesung im WS 2001/2002: Die Kreuzzüge

I. Gliederung der Vorlesung. Themen der Doppelstunden

Vorbemerkung: Es ist kein ereignisgeschichtlicher Überblick beabsichtigt, sondern die Vorlesungsstunden greifen Schwerpunktthemen auf. Zur ereignisgeschichtlichen Grundorentierung folgt unter II. eine Zeittafel. Die Einsicht in Kartenmaterial (z. B. Bayer. Schulbuchatlas Teil Mittelalter) ist unerläßlich. Das Internet-Angebot zu dem Thema ist so umfassend, wie zu keiner anderen Thematik der mittelalterlichen Geschichte, jedoch von sehr unterschiedlicher Qualität.

1. Doppelstunde: Begriff Kreuzzug. Behandlung des Themas in der neueren Fachliteratur. Abgrenzung zur Pilgerfahrt. Kennzeichnung und Privilegien der Kreuzfahrer.

2. Doppelstunde: Byzanz und die islamische Welt von der 2. Hälfte des 11. bis zur 2. Hälfte des 12. Jh.

3. Doppelstunde: Die Quellen zu den Kreuzzügen 1-3.

4. Doppelstunde: Kontakt- und Konfliktzonen zwischen islamischer Welt und Christenheit vor den Kreuzzü gen. Soziale und wirtschaftliche Vorbedingungen der Kreuzzüge. Das Ziel Jerusalem.

5. Doppelstunde: Die Päpste und die Kreuzzüge. Zeitgenössische Kreuzzugskritik.

6. Doppelstunde: Kreuzzugs- und Reisewege im 11. und 12. Jh. Bewaffnung, Versorgung, Dolmetscher, landeskundige Führer.

7. Doppelstunde: Die Kreuzfahrerstaaten 1: Pilgerversorgung, Hospitäler, Ritterorden.

8. Doppelstunde: Die Kreuzfahrerstaaten 2: Das Verhältnis der lateinischen Christen zu orthodoxen Christen, Muslimen, Juden. Verfassungsstruktur und Recht. Kulturelle und wirtschaftliche Situation. Verhältnis zu Byzanz.

9. Doppelstunde: Die italienischen Seehandelsstädte Venedig, Genua und Pisa und die Kreuzzüge.

10. Doppelstunde: Der 4. Kreuzzug und das Lateinische Kaiserreich. Die altfranzösischen Chronisten Robert de Clary und Godefroy de Villehardouin.

11. Doppelstunde: Kreuzzüge und europäisches Judentum.

12. Doppelstunde: Die Kreuzzüge des 13. Jh.

13. Doppelstunde: Byzanz nach der Zerstörung des Lateinischen Kaiserreichs.

14. Doppelstunde: Das Bild der Kreuzzüge in der mittelalterlichen Literatur. Die Rolle der Kreuzzüge für Europa. Das Fortleben des Kreuzzugsgedankens im Spätmittelalter.

II. Zeittafel zu den Kreuzzügen

1. Kreuzzug

Synode von Piacenza, Frühjahr 1095: Bitte des Kaisers Alexios I. Komnenos (1081-1118) an Papst Urban II. um militärische Hilfe gegen die Seldschuken in Kleinasien

Synode von Clermont, Nov. 1095: der öffentliche Aufruf Papst Urbans II. am Schluß der Synode mobilisiert "milites" und andere Gruppen in Frankreich und im Westen des Imperium, danach auch Normannen aus Süditalien. Bischof Adémar von Le Puy wird päpstlicher Legat für den Kreuzzug

Frühjahr 1096 Aufbruch der ersten unorganisierten, überwiegend nicht-ritterlichen Gruppen (Robert d'Abrissel, Peter von Amiens, Walter Sans Avoir). Erste Judenverfolgungen. Im Juli 1096 sind die Kreuzfahrer vor Konstantinopel

Ab August 1096 Aufbruch der ritterlichen Kreuzfahrer: Gottfried von Niederlothringen (Bouillon), sein Bruder Balduin von Boulogne, Robert II. von Flandern, Robert von der Normandie, Stephan von Blois, Hugo von Vermandois, Raimund von Toulouse, Bohemund von Tarent (Sohn des Robert Guiscard) und sein Neffe Tankred

Nach Auseinandersetzungen und Verhandlungen mit Kaiser Alexios werden sie Anfang 1097 nach Kleinasien übergesetzt

Mai/Juni 1097 erobern die Kreuzfahrer für Byzanz den von Seldschuken beherrschten Stützpunkt Nikäa zurück

Durchmarsch durch Kleinasien, im Okt. 1097 Beginn der Belagerung von Antiochia. Balduin von Boulogne übernimmt, sich vom Hauptheer trennend und in armenisch-türkische Konflikte eingreifend im März 1098 die Herrschaft in Edessa am oberen Euphrat. Juni 1098 Einnahme von Antiochia nach aufreibender Belagerung. Hier etabliert sich Bohemund als Fürst

Weiterzug des Hauptheeres in Richtung Jerusalem, Belagerung der Stadt Juni/Juli 1099. Eroberung Mitte Juli, gefolgt von großem Blutbad. Gottfried von Niederlothringen herrscht als "Vogt des Hl. Grabes", nach seinem Tod (Juli 1100) übernimmt sein Bruder Balduin als König die Herrschaft im nunmehrigen Königreich Jerusalem und delegiert seine bisherige Herrschaft in Edessa an seinen gleichnamigen Vetter. Raimund von Tpoulouse etabliert sich als Fürst von Tripolis (Libanon)

Nachkreuzzüge 1100/1101

2. Kreuzzug

wird ausgelöst durch den Rückfall der Grafschaft Edessa Ende 1144 unter islamische Herrschaft. Kreuzzugsbulle Eugens III. von Dez. 1145. Die Absichten des französischen Königs Ludwig VII. und des Abtes Bernhard von Clairvaux. Veränderte päpstliche Kreuzzugsbulle vom März 1146. Aufbruch der deutschen und französischen Kreuzfahrer unter Führung der Könige Konrad III. und Ludwig VII. im Mai/Juni 1147. Gescheiterte Belagerung von Damaskus Juli 1148. Politische Veränderungen im Nahen Osten. Verhandlungen und Bündnisse. Rückkehr der Kreuzfahrer 1149. Nebenschauplätze: sog. Wendenkreuzzug 1147; Eroberung Lissabons durch englische, flämische und friesische Kreuzfahrer 1147.

3. Kreuzzug

wird ausgelöst durch die Rückeroberung des Königreichs Jerusalem durch Sultan Saladin: Eroberung der Hafenstadt Akkon Juni 1187, Schlacht von Hattin Juli 1187, Eroberung Jerusalems Okt. 1187. Den Christen verbleiben außer einigen Festungen nur die Städte Antiochia, Tripolis und Tyrus.
Zu Saladin: Der Unterführer Zengi (Imad-ad-Din Zengi) hatte von Mosul und Aleppo aus seit 1127/1128 eine vom abbassidischen Kalifen in Bagdad aber auch von den fatimidischen Herrschern Ägyptens weitgehend unabhängige Herrschaft auf- und ausgebaut. Bei Zengis Tod 1146 erfolgte eine Erbteilung, bei der Nur-ad-Din Aleppo erhielt und sich fortan auf die Rückeroberung der Kreuzfahrerstaaten konzentrierte. Er unterwarf die muslimischen Teilfürsten in Syrien und eroberte Teile des Kreuzfahrerstaates Antiochia. Nur-ad-Dins Unterführer Sirku eroberte in den Jahren 1167 bis 1169 Ägypten, dessen Neffe war Saladin, der dem Onkel nach dessen Tod 1169 als faktischer Herrscher Ägyptens folgte und nach dem Tod Nur-ad-Dins 1174 auch die Herrschaft über Syrien übernahm.
Ziel des 3. Kreuzzugs war die Rückgewinnung Jerusalems. Nach gründlicher Vorbereitung Aufbruch der Deutschen unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa 1189, der jedoch 1190 beim Durchzug durch Kleinasien stirbt. Zeitweilige Beteiligung des französischen Königs Philipp II. Augustus und des englischen Königs Richard I. "Löwenherz". Die Truppen Saladins (gestorben 1193) können fast alle Rückeroberungsversuche abweisen. Lediglich Akkon kann unter Führung des Königs Richard Löwenherz im Juli 1191 von den Kreuzfahrern zurückerobert werden. Ende des Kreuzzugs nach Richards Abreise aus Palästina im Okt. 1192.
In den folgenden Jahren einzelne Kreuzzugsversuche ohne konzentrierte Führung, ohne Ergebnisse.

4. Kreuzzug

Erste Kreuzzugsaufrufe des Papstes Innozenz III. im August 1198. 1202 Versammlungen von Kreuzfahrerheeren vor Marseille und Venedig. Finanzierungsprobleme der mit dem Dogen von Venedig (Enrico Dandolo) auf der Basis einer höheren Teilnehmerzahl vereinbarten Überfahrt. Als Entgelt für die Überfahrtkosten Eroberung des ungarischen Zara an der dalmatinischen Küste für Venedig durch die Kreuzfahrer. Päpstliche Exkommunikation gegen sie bleibt wirkungslos. 1203 Weiterfahrt der Kreuzfahrer (Hauptführer Bonifaz von Montferrat), um dem byzantinischen Thronprätendenten Alexios IV. Angelos den Kaiserthron zu verschaffen. Der erste Ansturm der Kreuzfahrer auf Konstantinopel führt im Juli 1203 zur Flucht des amtierenden Kaisers (Alexios III.) und der Einsetzung des Prätendenten Alexios IV. Angelos, der jedoch schon Anfang 1204 während eines Aufstandes ermordet wird. Zum neuen Kaiser wird der lateinerfeindliche Alexios V. Murtzuphlos erhoben. Um ihn zu stürzen erobern die Kreuzfahrer Konstantinopel (Sturm der Mauern): umfangreiche Plünderung von Schätzen und Reliquien und auf der Basis eines zuvor zwischen Venedig und den Kreuzfahrerführern abgeschlossenen Vertrages Aufteilung des Byzantinischen Reiches. Lateinischer Kaiser (Balduin von Flandern) von Konstantinopel. Sein "Reich" umfaßt die Gebiete nördlich und südlich des Marmara-Meeres. An Venedig fallen 3/8 der Stadt Konstantinopel, die meisten Inseln der Ägäis, Kreta, wichtige Hafenstädte in Griechenland, Bonifaz von Montferrat schafft sich das Königreich Thessalonike (Thessalien, Makedonien). Weitere französische Kreuzfahrerstaaten um Athen (Herzogtum) und auf der Peloponnes (Achaia). Byzantinische Restgebiete in Epiros (Albanien), Trapezunt (südliche Schwarzmeerküste) und vor allem Kaiserreich Nikäa (Bithynien). Ende des "Kreuzzugs".
Folgen: Lateinische Fremdherrschaft im Kerngebiet des Byzantinischen Reiches, Schwäche und Lateinerhaß der byzantinischen Reststaaten, Schwächung des Kreuzzugsgedankens, venezianisches "Kolonialreich" im östlichen Mittelmeerraum. In kräfte- und geldzehrenden Kämpfen gelingt es den Exilkaisern von Nikäa nach und nach bis zur Wiedergewinnung von Konstantinopel 1261 das "Lateinische Kaiserreich" zurückzuerobern. Den wenig später einsetzenden Einfällen der osmanischen Türken in Ostanatolien ist das restituierte aber erschöpfte Byzantinische Reich nicht mehr gewachsen.

Kreuzzugsaktivitäten des 13. Jh.

Die Erben des 1193 verstorbenen Saladin (Aiyubiden) lösten das unter Saladin einheitlich geführte Reich in zahlreiche kleinere Herrschaften auf, deren wichtigste und am straffsten beherrschte Ägypten war. Hauptzielrichtung der Kreuzzüge im engeren Sinn wurde im 13. Jh. Ägypten, nicht mehr Palästina.
Daneben werden im 13. Jh. zahlreiche andere Unternehmungen als Kreuzzüge geführt: die Reconquista-Kämpfe gegen die Mauren auf der iberischen Halbinsel, die Kämpfe gegen die noch heidnischen baltischen Völker, Pruzzen, Litauer und Liven, die Kämpfe gegen "Häretiker" (Katharer, Albigenser).
"Kinderkreuzzug" 1212. Der Kreuzzug gegen die Festung Damiette an der Nilmündung 1218-1221 (Ägypten). Der Kreuzzug Kaiser Friedrichs II. 1228/1229 (Palästina). Die Kreuzzüge des französischen Königs Ludwig IX., "des Heiligen" 1248-1254 (Ägypten, danach mehrfaches Eingreifen in Palästina) und 1267-1270 (Tunis, wo er stirbt). Vordringen der Mongolen und Ausbreitung der Mamelukenherrschaft. Ritterorden und Kreuzfahreradel verlieren immer mehr Bastionen im Hl. Land. 1291 fällt als letzte große Hafenstadt Akkon an die Mameluken. Latein. Exilkönige von Jerusalem auf Zypern bis 1489 (Eroberung durch osmanische Türken).

III. Überblicksliteratur (Auswahl)

1. Lexikon: J. Riley-Smith, Artikel Kreuzzüge, Teile A, B, C in: Lexikon des Mittelalters 5 (1991)

2. Handbuch: R. C. Schwinges, Die Kreuzzugsbewegung, in: Handbuch der europäischen Geschichte Bd 2, hg. v. F. Seibt (1987) S. 181-198

3. Monographie: H. E. Mayer, Geschichte der Kreuzzüge, Urban TB 86, 9. und bisher letzte Aufl. (2000)

4. Bibliographien: H. E. Mayer, Bibliographie zur Geschichte der Kreuzzüge (1960).
Aziz S. Atiya, The Crusade. Historiography and Bibliography (1962)

IV. Quellen (Auswahl)

Recueil des Historiens des Croisades (RHC), grundlegende Quellenedition des 19. Jh. zu den Kreuzzügen, 5 Bände Historiens orientaux, 5 Bände Historiens occidentaux, 2 Bände Historiens grecs, 2 Bände Lois, 2 Bände Documents arméniens. Das Geschichtswerk des Wilhelm von Tyrus in: Historiens occidentaux Bd 1, 2 Teile.

Neueditionen von H. Hagenmeyer von
Anonymi Gesta Francorum (1890)
Fulcherii Carnotensis Historia Hierosolymitana 1095-1127 (1913)

In der lat.-dt. Parallelausgabe der Freih.-v. Stein-Gedächtnisausgabe, Ausgewählte Quellen zur deutschen des Mittelalters liegen vor:
Bd 15: Futolfs und Ekkehards Chroniken, hg. v. F.J. Schmale und I. Schmale-Ott, dort Ekkehards Kreuzzugsberichte zu den Jahren 1099-1101, S. 129-179
Bd 16: Die Chronik des Bischofs Otto von Freising, hg. v. W. Lammers, dort VII 28-33 die Nachrichten zum 2. Kreuzzug
Bd 17a: Italische Quellen über die Taten Kaiser Friedrich I. in Italien und der Brief über den Kreuzzug Kaiser Friedrichs I., hg. v. F.J. Schmale, dort die letztgenannte Quelle

Chroniken des 4. Kreuzzugs: die Augenzeugenberichte von Geoffroy de Villehardouin und Robert de Clary, hg. v. Gerh. E. Sollbach (Übers.) (Bibl. d. histor. Forschung 9) (1998)
A. Pauphilet, Historiens et chroniqueurs du moyen age. Robert de Clary, Villehardouin, Joinville, Froissart, Commynes (1972).
Godefroy de Villehardouin, La conqueste de Costentinoble d'après le ms. no. 2137 de la B.N. (1978).

V. Literatur zu den einzelnen Doppelstunden (Auswahl)

1. J. Sarnowsky, Kreuzzüge und Ritterorden in der neueren Forschung, in: Die Aktualität des Mittelalters, hg. v. H. W. Goetz (2000), S. 25-55.

2. R.-J. Lilie, Byzanz. Kaiser und Reich (1994).
P. Schreiner, Byzanz (OGG 22), 2. Aufl (1994).
E. Sivan, Islam and the Crusades, Antagonism, Polemics, Dialogue, in: Religionsgespräche im Mittelalter, hg. v. B. Lewis/F. Niewöhner (Wolfenbütteler Mittelalter-Studien 4, 1992), S. 207-215.
H. Möhring, Saladin und der dritte Kreuzzug. Aiyubische Strategie und Diplomatie im Vergleich vornehmlich der arabischen mit den lateinischen Quellen (Frankfurter Histor. Abhandlungen 21, 1980).

3. S. die Angaben unter IV (Quellen). Ausführlicher besprochen werden: Albert von Aachen, Fulcher von Chartres, Raimund von Aguilers, Balderich von Dol, die Gesta Francorum, Wilhelm von Tyrus. Von den Byzantinern die Alexias der Anna Komnene und Niketas Choniates. Dazu:
R. C. Schwinges, Kreuzzugsideologie und Toleranz. Studien zu Wilhelm von Tyrus (1977); dazu kritisch: R. J. Lilie, Byzanz und die Kreuzfahrerstaaten (1981) S. 290-301.
T. Gouma-Petterson, Anna Komnene and her times (2000).
Deutsche Übersetzungen:
E. und R. Kausler, Geschichte der Kreuzzüge und des Königreichs Jerusalem. Aus dem lateinischen des Erzbischofs Wilhelm von Tyrus (1840).
D. R. Reinsch,Anna Komnene, Alexias (1996)
E. Grabler, Die Krone der Komnenen, Byzantinische Geschichtsschreiber VII, hg. v. E. v. Ivanka (1958) (Auszüge aus der Chronik des Niketas Choniates)

4. C. Erdmann, Die Entstehung des Kreuzzugsgedankens (1935) und die allg. Literatur zu den Kreuzzügen.
Zur Symbolik Jerusalems auf mittelalterlichen Karten: A.-D. von den Brincken, Fines terrae. Die Enden der Erde und der vierte Kontinent auf mittelalterlichen Weltkarten (Schriften der MGH 36, 1992).

5. Vgl. die Überblicksliteratur zu den Kreuzzügen und
M. Matzke, Daibert von Pisa (Vorträge und Forschungen Sonderband 44, 1998).
R. Hiestand, "Gott will es!" Will Gott es wirklich?. Die Kreuzzugsidee in der Kritik ihrer Zeit (Beiträge zur Friedensethik 29, 1998).
E. Siberry, Criticism of crusading 1095-1274 (1985).

6. K. N. Ciggaar, Western Travellers to Constantinople. The West and Byzantium 962-1204. Cultural and Political Relations (1996).
E. Kislinger, Reisen und Verkehrswege zwischen Byzanz und dem Abendland vom 9. bis zur Mitte des 11. Jh., in: Byzanz und das Abendland im 10. und 11. Jh., hg. v. E. Konstantinou (1997), 231-257.
Zu den Handelswegen vgl. auch Lilie, Handel und Politik unter 9.
F. Reichert, Reisen und Kulturbegegnung als Gegenstand der modernen Mediävistik, in: Die Aktualität des Mittelalters, hg. v. H.-W. Goetz (2000) 231-254.
The Itinerary of Benjamin of Tudela, hg. v. M.N. Adler (1907).

7. J. Riley-Smith, The First Crusaders 1095-1131 (1997). Dazu Sarnowsky (s. 1) S. 53.
S. auch Prawer unter 8.
Die geistlichen Ritterorden Europas, hg. v. J. Fleckenstein/M. Hellmann (Vorträge und Forschungen 26, 1980).
Zum deutschen Ritterorden vgl. die Bände der Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens.

8. Zum Nebeneinander der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen vgl. Schwinges (wie unter 3).
M. Hoch, Jerusalem, Damaskus und der zweite Kreuzzug. Konstitutionelle Krise und äußere Sicherheit des Kreuzfahrerkönigreichs Jerusalem A.D. 1126-1154 (1993).
R.-J. Lilie, Byzanz und die Kreuzfahrerstaaten (1981).
J. Prawer, The Latin Kingdom of Jerusalem. European Colonialism in the Middle Ages (1972).
J. Riley-Smith, The feudal nobility and the kingdom of Jerusalem 1174-1277 (1973).

9. G. W. Day, Genoas Response to Byzantium 1155-1204. Commercial Expansion and Factionalism in a Medieval City (1988).
R.-J. Lilie, Handel und Politik zwischen dem byzantinischen Reich und den italienischen Kommunen Venedig, Pisa und Genua in der Epoche der Komnenen und Angeloi (1081-1204) (1984). - Ders., Der Fernhandel der Italiener und das byzantinische Reich am Vorabend des Vierten Kreuzzugs, in: Venedig und die Weltwirtschaft um 1200, hg. v. W. von Stromer (1999), S. 159-176.
D. M. Nicol, Byzancium and Venice. A study in diplomatic and cultural relations (1988).
P. Schreiner, Untersuchungen zu den Niederlassungen westlicher Kaufleute im Byzantinischen Reich des 11. und 12. Jh., in: Byz. Forschungen 7 (1979), S. 175-191.

10. S. die altfranzösischen Quellen und Niketas Choniates unter 3. Vgl. auch die Überblicksliteratur zu den Kreuzzügen.
T. Papacostas, Secular landholdings and Venetians in 12th century Cyprus, in: Byzantin. Zeitschrift 92 (1999), S. 479-501.

11. F. Battenberg, Das europäische Zeitalter der Juden Bd 1 (1990).
Zu den Judenverfolgungen im Zusammenhang mit dem 1. Kreuzzug: J. Aronius. Regesten zur Geschichte der Juden im fränkischen und deutschen Reich bis zum Jahr 1273 (1902, ND 1970).
J. Prawer, The History of the Jews in the Latin Kingdom of Jerusalem (1988).
Zu Benjamin von Tudela vgl. 6.

12. M. Menzel, Die Kinderkreuzzüge in geistes- und sozialgeschichtlicher Sicht, in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 55 (1999), S. 117-156.
P. V. Claverie, L'ordre du Temple au coeur d'une crise politique majeure: La Querela Cypri des années 1279-1285, in: Le Moyen Age 104 (1998), S. 495-511.
E. Stickel, Der Fall von Akkon. Untersuchungen zum Abklingen des Kreuzzuggedankens am Ende des 13. Jahrhunderts (1975).

13. Vgl. die Literatur unter 2.

14. N. Housley, The Later Crusades 1274-1580. From Lyons to Alcazar (1992).
Th. Frank, Vom Heiligen Land erzählen. Oltremare in den italienischen Novellen des 14. Jahrhunderts, in: Archiv für Kulturgeschichte 81 (1999), S. 35-57.

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Samstag, der 2. Februar 2002, 13:44 Uhr
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Die Kreuzzüge
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Autor: Rolf Strasser © 1996-2000

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Im Jahr 1095 rief Papst Urban II. auf dem Konzil von Clermont zum Kreuzzug gegen den islamischen Orient auf. Damit gab er den Startschuss für die verschiedenen Wellen der Eroberung von Westen her, die zwei Jahrhunderte andauern sollten. Jerusalem selber wurde bereits nun vier Jahre nach dem Aufruf des Papstes von den Kreuzfahrern erobert. Man schrieb das Jahr 1099. Um die Frage zu klären, warum es überhaupt genug Menschen gab, welche sich für diesen Religionskrieg gewinnen liessen, ist es wichtig, die damaligen Verhältnisse etwas näher zu beleuchten.

Das 11. Jahrhundert, an dessen Ende Papst Urban zu den Kreuzzügen aufrufen sollte, war für Westeuropa eine Zeit der tiefen Umwälzung. Es gab neue Ackerbaumethoden mit mehr Intensivkulturen, die Dreifelderwirtschaft breitete sich aus, die Landwirtschaft vermochte so mehr Menschen zu ernähren. Dadurch stiegen die Bevölkerungszahlen, neue Siedlungen entstanden, Städte wurden grösser. Da den Bauern das Land meistens nicht selber gehörte, stieg die Höhe und auch die Art der Abgaben. Dadurch versuchte der Adel, mehr Einnahmen für sich zu realisieren. Nun steht ja schon in der Bibel, wer zu viel Abgaben erhebt, richtet das Land zugrunde. Und eben dies begann in Westeuropa in jenem 11. Jahrhundert und setzte sich später fort.

Die Städte wurden vermehrt zu Zentren für Handel und Gewerbe und erhielten dadurch wesentliche wirtschaftliche Macht. Für die Handwerker waren die Produktionsmöglichkeiten in den Städten oft weit besser als auf dem Fronhof. Durch das gestärkte Selbstbewusstsein strebten viele Städte deshalb danach, sich fortan selber zu verwalten und vom alten Stadtadel unabhängiger zu sein. All diese Prozesse auf Stadt und Land schichteten die Einkünfte und die Vermögen um. Es gab Gewinner und es gab vor allem Verlierer. Zu den Verlierern gehörten nicht nur viele Bauern, sondern auch Angehörige des niederen Adels. Diese wuchsen zur breiten Schicht von Unzufriedenen heran. Der Ruf nach Reformen wurde laut, nicht nur im weltlichen Bereich, sondern auch in der Kirche. Da der weltliche Staatsapparat im Vergleich zu heute nur schwach entwickelt war, hatte die kirchliche Organisation einige gesellschaftliche Aufgaben zu erfüllen. Zur kirchlichen Organisation gehörten unter anderem die Bistümer, die Pfarreien und die Klöster. Mit der kirchlichen Neuorientierung verbunden war auch ein stärkere Stellung des Papstes. Dieser konnte es nun wagen, den Herrschaftsanspruch der Kirche ganz offen zu äussern.

In jene Zeit, also dem 11. Jahrhundert, dem Jahrhundert vor Beginn der Kreuzzüge, fiel auch die endgültige Spaltung zwischen der lateinischen West- und der griechischen Ostkirche. Die Westkirche hatte ihren Sitz in Rom und die Ostkirche in Konstantinopel, dem heutigen Istanbul. Dort war auch der Sitz des byzantinischen Reiches, in dem die Ostkirche Staatsreligion war. Westeuropa war zwar konfessionell eine Einheit, politisch gesehen aber schon lange keine mehr. Die wichtigste Macht war damals das römisch-deutsche Reich. Es umfasste ungefähr das Gebiet von Deutschland, Österreich, der Schweiz, Burgund und den oberen Teil Italiens einschliesslich Roms.

Der Aufruf zu den Kreuzzügen nun hatte im Konkreten verschiedene Ursachen. Jerusalem und Syrien wurden von einem türkischen Stamm, den Seldschuken, übernommen. Bisher gehörten diese Gebiete zu den Kalifen von Ägypten. Schon Papst Gregor der Siebte hatte daraufhin den Plan, den orientalischen Christen zu Hilfe zu kommen und bei dieser Gelegenheit die griechischen mit der römischen Kirche wieder zu vereinen. In dieser Zeit wurde der als heilig betrachtete Krieg gegen die Heiden und im besonderen gegen den Islam deutlich. Viele in Westeuropa verarmten Menschen hofften, im Osten auch materiell zu neuen Reichtümern zu gelangen. Mitverursachend war aber auch eine vertieftere Frömmigkeit, weil der gesellschaftliche Wandel und die Reformen in der Kirche zur Suche nach dem Grundsätzlichen führte.

Tausende von Menschen aus verschiedenen westeuropäischen Ländern folgten nun dem Ruf Papst Urban des II. und zogen auf verschiedenen Routen nach Konstantinopel. Dort suchten sie bei der Ostkirche um Unterstützung nach. Byzanz sorgte dafür, dass die grosse Zahl der Gäste raschmöglichst weiterzog, waren sie doch für ihr eigenes Reich eine Bedrohung. Von dort ging es weiter durch das Gebiet der heutigen Türkei, über Antiochia nach Jerusalem. Unterwegs gab es Gefechte mit den türkischen Seldschuken. Diese unterlagen aber zahlenmässig und aufgrund der schlechteren Ausrüstung, obwohl vereinzelt auch die Kreuzfahrer besiegt wurden.

Im Jahr 1099 erstürmten die Kreuzfahrer Jerusalem nach fünf Wochen Belagerung. Die militärisch gerüsteten Pilger richteten daraufhin ein furchtbares Blutbad an, in dem sie die ganze muslimische Bevölkerung, einschliesslich der Frauen und Kinder, Alten und Kranken, umbrachten. Die Juden - in Palästina nach der Vertreibung durch die Römer im 1. Jahrhundert in Palästina bis ins 20. Jahrhundert immer eine Minderheit - welche sich in der grossen Synagoge versammelt hatten, wurden ebenso alle umgebracht. Die Häuser und Moscheen wurden geplündert. In einer älteren historischen Quelle ist davon die Rede, dass es bis zu jenem Zeitpunkt im Jahr 1099 kein grösseres Blutbad gegeben hatte.

In Jerusalem wurde durch die christlichen Kreuzfahrer ein Königreich errichtet. Durch die politisch instabile Lage gab es immer wieder neue Kreuzzüge von Westen her, um dem christlich regierten Jerusalem zu Hilfe zu kommen. Vor allem blieb die geplante Wiedervereinigung zwischen der West- und der Ostkirche aus, sodass die byzantinischen Christen sich mit den westeuropäischen Kreuzfahrern immer wieder Gefechte lieferten. In der folgenden Zeit eroberten die Kreuzfahrer weitere Städte und Gebiete, so auch Beirut und Sidon und Akaba am Roten Meer. Etwas mehr als hundert Jahre nach der Übernahme Jerusalems durch die Westeuropäer, wurde Konstantinopel sogar erobert und geplündert. Im Norden Jerusalems gab es weitere, von den Kreuzfahrern gegründete Staaten, so zum Beispiel das Fürstentum Antiochia und das Königreich Zypern.

An innerer Ohnmacht und den Thronwirren ging das christliche Königreich Jerusalem 1187 dann aber unter und wurde durch Sultan Saladin eingenommen. Dies löst den dritten Kreuzzug aus. Dabei wurde die Stadt Akkon von den Königen von England und Frankreich zusammen eingenommen. Durch einen Friedensvertrag mit dem Sultan erhielten die Christen die Erlaubnis, Jerusalem als friedliche Pilger wieder zu besuchen. Durch einen späteren Friedensvertrag mit dem Sultan von Ägypten erhielten die Christen Jerusalem sogar wieder ganz zurück. Doch nur wenige Jahrzehnte später, 1244, wurde Jerusalem von den Moslems, diesmal definitiv, zurückerobert. Weitere Kreuzzüge versuchten zwar, die Eroberer zurückzudrängen. Sie wurden von den Ägyptern aber daran gehindert. Im Jahr 1303, also etwas mehr als 200 Jahre nach der Übernahme Jerusalems durch die Christen, gaben dann die Kreuzfahrer den letzten Stützpunkt im Orient wieder auf.

Die Gründe für das schlussendliche Scheitern der Kreuzzüge liegt in der politischen Vielfalt Westeuropas. Die verschiedenen Nationen hatten zu viele und zu unterschiedliche Interessen. Einige westeuropäischen Länder standen vor allem aus wirtschaftlichen Gründen immer in schroffem Gegensatz zu Byzanz. Ohne Hilfe des byzantinischen Reiches und in der gegenseitigen Bekriegung schwächten sich die christlichen Nationen untereinander so massiv, dass die gemeinsamen Unternehmen nicht gelingen konnten. Die Kreuzfahrerstaaten gingen aufgrund innerer Schwäche und des grossen islamischen Druckes von der Umgebung wieder unter.

Die Kreuzzüge waren Expansationsunternehmen der westeuropäischen Feudalherren, welche durch die römische Kirche gesteuert wurden. Die Kreuzzüge entwickelten eine werbewirksame Kampfesideologie und konnten so viele Anhänger gewinnen, nicht nur aus der Oberschicht. Der schlussendliche Misserfolg der militärischen Pilgerfahrten verringerte die politische Bedeutung des Papsttums zu Ende des 13. Jahrhunderts. Das folgenschwerste Ereignis der Kreuzzüge war aber die Schwächung des byzantinischen Reiches. 1453 wurde Konstantinopel von den Osmanen überrannt und ist seither islamisch dominiert. Erst in jüngerer Zeit gelang es westlich vom Bosporus im Einflussgebiet des früheren Osmanenreiches, dass eine sich als christlich verstehende Nation wieder entstehen konnte: Griechenland. Die modernen Griechen haben daher eine positive Beziehung zur orthodoxen Kirche, weil sie das griechische Bewusstsein über lange Zeit der Fremdherrschaft überlieferte. Die Toleranz gegenüber anderen christlichen Konfessionen ist daher nicht so gross, weil man diese als ungriechisch empfindet - aber das ist eine andere Geschichte. Jedenfalls: Die lange Besetzung durch eine moslemische Macht in Südosteuropa kann man als eine Art Strafe gegen die "christliche" Arroganz früherer Zeiten betrachtet werden. Natürlich war die moslemische Fremdherrschaft nicht nur negativ, das wäre eine zu einseitige Betrachtung.

Aber zurück: Die Kreuzzüge und die dadurch entstehenden Staatsgebilde konnten sich den eigentlichen Machtzentren des Islams niemals bemächtigen, der Sieg wahr daher strategisch nie vollständig. Die zwischendurch eroberten Gebiete der Kreuzfahrerstaaten waren für die islamischen Mächte eher nebensächlich, wenngleich für sie dennoch schmerzhaft. Eine Folge war aber, dass das einst blühende syrisch-palästinensische Gebiet durch 200 Jahre Krieg vollständig ruiniert wurde.

Die ungeheuren Mittel, welche die Kreuzzüge verbrauchten, wurden aus den westeuropäischen Bauern durch überrissene Abgaben herausgepresst. Auch die lokalen Märkte wurden angehalten, freiwillig zur Versorgung etwas beizutragen oder sie wurden dazu gezwungen, nachdem man die Städte erobert hatte.

Zeitgenössische Kritik gegen die Kreuzzüge gab es in Westeuropa offenbar praktisch nicht oder man hatte Angst, sie derart offen zu äussern, dass es für uns heute im Jahr 2000 nicht mehr nachvollziehbar wäre. Historiker und Enzyklopädisten meinen, die Expeditionen nach Syrien seien als eigentlichen Rückfall ins Heidentum zu werten, wurden doch hier geistliche Ziele fälschlicherweise mit weltlichen Mitteln durchgesetzt. Für die Aufklärer waren die Kreuzzüge nichts weiter als eine Tat des Wahnsinns. Dieses Geschichtsbild ist in Westeuropa bis heute dominierend geblieben. Aus biblischer Sicht muss hier angefügt werden, dass die Bekehrung von Nichtchristen zu Christus ja eigentlich vor allem eine geistige und geistliche Sache ist, eine Sache von Frieden, Freundschaft und Überzeugung als der alleinig richtigen Methode der Ausbreitung des Evangeliums.

Die Ansicht, Christentum müsse in erster Linie politisch oder gar militärisch durchgesetzt werden, kann nur als böswillige Verdrehung biblischer Grundlagen angesehen werden. Der Genozid an Moslems und Juden war ein Verbrechen sondergleichen, umso schlimmer, dass es auch noch im Namen Christi verübt wurde. Das real existierende Christentum bietet aufgrund der früheren Verirrungen bis heute eine grosse argumentative Angriffsfläche und steht einer sachlichen Gottesdiskussion allzu oft im Wege. Auch gescheite Denker sind oft an Gottes Gerechtigkeit irre geworden, weil sie die Spannung zwischen Evangelium und Christentum nicht auf die Reihe kriegen und führen mit ihren grossauflagigen Werken die Menschen weg vom Gottesbewusstsein. Jedenfalls ist es höchst irritierend, wenn sich heute Christen, die sich sogar als bibelbewusste Christen verstehen, argumentativ dahin gehend einen Rückfall erleiden, indem sie politisch versuchen, das christlich-abendländische Weltbild zu retten und nicht merken, welche Ängste sie bei Kirchenfernen auslösen.

Samstag, der 2. Februar 2002, 13:39 Uhr
Name: Dieter Schmidt
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Die Kreuzzüge
Zeittafel
1046-1075 Reform der Gesamtkirche, Reformpapsttum; Abspaltung der Ostkirche.
1071 Schlacht von Mantzikert; Auslöser für den 1. Kreuzzug
1090-1153 Bernhard von Clairvaux
1095 Papst Urban II. ruft zum 1. Kreuzzug gegen den islamischen Orient auf.
1096-1099 1. Kreuzzug Gottfried von Bouillon führt diesen an. Seine Truppen belagern Jerusalem und nehmen es schließlich ein. Ein fürchterliches Blutbad war die Folge. Die muslimische und jüdische Bevölkerung wird umgebracht. Gründung des christlichen Staates Jerusalems, dessen Beschützer (sein Nachfolger nannte sich schließlich König) Gottfried von Bouillon wurde.
1118/19 Gründung der Armen Ritterschaft Christi vom Salomonischen Tempel (Templer)
1137 Im 11. Jh. entstand aus einem Spital für Pilger und Kaufleute der Orden des Heiligen Johannes vom Spital zu Jerusalem (Johanniter).
1147-1149 2. Kreuzzug
1155 Kaiserkrönung Friedrich Barbarossas
1187 Das christliche Königreich Jerusalem, geschwächt durch innere Ohnmacht und Thronwirren, wird durch Sultan Saladin eingenommen. Grund für den 3. Kreuzzug.
1190 Friedrich Barbarossa ertrinkt im Fluß Saleph.
1189-1192 3. Kreuzzug.
1198-1216 Papst Innozenz III. Unter ihm Höhepunkt der päpstlichen Machtstellung.
1199 Bestätigung des Deutschen Ordens durch den Papst.
1202-1204 4. Kreuzzug
1204 Eroberung und Plünderung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer.
1209 Beginn der Kreuzzüge gegen die Albigenser (Katharer in Südfrankreich)
1212-1250 König Friedrich II., Kaiserkrönung 1220
1217-1221 Kreuzzug gegen Ägypten.
1228-1229 5. Kreuzzug; Vertrag zwischen Friedrich II. und Sultan al-Kamil: Friedrich II. erfolgreich durch Verhandlungen.
1234 Kreuzzug gegen die Stedinger Friesen (Bauern); Vorwürfe: Teufel in Gestalt eines Bockes/Frosches, Homagium, Unzucht. Dem Erzbischof von Bremen ging es um die Abgaben der Stedinger, die sie ihm aus politischen Gründen verweigerten; Folge: Vernichtung der Aufständischen bei Altenesch, der Rest erkennt die Forderungen an.
1244 Ende der Albigenserkriege.
1244 Jerusalem wird von den Moslems endgültig zurückerobert.
1248-1254 6. Kreuzzug unter Ludwig IX. von Frankreich gegen Ägypten.
1270 7. Kreuzzug; König Ludwig IX. von Frankreich.
1291 Akkon, die letzte Festung der Christen im Heiligen Land, fällt. Ende der Kreuzzüge in Palästina.
1303 Auch der letzte Stützpunkt der Christen im Orient wird aufgegeben.
1309-1377 Babylonisches Exil der Päpste in Avignon; Ende der päpstlichen Weltherrschaft.
1312 Offizielle Auflösung des Templerordens durch den Papst.
1453 Konstantinopel fällt.

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Kassandra@omen.de
erstellt am 24.3.1997 - überarbeitet am 22.

Freitag, der 1. Februar 2002, 23:10 Uhr
Name: Herbert Ferstl
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Ist wie mit den Kreuzzügen!

Die postet aber sicherlich niemand in ein GB...

Freitag, der 1. Februar 2002, 23:08 Uhr
Name: Herbert Ferstl
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01. Vergiß niemals, daß auf der anderen Seite ein Mensch sitzt

Diese erste Regel scheint der Autor mit seinem GB-Eintrag doch glatt uebergangen zu haben.
Bin ich nun ein Mensch oder eine Lesemaschine?

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