Gästebuch
Wir freuen uns über (fast) jeden Eintrag in unserem Gästebuch. Nutzen Sie einfach das untenstehende Formular. Diskussionen sollten, sofern ein passendes Forum vorhanden ist, in unsere Diskussionsforen verschoben werden. Pöbeleien und Werbung sind nicht erwünscht, HTML-Tags werden in Text umgewandelt. Kursiv-Formatierung mit *Sternchen*, Fett mit _Unterstrichen_. (Sternchen sind daher als **, Unterstriche als __ zu maskieren.)

Name:
E-Mail:
Homepage:

Donnerstag, der 21. Februar 2002, 09:00 Uhr
Name: stefan hirschlehner
E-Mail: stefan.hirschlehner@sa.llv.li
Homepage: keine Homepage


Ich habe die Informatioen nmit grossem Interesse gelesen. Vielen Dank für eure wichtige Arbeit.
Stefan

Donnerstag, der 21. Februar 2002, 08:57 Uhr
Name: Wolfgang
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

Ein Atheist oder Antichrist ist noch lange kein
Neonazi. Heiler Vincent, was bist du geistlich arm!

Donnerstag, der 21. Februar 2002, 08:12 Uhr
Name: Heike J.
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

Außerdem zeigen die von Herbert genannten Bibelteile, dass das Buch in großen Teilen Gewalt verherrlichend ist. Keine Lektüre, die man Kindern in die Hand geben soll. Ich erwähnte ja schon: Noch heute lernen die Kinder als erstes im RU die Geschichte vom Auszug aus Ägypten. Fazit: Mit Gewalt, der Tötung aller Erstgeborenen durch Gott höchstpersönlich - kann also nicht schlecht sein, wird auch nirgendwo moralisch in Frage gestellt - erreicht man sein Ziel.

Donnerstag, der 21. Februar 2002, 07:52 Uhr
Name: Heike J.
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

Findet ihr etwas schlechtes, soll aber die Bibel wahr sein.

Die Bibel nicht, Gott auch nicht, aber das aufgezeigte Gottesbild der damaligen Bevölkerung bzw. der Bibelschreiber. Die Bibel zeigt, auf welchem Gottesbild der Glaube entstanden ist. Das Bild passt sich ständig der Entwicklung der Menschheit an. Was wiederum zeigt: Der Mensch schuf sich sein Gottesbild selbst. Und das ist bis heute der Fall.
Mit anderen Worten: Falls es einen Gott gibt, können wir überhaupt nichts über ihn wissen. Was wiederum zum praktischen Atheismus führt.

Donnerstag, der 21. Februar 2002, 07:15 Uhr
Name: Frank
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

@HerbertVincent, ich warte immer noch auf eine plausible Antwort, warum man ueberhaupt an einen Gott GLAUBEN soll?

@Vincent: Es ist feige, aber ich frage zuvor, dich nach einer plausiblen Antwort auf die Frage, wieso ich überhaupt nicht an einen Gott glauben sollte.

Das ist eben die Frage bei der sich alles im Kreis dreht und die man auch nicht allgemein beantworten kann. Das muß jeder für sich selbst entscheiden. Daher kann es auch keine universalen Heilslehren geben. Weder Christentum noch Islam noch sonst irgendwas.
Wie schon erwähnt: Fast jeder Christ definiert sich anders.
Allerdings wenn man sich dafür entscheidet an einen Gott zu glauben heißt das noch lange nicht, dass man dann auch die Bibel, den Koran oder was auch immer als "Wort Gottes" akzeptieren muß. Das diese Bücher von Menschen für Menschen geschrieben wurden liegt eigentlich auf der Hand.

Donnerstag, der 21. Februar 2002, 00:28 Uhr
Name: Vincent
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

Bei meinen Spenden und Hilfen sind nur areligioese Organisationen dabei.

Siehst du insofern, legst du dein Geld in eine Ideologie an.

...etwas positives passiert (nehme ich an) :-)))

Klar.

Wie treffend formuliert... :-)))

Sehe ich auch so. Ich versuche ständig zu sehen, was ich sehen will und was ich sehe - das ist oft schwer, besonders wenn man Stark glaubt - ich erteile lieber meinem Glauben eine kalte Dusche, als dass ich blind Glaube. Deshalb bleibe ich hier auch in der Diskussion.

Da bin ich absolut gleicher Meinung mit Dir. Deshalb achte ich beim Kauf aller Produkte (Nahrung und Kleidung, etc.) darauf, dass sie oekologisch, umwelt-, tier- und sozialvertraeglich produziert werden. Damit kann man m.E. sogar mehr erreichen, als durch grosszuegige Spenden.

Ich versuche es soweit es geht. Aber ich sehe es auch so.

Fuer diese Ethik bedarf es aber keiner biblischen Anleitung.

Aber das ist das was die Bibel sagt.

Vincent, ich habe nicht speziell Dich damit gemeint.

Naja, ein wenig rede ich hier schon so - habe ich den Eindruck :).

Wenig - aber mit Ethik viel!

Aber auch mit Christ sein.

Donnerstag, der 21. Februar 2002, 00:23 Uhr
Name: Vincent
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

Aber natuerlich mordet (D)ein Gott (siehe AT) - ansonsten waere auch Beten voellig sinn- und zwecklos!!

Eigentlich seid ihr Atheisten (entschuldigung für diese Redeweise) merkwürdig. Wenn man etwas gutes in der Bibel hat, redet ihr davon, dass es eine Lüge - ein Fälschung kranker Machtgieriger ist. Findet ihr etwas schlechtes, soll aber die Bibel wahr sein.

Weil sich erstens niemand auf diese Versprechungen verlassen kann (ewige Luegen setzen noch keine ewige Wahrheit voraus) und zweitens dieses unsaegliche Leid das "ewige Leben" eben nicht rechtfertigt.

Nimm mal an, Gott ist im Verstand dir um unbegreifbare Klassen weiter, vielleicht weißt du dann, warum er in unsere Welt nur begrenzt eingreift. Wir können nur Vermutungen aufstellen, aber er hat sicher einen driftigen Grund.

Davon gehen Atheisten aus.

Davon bin ich auch ausgegangen und gehe davon aus. Ich sehe es so: Was-wäre-wenn ist eine wirklich teuflische Sache. Das ist alles wie meinen "Hypothesen". Wieder sage ich nur, wir Menschen verstehen eigentlich gar nichts und glauben daher zu wissen, dass oder dass es keinen Gott gibt. Wir sind aber vor Gott doch nur stroh dumm. Ich denke nur daran, welche Vernunft unsere Welt zusammengebaut haben muss, muss weit über uns stehen. Oder, wenn das Universum von alleine kommt - wir würden es trotzdem nie ganz verstehen, da unser Denken an zwei Faktoren gebunden ist: Raum und Zeit.

Du kannst gar nicht wertfrei sein, weil Dir Dein Gott das "ewige Leben" versprochen hat. Haettest Du noch andere Gruende, um zu GLAUBEN?

An Gott glaubte ich bevor ich vom ewigen Leben überzeugt war. Zwar erzählte ich das mit dem Bibelspruch - aber der Weg zum Christ ist noch anders - ich hab mich nicht als Europäer zum Christ machen lassen, sondern erst nach langem Vergleichen!

Mein ethischer Imperativ lautet: "Handle stets so, dass die Anzahl der Moeglichkeiten waechst."
Die Chance zur Verantwortung lernt der Mensch erst dann, wenn er sie fuer alle seine Handlungen auch uebernehmen kann. Denn je groesser die Freiheit, desto groesser sind die Wahlmoeglichkeiten und desto eher ist auch die Chance gegeben, fuer die eigenen Handlungen Verantwortung zu uebernehmen.
Freiheit und Verantwortung gehoeren zusammen. Nur wer frei ist - und immer auch anders agieren koennte - kann verantwortlich handeln. Wer jemand die Freiheit raubt und beschneidet, der nimmt ihm auch die Chance zum verantwortlichen Handeln. Nur wenn die Freiheit des anderen vergroessert wird, folgt die vergroesserte Freiheit der Gemeinschaft.

Sehe ich völlig gleich, daher setze ich mich für Datenschutz, Gedanken- und Informationsfreiheit ein. Ich will auch versuchen, mich selbst zu verbessern - aber ohne anderen Menschen zu schaden und mich an das Gesetz der blinden Nächsten und Feindesliebe zu halten. Wie gesagt, ich wurde mit Gewalt erpresst, damit Informationen nicht an den Tag gelangen - letztenendes habe ich es doch geschafft.

Es gilt wie gesagt nur eines: Die Vielzahl der Moeglichkeiten zu bedenken, die man hat. Wir sind frei zu waehlen (wobei ich hier die Idee des nie wirklich freien Willens nicht aufgreife)

Tust du das wirklich nicht. Freie Wahl ist für mich die Summe dessen was ich bin. Mein Wille besteht aus bestimmten "Inputs".

, wir sind frei uns zu entscheiden. Es gibt nicht irgendeine absolute Wahrheit, die einen zwingt, die Dinge so und nicht anders zu sehen, so und nicht anders zu handeln. So wie Du oder ich gerade das Leben "verleben", stellt es nur eine von unzaehligen Moeglichkeiten dar.

Sicher. Ich will niemand in sein Leben reden. Aber es gibt eine absolute Wahrheit - entweder kennt sie Gott. Oder sie ist das - wie soll ich sagen - die rein "objektive" passive Existenz des Universums.

Gerade aber auf die Macht der Gefuehle sind Ideologien (und Religionen sind dies) aufgebaut. Nicht rational verifizierbare Fakten sind primaer ihre Inhalte (siehe z.B. Rassenideologie), sondern das oft das "dumpfe (Gluecks-?)Gefuehl", Gefuehle der Zusammengehoerigkeit, auch Angst (z.B. vor dem Tod) oder "dem Fremden" (und daraus resultierender Hass)...

Ideologien nehmen dem Menschen die Verantwortung fuer seine Sicht der Dinge ab.
Sie schraenken DIE ANZAHL DER MOEGLICHKEITEN ein und somit die der Freiheit des Erkennens des selbstverantwortlichen Handelns.

Aber ist die Ideologie, keine Ideologie zu verfolgen wollen, nicht auch eine Ideologie?

Ich war lange Zeit damit zufrieden, bis ich endlich ausreichend Zeit gefunden hatte, ueber das Leben, den Tod und was danach kommt, nachzudenken.

Ich auch.

Meine christliche Sozialisation und mein persoenlicher Gottesglaube hatten mich so stark konditioniert, dass es tatsaechlich wie ein "Wunder" erscheint, mich daraus befreit zu haben. Das war ein dramatischer innerlicher Vorgang - danach war ich wirklich frei. Dies wuensche ich meinem aergsten Feind nicht (habe zwar keinen...:-)) ) und so ist es verstaendlich, dass die von uns gezeugten Kinder ohne Beten, GLAUBEN, etc. aufwachsen. Sie wissen, dass Gott eine Erfindung ist und sie wissen, dass es Menschen gibt, die an diese Fiktion GLAUBEN (wollen).

Ich sehe es so: Wirkliche Freiheit ist etwas unbegreifbares. Bin ich Theist, muss ich sagen, frei ist nur (bei) Gott. Als Atheist habe ich gesagt: Alles ist die Folge einer Anfangsreaktion, die beim Entstehen des Universums begann.

Richtig - einige haben sogar nicht mal einen biblischen Moerdergott. Da kaemen die ethisch-religioesen Vorstellungen des Buddha, der Jainas, der Bahaii oder von Wicca noch lange davor.

Du hast die ganzen Antiken Philosophien vergessen :-).

Ich sage dir morgen, wieso ich an Gott glaube, aber um eine Antwort zu finden brauch ich jetzt Schlaf.

Mittwoch, der 20. Februar 2002, 23:49 Uhr
Name: Herbert Ferstl
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

Ich hau mich jetzt in die Falle - Gute Nacht allerseits...

Mittwoch, der 20. Februar 2002, 23:47 Uhr
Name: Herbert Ferstl
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

@ Vincent:

Mir kommt es nicht darauf an, in welchem Deckmantel sie es tun.

Mir schon. Siehe weiter unten Dein Beispiel mit der Banane/Rechner...

Selbst Nicht-Christliche und anders-gläubige Organisationen sind darunter,...

Bei meinen Spenden und Hilfen sind nur areligioese Organisationen dabei.

mir kommt es darauf an, dass mein Geld wirklich ankommt, und etwas dabei passiert.

...etwas positives passiert (nehme ich an) :-)))

Mein Gott ist nur das, was ich von ihm weiß und wahrgenommen habe,...

Wie treffend formuliert... :-)))

...ich rechtfertige mich, soweit es geht, aber ob ich unrecht stehe, das weiß ich nicht.

Ich weiss meistens, wann ich im Unrecht stehe. Ich benoetige keine uebernatuerliche, goettliche, absolute Instanz, um mein ethisches Handeln vor mir und den Betroffenen zu rechtfertigen.
Der Sinn einer goettlichen Rechtfertigung erscheint mir, wie eine spaete Rache (im Jenseits), die auch jene "Moerder" treffen soll, die ihrer irdischen Gerechtigkeit entgangen sind.

Ich sehe die Bibel hier als Wegweiser,...

Ich nicht (mehr). Meine heutigen ethischen Positionen (die sich z.T. mit den jesuanischen decken) habe ich mir weitgehend selbst erarbeitet.

...aber eigentlich tue ich doch schon Unrecht, wenn ich eine Banane aus Südamerika oder einen Taschenrechner aus Taiwan kaufe.

Da bin ich absolut gleicher Meinung mit Dir. Deshalb achte ich beim Kauf aller Produkte (Nahrung und Kleidung, etc.) darauf, dass sie oekologisch, umwelt-, tier- und sozialvertraeglich produziert werden. Damit kann man m.E. sogar mehr erreichen, als durch grosszuegige Spenden.

Nein, viel mehr: Sei sein Bruder, lebe mit und für ihn. Sei aber kein Stümper, sondern mache das ehrlich, aus freien Stücken.

Fuer diese Ethik bedarf es aber keiner biblischen Anleitung.

Wenn ich gesagt habe, ich sei ein wahrer Christ, bitte ich um Verzeihung.

Vincent, ich habe nicht speziell Dich damit gemeint.

Wenn ich jemanden als wahren Christen anhand der christlichen Lehre bezeichne, war das meine Einsicht.

Ich verstehe Dich.

Als Christ bin ich auch konsequent. Was hat "konsequent" mit Religion zu tun.

Wenig - aber mit Ethik viel!

Gruesse
Herbert

Mittwoch, der 20. Februar 2002, 23:41 Uhr
Name: Vincent
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

Ich handel ähnlich. Nur dass sich mein Vertrauen auf mich bezieht bzw. auf die Menschen, mit denen ich auf unterschiedliche Art und Weise "Seilschaften" gegründet habe. Das Ergebnis ist bisher das gleiche: It works.

Da sind wir mit außnahme der religiösen Ansicht dahinter nicht unterschiedlich - aber vielleicht ist das daher ein kompletter Unterschied. Als Atheist hätte ich auch helfen können - wenn ich nicht verbohrte nihilistische Ansichten gehabt hätte. Ich helfe für mein Gewissen und für mein Leben, denn wenn ich ewig mit einem schlechten Gewissen lebe hauptsächlich Schaden angerichtet zu haben und nie etwas genutzt zu haben, wäre das für mich persönlich die Hölle.

ich bin bisher immer wieder auf meine Füße gefallen.

Den Satz versteh ich nicht ganz :-)

Mittwoch, der 20. Februar 2002, 23:30 Uhr
Name: Herbert Ferstl
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

@ Vincent:

Foltern, stechen und hauen Menschen oder foltert, sticht und haut Gott?

Aber natuerlich mordet (D)ein Gott (siehe AT) - ansonsten waere auch Beten voellig sinn- und zwecklos!!

Wenn alle Menschen, die Leid erfuhren, dafür ein glückliches Leben oder Leben-nach-dem-Tod haben, wieso nicht?

Weil sich erstens niemand auf diese Versprechungen verlassen kann (ewige Luegen setzen noch keine ewige Wahrheit voraus) und zweitens dieses unsaegliche Leid das "ewige Leben" eben nicht rechtfertigt. Drittens gibt es Menschen (dazu zaehle ich mich), die auf ein paradiesisches Leben im Jenseits freiwillig verzichten (das "ewige Leben" bleibt mir dennoch - lediglich in der "Hoelle"). :-)))))

Ich will jetzt nicht all das Übel der Welt damit rechtfertigen - versteht mich nicht falsch, Gott kann es als einzigster rechtfertigen.

Eben nicht. Erstens weil es ihn nicht gibt und zweitens, weil er dafuer nicht die Verantwortung uebernaeme.
So nebenbei gefragt: Hast Du Dich schon mal gefragt, warum die Uebel in der Welt so "zufaellig" geographisch verteilt sind? Kann dies (D)ein Gott rechtfertigen? Wenn ja, dann wuedre auch Beten den Hungernden helfen - hilft blos leider nicht...

Es gibt durchaus Religionen (auch in der Antike), die nicht sagen, es gibt ewiges Leben.

Richtig - einige haben sogar nicht mal einen biblischen Moerdergott. Da kaemen die ethisch-religioesen Vorstellungen des Buddha, der Jainas, der Bahaii oder von Wicca noch lange davor.

Die Menschen wären wesentlich anders.

Davon gehen Atheisten aus.

[...] Für Vincent mag zumindest die "Idee" dieses Menschen (örgs, welch komplizierte Ausdrucksweise) aber präsent sein. Insofern kann er sich darauf einlassen. Das auch völlig wertfrei, weil individuell.

Du kannst gar nicht wertfrei sein, weil Dir Dein Gott das "ewige Leben" versprochen hat. Haettest Du noch andere Gruende, um zu GLAUBEN?

Gruesse
Herbert

Mittwoch, der 20. Februar 2002, 23:09 Uhr
Name: Herbert Ferstl
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

@ Vincent:

Ich verstehe nicht, wieso viele Menschen Angst beim Glauben empfinden.
Solange ich niemanden körperlichen, materiellen oder psychischen Schaden zugefügt habe, sondern das Gegenteil aus einer sonst noch so seltsamen Überzeugung gemacht habe, dann ist das doch eigentlich kein Problem?

Ich hatte hier kuerzlich folgendes geschrieben:
Mein ethischer Imperativ lautet: "Handle stets so, dass die Anzahl der Moeglichkeiten waechst."
Die Chance zur Verantwortung lernt der Mensch erst dann, wenn er sie fuer alle seine Handlungen auch uebernehmen kann. Denn je groesser die Freiheit, desto groesser sind die Wahlmoeglichkeiten und desto eher ist auch die Chance gegeben, fuer die eigenen Handlungen Verantwortung zu uebernehmen.
Freiheit und Verantwortung gehoeren zusammen. Nur wer frei ist - und immer auch anders agieren koennte - kann verantwortlich handeln. Wer jemand die Freiheit raubt und beschneidet, der nimmt ihm auch die Chance zum verantwortlichen Handeln. Nur wenn die Freiheit des anderen vergroessert wird, folgt die vergroesserte Freiheit der Gemeinschaft.

Es gilt wie gesagt nur eines: Die Vielzahl der Moeglichkeiten zu bedenken, die man hat. Wir sind frei zu waehlen (wobei ich hier die Idee des nie wirklich freien Willens nicht aufgreife), wir sind frei uns zu entscheiden. Es gibt nicht irgendeine absolute Wahrheit, die einen zwingt, die Dinge so und nicht anders zu sehen, so und nicht anders zu handeln. So wie Du oder ich gerade das Leben "verleben", stellt es nur eine von unzaehligen Moeglichkeiten dar.

Gerade aber auf die Macht der Gefuehle sind Ideologien (und Religionen sind dies) aufgebaut. Nicht rational verifizierbare Fakten sind primaer ihre Inhalte (siehe z.B. Rassenideologie), sondern das oft das "dumpfe (Gluecks-?)Gefuehl", Gefuehle der Zusammengehoerigkeit, auch Angst (z.B. vor dem Tod) oder "dem Fremden" (und daraus resultierender Hass)...

Ideologien nehmen dem Menschen die Verantwortung fuer seine Sicht der Dinge ab.
Sie schraenken DIE ANZAHL DER MOEGLICHKEITEN ein und somit die der Freiheit des Erkennens des selbstverantwortlichen Handelns.

Das sind u.a. Gruende, warum ich nicht (mehr) GLAUBE.

Es ist feige, aber ich frage zuvor, dich nach einer plausiblen Antwort auf die Frage, wieso ich überhaupt nicht an einen Gott glauben sollte.

Weil ich erkannt habe, dass Gott lediglich eine literarische Erfindung ist. Weil ich erfahren habe, dass ethisches Handeln ohne Gott moeglich ist, ja sogar aus mir (und der Gesellschaft in der ich lebe) heraus begruendet werden kann und begruendet ist.
Ich brauche keine absolute goettlich definierte Ethik, um meinem Naechsten nicht den Schaedel einzuschlagen, nur weil er eine andere Hautfarbe hat. Ich versuche hier und jetzt - ohne Zuhilfenahme von fiktiven Goettern - ein ethisch moeglichst einwandfreies Leben zu gestalten mit Ruecksicht auf die mich umgebenden Mitmenschen.

Das verheissene Paradies ist mir nicht wirklich wichtig. Wie schon gesagt: Diese Fiktion entspringt der Angst, dass mit dem Tod alles aus ist. Zum Beispiel den von uns gezeugten Kindern eine geborgene Familie anzubieten, ist mir wesentlich wichtiger, als einem imaginaeren Traum nachzurennen. Vincent, ich habe Jahrzehnte meines Lebens an dieses Hirngespinst geglaubt, habe mich moeglichst an seine Anweisungen gehalten und mit ihm taeglich Konversation betrieben. Ich war lange Zeit damit zufrieden, bis ich endlich ausreichend Zeit gefunden hatte, ueber das Leben, den Tod und was danach kommt, nachzudenken.
Meine christliche Sozialisation und mein persoenlicher Gottesglaube hatten mich so stark konditioniert, dass es tatsaechlich wie ein "Wunder" erscheint, mich daraus befreit zu haben. Das war ein dramatischer innerlicher Vorgang - danach war ich wirklich frei. Dies wuensche ich meinem aergsten Feind nicht (habe zwar keinen...:-)) ) und so ist es verstaendlich, dass die von uns gezeugten Kinder ohne Beten, GLAUBEN, etc. aufwachsen. Sie wissen, dass Gott eine Erfindung ist und sie wissen, dass es Menschen gibt, die an diese Fiktion GLAUBEN (wollen).

Gruesse
Herbert

Mittwoch, der 20. Februar 2002, 23:01 Uhr
Name: Vincent
E-Mail: keine E-Mail
Homepage: keine Homepage

@ Herbert:
An wirklich gemeinnuetzige Organisationen, die Helfen um des helfens willen? Oder sind es Organisationen, die im Deckmantel des Humanismuses und der Hungerhilfe die (mehr oder weniger verdeckte) christliche Mission betreiben?

Gemischt. Mir kommt es nicht darauf an, in welchem Deckmantel sie es tun. Selbst Nicht-Christliche und anders-gläubige Organisationen sind darunter, mir kommt es darauf an, dass mein Geld wirklich ankommt, und etwas dabei passiert.

Da koennte ich als Zeitungsverkaeufer argumentieren, dass ich den Leuten zu mehr BILDung und Aufklaerung verhelfe :-)))

Wieso nicht. Ich bin zwar vielleicht in einem seltenen Beruf und verlange nur so viel Geld, wie ich wirklich zum Leben und zu etwas Freude daran verbrauche (okay, da Computer nach meiner Religion, meine Freude sind, ist das etwas faul). Aber wenn jeder einen Beruf ausübt und etwas macht, das allen Menschen nützt ist das gut. Ohne Zeitungsverkäufer hätten wir weniger Informationsquellen, wir kämen langsamer an Papier und Stift, um etwas zu schreiben und damit unsere Freiheit zu stabilisieren.

(D)ein Gott kann immer nur ein schizophrenes Hirngespinst sein, vor dem Du Deine taeglichen Handlungen versuchst zu rechtferigen.

Mein Gott ist nur das, was ich von ihm weiß und wahrgenommen habe, ich rechtfertige mich, soweit es geht, aber ob ich unrecht stehe, das weiß ich nicht. Ich sehe die Bibel hier als Wegweiser, aber eigentlich tue ich doch schon Unrecht, wenn ich eine Banane aus Südamerika oder einen Taschenrechner aus Taiwan kaufe.

Er (das Hirngespinst) (oder auch nicht das Hirngespinst) wird letztlich alles akzeptieren, solange Du nicht wirklich (in diesem Falle) all Dein Hab und Gut real teilen oder den Armen geben musst.

Moment, ich habe mich auf eine Bibelstelle bezogen. Ich habe ja gesagt, er will Menschen die ihn lieben, keine Heuchler. Ob er etwas akzeptiert oder nicht weiß ich nicht. Es wird irgendwann gerecht abgerechnet. Ich weiß nicht was passiert. Ich werde es sehen.

Da sehe ich anders. Die jesuanischen Forderungen sind brachial konsequent.

Ja er ist auch konsequent gegen Heuchelei.

ÜWenn Dein Jesus tatsaechlich gelebt haben sollte, verstehe ich seine elementare Aussage (der ich als Atheist nicht widerspreche): "Liebe Deinen Naechsten wie dich selbst" (Mt. 22,39) wie folgt:
Hilf jedem/Deinem Naechsten, wenn es ihm schlechter geht als dir.

Nein, viel mehr: Sei sein Bruder, lebe mit und für ihn. Sei aber kein Stümper, sondern mache das ehrlich, aus freien Stücken.

Solange es mit Wissen von so genannten "wahren Christen" auf dieser Erde Menschen gibt, denen es schlechter geht als diesen (nicht nur materiell), solange spreche ich diesen selbst ernannten "wahren Christen" das Recht ab, sich so zu titulieren (dies ist naemlich ein goettlicher Absolutheitsanspruch und nicht zu vergleichen mit Begriffen wie Humanismus, etc.), respektive spreche ich ihnen ab, die jesuanische Fundamentallehre der bruederlichen Naechstenliebe als von ihnen gelebt auszugeben.

Wenn ich gesagt habe, ich sei ein wahrer Christ, bitte ich um Verzeihung. Wenn ich jemanden als wahren Christen anhand der christlichen Lehre bezeichne, war das meine Einsicht.

PS: Ich versuche nur, konsequent zu sein.

Als Christ bin ich auch konsequent. Was hat "konsequent" mit Religion zu tun.

Gästebuch-Archiv
90 | 89 | 88 | 87 | 86 | 85 | 84 | 83 | 82 | 81 | 80 | 79 | 78 | 77 | 76 | 75 | 74 | 73 | 72 | 71 | 70 | 69 | 68 | 67 | 66 | 65 | 64 | 63 | 62 | 61 | 60 | 59 | 58 | 57 | 56 | 55 | 54 | 53 | 52 | 51 | 50 | 49 | 48 | 47 | 46 | 45 | 44 | 43 | 42 | 41 | 40 | 39 | 38 | 37 | 36 | 35 | 34 | 33 | 32 | 31 | 30 | 29 | 28 | 27 | 26 | 25 | 24 | 23 | 22 | 21 | 20 | 19 | 18 | 17 | 16 | 15 | 14 | 13 | 12 | 11 | 10 | 9 | 8 | 7 | 6 | 5 | 4 | 3 | 2 | 1

Copyright © 1999, Der Humanist (Gästebuch entwickelt von Erik Möller) - Copyright © der Einträge bei ihren Autoren