Gästebuch
Wir freuen uns über (fast) jeden Eintrag in unserem Gästebuch. Nutzen Sie einfach das untenstehende Formular. Diskussionen sollten, sofern ein passendes Forum vorhanden ist, in unsere Diskussionsforen verschoben werden. Pöbeleien und Werbung sind nicht erwünscht, HTML-Tags werden in Text umgewandelt. Kursiv-Formatierung mit *Sternchen*, Fett mit _Unterstrichen_. (Sternchen sind daher als **, Unterstriche als __ zu maskieren.)

Name:
E-Mail:
Homepage:

Mittwoch, der 6. Februar 2002, 00:28 Uhr
Name: Franz Hübner
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

Hallo Herr Ferstl,

genau das meinte ich mit ideologischer Verblendung:
–––––––––––––––––––––––––

Die Bibel ist dogmatisch. Also liebe Christen erklärt mir folgenden Bibeltext:
Johannes 2 20

Da sprachen die Juden: dieser Tempel ist in 46 Jahren erbaut, du willst ihn in 3 Tagen aufrichten?

Er aber redete von dem Tempel seines Leibes.

DA ER NUN AUFERSTANDEN WAR VON DEN TOTEN, GEDACHTEN SEINE JÜNGER DARAN, DASS ER DIES GESAGT HATTE UND GLAUBTEN DER SCHRIFT UND DEM WORT, DASS JESUS GESAGT HATTE.

Und viel später erscheint die Geschichte der
Auferstehung, zweifelos eine Zweite. Das ist ein ganz besonderes christliches Wunder. Übrigens glauben die Juden noch heute nicht daran, daß ein Jesus aufgetaucht ist.

–––––––––––––––––––––––––

Der Autor des Textes ist verblendet und zudem zu feige, seinen eigenen Namen zu nennen. Er versteht das mit dem Tempel nicht. Es ist nicht der Tempel in Jerusalem gemeint, sondern gemeint, dass Jesus fähig war das unmögliche möglich zu machen und in 3 Tagen von den Toten aufzuerstehen. Ob nun dies möglich ist oder nicht - oder ob historische Umstände irgendwie eine Auferstehung erklären ist sekundär.

Wie auch immer. Fakt ist, dass eben diese Person ideologisch Verblendet ist und über Dinge schreibt, ohne sie zu verstehen, einfach aus überzogenen Fanatismus.

In solchen Leuten besteht die Gefahr für die Menschheit. Ob sie jetzt christliche oder atheistische, rechts- oder linksradikale Fanatiker sind. Denn solange lassen sich andere Menschen von Dummheiten anstecken. Ich akzeptiere Ideologische Gemeinschaften nur dann, wenn sie die Menschen zur Diskussion der eigenen ideologie Anregen. Das ist meine Ideologie und immerhin - ich versuche (nicht hier) darüber zu diskutieren.

gezeichnet,

Franz Hübner

Mittwoch, der 6. Februar 2002, 00:15 Uhr
Name: Franz Hübner
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

Und wenn, so müsste man diese Menschen ausgrenzen.

Wichtig: Man müsste deren Taten und Verhalten ausgrenzen, wenn es darum geht eine Gruppe zu bewehrten.

Mittwoch, der 6. Februar 2002, 00:14 Uhr
Name: Franz Hübner
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

Hallo Herr Ferstl,
im großen und ganzen gebe ich ihnen Recht. Es gibt nur wenige "genetische" oder gesundheitliche Faktoren, die einem Menschen gut oder böse machen. Und wenn, so müsste man diese Menschen ausgrenzen. Was auf alle Fälle "gut" oder "böse" etc. ist, ist natürlich eine menschliche Einschätzung.

Ich gebe ihnen auch völlig Recht, dass Religionen die Menschen einschränken möglicherweise sogar verderben. Zu dieser Sache, habe ich mir jahrelang Gedanken gemacht, denn ich war Jahre lang selbst hin- und hergerissen zwischen dem Zustand als Christ, Agnostiker oder Atheist. Ich bin derzeit bei folgendem Ansatz stehen geblieben:

Es liegt nicht in unserer Hand, in Gemeinschaften zu entscheiden, ob es einen Gott gibt oder nicht - bzw. was Gott gesagt haben soll. Ich versuche aber mein Leben an den mir sinnvoll erscheinenden Inhalten des Christentums - aber auch der heutigen Zeit auszurichten. Die Nächsten- und Feindesliebe z.B. ist mir wichtig. Denn sie umfasst aus meiner persönlichen Sicht im Prinzip alle Inhalte der ersten 20. Artikel des Grundgesetzes. Weniger sinnvoll halte ich Texte über Engel etc. eher für sehr weit hergeholt. Andererseits halte ich wiederum die von atheistischen Vereinigungen verteilte Behauptung, dass die Kirche in sich investiert um sich zu bereichern auch für falsch.

Der Grund warum ich überhaupt so energisch reagiere, ist meine persönliche Geschichte, die ich, denke ich, erzählen muss, damit man mich jetzt nicht falsch versteht.

In meiner Jugendzeit war ich stark aktiv in der evangelischen Jugendarbeit und war immer starker Vertreter der Religion. Mit 16 etwa kamen in mir immer mehr Zweifel auf und mit 19 trat ich aus der Kirche aus und wurde vehementer Vertreter des Atheismus, als ich erfuhr, wie gerne die Kirche und die Bibelautoren die Wahrheit verdrehten. Mit 25 war es dann aus mit dem Vertreten von irgendeiner Ideologie. Ich hatte einen schweren Arbeitsunfall (der hergang des Unfalls ist bis heute nicht geklärt - vermutlich ein ungesichertes elektrischen Gerät und daraufhin ein Sturtz aus 4 Metern Höhe) und hatte Jahre lang - auch jetzt noch - mit den Folgen davon u.a. schwere Bewegungunfähigkeit (und ich war zuvor sehr sportlich). Ich musste damals ein sehr deprimierendes Training machen, um meine Nerven und Muskeln wieder aufzubauen. Glauben Sie mir für mich gab damals das Leben keinen Sinn mehr. Trotzdem kam ein Seelsorger der Kirche und unterstützte mich die Zeit über. Ich trat wieder in die Kirche ein, um Geld an solche Seelsorger zu zahlen.

Um auf den Punkt zu kommen.

1. Ich bin mir bewusst, dass ich selbst voll von Fehlern bin und selbst meine eigenen "hohen" Regeln nie einhalten kann, auch wenn ich noch so scheinheilig rede.

2. Ich bin im Moment zwischen Christ und Agnostiker stehen geblieben. Mir ist die Nächsten- und Feindesliebe wichtig, mir ist wichtig, dass wir Menschen nicht aus propagandistischer Sicht helfen, sondern einfach ohne große Gedanken helfen. Andererseits glaube ich, dass wir Menschen nicht fähig sind einen Gott zu finden oder zu verstehen. Es spricht vieles für eine Existenz Gottes, wie auch vieles dagegen spricht. Beurteilen kann ich es im Moment nicht. In mir läuft derzeit eine "Diskussion" darüber und bis, ob und zu welchem Ergebiss sie kommt, dass weiß ich jetzt nicht, denn zu oft sind meine "Ergebnisse" durch Gefühle getrübt.

3. Mir wurde bei alle dem eines klar: Man darf nicht einer Ideologie nachrennen. Nichts ist unfehlbar, nichts hat nur Sonnenseiten. Es ist wichtig, dass man sich selbst und andere ständig neu beleuchtet - man kann nur frei sein, wenn man bei klarem Verstand bleibt und kritisch zu seiner Umwelt steht. Im Moment z.B. überlege ich in wie fern die Starken Erlebnisse meines Unfalls mich beeinflussen, denn nur solange ich ständig nachdenke und neu bewerte, solange weiß ich, dass ich unbefangen und frei bin, denn solange ich versuche die Umstände, die mich möglicherweise beeinflussen zu finden, kann mich niemand mit irgendetwas festhalten.

Ich habe jetzt über 3 Stunden gebraucht um diesen Text mir aus der Seele zu schreiben, ich hoffe er stiftet nicht noch mehr Verwirrung.

gezeichnet,

Franz Hübner

Dienstag, der 5. Februar 2002, 22:30 Uhr
Name: Dieter
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

Entschuldigung, ich bin in die falsche Spalte gerutscht. ich hatte plötzlich Einträge vom 6.September auf dem īSchirm. m.hu.G.

Dienstag, der 5. Februar 2002, 22:30 Uhr
Name: Dieter
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

Entschuldigung, ich bin in die falsche Spalte gerutscht. ich hatte plötzlich Einträge vom 6.September auf dem īSchirm. m.hu.G.

Dienstag, der 5. Februar 2002, 22:23 Uhr
Name: Dieter
E-Mail: dieter-hashagen@gmx.de
Homepage: www.humanitas-online.de.vu

Ich vermute, die letzten beiden Einträge stammen von einem Dr.Schmidt aus Bremen. Ich habe die gleichen Einträge bereits in meinem Gästebuch gehabt. Ich werde nicht mehr darauf eingehen, weil mir diese Texte einfach zu blöd und weit hergeholt sind. In dieser Form lässt sich auch schlecht diskutieren. Über den kirchenfreien Friedhof Conneforde bin ich schon bereit, Stellungnahmen abzugeben. Aber nur bei sachlichen Anfragen - nicht als Antwort auf Provokationen. m.hu.G.

Dienstag, der 5. Februar 2002, 15:24 Uhr
Name: Herbert Ferstl
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

Hallo Herr Hübner,

Ich will nicht speziell auf eine Art Anschauung zielen, sondern lediglich auf die ideologische Verblendung dieser Seite und der anderer "verwandter" Seiten (damit beziehe ich auch Kirchliche, Christliche oder seiten der Art dieser Seite).

Ich verstehe sehr gut, was Sie meinen. Sie sprechen m.E. von einem Fundamentalismus auf beiden Seiten. Den Fundamentalismus der einen Seite koennte man als eine - sagen wir mal reduktionistisch - "religioese Ideologie", den der anderen Seite als "atheistische Philosophie" bezeichnen. Jeder wuerde seine Weltanschauung bis auf die Knochen verteidigen.
Speziell zu dieser Seite kann ich als fester Mitarbeiter sagen, dass auch mir nicht alle Texte der anderen Aktiven im einzelnen detailliert bekannt sind (oder meinen unkritischen Zuspruch finden). Ich halte die - zugegebenermassen in eine Richtung tendierenden - Inhalte dennoch fuer sehr sinnvoll, da sie in einem gewissen Gegensatz zum allgemeinen Mainstream und zu der Masse religioeser Webseiten stehen. Daraus wird hier nie ein Hehl gemacht.

Es gibt Menschen die haben ihr Wohltaten nach einer "religiösen Erleuchtung" begonnen, andere taten dies, weil sie von Natur aus gute Menschen sind (hier müsste man näher untersuchen, ob Menschen von Natur aus gut sind, oder ob sie zu "guten" Menschen erzogen werden).

Ich denke - und die Erkenntnisse der modernen Wissenschaft zeigen hier evidente Parallelen - dass ein Mensch von Natur (also von sich aus) weder dezidiert gut noch schlecht ist.
Natuerlich ist die Macht der Gene nicht unbedeutend, doch liegt meist in der Konditionierung im Kindesalter der Grundstock fuer spaetere Entwicklungen des Menschen.
Nun - was aber ist "richtig und falsch", "gut und boese", "schoen und haesslich"? Die Konsequenz, die sich aus der Beurteilung dieser absoluten Unterscheidungen ergibt, ist, dass man sich zum Richter emporschwingt und sich als der ewig Gerechte, der alles genau weiss, begreift.
Ist es aber nicht so, dass diese Unterscheidungen - die vermeintlich eine universale und absolute Gueltigkeit haben - gar nicht losgeloest von Personen getroffen werden? Tragen nicht gerade wir Menschen – und nicht irgendein Gott - fuer ihre moegliche Durchsetzung die Verantwortung?

*Wenn man aber so fragt (und hier ist der Fehler dieser Homepage), dann müsste man auch fragen, ob die Angehörigen einer Religion ihre schlechten Taten auch ohne Religion getan hätten - und hier würde das Ergebniss wieder teils - teils ausfallen. (Auch hier benötigt man eine genauere Definition von "schlechten Taten")

Mein ethischer Imperativ lautet:

"Handle stets so, dass die Anzahl der Moeglichkeiten waechst."

Auf dieses Prinzip achten wir besonders in der Erziehung der von uns gezeugten Kinder (17/5/2/und bald noch eines)
Ich kopiere Ihnen der Einfachheit halber mal ein paar Ausschnitte von Statements zu diesem Thema aus frueheren Diskussionen, weil ich der Ansicht bin, hier eine Antwort auf Ihre vorstehenden Gedanken zu geben.

[...] Die Chance zur Verantwortung lernt der Mensch erst dann, wenn er sie fuer alle seine Handlungen auch uebernehmen kann. Denn je groesser die Freiheit, desto groesser sind die Wahlmoeglichkeiten und desto eher ist auch die Chance gegeben, fuer die eigenen Handlungen Verantwortung zu uebernehmen.
Also nochmal: Freiheit und Verantwortung gehoeren zusammen. Nur wer frei ist - und immer auch anders agieren koennte - kann verantwortlich handeln. Wer jemand die Freiheit raubt und beschneidet, der nimmt ihm auch die Chance zum verantwortlichen Handeln. Nur wenn die Freiheit des anderen vergroessert wird, folgt die vergroesserte Freiheit der Gemeinschaft.

Es gilt wie gesagt nur eines: Die Vielzahl der Moeglichkeiten zu bedenken, die man hat. Wir sind frei zu waehlen (wobei ich hier die Idee des nie wirklich freien Willens nicht aufgreife), wir sind frei uns zu entscheiden. Es gibt nicht irgendeine "absolute Wahrheit", die einen zwingt, die Dinge so und nicht anders zu sehen, so und nicht anders zu handeln. So wie Du oder ich gerade das Leben "verleben", stellt es nur eine von unzaehligen Moeglichkeiten dar.

Gerade aber auf die Macht der Gefuehle sind Ideologien (und Religionen sind dies) aufgebaut. Nicht rational verifizierbare Fakten sind primaer ihre Inhalte (siehe z.B. Rassenideologie), sondern das oft das "dumpfe (Gluecks-?)Gefuehl", Gefuehle der Zusammengehoerigkeit, auch Angst (z.B. vor dem Tod) oder "dem Fremden" (und daraus resultierender Hass)...
Ideologien (ergo Religionen) nehmen dem Menschen die Verantwortung fuer seine Sicht der Dinge ab. Sie schraenken DIE ANZAHL DER MOEGLICHKEITEN ein und somit die der Freiheit des Erkennens des selbstverantwortlichen Handelns. Das ist m.E. der gravierende Unterschied zwischen Religionen/Ideologien und Philosophien, zwischen Theismus und Atheismus.

Dazu auch Heinz von Foerster (Zitat):
"[Warum soll man propagandistische] Schriften verbieten, die Bücher aus den Bibliotheken herausholen, weil sie nicht meiner Auffassung entsprechen? Die Alternative ist mörderisch. Wenn man die Wahlmöglichkeiten erweitert, dann kann man sich entscheiden, ein Kindermörder [Nazi] oder ein Schulbusfahrer zu werden. Die Entscheidung für den einen oder den anderen Weg verknüpft einen mit der Verantwortung. Natürlich ist es bequem, sich zu entlasten, indem man etwas vebietet oder den Umständen, den Genen oder der Erziehung, nature or nurture, unserer Natur oder den bösen Eltern, die Schuld zu geben. Und es ist bequem, sich in einer Hierarchie zu verstecken und immer, wenn es eines Tages und am Ende des Krieges zum Prozeß kommt, zu sagen "Aber ich habe doch nur Befehle und Kommandos ausgeführt! Ich kann doch nichts dafür! Es gab doch gar keine andere Möglichkeit!". Das sind, so würde ich sagen, alles Ausreden."
Heinz v. Foerster hat schon vor vielen Jahren dargestellt, dass die Strategie des Verbietens - eine Art von Zensur - nicht funktioniert. "Sie macht alles nur noch schlimmer."
Insbesondere sieht man dies z.Z. bei uns in der BRD, wo seit Jahrzehnten nationalsozialistische Umtriebe und Embleme, etc. verboten sind. Auch durch ein Verbot der NPD wurde sich diesbezueglich nichts, aber auch gar nichts aendern. So sehr ich auch dem linkslibertaeren Spektrum zuneige - und am liebsten heute statt morgen diese rechten Dumpfbacken aus dem Verkehr ziehen wuerde - ich bin strikt gegen ein NPD-Verbot. Diese Verbote bewirken absolut nichts in den Koepfen der latent rechtsanfaelligen Buerger (und Skins). Man sollte die Absurditaet neonazistischer Ideen durch andere Ideen, denen natuerlich auch die Moeglichkeit der Verbreitung gegeben werden muss, illustrieren - kurz:
intensive Aufklaerungsarbeit machen, den Dialog suchen und aufgreifen._

Das ist meine Intention.

Gruesse
Herbert Ferstl

Dienstag, der 5. Februar 2002, 14:59 Uhr
Name: Wolfgang
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

Die Bibel ist dogmatisch. Also liebe Christen erklärt mir folgenden Bibeltext:

Johannes 2 20

Da sprachen die Juden: dieser Tempel ist in 46 Jahren erbaut, du willst ihn in 3 Tagen aufrichten?

Er aber redete von dem Tempel seines Leibes.

DA ER NUN AUFERSTANDEN WAR VON DEN TOTEN, GEDACHTEN SEINE JÜNGER DARAN, DASS ER DIES GESAGT HATTE UND GLAUBTEN DER SCHRIFT UND DEM WORT, DASS JESUS GESAGT HATTE.

Und viel später erscheint die Geschichte der
Auferstehung, zweifelos eine Zweite. Das ist ein ganz besonderes christliches Wunder. Übrigens glauben die Juden noch heute nicht daran, daß ein Jesus aufgetaucht ist.

Dienstag, der 5. Februar 2002, 12:34 Uhr
Name: Maud
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

@ Heike N.

Wollt im Forum was schreiben, doch es hat nicht geklappt.
Vielleicht liegt es am Browser. Muß nachfragen.
Antwort folgt also.
Viele Grüße
Maud

Dienstag, der 5. Februar 2002, 09:48 Uhr
Name: Franz Hübner
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

Hallo Herr Ferstl,
Von der Definition haben Sie mit dem Atheismus recht - das gegenteil ist ja auch nicht Christentum oder Islam, sondern Theismus.

Wie auch immer. Was ich meinte ist, dass die Menschen, die den Atheismus als ihre weltanschaulich / "religiöse" Einstellung sehen, ebenso verblendet und ideologisch sind, wie die Menschen, die eine Form des Theismus (sei es nun Christentum, Islam oder Judentum) als ihre religiöse / weltanschauliche Einstellung betrachten.

Ich will nicht speziell auf eine Art Anschauung zielen, sondern lediglich auf die ideologische Verblendung dieser Seite und der anderer "verwandter" Seiten (damit beziehe ich auch Kirchliche, Christliche oder seiten der Art dieser Seite).

> Das ist doch m.E. gar nicht die Frage. Die
> Frage ist die, ob diese Menschen nicht auch
> ohne transzendenten GLAUBEN, ohne Metaphysik,
> ohne Hoffnung auf ein Dasein im versprochenen
> Jenseits, ohne... nicht auch haetten helfen
> koennen?

Die Antwort kann nur teils - teils sein. Es gibt Menschen die haben ihr Wohltaten nach einer "religiösen Erleuchtung" begonnen, andere taten dies, weil sie von Natur aus gute Menschen sind (hier müsste man näher untersuchen, ob Menschen von Natur aus gut sind, oder ob sie zu "guten" Menschen erzogen werden).

Wenn man aber so fragt (und hier ist der Fehler dieser Homepage), dann müsste man auch fragen, ob die Angehörigen einer Religion ihre schlechten Taten auch ohne Religion getan hätten - und hier würde das Ergebniss wieder teils - teils ausfallen. (Auch hier benötigt man eine genauere Definition von "schlechten Taten")

gezeichnet,

Franz Hübner

Dienstag, der 5. Februar 2002, 07:59 Uhr
Name: Heike J.
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

Wenn man zu viele Ebenen offen hat,

... dann macht man die Ebenen eben wieder zu. Wer liest schon in mehreren Ebenen gleichzeitig...

Dienstag, der 5. Februar 2002, 01:09 Uhr
Name: Herbert Ferstl
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

*Wie steht es denn mit den Personen, die aus religiösen Prinzipien Menschen geholfen haben...+

Das ist doch m.E. gar nicht die Frage. Die Frage ist die, ob diese Menschen nicht auch ohne transzendenten GLAUBEN, ohne Metaphysik, ohne Hoffnung auf ein Dasein im versprochenen Jenseits, ohne... nicht auch haetten helfen koennen?
Geschah diese Hilfe aus dem gleichen ethischen Verhaltenskodex, wie ihn Andersglaeubige, Religions- und Glaubensfreie auch fuer sich in Anspruch nehmen? (Stichworte: Utilitarismus, Altruismus)
Nimmt man nicht gerade dann an einer humanistischen Gesellschaftsethik teil, wenn man eben nicht seinen Naechsten negiert, ihm nicht die vermeintlich goettliche und absolut begruendete "Wahrheit" als die einzig richtige entgegenschleudert?
Bedarf es erst einer religioesen Ideologie, um das Potential zu schaffen, anderen Menschen zu helfen, auch - oder gerade - mit der Gefahr, dass diese vermeintlich "absolute Wahrheit" stets den Konfliktstoff der Ablehnung, der Negation als lauernder Keim in sich traegt?
Alle so genannten "Gottesbeweise" sind klaeglich gescheiterte Konstruktionen. Alle auf theistischen Weltanschauungen beruhenden Gedankengebaeude zeichnen sich durch Irrationalismen und unaufloesliche Widersprueche aus. Ebenso wenig bedarf es zur Begruendung humanitaeren ethisch-sittlichen Handelns theistischer Denksysteme.
Atheismus ist eine weltanschaulich-philosophische Aussage, welche die Moeglichkeit einer rationalen Begruendung fuer jede Art von Gottes- oder Goetterglaube verneint, und ist keine - wie Sie anfuehren - (politische) Ideologie. Der Atheismus ist also ein philosophischer Begriff - aehnlich wie Existenzialismus, Nihilismus, Positivismus - mit einer Aussage zu bestimmten Formen von religioeser Weltdeutungen (eben den theistischen Religionen).

Gruesse
Herbert Ferstl

Montag, der 4. Februar 2002, 23:59 Uhr
Name: Franz Hübner
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

Hallo,
eigentlich wollte ich nur zwei Fehler auf dieser Seite andeuten:

1. Diese Seite ist ebenso Ideologisch verblendet, wie ein Haufen anderer Seiten von religiös-ideologischer Art (ob nun kirchlich, christlich, atheistisch ...)

2. Diese Seite verallgemeinert zu stark. Ich wollte sagen, dass nicht jeder der sich "Christ" nennt (ob Pfarrer, Bischof oder nicht) oder jeder der sich "Atheist" nennt gleich mit Vorurteilen zu versehen ist. Wie steht es denn mit den Personen, die aus religiösen Prinzipien Menschen geholfen haben - auch wenn deren Zahl geringer ist? Wieso werden die nicht erwähnt? Weiß niemand davon? Da wären wir übrigens wieder bei Punkt 1.

Ich wollte nicht auf Religiöses hinaus oder mich auf einen Standpunkt legen. Ich wollte auf etwas anderes hinaus:

Man darf Aussagen gegen eine Ideologie nur dann treffen, wenn man sie von allen Seiten beleuchtet. Alles hat seine Sonnen- und Schattenseiten. Aber man sollte beide beleuchten. Desweiteren darf man einfach nicht verallgemeinern, denn das geht immer schief. Ich könnte mein Beispiel zu den "NAZIs" ebenfalls auch auf die Kirchen lenken. Natürlich sind die Kirchen der NS-Regierung nachgelaufen. Dagegen sage ich nichts.

Diesen Fehler machen die Kirchen, diese Seite oder auch unsere Politiker.

In diesem Sinne,

Franz Hübner

P.S.:Die Aussage von "Papst Johannes Paul II" von 1979 hat übrigens nichts mit der Geschichte derer zu tun, die wirklich Christen waren und anfangs misionierten, sondern der Papst stützt sich eher auf die, die Mächtig waren und aus Machtgründen im Namen der Religion misionierten. Was das natürlich für ein Licht auf die katholische Kirche wirft, ist natürlich fraglich.

(Achja, noch ein Tipp von Webdesigner zu Webdesigner, das mit dem Menü ist nervig. Wenn man zu viele Ebenen offen hat, kann man nicht tiefer gelangen)

Montag, der 4. Februar 2002, 22:20 Uhr
Name: Herbert Ferstl
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

Die Nazis und deren Ideologie aechtet man heute. Zu Recht. Mit dieser, beinahe religioes anmutenden Ideologie haben sie den Tod von ueber 60.000.000 Mio. Menschen verantwortet, ohne die Verantwortung dafuer uebernehmen zu muessen.

Eine Organisation, die auf der Basis einer (religioesen) Ideologie nicht weniger als o.g. Anzahl von Toten zu verantworten hat, wird heute weder geaechtet, noch zur Rechenschaft gezogen, obwohl heute noch existent.

Den Toten ist`s eh egal - die Lebenden froenen einer egozentrischen Metaphysik, die sie an ein Paradies im Jenseits GLAUBEN laesst. Fuer diese imaginaeren Verheissungen opfert man gerne seinen Verstand (und sein Geld).

Zitat:

"Das Religionswesen ist nicht, wie die heute noch herrschende Meinung lautet, etwas Gutes, Verehrungswürdiges, sondern im Gegenteil etwas Schlechtes, zu Verabscheuendes. Es ist das abscheuliche Zusammenspiel von geistigem Machtwillen der einen und Bereitschaft der andern zu geistiger Unterwerfung, um so abscheulicher, als dieser Machtwille in der Form der Servilität1 gegen höhere Mächte auftritt, und noch einmal abscheulich, weil man in den Unterworfenen die Illusion hätschelt, sie hätten eine selbstgewonnene persönliche Glaubensüberzeugung...
Nur wer den Geist unterschätzt, kann meinen, die religiöse Lügenmacht sei weniger verderblich als die Macht schlechter Politiker und Wirtschaftsführer. Solange die Menschheit eine Religionsgeschichte hat, hat sie eine Kriegsgeschichte. Solange der Mensch sich nicht gegen die Schande der religiösen Gängelung empört, empfindet er auch die Schande des obrigkeitlich befohlenen Tötens nicht so, daß er es von Grund aus verabscheut und für eine entsprechende Politik sorgt. Die Welt des kollektiven Wahns ist die Welt des kollektiven Verbrechens."

Robert Mächler, "Richtlinien der Vernünftigung", 1967, 17 ff.

Gästebuch-Archiv
65 | 64 | 63 | 62 | 61 | 60 | 59 | 58 | 57 | 56 | 55 | 54 | 53 | 52 | 51 | 50 | 49 | 48 | 47 | 46 | 45 | 44 | 43 | 42 | 41 | 40 | 39 | 38 | 37 | 36 | 35 | 34 | 33 | 32 | 31 | 30 | 29 | 28 | 27 | 26 | 25 | 24 | 23 | 22 | 21 | 20 | 19 | 18 | 17 | 16 | 15 | 14 | 13 | 12 | 11 | 10 | 9 | 8 | 7 | 6 | 5 | 4 | 3 | 2 | 1

Copyright © 1999, Der Humanist (Gästebuch entwickelt von Erik Möller) - Copyright © der Einträge bei ihren Autoren