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Sonntag, der 3. Februar 2002, 22:38 Uhr
Name: Heike N.
E-Mail: worldsherold@aol.com
Homepage: http://www.worlds-herold.de

Heike J.,

Also, im Moment lässt sich dieses pubertierende, fast 12-jährige Kind gar nichts von mir weitergeben... stöhn

Heike, tröste dich:
Es geht ALLEN so! Ich kämpfe mir hier auch den Wolf. Manchmal mit Rückschlägen, jede kleinste positive Annäherung wird gefeiert. Das ist Pubertät: Abgrenzung/Abnabelung. Die lassen sich nichts mehr sagen, müssen Erfahrungen selber machen (mit allen Konsequenzen).

Solidarischen Gruß

Heike N.

Sonntag, der 3. Februar 2002, 22:35 Uhr
Name: Heike N.
E-Mail: worldsherold@aol.com
Homepage: http://www.worlds-herold.de

Herr Schmidt,

Ich weiß nicht, ob die Heike alle Religionslehrer kennt! Scheinbar ist ihr auch nicht bekannt, wie heute Religionsunterricht (RU) in Norddeutschland erteit wird! Und natürlich kennt sie auch nicht die Inhalte! RU dient dazu, sich kritisch mit religiösen, weltanschaulichen und philosophischen Ansätzen bzw. Denkmodellen auseinanderzusetzen.

Ich selber war gläubige Christin, habe den Religionsunterricht besucht. Ich habe ein Lehramstudium begonnen (nicht abgeschlossen). Meine Tochter informiert mich über die Lehrinhalte.....

Oder meinten Sie die andere Heike? Bitte unterscheiden Sie in dem Fall unter Heike J. und Heike N.

(Mensch, Heike, das ist aber auch kompliziert *grins*)

Heike N.

Sonntag, der 3. Februar 2002, 22:21 Uhr
Name: Heike J.
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

Richtig, weil nämlich der Staat als weltanschaulich neutrale Instanz dieses gerade nicht machen DARF. (Deswegen ist auch LER in Brandenburg ein Irrweg.)

Der Staat als weltanschaulich-neutrale Instanz darf keinen weltanschaulich-neutralen Unterricht (wie z.B. LER) erteilen? Merkwürige Ansicht. Wie gut, dass die Parteien nicht so reagieren wie die Kirchen und verlangen, nicht der STaat dürfe Politik erteilen, sondern nur die einzelen Parteien...

Sonntag, der 3. Februar 2002, 22:18 Uhr
Name: Heike J.
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

! RU dient dazu, sich kritisch mit religiösen, weltanschaulichen und philosophischen Ansätzen bzw. Denkmodellen auseinanderzusetzen.

Wobei allerdings die eigene Religion - bzw. die unterrichtete Religion - als wahr erachtet wird. Wozu sonst braucht der Lehrer die Lehrbewilligung der Kirche, wozu sonst gibt es getrennten Unterricht?

Sonntag, der 3. Februar 2002, 22:16 Uhr
Name: Heike J.
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

Und diese Einstellung konnte ich (auch zum Glück) an meine Tochter weitergeben (nicht einfach immer. Jeder, der pubertierende Kinder hat, weiß diese schlichten Worte entsprechend zu deuten schmunzel).

Also, im Moment lässt sich dieses pubertierende, fast 12-jährige Kind gar nichts von mir weitergeben... stöhn
Sie ist übrigens aus eigener Entscheidung nach dem 3. Schuljahr aus dem RU rausgegangen und hat ihren Mitschülern - bevorzugt vor Weihnachten - klargemacht, dass es keinen Gott gibt. ;-)

Sonntag, der 3. Februar 2002, 22:00 Uhr
Name: M.
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

Richtig, weil nämlich der Staat als weltanschaulich neutrale Instanz dieses gerade nicht machen DARF. (Deswegen ist auch LER in Brandenburg ein Irrweg.)
Was rauskommt, wenn der Staat diese Aufgabe übernimmt, durften wir zB. von 49 bis 89 im Osten Deutschlands erleben!
M.

Sonntag, der 3. Februar 2002, 21:56 Uhr
Name: Dr. Dieter Schmidt, Breme
E-Mail: keine E-Mail
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Ich weiß nicht, ob die Heike alle Religionslehrer kennt! Scheinbar ist ihr auch nicht bekannt, wie heute Religionsunterricht (RU) in Norddeutschland erteit wird! Und natürlich kennt sie auch nicht die Inhalte! RU dient dazu, sich kritisch mit religiösen, weltanschaulichen und philosophischen Ansätzen bzw. Denkmodellen auseinanderzusetzen.

Sonntag, der 3. Februar 2002, 21:30 Uhr
Name: Heike N.
E-Mail: worldsherold@aol.com
Homepage: http://www.worlds-herold.de

Hallo Heike J. *gg*

Das einzige was da möglich ist, ist seinem Kind nahe zu bringen, dass es seine Gehirnwindungen selbständig benutzen kann und dieses Recht natürlich auch einfordern kann. Das ist etwas, was mir mitgegeben wurde (zum Glück eine der wenigen positiven Dinge). Und diese Einstellung konnte ich (auch zum Glück) an meine Tochter weitergeben (nicht einfach immer. Jeder, der pubertierende Kinder hat, weiß diese schlichten Worte entsprechend zu deuten *schmunzel*). Sie besuchte aus eigenem Wunsch den evangelischen Religionsunterricht. Da sie selbst-bewusst genug ist, ist sie auch kritisch genug (und sicherlich nicht unbedingt eine Freude der Religionslehrer *lach*). Ich bin mir sehr sicher, dass es möglich ist, einem Kind eine entsprechende Basis mitzugeben.
Dies vielleicht als "Krücke", angedacht in einem System, dass Verfassungen dieser Art hervorbringt.

Gruß

Heike N.

Samstag, der 2. Februar 2002, 18:26 Uhr
Name: Heike J.
E-Mail: keine E-Mail
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wo die Erziehung der Kids "in Ehrfurcht vor Gott" oberstes Bildungsziel ist und in der bayersichen Verfassung verankert wurde.

Nicht nur in Bayern.

Aus der Landesverfassung NRW:
Art. 7: Grundsätze der Erziehung
"(1) Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor der Würde des Menschen und Bereitschaft zum sozialen Handeln zu wecken, ist vornehmstes Ziel der Erziehung."

Samstag, der 2. Februar 2002, 17:24 Uhr
Name: Herbert Ferstl
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Entweder ordentliche Darstellung eines Sachverhaltes, oder, entschuldigt bitte,
"haltet die Klappe"!

"Die Kriminalgeschichte des Christentums" reichte voellig aus, um ein differenzierteres Geschichtsverstaendis zu erhalten, als jenes, das in bayerischen Bekenntnisschulen den Schuelern vermittelt wird.

Samstag, der 2. Februar 2002, 17:21 Uhr
Name: Herbert Ferstl
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Hallo Leute,

Wer mal sehen will, wie religioese Fundamentalisten - keine Moslems, sondern christlich-juedische - es schaffen, ihre Kinder selbst zu unterrichten und somit der staatlichen Schulpflicht ein Schnaeppchen schlagen (nicht nur in Bayern), der sieht sich mal folgende Seite an:

http://www.zwoelfstaemme.de

Die Atheisten muessen dagegen ihre Kids in Schulen unterrichten lassen, wo die Erziehung der Kids "in Ehrfurcht vor Gott" oberstes Bildungsziel ist und in der bayersichen Verfassung verankert wurde.

Gruesse
Herbert

PS: Nichts als religioese Wahnkranke...

Samstag, der 2. Februar 2002, 14:06 Uhr
Name: Dr. Dieter Schmidt, Bremen
E-Mail: keine E-Mail
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Was denn nun?
Entweder ordentliche Darstellung eines Sachverhaltes, oder, entschuldigt bitte,
"haltet die Klappe"! Es geht den FH und ähnlichen Gruppierungen nicht um eine "saubere Darstellung" von hist. Sachverhalten, sondern nur um Demagogie
gegen Christentum, Kirche und Glaube!

Samstag, der 2. Februar 2002, 13:59 Uhr
Name: Kurt
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Das ist zuviel. Nichts gegen eine ausführliche Darstellung eines Sachverhaltes, aber nicht in einem GB!

Samstag, der 2. Februar 2002, 13:49 Uhr
Name: Dr. Dieter Schmidt, Bremen
E-Mail: keine E-Mail
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Die Kreuzzüge

Der Kreuzzug der Bauern:
Der Beginn der Kreuzzüge reicht bis auf das Jahr 1095 zurück. In dieser Zeit schändeten wilde Muslim-Horden die Christen, sie marterten diese, zerstörten ihre Kirchen und Altäre. Die Muslim-Horden überfielen wehrlose christliche Pilger, raubten sie aus, töteten sie und versklavten Frauen und Kinder.
Papst Urban II. sagte dem Volk auf einer Versammlung, das überwiegend aus Bauern bestand, dass diese Taten der Muslims zu einer Gefahr für die ganze Christenheit werden können. Er berichtete auch, dass Bethlehem, Jerusalem und Galiläa, also das ganze Heilige Land, seit 1071 in den Händen türkischer Seldschuken liegt.
Papst Urban II. forderte das anwesende Volk auf, große christliche Armeen aufzustellen und die "Heiden" aus den heiligen Orten zu vertreiben. Das alles sollte im Namen Gottes geschehen, der, wie der Papst meinte, Hilfe benötigte.
Papst Urban II. rief das Volk zu einem riesengroßen Kreuzzug auf.
Das anwesende Volk war sofort begeistert von diesem Kreuzzug. Es wurden sofort Boten in alle Städte und Dörfer geschickt, die zum Kreuzzug aufrufen sollten.
Der ganze Kontinent stimmte dem Vorschlag des Papstes begeistert zu. Es wurden Heere zusammengestellt und Waffen gehortet.
Im Frühling 1096 setzte sich ein ungeheurer Heereszug in Bewegung. Alle Teilnehmer, meist Bauern, hofften durch die Teilnahme am Kreuzzug das Lob Gottes zu erhalten.
Die Hauptführer dieses Kreuzzuges der Bauern waren der Wanderprediger Peter von Amiens, auch "Eremit" genannt, der mit seinem Heer im Mai 1096 von Köln in Richtung Jerusalem startete, und Walter der Arme.
Die Bauernhorden, die auf dem Weg nach Jerusalem waren, wurden immer unruhiger und reizbarer, bis schließlich offene Gewalt ausbrach.
Die Bauern fingen an zu plündern und zu zerstören. Auch Juden, die sich nicht zum christlichen Glauben bekehren wollten, wurden auf der Stelle getötet.
In Ungarn plünderten die Bauern weiter, doch die Ungarn wehrten sich, so dass es zahlreiche Tote auf beiden Seiten gab.
Die Bauern marschierten dann weiter ins oströmische Reich. Dort ging das Morden weiter. Von Kaiser Alexios wurde die wilde Bauemhorde auf Schiffe verfrachtet und über den Bospurus geschifft. Dort trafen sie auf kampferprobte muslimische Türken.
Als die Bauern sich in der Gegend von Nicomendia (heute Izmir) verteilten, wurden viele von den Muslims in gnadenlosen Kämpfen getötet.
Die überlebenden Bauern flohen ins oströmische Reich zurück. Darunter war auch Peter von Amiens, während Walter der Arme von den Türken getötet wurde.

Der 1. Kreuzzug der Ritter:
In Europa waren, knapp ein Jahr nach dem misslungenen Bauernkreuzzug, Heere der fränkischen und normannischen Prinzen gegen die Muslims aufgebrochen.
Sie erreichten Konstantinopel in kleineren Gruppen im Frühjahr 1097.
Kaiser Alexios, der byzantinische Kaiser, misstraute den Kreuzfahrern. Zum Schutz vor übergriffen, die befürchtet wurden, mussten die Kreuzritter den Vasalleneid leisten. Außerdem mussten sie versprechen, dass sie alles Land, das sie von den Türken erobern würden, an das oströmische Reich abführen würden.
Die Kreuzfahrer, die von Bohemund von Tarent angeführt wurden, leiteten diesen Eid, obwohl sie nicht die Absicht hatten, dieses Versprechen einzuhalten.
Die Kreuzritter bekamen von Alexios Geld, Lebensmittel, Transportschiffe und ortskundige Führer.
Im Hochsommer 1097 erreichten sie muslimisches Gebiet.
Am Anfang konnten die Kreuzritter große Erfolge feiern. Nach kurzer Belagerung hatten sie die Stadt Nikaia erobert. Mit dieser und anderen Eroberungen war jeder organisierte Widerstand in Kleinasien zusammengebrochen. Die Kreuzfahrer konnten jetzt ungehindert auf das südtürkische Taurus-Gebirge zumarschieren.
Die Kreuzritter befreiten armenische Christen in Edessa (heute: Urfa) aus der Gewalt der Türken. Graf Balduin von Boulogne, einer der bedeutensten Kreuzfahrer, wurde aus Dankbarkeit von Prinz Toros, Fürst der armenischen Stadt, adoptiert.
Doch Balduin zettelte gegen seinen Adoptivvater eine Verschwörung an, ließ ihn schließlich ermorden und wurde dann selbst zum Grafen von Edessa. Edessa wurde somit der erste Kreuzfahrerstaat.
Im Oktober 1097 erreichten die Kreuzritter die Stadt Antiochia. Antiochia war früher im Besitz des Römischen Reiches. Doch Bohemund dachte im Falle einer Eroberung der Stadt nicht daran, diese, wie versprochen an das Römische Reich abzuführen, sondern er wollte sie selbst besitzen.
Doch ein Anführer der Kreuzfahrer fühlte sich dem Versprechen Kaiser Alexois verpflichtet, ihm das eroberte Land abzuführen: Graf Raimund von Toulose.
Nur zwei Tage, nachdem die Christen Antiochia erobert hatten, traf ein Ersatzheer des türkischen Königs Atabeg Kerbogha ein. Er fand die Christen zwar im Besitz der Stadt, aber in einem grausigem Zustand: Sie waren vor Hunger und Durst geschwächt. Tausende Christen waren während der Belagerung gestorben. Ihre Leichen lagen in den Straßen und verursachten Seuchen, so dass noch mehr Christen den Tod fanden.
Kerbogha umzingelte Antiochia. Den belagerten und geschwächten Christen konnte nur ein Wunder helfen. Und dieses Wunder geschah: Ein fränkischer Priester träumte eines Nachts, dass die Lanze, mit der einst der Körper von Jesus Christus durchbohrt wurde, irgendwo in Antiochia verborgen sei. Die Christen fanden die Lanze tatsächlich und wussten, dass Gott mit ihnen war. Am 28.Juni besiegten sie dann in einem Blitzkampf Kerboghas Truppen.
Nach diesem Sieg wollte der größte Teil der Kreuzritter weiter nach Jerusalem. Doch die Anführer Bohemund und Raimund hatten andere Pläne:
Bohemund wollte die Stadt in seinen Besitz ziehen. Raimund dagegen wollte, dass Antiochia dem römischen Kaiser Alexios zugeführt werde. Beide Anführer stritten sich sechs Monate lang, bis ihnen die Soldaten, Priester und Pilger ein Ultimatum setzten: Entweder wird unverzüglich mit dem Marsch nach Jerusalem begonnen, oder Antiochia werde angezündet und dem Erdboden gleichgemacht.
Bohemund und Raimund stimmten dem Weiterzug nach Jerusalem zu. Insgeheim jedoch war Bohemund entschlossen, Antiochia für sich zu behalten.
Im November marschierten die Kreuzfahrer ohne größere Zwischenfälle in Richtung Jerusalem.
Einige Tage später, bevor Raimund ihn zur Rede stellen konnte, machte Bohemund seinen Plan wahr: Er machte mit seinen Truppen kehrt, marschierte mit ihnen wieder nach Antiochia und nahm die Stadt in seinen Besitz. Im Januar 1099 gründete Bohemund den zweiten Kreuzfahrerstaat und rief sich selbst zum König aus.
Im Frühjahr 1099 erreichten die anderen Kreuzrittertruppen das Heilige Land.
Doch so einfach, wie sie sich es vorgestellt hatten, war die Eroberung Jerusalems für die ca.13.000 Kreuzritter nicht. Die Stadt lag 763m hoch auf einem Berg und war, außer an der Nordseite, von tiefen Gräben und hohen Mauern umgeben.
Trotzdem begannen die Kreuzritter Jerusalem zu belagern. 5 Wochen dauerte die Belagerung. Viele Kreuzfahrer fanden hierbei den Tod, wenn sie versuchten, über die hohen Stadtmauern ins Innere der Stadt vorzudringen.
Raimund von Toulose und Gottfried von Bouillon entschlossen sich eine Belagerungsmaschine zu bauen: Es war ein Turm aus dichtem Plankenholz, der bis an die Stadtmauer herangerollt wurde. Von einer Brücke, die von der obersten Plattform des Turmes auf die Stadtmauer niedergelassen wurde, konnten die Kreuzritter in Jerusalem eindringen. In der Stadt richteten sie ein furchtbares Gemetzel an. Was die Christen an Muslims und Juden antrafen, wurde niedergemacht.
Die Kreuzritter schafften es, Jerusalem in ihre Gewalt zu bringen. Nach mehr als 400 Jahren unter muslimischer Herrschaft war Jerusalem nun in der Hand von den Christen. Der Kreuzzug war erfolgreich verlaufen.

Die Kreuzfahrerstaaten:
Die Kreuzfahrer eroberten nach dem Sieg über Jerusalem noch viele andere muslimische Gebiete:
Sie eroberten fast die ganze Mittelmeerküste von Syrien über den Libanon bis nach Palästina. Sie besetzten Judäa, Samaria, Galiläa und große Gebiete jenseits des Jordans.
Zum Schluss verloren die Muslims 1124 die libanesische Stadt Tyros (Tyr) und 1153 die Hafenstadt Ascalon.
Die Türken versuchten bis etwa zur Mitte des 12.Jahrhunderts, Jerusalem wieder in ihren Besitz zu bringen, was ihnen jedoch nicht gelang.
Der erste König des Staates Jerusalem sollte der Herzog von Niederlothringen, Gottfried von Bouillon, werden. Doch er lehnte ab und nannte sich "Herzog des Heiligen Grabes".
Gottfried von Bouillon starb am 18.Juli 1100. Sein ehrgeiziger Bruder Graf Balduin von Edessa wurde am Weihnachtstag zum ersten König von Jerusalem gekrönt.
Im Jahre 1144 griff der hochbegabte Fürst Atabeg von Mossul Sengi, Edessa an und gewann es für den Islam zurück. Für die Christen war dies ein furchtbarer Schock und eine riesengroße Niederlage.

Der 2. Kreuzzug:
Nachdem die Muslims 1144 die Grafschaft Edessa zurückerobert hatten, drängte Benedikt von Clairvaux, Abt einer Benediktinerabtei in Frankreich, auf einen neuen Kreuzzug. Er überredete König Ludwig VII. von Frankreich und den deutschen König Konrad III., neue Kreuzfahrerheere aufzustellen.
Noch dieser Kreuzzug war ein einziger Fehlschlag: Schon auf dem Weg nach Süden wurden sie von den Muslims angegriffen und erlitten schwere Verluste. Dann machten die restlichen Kreuzfahrer einen entscheidenden Fehler: Sie griffen Damaskus an. Damaskus war zwar unter muslimischer Herrschaft, doch die Einwohner hatten bisher immer zu Jerusalem und seinen christlichen Einwohnern gehalten. Nach 4 Tagen Belagerung zogen die Kreuzfahrer wieder ab. Diese Belagerung Damaskus' hatte bewirkt, dass die Einwohner der Stadt sich nun voll auf die Seite der Muslims stellten.
1146 wurde Fürst Atabeg von Mossul Sengi ermordet. Sein Sohn Nurredin und der General Saladin setzten den Kampf gegen die Christen fort.
1174 übernahm Saladin nach Nurredin's Tod den alleinigen Oberbefehl und wurde Sultan von Syrien und Ägypten. Saladin setzte alles daran, die Stellung der Christen in Palästina zu schwächen.
Saladin schloss z.B. mit Venedig einen Vertrag, dass sie den Christen in Jerusalem keinen Nachschub mehr zukommen lassen.
Im Jahre 1186 brach in der Heiligen Stadt der Streit um den Thron aus, nachdem der König von Jerusalem, Balduin V., gestorben war. Die Heilige Stadt stand dicht vor einem Bürgerkrieg.
Dies war eine gute Chance für Saladin, Jerusalem wieder zurückzugewinnen. Er zog mit einer 800.000 Mann starken Armee durch Palästina. Im Mai 1187 überschritt er den Jordan, und am 4.Juli 1187 schlug er bei Hittin in Galiläa 20.000 Kreuzfahrer in die Flucht und marschierte ungehindert gegen das von Christen besetzte Jerusalem.
Am 02.Oktober 1187 überrannte Saladin Jerusalem. Die Muslims gewannen die Heilige Stadt zurück.
In Europa löste die Nachricht vom Verlust Jerusalems Empörung aus und es wurde der Ruf nach einem 3.Kreuzzug laut, der dann auch ausgeführt wurde.

Der 3. Kreuzzug:
Im Juli 1190 brach König Richard I. "Löwenherz" mit einer beachtlichen Truppe in Richtung Palästina auf. Gleichzeitig marschierte König Philipp II. von Frankreich los.
Der deutsche König Friedrich I. "Barbarossa" war schon einige Monate vorher aufgebrochen, doch er ertrank beim Baden am 10.Juni 1190 an der Südküste Kleinasiens. Seine Truppen kehrten nach Deutschland zurück.
Sechs Monate nach dem Tod Barbarossas erreichten Richard I. und Phillip II. Sizilien.
Gemeinsam brachen sie nach Palästina auf. Philipp II. kam als erster an. Er ging am 20.April 1191 bei Akkon an Land. Richard I. folgte 7 Wochen später, nachdem er in der Zwischenzeit Zypern zum 5.Kreuzfahrerstaat gemacht hat.
Dann eroberten die christlichen Kreuzritter Akkon zurück. Jerusalem jedoch konnten sie nicht erobern.
Am 4. März 1193 starb Saladin in Damaskus.
In Europa wurde der Ruf nach einem vierten Kreuzzug laut, nachdem der 3.Kreuzzug ein großer Misserfolg war.

Der 4. Kreuzzug:
Der 4. Kreuzzug wurde für die Christen eine einzige Blamage, und er brachte viel Schrecken. Den Muslims dagegen war dieser Kreuzzug ein willkommener Anlass zu Spott, Hohn und Schadenfreude.
Die Hauptschuld am Misserfolg lag bei der Republik Venedig:
Der 4. Kreuzzug sollte über Venedig abgewickelt werden. Die Venezianer sollten die Kreuzfahrer dabei unterstützen, aber sie verlangten einen zu hohen Preis, und so blieben die Kreuzritter in Venedig hängen. Ein 90-jähriger Venezianer machte dann den Vorschlag, die beiden feindlichen Städte Zadar und Dalmatia in Jugoslawien von den Kreuzrittern vernichten zu lassen. Damit wäre all ihre Schuld vergessen.
Gegen den Protest des Papstes Innozenz III. und trotz Einwände anderer Fürsten gingen die Anführer des Kreuzzuges auf diesen Vorschlag der Venezianer ein.
Zur Strafe, dass die Kreuzritter das christliche Zara zerstörten, schloss Papst Innozenz III. alle beteiligten Kreuzfahrer aus der Kirche aus.
Doch es kam noch schlimmer. Die gerissenen Venezianer überredeten die Kreuzfahrer, ihnen zu helfen, dass der byzantinische Kaiser Isaak II. seinen, Venedig willfähigen, Sohn Alexios IV. als Mitkaiser anerkennt.
Wieder stimmten die Kreuzritter zu, und wieder mussten erschreckte Christen mit ansehen, wie ein Heer, das im Namen Gottes ausgezogen war, eine christliche Stadt eroberte und plünderte.
Genauso ging es am 12.April 1204 der oströmischen Hauptstadt Konstantinopel: Sie wurde gestürmt und geplündert. Die Kreuzritter benahmen sich wie Räuber.
Mit dieser Aktion zogen sie sich den Hass der Byzantiner zu. Nach der Zerstörung Konstantinopels löste sich das Kreuzfahrerheer auf. Das war das Ende des 4. Kreuzzuges.

Der 5. Kreuzzug:
Der Anführer des 5. Kreuzzuges war Johann von Brunne. Der mächtige Mann jedoch war der päpstliche Kardinal Pelagius von Albano.
Im Juni 1218 begann die Belagerung von Damiette. Im November 1219 bot Sultan al-Kamilan an, das ganze Königreich Jerusalem den Christen zu überlassen, wenn diese dafür Ägypten verließen. Doch Kardinal Pelagius lehnte diesen Vorschlag ab.
Die Festung Damiette fiel am 05.November 1219.
Doch in den folgenden Jahren brachten die Ägypter den Christen sehr viel Widerstand entgegen, so dass Pelagius seine Pläne nicht verwirklichen konnte.
Im August 1221 ging der 5. Kreuzzug zu Ende. Das Kreuzfahrerheer wurde im Flupdelta von der Nilflut überrascht. Viele Christen ertranken.

Der 6. Kreuzzug:
Die Kreuzzüge standen in einem sehr schlechten Ruf. Trotzdem brach König Ludwig IX. von Frankreich im August 1248 zu einem neuen Kreuzzug auf. Zuerst ging die Reise nach Zypern und dann, im Mai 1249, nach Damiette.
Auch dieser Kreuzzug war ein einziger Fehlschlag. Ludwig und seine Gefolgsleute wurden von den Ägyptern entweder niedergemetzelt oder gefangen genommen.
Ludwig geriet in Gefangenschaft und wurde nur gegen ein hohes Lösegeld wieder freigelassen.

Der 7. Kreuzzug:
Obwohl König Ludwig IX. davon abgeraten wurde, stach er am 1.Juli 1270 zum 7.Kreuzzug in See. Kaum war er mit seiner Armee in Tunis an Land gegangen, brach unter seinen Armeen die Beulenpest aus, die auch König Ludwig IX. den Tod brachte.
Das zweite Königreich Jerusalem, das König Richard I. aufgebaut hatte, war in wenigen Jahren von den Muslims vernichtet worden.
Auch die letzten den Christen noch verbliebenen Festungen oder Dörfer wurden von den Muslims zurückerobert. Die letzte Stadt, die von den Muslims am 18.05.1291 zurückerobert wurde, war die erbittert verteidigte Stadt Akkon.
Die Christen waren geschlagen und standen da, wo sie vor ca. 200 Jahren auch waren.

Autor: Stefan Seebeck | Quelle: www.geschi.de

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